Rohrmaterial wird bestellt

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  • Hallo Experten,
    ich bin im Moment dabei mir das Material für meine Kessel- und Heizungsverrohrung zu bestellen. Dabei stoplerte ich über die Bezeichnung 90° Winkel und 90° Bogen bei den Fittings. Kann mir jemand erklären, was der Unterschied ist? Soll ich Bögen oder Winkel nehmen? Am Kesselausgang möchte ich einen Automatikentlüfter einbauen. Welchen könnt ihr mir empfehlen? Da die Puffer jede Menge Anschlüsse haben, benötige ich eine Menge Blindstopfen. Ich habe verzinkte im netz entdeckt. Kann man diese verwenden? Als Kesselverrohrung möchte ich CU 42x1,2 verwenden, welches wir verlöten. Innen müsste es dann knapp 40mm haben. Ist das ausreichend für den Vigas 40kW? Für den Heizungskreis vom Puffer zur Umwälzpumpe und evtl. zur Friwa würde ich 1"-Rohr nehmen. Reicth das ebenfalls?
    Eine Handskizze zur Installation möchte ich demnächst auch hier einstellen.
    Sorry, wegen der vielen Fragen.


    Danke und Grüße


    Thomas

  • Hallo,


    Ein Winkel hat einen größeren Widerstand (weil kürzer um das Eck herum)
    Bei einem Bogen ist der Widerstand kleiner.
    Hoher Widerstand muss mit mehr Pumpenleistung der Umwälzpumpe nachher im Betrieb ausgeglichen werden.
    Die Förderleistung einer Pumpe ist direkt vom Druck abhängig!
    Das ganze geht auch nicht linear, sondern der Leistungsbedarf geht mit dem Quadrat des "Widerstandes" in die Rechnung ein.
    Datenblatt der Pumpe beachten.


    Keine verzinkten Rohre! Besonders keine Kupfer-Zink-Mischverrohrung!


    Zur Rohrgröße/Druckverlust etwas:
    Richtwerte für Druckgefälle im Rohr bei Pumpen-Warmwasserheizungen:
    R = 0,5 mbar/m ... R = 3 mbar/m (entspr. 50 Pa/m ... 300 Pa/m) (R= in etwa Druckverlust)
    Auszug von : http://www.bosy-online.de


    Um die Druckverluste möglichst klein zu halten sollte die Strömungsgeschwindigkeit im Rohr bei Vollast
    im Bereich von 0,4...1,0m/sek liegen.


    Bei 40kW Nennleistung musst Du 4299Ltr./h bei 72/80°C Rück/Vorl. umpumpen.
    Wenn Du 42 mm Cu nimmst hast Du einen Innendurchmesser von 39 mm.
    Dabei stellt sich eine Strömungsgeschwindigkeit von ca. 1m/sek ein.
    Du liegst also dabei schon hart an der Grenze. Reserven sind da keine mehr drin.


    Hier ist eine Excel Datei zum selbst rechnen:
    http://www.holzvergaser-forum.…0/&postID=57523#post57523


    im Rechenblatt "Fördermenge"
    (11)


    mfg
    HJH

  • Hallo Thomas,
    bin zwar kein Experte...
    Winkel hat einen kleinen Radius(passt in ne enge Ecke), höherer Strömungswiderstand, Bogen hat nen größeren Radius, geringerer Strömungswiderstand => zur Verrohrung Bogen benutzen.


    Zum Entlüfter: such mal nach Spirovent, gibts auch von anderen Herstellern.


    Bei Kupfer kein verzinktes Material benutzen. Schwarze Fittings sind auch noch etwas günstiger als verzinkte.


    Dimensionierung der Rohre: Kesselkreis sollte passen (SB schreibt mindestens 1 1/4"), für den Heizkreis mal bei den schon vorhandenen? Rohren messen. ( Maße von Rohren bei Wikipedia, Nennweite) FriWa sollte passen, evtl. auch 3/4" abhängig von der erforderlichen Leistung.


    Viele Grüße
    Wolfgang

  • Hallo,
    danke für Eure Unterstützung. Ich denke, dass die Leute hier alle mehr Experten bzgl. HV sind als die meisten Heizungsbauer. Wenn 42er zu knapp ist, müsste ich 50 bzw. 54 Außendurchmesser wählen. Ist das dann nicht etwas übertrieben?
    Ich werde als Fittiings Bögen bestellen. Ich möchte zwischen den 4 Puffern je einen Schieber vorsehen und am Kessel noch einen je im VL und im RL. Macht das Sinn und welche Schieber würdet ihr nehmen, die müssen ja auch die Temperatuer abkönnen?
    Es ist noch kein Heizkreis vorhanden, da der Vorbesitzer nur mit Einzelöfen geheizt hat. Es ist ein Altbau BJ1855, welcher in den 1970er Jahren aufgestockt und etwas umgebaut wurde. Das Haus ist über 20m lang und ca. 7m tief mit 2 Geschossen, wobei die nutzbare Wfl. bei ca. 180 - 200 qm liegt.
    Wie lege ich die Umwälzpumpe für die Heizung aus? Welche Pumpe könnt ihr empfehlen? Ich plane Wandheizung und FBH.


