Korrosionsschäden im Füllraum Atmos DC32 GS

  • Hallo Mitleser!


    Ich habe heute vormittag von einem Kunden die Hiobsbotschaft erhalten dass sein Atmos DC32 GS (6,5 Jahre alt) im Füllraum an der Rückseite undicht ist, bei genauer Besichtigung des Malheurs stellt sich heraus dass die gesamte Rückwand im unteren Bereich nur mehr hauchdünn ist!


    Nach nur 6 Heizperioden und als Brennstoff saubere trockene Buchenscheiter ist das schon sehr bedenklich, trotz ordentlich funktionierender RL-Anhebegruppe mit 72° Einsatz!


    Schön langsam mache ich mir echt Sorgen um die Lebensdauer der Atmos Kessel, denn eine Gewährleistung ist nach 6 Jahren sowieso vorbei und Atmos ist sowieso nicht gerade für kulante Mängelbeseitigung bekannt.


    Grüße zum Jahreswechsel
    Hannes / ESBG

  • hallo Hannes


    Hast du den Kessel Aufgestellt :?:
    War ein Mikroblasenabscheider verbaut :?:
    Lief die Kesselpumpe beim Anheizen von anfang an mit :?:

    Gruß fjko


    Atmos DC30RS, 2000 Liter Pufferspeicher, 275 Liter Mag, 200 Liter Warmwasserspeicher, Zugbegränzer, Abgasthermometer und Microblasenabscheider verbaut. Buderus Ölkessel Hydraulisch Eingebunden. Geregelt wird die ganze Anlage mit der Logic-Therm Steuerung.
    Vorstellung

  • Hallo fjko!


    Die Kesselpumpe läuft solange der Ventilator läuft, am Kessel und an den Pufferspeichern sind mehrere Luftabscheider eingebaut (wobei die Korrosion definitiv NICHT von der Wasserseite sondern von der Füllraumseite kommt)!


    Die ADG sind sehr großzügig dimensioniert (insgesamt 300 L für 2x 1000 L Puffer Kessel samt Heizsystem - alles Radiatoren).



    Wenn ich mir die Spaltprodukte welche beim Holzvergasen so anfallen vor Augen halte, dann habe ich kein gutes Gefühl für die anderen 15 Atmos welche ich im laufe der letzten 10 Jahre verkauft habe!


    Erst vor kurzem habe ich den gleichen Schaden an einem 12 Jahre alten Pyros HV erlebt, der hatte nur einen 4-weg Mischer und keinen Thermovar.


    Wenn ein "preiswerter" Kessel NUR 6 Heizperioden Lebensdauer hat, dann ist ein BESSERER mit Sicherheit seinen Mehrpreis Wert, abgesehen vom echt fehlendem Bedienungskomfort und dem mickrigem Wirkungsgrad desselben!


    Grüße, Hannes / ESBG

  • Hallo Hannes,


    noch mal genauer nach gefragt: An der Rückseite ist von innen also im Feuerraum Rost zu sehen, oder? Sollte da der im oberen Raum am Blech anhängende Ruß chemisch das Kesselblech angegriffen haben und gerostet sein?
    Vielleicht kann mal ein Bild eingestellt werden.

    Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist. Dalai Lama

    https://zitatezumnachdenken.com/dalai-lama


    Mit freundlichem Gruß Jürgen


    Ekomet mini Plus

    2 x 1000 lt Puffer

    Propangas GK De Dietrich

    WW Boiler 300 lt

    UVR 1611

  • Im Nachbarforum hatten wir das Thema Atmos DC32 GS durchgerostet. Es war ein Materialfehler. Atmos DC100 durchgerostet weil RLA nicht funktionierte.

  • Nein es ist nicht wirklich Rost (braunroter Rost) zu sehen, sondern die übliche schwarzbraune Holzteerkruste welche immer wieder abplatzt und darunter ist teilweise blankes Eisen.


    Dieses ist großflächig wegkorrodiert, nicht mit einzelnen Hügeln und Tälern sondern schön verlaufend, der Nutzer hat ein Scheit reingeschmissen und damit gleich die Rückwand durchgeschlagen.


    Die Blechstärke war nur mehr etwa 1/2 mm an dieser Stelle, ich hatte heute weder eine Kamera noch eine Schiebelehre mit um es genau auszumessen und zu dokumentieren.


