Schuster vs. alle anderen?

  • Ok, das bringt einen neuen Aspekt auf, bei dem ich dir zustimme.


    Die obere Klappe kann allein durch das Eigengewicht schließen und dementsprechend leicht auch öffnen (bei Verpuffungen).
    Das können hebelgetriebene Klappen nicht.


    Dann kommt das Gewicht eben an den Hebel




  • Das habe ich michjetzt beim durchlesen auch gefragt. Ich vermute ja, dass einfach am falschen Ende gespart wird.... und dass dadurch halt Nachteile für den Benutzer entstehen, dafür ist es halt billiger. Ich glaube am liebsten wäre es mir wenn ich gleich ein [url=http://www.immobilienscout24.at/haus-kaufen,salzburg.html]Haus in Salzburg finden[/url] würde wo ein gescheiter Ofen schon drin ist, aber das ist so schwer!

  • Hallo Roman,
    was an deinem Kessel anders ist sind vor allem die Rauchgas-Wasser Übergänge. Die meisten HV besitzen Rohrregister der Schuster lediglich flache Flächen. Das kann ich keinesfalls als Vorteil sehen. Wichtig ist und bleibt die Wärmeübergangsfläche, die Verwirbelung der Rauchgase, die Verwirbelung des Wassers, die Verbleibzeit der Gase.
    Mein Schuster Duolux Turbo D-ST ist, wie in der Zeichnung links sichtbar, aufgebaut. Abweichend von üblichen HV-Systemen (siehe rechts), hat der Schuster noch eine zusätzliche Rauchgasumlenkung oberhalb des Füllraumes.
    Diesen Raum benötigt der Schuster ja auch wegen eben dieser notwendigen Übergangsfläche. Wickele einfach mal ein Rohr ab und du stellst fest einen Fläche von 3,14 mal des Durchmessers zu erhalten. Wenn du dann betrachtrachtest, wie dicht die Rohre beieinander liegen siehst du erst wie groß diese Fläche in Wirklichkeit ist.
    Mein Schuster Duolux Turbo D-ST ist, wie in der Zeichnung links sichtbar, aufgebaut. Abweichend von üblichen HV-Systemen (siehe rechts), hat der Schuster noch eine zusätzliche Rauchgasumlenkung oberhalb des Füllraumes.
    Diese sogenannte Füllschachtentgasung ist normalerweise der Rauchgasweg, aber im Falle der Öffnung der Füllraumtür muß man zuerst die kleine, eingezeichnete Klappe öffnen (Hebel an der Front, der die Fülltür blockiert und den Lüfter schaltet). Macht man also den laufenden Kessel auf, oder heizt ihn gerade an, so zieht das Schwelrauchhgassofort ab und hat keine Veranlassung, in den Keller zu entweichen. Dabei hilft auch die kleine Klappe, die oben in der Ecke an der Fülltür zu sehen ist. Im Betrieb wird die automatisch durch eine Nase an der Fülltür angehoben, so daß die primärluft gut herein kann. Aber nach dem Öffnen bildet sich da oben quasi ein Rauchfang, der den Gestank direkt in die Füllschatentgasung umleitet.
    Das hat jeder HV. Ich sehe nicht, was da bei dem Schuster bedeutend anders sein soll. Vorteile bietet da halt nur ein Saugzugzugkessel.
    Anheizen ist total easy, wie beim Kaminofen: Anheizhelferlein anzünden, auf die Düse legen, Holz drauf, alle Türen zu, Hebel noch offen lassen - Rauchgas zieht von unten gemütlich durch das Holz und oben über die Füllschachtentgasung ab. Brennt dann alles munter = Vergasungsraum füllen, Türen wieder zu, Hebel runter - voila!
    Dauert 3min, stinkt nicht, pufft nicht, geht nicht aus...

    Funktioniert bei mir genauso ! Nur habe ich es so geändert, dass ich ohne ohne die Anheizklappe zu betätigen anzünden kann. Warum? Na dann entgehe dem Rauch aus dem Schornstein, der zwangsläufig entsteht, wenn der HV nicht über die Düse sondern die Anheizklappe läuft.
    Warum ist so ein simples System nicht Standard?
    1. vergrößert es die Übertragerfläche maßgeblich um gute 0,5-0,75qm,
    2. sorgt es für frische Luft im Heizraum und 3. erhöhte es die Sicherheit gegen Verpuffung.

    Zu 1. setze ich höflicherweise ein großes ? Ich sehe nicht wo die Übergangsfläche wirklich größer wäre. Mal logisch gedacht müsste dann die angegebene Rauchgastemperatur nicht wesendlich niedriger sein.
    Zu 2. setze ich ebenfalls ein großes ? Was soll es für einen Unterschied machen die Anheizklappe oben vorne oder oben hinten zu haben. Der Weg zum Schornstein ist doch dadurch kein Anderer. Auf den Schornsteinzug kommt es an. Oder man nimmt gleich einen Saugzugkessel.
    Oder baut sonst noch jemand solche Kessel und ich kenn sie nur noch nicht?
    Jaaaa, alle Druckkessel sind so aufgebaut, haben lediglich meist mehr Wärmeübergangsflächen, wie man an den Rauchgastemperaturen ablesen kann, oder verlängern den Rauchgasweg durch Turbu´s.