    Kann mir jemand einen Internetshop für das ganze Material empfehlen?


    Besten dank im Voraus,
    und freundliche Grüße


    Thomas

  • Hallo Tomas,
    hast Du keinen Händler in der Nähe wo im Voraus ein vernünftiger Preis ausgehandelt werden kann.
    Kannste zum Ende hin auch einfach mal tauschen oder zurückgeben.
    Meistens haben die Verkäufer auch noch Ahnung von dem ganzen und können dich effektiv beraten.
    Gruß Günny


  • Wenn 42er zu knapp ist, müsste ich 50 bzw. 54 Außendurchmesser wählen. Ist das dann nicht etwas übertrieben?


    ist dein risiko - vielleicht klappt's oder eben nicht.
    rechen mal die mehr kosten aus alles in 42er oder alles in 50/54 oder erst 42er und dann feststellen 'ist doch zu knapp'.




    Ich werde als Fittiings Bögen bestellen.


    Fitting's ist der 'Sammelbegriff' dazu zählen unteranderem bögen, winkel, T-Stücke, Rez-Stücke, Stopfen, Muffen .....


    wenn du Kupfer nimmst, kannste die bögen auch selber biegen!?



    Ich möchte zwischen den 4 Puffern je einen Schieber vorsehen und am Kessel noch einen je im VL und im RL. Macht das Sinn und welche Schieber würdet ihr nehmen, die müssen ja auch die Temperatuer abkönnen?


    Es ist noch kein Heizkreis vorhanden, da der Vorbesitzer nur mit Einzelöfen geheizt hat. Es ist ein Altbau BJ1855, welcher in den 1970er Jahren aufgestockt und etwas umgebaut wurde.


    ich finde das macht durchaus sinn, unterbrechen(schieber etc.) würd ich das ganze an den puffern - HK, HV und jeden puffer einzeln.
    warum solltest du etwas einbauen was die temperatur nicht aushält?!


    gruss mattes

  • Hallo,
    danke für die Rückmeldungen. Ich habe jetzt mal im Netz nachgeschaut, was das Rohr und Zubehör in 54mm kostet. Ist nicht billig. So ein Absperrschieber in 2" kostet gleich mal 77€. Wenn ich 5 Stck. verbaue bin ich bei 385€ plus die Ü-Nippel (54mmx2") 2x für jeden Schieber je 20€ gibt 200€ für die Nippel. Der Spirovent in 11/2" kostet 144€. Da habe ich noch kein Rohr gekauft und schon fast 730€ los.
    Mir ist schon jetzt schlecht. Da kommen ja Tausende von Euros zusammen. Ich stehe noch etwas unter Schock.
    Welche Entlüfter nimmt man an den Pufferspeichern?


    Quote

    Bei 40kW Nennleistung musst Du 4299Ltr./h bei 72/80°C Rück/Vorl. umpumpen.
    Wenn Du 42 mm Cu nimmst hast Du einen Innendurchmesser von 39 mm.
    Dabei stellt sich eine Strömungsgeschwindigkeit von ca. 1m/sek ein.
    Du liegst also dabei schon hart an der Grenze. Reserven sind da keine mehr drin.


    HJH: Warum müssen die 4299l in eienr Stunde umgepumpt werden? Wie kommst Du auf die 1m/sek? Könntest Du mir bei der Berechnung bitte auf die Sprünge helfen, damit ich es nachvollziehen kann?
    Vielen Dank und freundliche Grüße


    Thomas

  • Hallo,


    Um 1 Ltr. Wasser von 14,5°C auf 15,5°C (delta deta=1°K) zu erhitzen benötigt man
    1 kcal oder nach neuer Maßeinheit 1/860=0,001163 kWh.