    Der Nutzer heizt weder Schwiegermutter noch Gummistiefel, sondern fast ausschließlich trockene Buche und bei der Erneuerung der Düse letztes Jahr ist mir auch nichts besonderes aufgefallen, muß aber zugeben dass ich da auch nicht so genau darauf geachtet habe ub damals schon diese Materalschwächungen vorhanden waren.


    Ich habe wie schon oben beschrieben doch einige Atmos verkauft und auch deren Einbau samt RL-Anhebegruppen überwacht, alle Inbetriebsetzungen und Kundeneinweisungen habe ich persönlich gemacht, ich glaube auch viele der Atmos eigenen Probleme zu kennen, aber damit hätte ich selbst nicht gerechnet.



    Leider habe ich erst gegen Ende der Woche wieder Gelegenheit den Kessel näher zu untersuchen um festzustellen wie weit die Korrosion die Rückwand zerstört hat, dann werde ich auch einige Fotos einstellen!


    Guten Rutsch und ein erfolgreiches 2014


    Hannes / ESBG

  • Vielleicht hat es Sinn eine Stahlplatte oder Schamotteplatte als Rückwandschutz ein zu bauen (L-formig so das es stehen bleibt). Das der Atmos an dieser Stelle als erste kaputt gehen soltte, habe ich immer gewusst, die stahlplatte ist nicht stark genug, das hört mann beim holz reinwerfen: fehlkonstruktion!


    mfg
    alfons

  • Komisch ist nur wie das sein kann ?( Bei mir ist die AHK seit 2 Jahren mit einer 120 mm großen Wandkapsel für Ofenrohre verschlossen und die Materialstärke ist noch wie am ersten Tag :thumbup:



    Meiner Meinung nach war die RLA defekt. Das kann bei diesen Thermischen Patronen ja schnell mal passieren das die hängen bleiben. Noch dazu find ich es besser wenn die Kesselpumpe von anfang an beim Anheizen mit läuft und nicht erst ab 60° Kesseltemperatur beginnt zu laufen :meinung:

    Gruß fjko


    Atmos DC30RS, 2000 Liter Pufferspeicher, 275 Liter Mag, 200 Liter Warmwasserspeicher, Zugbegränzer, Abgasthermometer und Microblasenabscheider verbaut. Buderus Ölkessel Hydraulisch Eingebunden. Geregelt wird die ganze Anlage mit der Logic-Therm Steuerung.
    Vorstellung

  • Also die RLA scheidet definitiv aus, denn bei 2000 L Puffervolumen gibt es mit defekter RLA nur 2 Szenarien, das erste ist sie hängt offen dann ersäuft der Kessel im Kondenswasser und braucht ewig bis er auf Temperatur kommt, das zweite sie geht nicht auf, der Kessel ist schnell heiß und bläst über die Sicherheitsschleife die Leistung in den Kanal!


    Beide Varianten sind für einen halbwegs geübten Heizer welcher mit dem Verhalten seines Kessels vertraut ist schnell erkennbar (augenommen für jene welche vor beginn jeder Heizperiode neu "angelernt" werden müssen)
    solche werden aber immer mehr!


    Dass die RLA mit einem "Regelspalt" offenhängt habe ich in 20 Jahren noch nicht erlebt, aber nichts ist unmöglich nur wirkt sich ein solcher Fehler auch nicht so krass aus.


    Wenn man sich die "Umsetzungsprodukte" beim Pyrolysevorgang so anschaut dann sind da sehr viele teilweise sehr agressive Stoffe dabei, besonders bei Eiche da ist die Gerbsäure noch stärker vertreten. Schön langsam erinnert mich dieses Schadensbild an die ÖL- Stahlkessel der 70-er Jahre welche reihenweise nach 6 bis 8 Jahren den Löffel abgaben (Schwefelhaltiges Heizöl EL)was danach eine Renaissance der Gußkessel auslöste!


