Hallo Alle hier,
ich möchte mich kurz vorstellen: Mein Name ist Uwe, ich komme aus Südthüringen und möchte meine Ölheizung gegen einen Holzvergaser mit ausreichend und komfortablen Pufferspeicher austauschen. Dabei plane ich auf jeden Fall einen Holzvergaser anzuschaffen, mit dem ich Meter-Scheitholz brennen kann. Eventuell möchte ich den 20 Jahre alten Vaillant Öler (32 kW) noch als Backup behalten. Aber nun mal zu meinen ganzen Daten:
Durchschnittlicher Heizöl-Verbrauch mit WW über die Jahre 2008,2009 / 2009/2010 / 2010,2011: 3700l (Ausreiser 2010,2011 war sogar 4000l). Für 2011/2012 hab ich keine genauen Daten da mein 6000l Tank zu gut zwei Drittel leer ist und ich nicht vor habe Ihn wieder voll zu tanken.
Beheizte Wohnfläche insgesamt: 275 m2
Davon voll beheizte Räume (wie Wohnzimmer, Kinderzimmer, Bäder und Küchen): 162m2
Davon nicht voll oder nur zum Teil beheizte Räume (wie Schlafzimmer, Flure, Waschküche, Speisekammer und Speicher:) 112m2
Setzt man nun die nur zum Teil beheizten Räume mit der Hälfte an kommt man auf insgesamt: 218 m2.
Raumhöhe: rund 2m, da altes Fachwerkhaus.
Bausubstanz: 2 geschossiges Lehm-Fachwerk mit ausgebauten (3.) Dachgeschoss mit einer Grösse von 12m x 8m und einem geschossigen massiven Anbau von 6m auf 6m. Bis aufs Erdgeschoss (Oma) ist alles so nach und nach von innen mit Gipskartonplatten, Styropor, Steinwolle mit Dampfsperre und doppelt isolierverglasten Holzfenstern gedämmt worden (1991-1995). Im EG haben wir original Bausubstanz mit doppelten Kastenfenstern (1990)
Anzahl Personen: 6, Oma lebt im Erdgeschoss und wir (ich, meine Frau und 3 Töchter) bevölkern den Rest (1. OG und Dachgeschoss)
Heizlast: 20kW (selbst berechnet) oder 14,70 kW wenn man das Heizöl rückwärts rechnet mit der Schweizer Formel (siehe http://www.bosy-online.de/Heizlasten_in_Altbauten.htm bzw. http://www.bfe.admin.ch/php/mo…=de&name=de_419227968.pdf Beispiel D: 4000l * 10,57 kw/l * 0.8 Wirkungsgrad des Ölbrenners / 2300h )
Wäremebedarfsermittlung: Ich habe mal eine Wärmebedarfsermittlung selbst gemacht (nicht wirklich bis ins letzte Bit, wie auch bei einem 300 Jahre alten Haus mit Schrägen Wänden etc.) und bin so auf ca. 20kW gekommen. Damit habe ich auch meinen Hydraulischen Abgleich vorgenommen und der funktioniert super! Zumindest stimmen hier die Relationen zwischen den einzelnen Räumen.
Heizsituation: Weiterhin muss man sagen, wir heizen in “warmen Räumen” max. auf 19-20 Grad im Winter.
Vorlauftemperatur im Heizkreis: Ich habe beim Um- und Ausbau die Heizkörper nach und nach gegen vergleichsweise grosse Plattenheizkörper (Typ 22 in einem Fall sogar Typ 33, u.U sogar 2,60m bis 3,00m lang) ausgetauscht, so dass wir mit einem niedrigen Vorlauf max. so um die 45 Grad bei Normtemperatur fahren können. Das habe ich auch mit der alten Ölheizung in den letzten 3 Wintern getestet mit der Gefahr der Ölkesselversottung.
Nun möchte ich kurz meine Ideen für den Bufferspeicher und Holzvergaser vorstellen und bin sehr an Euren Meinungen interessiert. Eine Hydraulik habe ich noch nicht, aber ich habe mich schon mal ein bisschen mit der Thematik beschäftigt und viele Eurer Hydrauliken hier studiert und auch die im Prospekt von Solarbayer http://www.solarbayer.de/Hydraulikschemen.html.
So nun mal meine Gedankengänge: Die Idee ist bei Normtemperatur -16 Grad nur alle 2 Tage den Ofen anzubrennen. Da ich bei Normtemperatur einen errechneten Wärmebedarf von 20kW * 24h * 2 Tage habe, komme ich auf einen Energiebedarf von 960 kWh. Wenn ich jetzt den größten Vigas (80kW) nehme und mit mit einer Brenndauer von 4,5 h (wie im Datenblatt angegeben) rechne, komme ich aber nur auf 360 kWh. Das bedeutet , ich muss in 48h theoretisch 2,6 mal anbrennen, also alle 18h.