    Die Rauchgastemperatur zu senken bleibt dir nur, da die Übergangsflächen fix sind, gezackt gebogene Blechstreifen einzulegen, diese verlängern den Rauchgasweg. Nur, leider wirst du sie wohl nur in die Umlenkung einlegen können.


    Wie du am Ende deiner Feststellungen selber feststellst liegen all die vermeindlichen Vorteile deines HV am gut ziehenden Schornstein. Denn auch der gehört zu einem gut funktionierenden HV.


    Weißt du Roman, jeder Krämer lobt seine Ware, wie sollte sonst auch sein. In den Beschreibungen wundert man sich oft warum das Gerät nicht noch einen leckeren Kaffee kochen kann ,natürlich auch aus dem verfütterten Holz. Man muss das halt alles immer erst einmal nüchtern betrachten.
    Facit: Der Schuster ist ein wenig anders aufgebaut er hat plane Flächen statt Rohrregistern. Ob das allein einen Vorteil oder Nachteil bietet liegt an der Größe dieser Flächen. Es dürfte einfacher, preiswerter sein einen Kessel mit mehr Rohren im Register zu bauen. Auch von der Reinigung her dürften Rohrregister günstiger sein.
    Schuster ist nicht der Einzige der auf plane Flächen setzt.


    Ralf

    NMT-HVG 40 Sekundärluft nach Lambda. 3000-Liter Puffer. Buderus Ölkessel 40 KW. [lexicon]Laddomat[/lexicon] 78° Patrone. 310m² beheizte Fläche, freistehendes verwinkeltes Gebäude nach EneV 2009 gedämmt. WW mit Boiler und Zirkulationspumpe.

  • Hallo beisammen
    die flachen Wärmetauscherfläachen hatte ich in meinem vorherigem
    Ofen, normaler Holzkessel. Da hab ich quer rüber Rohrstücke reingehängt
    und Blech zum Winkel gebogen, damit die warmen Gase nicht in der Mitte durchsausen können sondern wieder an die Tauscherwände gelenkt werden,wirkt sehr gut.Genug Luft lassen damit die Gase noch durchkommen. Zwei oder drei im Abstand an Drähten übereinander, so
    kommt das Abgas immer wieder an die Wasseführenden Wände.
    Was anderse mache auch die Turbulatoren nicht.
    Viele Bastlergrüße Martin

    Soli 25 E 2000 l Puffer Solar 8,9m2 Röhren
    Plattentaush. Friwa eigenbau
    Flamtronik 2Gebl. Konr. Dimmer.
    HKS u. EigenDüse Gr. Brennk. Eigenbau
    CO Messung

  • Hallo liebe Holzvergaser Freunde,


    Der Schuster Holzvergaser im Vergleich zu allen anderen.
    Der Chef der Heizungsfirma, bei dem ich das Material für die Installation kaufte, sagte: Der Ofen gehörte verboten! Damals verstand ich das nicht. Ich bekam diesen Ofen geschenkt. Einen geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, so ein Sprichwort. Heute verstehe ich ihn sehr gut! Das kommt nicht zuletzt durch dieses Forum, in dem man wirklich alles über einen Holzvergaser lernen kann.


    Hier die negativen Merkmale dieses Ofens:


    :( Es gibt keine kontrollierte Luftführung, weder für die primär Luft noch für die sekundär Luft. Die primär Luft wird einfach oben vorne durch die Tür in den Vergaserraum geblasen. Die Sekundärluft wird einfach durch die Tür unten in den Ascheraum geblasen.


    :( Es gibt keine Brennkammer. Der Ofen hat nur eine halb runde Acheschale, an der die Flammenspitzen an knallen und sofort abkühlen.


    :( Im sogenannten Brennraum (Aschekasten) gibt es keine Luftführung, die das heiße Abgas an den Wänden abgeben.


    :( Der eigentliche Wärmetauscher ist eine Katastrophe. Wie soll man hinten diese Wände reinigen können?


    :( Primär- und Sekundärluft können durch eine Stellschraube eingestellt werden. Diese Einstellung gilt für jedes Holz, jede Phase des Abbrands.


    :( Riesige Energieverluste durch schlechte Wärmeabgabe und hohe Abgastemperatur.



