Ständig Luft im Pufferspeicher

There are 17 replies in this Thread which was already clicked 13,445 times. The last Post () by Wilhelm.

  • Hallo zusammen,


    mein 80KW Vigas ist an einem drucklosem Pufferspeichersystem angeschlossen. Bei den Speichern handelt es sich um vier ovale Stahltanks (alte Öltanks) mit je 2000 Litern. Die Tanks sind in Reihe geschaltet.
    Als Ausdehnungsgefäß ist ein weiterer, nach oben offener, halbierter Stahltank oberhalb der anderen Tanks angeordnet. Alle Leitungen sind in 2 Zoll verlegt. Die Leitung zum Ausdehnungsgefäß hat um die 20mm.
    Somit haben die Speicher einen statischen Druck von rund 50cm Wassersäule.


    Am Kesselvorlauf habe ich einen automatischen Entlüfter angeschlossen. Die Heizungsanlage ist jetzt ca 6 Wochen in Betrieb und wird etwa alle 3-4 Tage gestocht.


    Wenn ich beim Stochen auf Temperaturen um die 70-75 Grad komme, dann ist der automatische Entlüfter ununterbrochen am pfeifen. Sobald die Temperatur weiter ansteigt hört er auf.


    Hat jemand eine Ahnung woran das liegen könnte???



    Gruss,


    Achim

  • Hallo Achim,


    grundsätzliche Frage: wie verträgt sich der geringe Vordruck von 0,05 bar mit dem Heizkreis? Verwendest du Wärmetauscher?


    Zum Problem: Ich denke dass dein Heizungswasser erst mal "ausgast".


    Frisches Wasser enthält einen hohen Anteil an Luft und anderen Gasen. Du kannst mit 20 Liter Luft pro m3 Wasser rechnen. Das bläst dann schon ordentlich am kleinen Entlüfterventil.
    Dazu hast du sehr wenig Vordruck im System, so dass sich das Heizungswasser, auch durch den offenen Ausgleichsbehälter mit großer Oberfläche, wohl auch wieder mit Luft anreichern könnte.


    Sollte es auch nach längerem durchgehenden Betrieb zu Dauerentlüftung kommen so handelt es sich eventuell um Microoblasen . Beim Erhitzen setzt sich Dampf an den sehr heißen Wandungen des Kessels ab, schau mal einen Kochtopf beim Erwärmen von Wasser zu, auch da bilden sich Blasen am Boden. Dafür gibt es eigene Abscheider zum Einbau in den Vorlauf.


    Nächste Frage: wie gründlich wurden die Öltanks gereinigt? Beim Abbau von Ölen und Fetten im Heizsystem bilden sich ebenfalls Gase. Das kann eine ganze Zeit andauern.


    Eventuell kann auch Pumpenkavitation oder minimale Undichtheiten an stark durchströmten Teilen zu Luftblasenbildung führen. Hier ist wieder geringer Vordruck der Luftblasenbildung förderlich.


    Jedenfalls musst du sicher stellen dass sich diese Luft nicht in die Heizkreise bewegen kann, sonst sind speziell Kupferrohre schnell "durch". Die langsam durchströmte Kuppel eines stehenden Puffers mit Entlüfter oben am Dom eignet sich normalerweise gut, ansonst eben Mikroblasenabscheider in richtiger Größe.


    Solltest du das Heizkreissystem über Tauscher getrennt haben ist das Problem wohl etwas geringer einzuschätzen, so lange du jeden Puffer und jede Hochstelle regelmäßig entlüftest.


    MfG HelHof

    Klimawandel: gibts seit 2.500.000.000 Jahren.
    Industrielle Revolution: gibts seit 250 Jahren.


    "Gut Holz" wünscht HelHof
    Vigas/Solarbayer 40 E

  • hmm, drucklos ist nicht problemlos :laugh:
    Ich hab unterhalb 0,5 Bar in der Anlage Kavitation von meiner Friwa Pumpe.


    Damit beim offenen System nicht immer wieder Luft aufgenommen wird, kippen viele bzw die meisten der wenigen, die das so betreiben, ne Ladung Öl (Speiseöl glaub ich) in den Ausdehnungsbehälter, so das auf dem Wasser eine ordentliche Schicht Öl schwimmt.


    Außerdem kannst du dir als Alternative dazu auch mal das Thema Ausdehnungsautomat für große Puffer durchlesen
    http://f3.webmart.de/f.cfm?id=…3457422&pg=1&r=threadview


    wenn der Direktlink nicht geht => Atmos-forum.de und in der Forumssuche nach "Ausdehnungsautomat" suchen, ein Beitrag vom USer ESBG

  • Das mit dem Speiseöl hört sich sehr gut an.
    Ich war schon am überlegen wie ich eine Teichfolie oder ähnliches darüber bekomme.