    Delta deta ist der Temperaturunterschied gemessen in °K (Kelvin)


    Die Formel um eine Wärmemenge darzustellen ist damit
    kWh= delta deta x Wassermenge in Litern x Faktor 0,001163 x Wärmespeicherfähigkeit (Wasser=1)


    Zum rechnen muss man einige Daten annehmen:
    1. Dein HV erzeugt ca. 40 kW. (Ist natürlich nicht konstant)
    2. Dein delta deta (Temperaturunterschied) zwischen dem was in den HV reingeht
    (Rücklauf 72°C) und dem was aus dem HV rauskommt (Vorlauf 80°C) ergibt sich damit auf 8°K. Ändern sich Vorlauf und Rücklauftemperatur ändert sich natürlich auch delta deta.
    3. Faktor 0,001163 ist der Umrechnungsfaktor und bleibt konstant.
    4. Die Wärmespeicherfähigkeit für Wasser wird auch als konstant „1“ angenommen. Bei Solarflüssigkeiten muss hier ein vom Hersteller angegebener Wert eingesetzt werden.
    5. Jetzt fehlt noch die Wassermenge in Ltr. bzw bei einer Pumpe in Ltr./h.


    Will man jetzt die eingespeicherte Wärmemenge wissen dann ergibt sich bei 1000Ltr. Speicher:
    (80-72°C) x1000 x 0,001163 x 1 = 9,304 kWh


    Wenn das alles in 1 Std. passiert dann hast Du mit einer Leistung von 9,304 kW 1000 Ltr. Wasser von 72°C auf 80°C erwärmt. Man könnte auch sagen Du hast statt einem Speicher mit festem Inhalt einen Pumpendurchfluss von 1000Ltr Wasser pro Stunde gehabt.


    Diese Formel kann man natürlich auch umstellen und damit ergeben sich die von mir genannten Werte.


    In dem Excel Rechenblatt kann man eigentlich ALLE Werte nachvollziehen da nichts geschützt ist.


    Die Durchflussgeschwindigkeit von 1 m/sek. ergibt sich aus Erfahrungswerten aus dem Heizungsbau.
    (entsprechende Datenquellen sind in dem Excel Rechenblatt angegeben)


    Je größer Du die Durchflussgeschwindigkeit machst um so größer werden Deine Druckverluste und um so größer muss Deine Pumpe sein, leider nicht linear sonder quadratisch.


    Deshalb mit der Durchflussgeschwindigkeit unten bleiben.


    Die Pumpe muss man natürlich auch nach der Durchflussmenge auslegen, da reicht keine 08/15 Pumpe mehr aus!


    Warum nimmst Du 40 kW Leistung bei Deinem HV? Ist Dein Haus so groß?


    (179)


    Mfg
    HJH

  • Hallo HJH,
    Danke für die Ausführungen. Ich muss mir das Excel-Sheet mal genauer ansehen. Ich habe 40kW genommen, da das Haus über 20 lang und 7 m tief ist. Wenn ich später noch den Dachboden ausbaue, dann werde ungefähr 250qm Wfl. haben. Das Haus besteht zum größten Teil aus 50-60cm Bruchstein und ist im Moment nicht gedämmt. Dämmung ist aber geplant. Im Moment wohne ich noch nicht dort, bin immer noch am renovieren.
    ich möchte später VWS anbringen, und zwar 10-12cm. Ich denke 40kW sind da angebracht, oder?



    PS: Welche Entlüfter empfiehlst Du oben auf die Puffer?


    Danke und Gruß


    Thomas

  • Hallo,


    Man kann natürlich immer zu und ab tun.


    Nimmt man einen kleinen HV muss man oft nachlegen, Du wirst zum Sklaven Deiner Heizung.


    Nimmt man einen großen HV dann ist evtl. Nachlegen nur einmal am Tage angesagt man muss aber dann alles auf den großen HV auslegen.
    Du musst ja die erzeugte Wärme irgendwie weg bekommen.
    Wenn Du Deinen Speicher auch unten auf 80°C geladen hast, du aber noch Brennstoff im Kessel hast muss die Wärme ja irgend wo hin.
    Bei einer zu kleinen Pumpe steigt sofort auch die Vorlauftemperatur bis in den Bereich der Begrenzung, dann steht das Ding.
    Ist die Pumpe groß genug kannst Du auch mit kleinerem Temperaturunterschied aus dem HV fahren.
    Ich habe dazu nicht nur die Rücklaufanhebung eingebaut sondern auch zusätzlich eine Vorlauftemperaturregelung.
    Diese Regelung fährt nur in den Speicher wenn auch die Vorlauftemperatur einen einstellbaren Wert (ca. 78°C) erreicht hat


    Immer bezogen auf kalte Wintertage!


    Ich habe einen 14,9 kW HV mit 2000 Ltr. Speicher.
    Da muss ich schon im Winter 3-4 mal nachlegen und der Speicher ist morgens leer.
    Dafür liegen Rohre und Pumpen im normal bezahlbaren Bereich.


    Den 14,9 kW HV habe ich aber genommen weil ich mir das dauernde Messen des Schornsteinfegers ersparen wollte.
    Für die, welche jetzt erst einen HV bauen wollen ist das ja vorbei.
    mfg
    HJH

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