Buderus S161 lange Anheizphase

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      • # 184446

      Buderus S161 lange Anheizphase

      Hallo liebe Forumsmitglieder,
      ich hätte an die Holzvergaser- Fraktion mal einige Fragen.
      Mein Schwiegervater hat seit ein paar Tagen einen Buderus S161 - 18KW Holzvergaserkessel.

      Abnahme durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger war Problemlos.
      Werte passen perfekt obwohl der Kessel gebraucht gekauft wurde und der Schornsteinfeger im Vorfeld bedenken geäußert hat bezüglich einem gebrauchten Holzvergaserkessel.

      Der Schwiegervater tut sich im Moment etwas schwer bei der Anfeuerung. Diese nimmt immer ca. 30 - 45 min. in Anspruch. Auch ist es schon vorgekommen, dass nach dem Anfeuern die Temperatur nach erreichen der "Abgasbetriebstemperatur" von 195°C diese wieder auf 150°C zurückging. Öffnen der Füllraumtür und etwas "nachrücken" der Holzscheite haben dann geholfen. Obwohl da nichts nachrutscht und auch kein Hohlbrand erkennbar ist.

      Holzscheite:
      - reine Buche
      - Restfeuchte 13 - 16%
      - Einlegen Längs (nicht Quer) in den Füllraum

      Anfeuern laut Anleitung von Buderus mit sehr kleinem Holz, dann mittelgroßem Holz und bei erreichen von 170°C füllen des Brennraumes und schließen des Anheizschiebers.
      Beide Luftbleche auf "Laubholz" eingestellt.
      Rücklaufanhebung 65°C

      Hat jemand Erfahrung mit dem S161 und kann dem Schwiegervater Tip´s geben wie man das Anfeuern "vereinfachen" könnte?


      Zweites Thema ist das Nachlegen. Wobei Nachlegen sicherlich der falsche Ausdruck ist.
      Leider ist der Kessel nach Abbrand recht schnell ohne Glut. Diese hält sich nicht sehr lange, so dass ein erneutes Anfeuern notwendig ist.

      Gibt es hierzu Tip´s um die Glut etwas länger halten zu können?
      Ein Kollege mit einem Holzvergaser von ETA sagte mir, er lässt viel Asche drin welches das Glutbett länger aufrechterhält.
      Leider schreibt Buderus, dass schon 2cm Asche im Füllraumboden zu entfernen sei.
      Das heißt quasi nach jedem 2. Füllvorgang.

      Wenn jemand Erfahrung mit dem Kessel hat, und uns ein paar nützliche Hinweise hätte, wäre das super.

      Grüße
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      • # 184457
      Hallo Heinz,
      leider kann ich Dir nicht mit Erfahrungen von diesem Typ helfen. Mir geht es ums Prinzip anheizen. Einige beklagen sich genauso. Aber sie haben ihre Heizung dran zu hängen die auch gleichzeitig mit warm werden soll!?
      Die Puffer werden ja automatisch mit geladen.
      Ich kann nur raten Dein Schwiegervater möge beim anheizen doch mal die Heizung abschalten.

      Selberpresser wrote:

      Öffnen der Füllraumtür und etwas "nachrücken" der Holzscheite haben dann geholfen. Obwohl da nichts nachrutscht und auch kein Hohlbrand erkennbar ist.
      Das kann passieren das sich einige Scheite verhaken/verkanten ganz schnell wenn Ast Knorpel zu groß sind.
      Das andere Problem nachlegen Glut erhalten muß ein Kessel experte sagen. Ich würde raten wenn er weiß in etwa nach so und so viel Stunden ist es soweit doch mal vorher ganz leicht und ganz langsam die Tür anlüften anchsehen und gleich nachlegen so hahe ich es mit meinem Atmos gehalten und bin gut gefahren.
      • 4