    :) Wenn es Euch interessiert kann ich Euch erzählen, wie ich diesen Ofen getuned habe. Der Ofen hat nun eine Lambda Sonde, einen Abgas- sowie Brennkammer Temperaturfühler, und einen zweiten Lüfter. Dies alles wird mit der Ofensteuerung Flammtronik geregelt.
    Die Sekundärluft wird jetzt direkt in die Flammendüse geleitet. Der Ofen hat nun eine geschlossene Brennkammer und die Abgase werden jetzt eng an den Wänden vorbei zwangsgeführt.
    Der Ofen hat nun spitzen Abgaswerte. Z.Z. heize ich den Ofen mit einer Abgastemperatur von 134°C


    :( Wenn es euch interessiert kann ich auch ein paar Bilder einstellen.


    MfG
    Josef

  • Hallo Josef,


    Der Beitrag ist schon etwas älter, aber mich würden die Details zum Umbau des Schuster Kessels sehr interessieren.


    Habe einen Schuster ST27 (27kW Holzvergaser), noch mit den original Ofensteinen, Luftdüse, Brennstab und Brennschale/ Aschkasten.
    Die Ersatzteilversorgung für Schusterkessel ist jetzt aber endgültig zusammengebrochen. Man bekommt nichts mehr.
    Muss jetzt deshalb mittelfristig versuchen entweder die original Steine selber nachzumachen oder einen kompletten Umbau auf eine neue Luftdüse (inkl. Aufnahme der Düse und sek. Luft Führung zur Düse) und ggf. Brennkammer durchführen.


    Schon mal vorab Danke für die Mühe.


    Viele Grüße
    Achim

  • Hallo Achim,
    gerne helfe ich Dir, deinen Ofen zu tunen. Dazu musst Du aber etwas Geld in die Hand nehmen. Die Flammtronik Steuerung und 3 bis vier Säcke Feuerbeton. Schalungsmateial und Ofendichtschnüre. Ein paar Kupferrohre um die Sekundär Luftzüge beim gießen der Feuerplatte zu erstellen. Diese werden nach 24 Stunden Trocknungszeit wieder herausgezogen.
    Einen zweiten Lüfter und etwas 4-Kantrohre für die Montage der zwei Lüfter.


    Melde Dich einfach wieder
    LG
    Josef

  • Hallo Josef,


    vielen Dank für die Bilder und die Erklärungen!
    Das sieht alles sehr gut aus!


    Der ST27 ist dem ST40 sehr ähnlich, so wie ich das auf den Bildern sehe. Nur schmaler (Brennkammer und Füllraum).


    Wenn die Heizperiode diesen Winter vorbei ist, werde ich das Projekt angehen. Der Ofen ist noch zu gut um ihn auszutauschen, nur weil es keine Steine mehr gibt.


    Ich habe noch einge Fragen zu den sebst angefertigten Steinen und den Formen.

    • Welchen Durchmesser haben die Kupferrohre für den Düsenstein? 35mm und 15mm oder...?
    • Müssen die äüsseren Öffnungen der kleinen Kupferrohre irgendwie verschlossen werden, damit keine Falschluft als Primärluft in den Brennraum gerät?
    • Wie sieht die Düsenöffnung in der Mitte genau aus? Einfach nur ein rechteckiges Loch (wie groß ist es, oben und unten gleich) oder muss hier auch noch eine Aufnahme für einen Brennstab (wie bei der original Schuster Mauerung) eingebaut werden? Der Teil ist komplett anders wie am Schuster...
    • Wenn ich die Bilder 3580 und 427 richtig deute, dann gibt es auf dem Düsenstein im Brennraum noch eine Auflage und Seitenwände. Sind die auch selbst angefertigt und was ist genau der Zweck dieser Steine im Brennraum?
    • Die Brennkammer ist auch selbst gegossen, denke ich? Wie haltbar ist die Brennkammer? Die Edelstahlschale von Schuster wird durch die Temperatur ja auch schon sehr in Mitleidenschaft gezogen.
    • Welchen Feuerbeton nimmt man dafür?

    Eine Abgastemperatur von 134°C ist super für den Schuster. Unter 200 °C wäre ich schon zufrieden.
    Sind noch andere Maßnahmen eingebaut, um die Abgastemperatur zu senken? Oder passiert das alles über die bessere Brennkammer mit der engeren Luftführungen an den Wänden? Gibt es innen am "Plattenwärmetauscher" irgendwelche Anpassungen?


    Nochmal Danke für die Info.


    Viele Grüße
    Achim

  • Hallo Josef,


    Ich habe grad dein Projekt entdeckt, klingt sehr interessant, leider funktioniert der link oben nicht mehr!
    Könntest du mir bitte den gmx link von oben nochmal aktualisieren, da dieser abgelaufen ist.


    Als Besitzer eines Schuster Turbo II 30 (35kw) find ich es spannend meinen Schorni evtl. ein schnippchen zu schlagen, nachdem er Jahre lang schon meinen mehr oder wenig "geliebten" Schuster raus haben will. Leider hat letzte Woche mein Schuster die geforderte 1mg CO Wert nicht bestanden (2,6mg) hab, hoffe ich das ich es aber evtl. noch hinbekommen könnte. ?(



    Vielen Dank und viele Grüße
    Andreas

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