    Grüße, Hannes / ESBG

  • Jeder Stahl ist nur so gut, wie er hergestellt wurde. Ich denke Hannes hat Recht. Das Blech wurde, seiner Schadensbeschreibung nach, aufgefressen. Möglicherweise handelt es sich um eine schlechtere Charge. Bleibt zumindest für alle Atmos-Heizer zu hoffen. Das sollte zwar nicht, kann aber vorkommen. Ich glaube auch nicht daran, dass nur Bleche bester Qualität Verwendung finden, dafür scheint mir der Kostendruck zu hoch.
    Dazu mal eine Frage : Werden nicht alle geschweißten Kessel im Osten hergestellt ? Ich erinnere mich vor Jahren einen Bericht gelesen zu haben, der aussagte das nur Gusskessel in Deutschland hergestellt werden. Damit würde sich auch ein teurer Kessel , sofern die Materialforderungen nicht höher angesetzt werden, nicht anders verhalten.


    Ein frohes Neues


    Ralf

    NMT-HVG 40 Sekundärluft nach Lambda. 3000-Liter Puffer. Buderus Ölkessel 40 KW. [lexicon]Laddomat[/lexicon] 78° Patrone. 310m² beheizte Fläche, freistehendes verwinkeltes Gebäude nach EneV 2009 gedämmt. WW mit Boiler und Zirkulationspumpe.

  • Allen ein gutes neues Jahr.


    Kann es es sein dass Atmos bis zu bestimmtes Bj. Kessel mit normalen Baustahl ST.37-2


    verarbeitet und so einen schlechten Ruf eingehandelt hat. . Die Vigas kessel wurden so


    mit normalen Baustahl verarbeitet. Von daher ist Blech bei thermische Spannungen nicht


    so belastbar und wird wegen der ständige Gerbsäure regelrecht ausgehungert. Obendrein ist


    wenn bei Herstellung Einschluss von unreinheiten dazu kommt ist der Rest vorprogrammiert.

  • Hallo Hannes,


    man braucht ja mal nur an einem Eichen Holzstück riechen. An meinem gelagerten [lexicon]Holz[/lexicon] riecht man beim vorbeigehen sofort die Eichen heraus. Es wurde ja auch früher zum Gerben eingesetzt. Ich denke schon die Gerbsäure wird einen Anteil daran haben. Dazu kommt wie Manfred schreibt die gute Blech Qualität. Die Verarbeitung rundet das ganze dann ab. Ich erinnere nur an meinen Thread. Statt Schweißnaht nur Schweißschlacke. Die Schweißnaht war in unregelmäßigen Schlangenlinie gezogen. Ich denke mein Kessel im Herbst gekauft wurde nicht am 2. Januar geschweißt.

    Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist. Dalai Lama

    https://zitatezumnachdenken.com/dalai-lama


    Mit freundlichem Gruß Jürgen


    Ekomet mini Plus

    2 x 1000 lt Puffer

    Propangas GK De Dietrich

    WW Boiler 300 lt

    UVR 1611

  • Hallo Jürgen!


    Ich war eigentlich vor 15 Jahren vom Atmos relativ begeistert, es schien dass sowohl die Ausführung relativ robust und massiv, verbunden mit einfacher wenig störanfälliger Technik eine geglückte Lösung sei.


    Vor mehr als 10 Jahren war ich im Atmos Werk und habe damals noch die gesamte Fertigung gesehen mit einer Führung durch Hr. Cankar junior (inzwischen ist die Fertigung für Besucher nicht mehr zugänglich, angeblich aus Sicherheitsgründen)!


    Ich hbe damals mit Hr. Cankar über diverse Verbesserungsvorschläge gesprochen etwa eine Anheizautomatik und einige andere Kleinigkeiten die Antwort von Ihm war "Wir verkaufen 25.000 Kessel pro Jahr warum sollten wir was ändern" diese Aussage ist auch bezeichnend für das Qualitätsmanagement von Atmos.


    Von den 15 oder 16 Kesseln welche ich verkauft habe waren inzwischen 5 Stk. undicht 4 davon durch Schweißnahtfehler und nun der bislang letzte durch großflächige Korrosion im Füllraum.


    Die anderen Probleme waren immer wieder Probleme mit der Verbrennung und der mangelhaften Primärlufteinstellmöglichkeit, schlechter Qualität der Düsensteine, hohe Bedienfehlerhäufigkeit nach der Sommerpause (Anheizklappe zu lange offen -Thermostate hinüber) zu hohe Abgastemperaturen durch zu kleine Wärmetauscherflächen, schlechte Qualität der Motorkondensatoren und schlechter Montageort derselben (zu heiß), miserable Qualität und wesentlich überhöhter Preis der Ventilatormotoren!