      • # 184479
      Hallo,
      dieselbe "Problematik "hatte ein Bekannter (Obstbauer) vor Jahren mit einem ähnlich konstruierten 15-kW-Kessel, (tunnelförmiger Füllraum)
      war Ersatz für einen Guß-Kessel mit oberem Abbrand
      bei Abnahme durch Schorni und Heizungsbauer: problemloser Betrieb. der HB hat wohlweislich technisch getrocknetes,
      fein gespaltenes Holz vom Biomassehof mitgebracht.
      beim späteren Betrieb: sehr lange Anbrenn-Phase, schlechte Verbrennung, Teer und Ruß in Kessel und Kamin.
      der Verbrauch war deutlich höher als beim alten Kessel. Brennstoff war krummes, astiges, nicht ganz trockenes Obstholz. Kisten, Paletten.
      der etwas beratungs-resistente Betreiber hat sich damit längere Zeit "amüsiert". der Kessel hatte keine hohe Lebensdauer.
      mittlerweile wurde eine bessere Anlage eingebaut, Top-Lader mit tiefem Füllraum und seitlichem Abbrand, Schuppen-Panzerung im Füllraum.
      das Obst-Holz wird zu Grob-Hackgut verarbeitet, so besser getrocknet. die Anlage läuft problemlos.

      dem "Buderus" Besitzer würde ich raten: beim Kaltstart zuerst eine halbe Füllung aus sehr trockenem, fein gespaltenem Nadelholz,
      um Brennkammer und Kesselwasser aufzuheizen. dann erst nachlegen. stärkere (4-6 cm) und schwächere (1-3 cm) Scheiter mischen.
      zu starke Scheiter nachspalten, krumme, astige Scheiter oben auf die Füllung, zu kurze Scheiter nicht querlegen, sondern zu Kleinholz verarbeiten
      (Anzünde-Holz). die im Video gezeigte Beschickung funktioniert nur mit knochentrockenen, geraden Scheiten.

      mfg
      Ulmenholz

      P.S.:
      die Werksangaben bei CO und Staub können nur mit "guten" Brennstoffen eingehalten werden.



      Buderus.png
      • 5

      • # 184492
      Danke für die schnellen Antworten.
      Gut ich werde mal den Rat von Ulmenholz weitergeben.

      Trockenes Nadelholz steht Glücklicherweise ausreichend zur Verfügung da der Abbrand mit Nadelholz nicht so schön war wie der von Buchenholz.

      Schade zu hören, dass der angesprochene Tunnelkessel mit unterem Abbrand (wie auch der Buderus S161) eine Lange Anheizphase hat und Verbrennung nicht immer optimal läuft.
      Bzw. eine lange Anheizphase notwendig ist.

      Frage noch an Ulmenholz: welcher Hersteller hat der Obstbauer anschließend installiert?


      Danke und Grüße
      • 6

      • # 184499
      Hallo,
      die Anheiz-Phase sollte bei trockenem, feinem Fichtenholz sehr kurz sein, das stärkere Scheitholz sollte erst später aufgelegt werden.
      es wird sonst in der Start-Pase zuviel Wärme (auftauen, erwärmen, ausdampfen) benötigt.
      vortrocknen, auftauen, vorwärmen vom Anzünde-Holz im Kesselraum ist auch hilfreich.

      Thema Top-Lader:
      der kleine Frontlader im niedrigen Keller wurde durch einen XYZ Euro 50 kW ersetzt.
      Zitat aus Prospekt:
      • Scheitholz bis Halbmeter,
      • Hackschnitzel, Späne, Spänebriketts,
      • Holzabfälle der Klasse 6 und 7*, zum Zuheizen in Verbindung mit einer optionalen Schuppenauskleidung
      • Höchste Lebensdauer dank 10 mm Füllschachtwand aus Qualitätsstahlblech
      • Lange Haltbarkeit der luftgekühlten massiven Brennerdüse aus Edelstahlguss
      • Optimierter Kesselschutz bei unterschiedlichen Brennstoffgrößen durch Schuppenauskleidung (optional)
      der steht jetzt ebenerdig in der ehemaligen Milchkammer, dort Brandschutz und Kamin vorhanden. die Puffer stehen im Keller.
      Befüllung mit Hackschnitzel erfolgt mit Bobcat vom ehemaligen Stall aus.
      Beheizt wird jetzt auch der Anbau.

      es gibt aber Betreiber, die selbst dieses "Monster" gemeuchelt haben: durch Betrieb mit verschlissener Ausmauerung. oder Müll-Verbrennung.
      bloß- zugeben tut`es keiner.

      mfg
      Ulmenholz
      • 7

      • # 184517
      Hallo Ulmenholz,

      nun gut. einen 15KW Kessel gegen einen 50Kw Kessel zu tauschen ist auch eine ganz andere Nummer.
      Ist ja wie vom Fiat Panda auf einen 7,5 Tonner um zu steigen. Da muss die Garage ja deutlich wachsen um den 7,5To. rein zu bekommen.