Ok Ihr werdet jetzt alle denken, man der Puffer muss ja riesig werden! - Ich habe aber auch den entsprechenden Platz. Dazu baue ich einen alten Stall, der direkt an das Haus grenzt um. Und ja, ich brauche auch einen Heizraum für Festbrennstoffkesselleistungen >50kW.
Wo ich ein bisschen Probleme mit meiner Rechnung habe, ist wenn ich die Sache vom Füllraum des HV aus betrachte: Wir haben beim Vigas 80, 480l Füllraum, das ist fast ein halber Ster Meterholz.
Wenn wie jetzt wie hier: http://www.tfz.bayern.de/sonst…mesp_scheitholzkessel.pdf von einem Energiegehalt von 15 % trockener Buche von 1890 kWh, einem Kesselwirkungsgrad von 90%, einer Füllraumauslastung von 80% ausgehen (1890kWh * 0,48 m3 * 0,9 * 0,8 = 653 kWh / Füllung). Das würde mich schon näher an mein Ergebnis bringen. Hab ich da jetzt was übersehen oder habe ich da anderweitig einen Knoten im Kopf?
Jetzt gibts da ja auch noch die Vigas 96kW http://www.orlanski.pl/orlan-super-96kw/ und 130kW http://www.orlanski.de/orlan-super-130-kw/ mit jeweils 605l Brennraumvolumen. Da würde ich schon näher an meinen Komfortfaktor von alle 2 Tage bei Normtemperatur heizen rankommen:
Kotly meinte auf Anfrage die Brenndauer ist 8h-12h, was ja ein bisschen weit gefasst ist.
96kW: Ich geh mal beim 96 kW von 12h aus 12h * 96 = 1152 kWh
Das bedeutet, ich würde meine 2 Tage bei Normtemperatur (960kWh) durchhalten und hätte sogar noch ein bisschen über.
130kW: Ich geh mal beim 130kW von 8h aus 8h * 130 = 1040 kWh
Das bedeutet ich würde meine 2 Tage bei Normtemperatur auch (960kWh) durchhalten und hätte sogar noch ein bisschen über.
Letzlich sind ja beide Kessel gleich (Füllraum) und müssten bei ähnlicher Beladung nahezu die gleiche Energie abliefern, der 96 kW Kessel brennt eben nur länger.
Laut orlankski.pl erfüllen aber beide die BImSchV nicht. Kann man das mit der FlammTronik hinbekommen oder darf ich dann so ein Teil überhaupt nicht in DE betreiben? Sprich der Schorni killt mich? Wobei meiner ganz relaxed ist bzw. war er, als ich Ihm mitgeteilt habe, was ich vorhabe.
Wenn man jetzt hier die ganze Sache wieder vom Füllraum aus betrachtet, kommt man auf folgende Werte: 1890kWh * 0,605 m3 * 0,9 * 0,8 = 823 kWh / Füllung
Also nochmal ein bisschen übersichtlicher:
kW h l kWh nach Brenndauer kWh nach Füllraum
Vigas 80 4,5 480 360 < 653
Vigas 130 8 605 1040 > 1040
Also irgendwas stimmt bei den Brenndauer Angaben beim Vigas 80 nicht so recht oder das Teil ist ein Holzvernichter?
Ich hoffe einer von Euch kann mich erleuchten.
Zum Puffer: Ich weis der Puffer muss zum Kessel passen und mindestens einen Abbrand komplett verdauen. Unter “Anleitung für Einsteiger: Planung einer Holzvergaseranlage” habe ich gelesen, dass man bei einer Temperaturdifferenz von 40 Grad (85-45 Grad) für 46,52 kWh 1000l Puffer braucht. (Danke an Spacy für die tolle Übersicht) - Sprich für meine hypothetischen 960 kWh brauche ich bei einer Vorlauf-Temperatur mindestens 20.000 Liter.
Bei einer vom Heizölverbrauch abgeleiteten Heizlast von 14,7 kW * 48h = 705 kWh / 46,52 kW = 15.000 Litern sieht das schon wieder besser aus. Wobei die 5000 l hin oder her machens dann auch nicht mehr aus.
Was meint Ihr zu meinen Plänen? Ich möchte soviel wie möglich selber machen. Ich habe Zeit, alles in Ruhe zu planen. Parallel dazu muss ich auch den Stall komplett zum Heizraum umbauen. Ich hatte schon ein paar HB da, die aber auf meine Vorstellungen nicht wirklich eingegangen sind.
Die dringenste Frage, die mich im Moment beschäftigt ist, welchen HV werde ich anschaffen müssen. Letztlich leiten sich davon wieder alle baulichen Massnahmen wie Schornstein, Heizraum und die Buffergrösse für den Abbrand davon ab.
Gruss Uwe