    Kannst Du mir sagen woher Du den Tip hast?


    Würde gerne genaueres wissen bevor ich da Mist baue.


    Aber erstmal Danke für den Tip.


    Gruss,


    Achim

  • In den offenen Ausgleichsbehältern (oft am Dachboden) hat man zugeschnittene Styroporplatten dazu verwendet. (Das hatte auch den Vorteil im Falle eines Frostes als "Feder" zu wirken.)


    Damit könntest du die freie Oberfläche schon mal um 95% senken. Dann müsstest du auch weit weniger Öl für die Ränder verwenden.

    Klimawandel: gibts seit 2.500.000.000 Jahren.
    Industrielle Revolution: gibts seit 250 Jahren.


    "Gut Holz" wünscht HelHof
    Vigas/Solarbayer 40 E

  • Ich fürchte nur, das Styropor auch auf dem Öl schwimmt ...


    vorher mit Metallplatte beschweren....
    das es nicht umkippt und das Gewicht versenkt wird aber auch nicht zu schwer ist .... das noch Öl reinpasst


    das wurde früher bei offenen ADG gemacht, die auf dem Dachboden saßen,
    soweit ich weiß war die Öffnung nicht so riesig, war ein 35L ADG


    Gruß Erwin

    Vigas 14,9 Bj 2006; LC von HB; Lufttrennung; Wirbulatoren; gr. BK; 2200l Puffer; FRIWA; Solar 44m² FK 39° Richtung Ost; UVR1611; ca. 300m² beheizt; WDVS seit 2006;
    Es wird täglich schwerer der Dümmste zu sein, die Konkurrenz wird immer größer!

  • Quote

    soweit ich weiß war die Öffnung nicht so riesig


    ich habe mich mit dem Thema nicht befasst, aber wenn das Loch nicht "riesig" genug ist, dann
    Braucht man ein Rohr (Wassersäule) dessen Volumen den des ausgedehnten Wassers entspricht ....


    Bei +200L muss schon riesig sein (Durchmesser 50cm Hohe fast 1m :) )..... oder ich verstehe nix vom Thema :S

  • Quote

    oder ich verstehe nix vom Thema :S


    Das was ich da gesehen hab war ein 35L ADG ...


    ergibt das jetzt für dich einen Sinn?


    um Mißverständnisse zu vermeiden werde ich es noch dazu schreiben


    Gruß Erwin

    Vigas 14,9 Bj 2006; LC von HB; Lufttrennung; Wirbulatoren; gr. BK; 2200l Puffer; FRIWA; Solar 44m² FK 39° Richtung Ost; UVR1611; ca. 300m² beheizt; WDVS seit 2006;
    Es wird täglich schwerer der Dümmste zu sein, die Konkurrenz wird immer größer!

  • Da bin ich wieder....


    ich fasse jetzt einfach mal alle Antworten zusammen:


    Um die Wärme in den Heizkreis zu bekommen verwende ich einen Plattenwärmetauscher.
    Habe mir ausgerechnet das ich für die insgesamt 360qm Wohnfläche mit einem B3-32-40 hinkomme.
    Im Moment sind aber nur 140qm bewohnt. Man kann am Wärmetauscher fühlen, das er nur zu einem drittel warm ist. Sollte also auch für alles reichen.


    Ich habe mal eine Plastiktüte mit einem Kabelbinder über den Entlüfter gezogen. Schätze mal, das wärend einmal durchheizen, also 8000 Liter von 40 auf 80 Grad, rund 5 Liter Luft entwichen sind. Also gar nicht so wild. Das Pfeifen hörte sich schlimmer an als es ist.


    Die genannten "Microblasen", bestehen die aus Wasserdampf? Dann würden sie sich doch irgenwann in "nichts" auflösen. Muss ich sie dann abscheiden?


    Die Reinigung der Tanks hab ich mit einem Hochdruckreiniger und ein paar Litern Spüli gemacht. In den ersten Tagen roch die entweichende Luft noch nach Heizöl, danach nicht mehr.


    Kavitation an den Pumpen wird hörbar, wenn ich bei heißen Puffern die Pumpen auf Stufe 3 stelle. Ansonsten nur Laufgeräusche, die ich als normal bezeichnen würde.
    Wie lange würde so eine Pumpe eigentlich bei Kavitation überleben? Ist die in ein paar Tagen hin oder erst in ein paar Jahren?