      So ist es auch bei der Wärmeabnahme eines 50KW Holzkessels vom "Hersteller in Dunkelgrün".
      Sicherlich hat der Kessel eine super Performance. Jedoch für die Anwendung Einfamilienhaus glaub ich eher deplatziert.

      Der Tipp mit dem Füllraum halb voll mit Anzündholz war nicht schlecht.
      Das hat gestern schon mal funktioniert bei kompletten Kaltstart.

      Wir haben noch einen Tipp von einem befreundeten Heizungsbauer bekommen.
      Er meinte, dass wir evtl. die Füllraumtür durch ein Blech ersetzen sollten welches die Absaugöffnung (Rauchgasabsaugung bei Türöffnung) nicht verschließt, den Füllraum aber abdichtet.
      Dann ganz normal Feuer machen und erst mit erreichen der Kesseltemperatur, dass Blech entfernen, Füllraum befüllen und dann die Kesseltüre und Anheizschieber schließen.

      Würde zwar einiges an Asche in den Rauchgasabsaugkanal befördern, aber der Füllraum wird sehr schnell heiß was seiner Ansicht das Hauptproblem bei dem Kessel wäre.
      Alternative könnte man auch einen Ölbrenner an das Blech machen und den Ölbrenner für 1-2min. laufen lassen.
      Scheinbar hat er das bei früheren Kombikesseln (Öl- Feststoff) auch umgesetzt.
      Der Ölbrenner würde auch das Holz gleich entzünden.

      Denke wir versuchen es mal mit einer feuerfesten Platte anstelle der Füllraumtür und dem Propangas- Brenner.

      Bin mal gespannt, ob wir den Füllraum "schnell" heiß bekommen.
      • 8

      • # 184520
      Hallo Selberpresser

      Hast du den Film den ich oben vorgeschlagen habe angeschaut?
      Ist von Buderus die filmische Anleitung wie man diesen Kessel anheizen soll.
      Kein Hobbyfilm, sondern direkt von Buderus.
      In dem wird genau das gezeigt, dass man zuerst mit dünnen Holz anheizen soll ohne weiteres Holz einzulegen.
      Der weitere Verlauf nach dem Anheizen wird dann auch schön erklärt.

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      • # 184532
      Hallo,

      Thema Anheiz-Zeit: laut Buderus sind 15-30 min Anheiz-Zeit für 1.kleine Füllung normal, die empfehlen sogar nochmal eine halbe Füllung,
      dann erst volle Füllung.
      Thema Anheizschieber Primär-Luft: sollte beim Start offen sein.
      Thema Scheit-Grösse: Grundsatz kleiner Ofen, dünne Scheite, großer Ofen, dicke Scheite ist nicht falsch.
      Thema Ölbrenner am HV: geht nur im Wilden Osten.
      Thema Gasflaschen im Heizraum: geht gar nicht. Propan ist schwerer als Luft, 5kg Propan: Wirkung wie 50 kg T.N.T
      Thema Start mit oberem Abbrand: sollte bei einem Saugzug-Gebläse nicht nötig sein.
      Thema Kohlen am Füllraum-Boden: sollten Richtung Rückwand verschoben werden, dort sind keine Düsen.

      Frage: wie stark sind die Scheite bei der 1. Füllung ? ausreichend trocken?

      der kleine Viessmann von meinem Nachbarn (80l Füllraum) ist ähnlich konstruiert wie der S161 (nur 2 Türen),
      hat anfangs beim Kaltstart/Betrieb auch geärgert. Flamm-Abrisse, sehr lange Anheiz-Zeit.
      jetzige Prozedur beim Start: Kohlen zur Rückwand schieben, 2 Lagen daumendicke, trockene Fichtenscheite, 1 Lage Hobelspäne, (notfalls Karton)
      3 Lagen feine Scheite. mit Löt-Lampe anzünden. Füll-Tür kurz unter Aufsicht einen Spalt offenlassen (steht so im Manual)
      sehr trockene, vorgewärmte Scheite (aus dem beheizten Holzkeller) können gleich beim Start aufgelegt werden, bis Oberkante Füllraum.
      im Heizraum steht ein kleiner Spalter, Anzünde-Holz wird in Wäschekörben neben einem Heizkörper gelagert..
      Scheite zum nachlegen werden nachgespalten (maximal 4 cm). bei zu dicken oder zu feuchten Scheiten ist die Verbrennung grottenschlecht,
      bei Hohlbrand steigt der O2 im Abgas, Sekundär-Luft wird vom Regler geschlossen, sichtbare Flamme und Leistung sind weg.
      CO-Werte sind dann schlecht, Rauch ist dunkel und stinkt.