    Und es gibt noch eine ganze Menge anderer Punkte welche mir aufgefallen sind, unter anderem eine unehrliche Vertriebspolitik hier in der Nähe der Tschechischen Grenze (60 km) wo ein Direktvertrieb von Atmos stattfindet was jedoch von Atmos sehr heftig bestritten wird, bzw das völlige Taubstellen bei berechtigten Qualitätsproblemen während der Gewährleistungsfrist.


    Daher habe ich den Verkauf von Atmos Kesseln eingestellt, aber ich lasse meine Kunden bei Problemen im Gegensatz zu Atmos nicht im Regen stehen!


    Grüße, Hannes / ESBG

  • Hallo Hannes,


    bei welcher Kesselmarke stimmt denn das Preis - Leistungsverhältnis,was ja Qualität beinhaltet?Die teuren Kessel sind wahrscheinlich auch in ca 12 Jahren hinüber.


    Gruß Rolf

    Gruß Rolf



    DC 30GSE,Lufttrennung,LC mit geregelter
    Sekundärluftklappe u. gegenläufig geregelter Primärluftklappe über Federzug,Turbulatoren 7.2 mit von außen bedienbarer Reinigungsfunktion,Lüfter-Drehzahlregelung Botex CT-110R durch PID-Regler nach AGT mit Timer-Abschaltung u. Einstellung der Mindestdrehzahl über Poti,Laddomat,Restwärmenutz. manuell,Asu-Timer,4
    x 732Ltr. PSP,300Ltr. bivalenter Speicher mit 30
    VKR,Fachwerkhaus 150qm Innendämmung,Ölheizung im Notfall
    zuschaltbar.

  • Hallo Hannes,


    deine Geschichte ist natürlich bedauerlich. Ich war auch noch nie persönlich im Werk. Ich verfolge aber schon sein einigen Jahren die Geschehnisse um die Fa.Atmos. Dein Fall ist aber wohl leider ein Ausreißer, vor den auch Weltfirmen nicht gefeit sind.
    Ich habe bisher nur von sehr, sehr wenigen Fällen gehört, das es mit Atmos derartige Probleme gab.
    Ende November habe ich auch an einer Schulung teilgenommen. U.a. wurden uns da Bilder vom Atmos-Werk und deren Fertigung gezeigt.
    Hochmoderne CNC-Fertigung und Schweißroboter. Jeder Kessel wird duch die Produktion durch einen Mitarbeiter begleitet. Wie lange die nun so produzieren kann ich nicht sagen!
    Also die Fertigung ist auf dem Stand der Technik. Was die Qualität der verwendeten Materialien angeht kann ich auch nichts sagen. Ich gehe aber davon aus, dass Atmos da schon einen gewissen Ruf zu verteidigen hat und mangelhaftes Material, nur aus Geldgier, nicht bewusst einsetzten wird.
    Das Atmos ungern auf einige wenige, mögliche Verbesserungen eingeht, finde ich persönlich eigendlich gut. Keep it simple! Um den Rest müssen wir uns kümmern und deshalb lieben wir diese Art zu heizen.

  • Moin Moin
    Also wenn man diesen Beitrag hier gelesen hat bekommt man es mit der Angst was soll ich da von halten :wacko:
    so als Anfänger ;(
    Schlechter Stahl
    Nur 12 Jahre
    Was kommt noch ?(
    Habe ich den richtigen Kessel ? Bis jetzt glücklicherweise keine Probleme :gnachdenken1:

  • Die bedenken habe ich beim kc auch audi...aber der ist ja laut atmos steinkohlegeeignet,also hofft man das die Materialstärke dementsprechend gewählt wurde...


    Gesendet von meinem Xperia Arc S mit Tapatalk

  • Schau dich nur mal im Haustechnik-Forum um. Da wird Atmos in der Luft zerrissen von Leuten die nie einen Atmos gesehen haben! ;)
    Aber selten liest man im WWW von unzufriedenen Atmosbesitzern.
    Bin mal auf die Bilder vom Hannes gespannt!

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