    Also mein Ausdehnungsgefäß ist ein aufgeschnittener Öltank. Oberfläche: 70cm breit und 2m lang.
    Da das Ding aber nur über ein dünnes, 2m langes, Rohr am restlichen System angeschlossen ist wird dadurch wohl nicht gleich mein ganzes Wasser mit Sauerstoff angereichert.
    Trotzdem werde ich die Tage mal Speiseöl reinkippen.
    In der Annahme, das eine 1cm dicke Schicht reicht sind das dann 15 Liter. Das ist finanziell vertretbar B)


    Gruss,


    Achim

  • Pumba schrieb:

    Quote


    Ich habe mal eine Plastiktüte mit einem Kabelbinder über den Entlüfter gezogen. Schätze mal, das wärend einmal durchheizen, also 8000 Liter von 40 auf 80 Grad, rund 5 Liter Luft entwichen sind. Also gar nicht so wild. Das Pfeifen hörte sich schlimmer an als es ist.


    Du hast kein Problem. :)


    Das ist höchstwahrscheinlich großteils noch immer die anfänglich im Heizungswasser enthaltene Luft. Bis zu 40 Liter pro Kubikmeter Wasser. Und in den Heizkreis kann sie ja auch nicht gelangen.


    Trotzdem würde ich den Microblasenabscheider empfehlen.


    Kavitation tötet die Pumpe nicht auf einen Schlag, sondern trägt Material am Laufrad und Körper ab. Wie lange das gut geht zeigt nur der Versuch. Sollst du aber auf jeden Fall vermeiden. Also größere, langsamlaufende Pumpe einbauen, bei bedarf Rohre saugseitig vergrößern.


    MfG
    Helhof

    Klimawandel: gibts seit 2.500.000.000 Jahren.
    Industrielle Revolution: gibts seit 250 Jahren.


    "Gut Holz" wünscht HelHof
    Vigas/Solarbayer 40 E

  • Hallo SGH,


    kein Silikonöl, sondern flüssige Vaseline. Silikonöl ist nicht wirklich bei Apfelwein zu empfehlen. ;)


  • Wie ich das gerade im Wikipedia gelesen habe ist Silikonöl (=Silikonflüssigkeit?) aber auch für Pufferspeicher nicht geeignet.


    Dort steht geschrieben:


    Wie alle Silikone sind sie sehr gut gasdurchlässig.


    Und das kann ich gerade gar nicht gebrauchen.


    Aber: Wenn es für Apfelwein nicht geeignet ist, und für Ausgleichsbehälter nicht geeignet ist, was soll man dann mit dem Zeug? :laugh:

  • Pumba schrieb:

    Quote


    Aber: Wenn es für Apfelwein nicht geeignet ist, und für Ausgleichsbehälter nicht geeignet ist, was soll man dann mit dem Zeug? :laugh:


    Türgummis im Auto behandeln :)


    Schmeiß eine zugeschnittene Styroporplatte möglichst dichten Materials rein, mit etwas Ballast beschwert, dann haste gleich mal 95% der Oberfläche weg. Möglicherweise löst das schon dein Problem.


    MfG Helhof

    Klimawandel: gibts seit 2.500.000.000 Jahren.
    Industrielle Revolution: gibts seit 250 Jahren.


    "Gut Holz" wünscht HelHof
    Vigas/Solarbayer 40 E

  • Hallo,
    Silikonöl dient z.B. als Wärmeträger bei Gefriertrocknungsanlagen, da der Temperaturbereich von -40°C bis 140°C ist. Es gibt da auch verschiedene Zusammensetzungen für andere Bereiche.


  • Hallo,
    Ich hatte vor 20 Jahren auch eine drucklose Anlage betrieben mit Pumpe und offenem Ausdehnungsgefäß.
    Bei Neufüllung war sicherlicht Luft im System. Die hat sich dann in den Heizkörpern abgesetzt. Wenn diese bei Bedarf
    entlüftet wurden war das Problem Luft gegessen. Hatte sonst nie Probleme. Ich würde die Variante von Helhof favorisieren.
    Styropurplatte so genau wie möglich eingepasst sollte klappen - ist billig und den Versuch wert.
    Auch wenn ich absolut kein ÖKO bin aber überlebe was im Falle einer Reparatur oder irgend eines unvorhersehbaren Ereignisses
    geschehen kann. Stelle Dir die Panscherei vor.
    Gruß Wilhelm

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!