      Thema Obstbauer:

      der kleine Kessel war als Beistell-Kessel konzipiert, (parallel zur Ölheizung)
      15-kW-Kessel-Leistung war so viel wie die Leistung aller Heizkörper, kein Puffer, keine Vorlauf-Regelung, Keine Thermostate an den Heizkörpern.
      Speichermasse: Vollziegelwände.
      der Kessel wurde im Winter von morgens 5:00 bis abends 21:00 durchgehend beheizt. Nachts: Kachel-Ofen, Federbett und Schlafmütze.
      der Anbau wurde früher nur mit Einzel-Öfen beheizt.
      nach Hof-Übergabe: Milchproduktion eingestellt, Landwirtschaft nur noch im Neben-Erwerb.
      der Anbau (120 m²) wird jetzt mit Heizkörpern beheizt. Vorlauf-Regelung, Thermostate, Solar-Unterstützung wurde nachgerüstet.
      der große Kessel wird überwiegend mit Grob-Hackgut beschickt. trockenes Hackgut vom Obstbaum hat einen hohen Heizwert.
      die Öltanks/alte Kessel mussten raus, Platz und Trinkwasserschutz, statt dessen: 2 Puffer mit je 2700 l.
      die Kachelöfen und Küchenherde wurden belassen, Backup, Sonntags-Braten, mollig warme Stube.
      das Paletten-Heizen haben sie aufgegeben, zu viel Zeitaufwand beim zersägen, Nägel raus-fischen, Verschleiß an Sägen.

      mfg
      Ulmenholz
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      • # 184588
      Hallo,
      ich betreibe einen S161 mit 24kw seit 9 Jahren. Nach viel ausprobieren heize ich abweichend der Anleitung von Buderus etwas vereinfacht an.
      Einschichten der Bodenlage mit 3-4 Stück Holz mit ca. 3-5 cm Kantenlänge. Darauf ( vorn und hinten) je 1 Handvoll Holzspäne ect. Bis hierhin nehme ich grundsätzlich nur Nadelholz. Anzünden mache ich mit einem Gasbrenner. Nach ca. 5 Min, Abgastemperatur liegt dann bei 80- 100° lege ich den Ofen komplett voll. Den Anheizschieber lasse ich aber offen bis zu einer Abgastemperatur von 190°. Bis der Kessel die Betriebstemperatur erreicht hat, ca 80° Wassertemperatur dauert es bei mir auch ca. 30 Min.

      Wenn ich mit Hartholz heize, habe ich nach dem Abbrand mindestens noch 1Std brauchbare Glut, so das ich den Kessel problemlos nachlegen kann. Event. zieht euer Kessel Falschluft. Eine Problemzone bei diesem Kessel sind die Dichtungen an den Abdeckblechen des Wärmetauschers die beim reinigen des Wärmetauschers entfernt werden müssen. Wenn hier ein kleines Stück fehlt ( brechen mit der Zeit ab) zieht er Falschluft. Diese Dichtungen habe ich schon öfters ersetzen müssen.

      Gruß aus der Eifel
      Buderus S161, 24kw
      2x1000l Puffer, 300l WW
      14m² Flachkollektoren
      200m² Altbau mit WDVS
      Ölheizung und Kaminofen als Reserve
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      • # 184769

      New

      Dies hier ist wieder ein schönes Beispiel für
      anmelden
      Problem beheben lassen
      und tschüß.
      Kein Danke, keine Rückmeldung nichts......

      Wir leben hier von Lösungen nicht von Problemen.

      wünsche allen eine gesunde, frohen Woche
      Gruß Gerd