Planung Heizanlage für sanierten Altbau

There are 10 replies in this Thread which was already clicked 5,946 times. The last Post () by alexondesk.

  • Hallo liebes Forum!


    Seit einiger Zeit bin ich bei der Planung einer Heizanlage für meine Hobbylandwirtschaft.
    Erstmal möchte ich mich bedanken, dass es dieses Forum gibt und ich mir schon sehr viele nützliche Hinweise herausholen konnte!


    Aber gleich zu den Facts:


    Gebäude:
    Bauernhaus, 400 Jahre alt, Bruchsteinmauerwerk mit Wärmedämmung;
    Wohnfläche: ca. 250 m² verteilt auf 3 Geschoße, kein Keller;
    Gebäudeheizlast: 10,6 kW (selbst berechnet, werd später mal die U-Wert-Berechnung der einzelnen Bauteile und die Gesamtheizlastberechnung hier reinstellen);


    Rahmenbedingungen:
    2 ha Mischwald
    Gute Ausrüstung, Eigenwerbung


    Derzeitige Heizung:
    - Zentralheizung Öl
    - Kachelöfen im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß
    - 10 m² Sonnenkollektoren (leider für die Wintersaison zu flach montiert)


    Sollzustand:- Ersetzen der Ölheizung durch einen Holzvergaser
    - Komfortausführung, in jedem Fall muß 1x heizen pro Tag ausreichen (auch ohne Kachelöfen)



    So, nun zu meinen Berechnungen: :whistle:


    Gebäudeheizlast x 24h + Personen x Warmwasserenergiebedarf = Gesamtenergiebedarf/Tag
    10,6 x 24 + 4 x 2 = 262,4 kWh/d


    Holzvergaser
    Die Energie sollte mit einer Brennraumfüllung (ohne Nachlegen) erzeug werden können:


    Energieinhalt einer Kesselfüllung:


    Füllraumvolumen - L
    Umrechnungsfaktor Schicht- auf Festmeter nach dem Einschichten - 0,5
    Rohdichte Holz (Mischwert Nadel- und Laubholz) = 0,77
    baumartenunabhängiger Heizwert = 3,62
    Anlagennutzungsgrad = 0,8


    Bei dem derzeit favorisierten Fröling S3 Turbo 36 wären 210 L Füllraumvolumen anzunehmen:
    210 L x 0,5 x 0,77 x 3,62 x 0,8 = 234,14 kWh (Mischholz)
    Wenn ich bei Normtemperatur (-15°C) nur Laubholz heize:
    210 L x 0,5 x 0,91 x 3,62 x 0,8 = 276,71 kWh
    Für Nadelholz : 191,57 kWh


    Brenndauer:
    (Ich berechne Normtemperatur, daher Nadelholz)


    Energieinhalt einer Füllung / Kesselleistung = Brenndauer
    276,71 kWh / 36 kW = 7,67 h



    Pufferspeicher
    Nach den Pi mal Daumen-Berechnungen hier im Forum sollte ein Puffer mit 4000 L ausreichend sein (36 kW Kesselleistung).


    Nutzbarer Energieinhalt des Pufferspeichers:
    Volumen = 4 m³
    angenommene Spreizung: 90° - 40°
    spez. Dichte bei 40°: 992,21
    spez. Dichte bei 90°: 965,3
    Energieinhalt / kg: 4187 Ws
    40°C = 313,15°K
    90°C = 363,15°K


    Energieinhalt bei 40°C:
    4 m³ x 992,21 x 4187 x 313,15 = 5203780484 WS = 1445,49 kWh
    Energieinhalt bei 90°C:
    4 m³ x 965,3 x 4187 x 363,15 = 5870989544 WS = 1630,83 kWh


    Die Differenz ergibt also bei dieser Spreizung einen nutzbaren Energieinhalt von 185,34 kWh


    In der Zeit, in der das Holz verbrannt wird, verbraucht das Haus Energie, der Rest muss in den Puffer:
    Energieinhalt einer Füllung 276,71 kWh - Brenndauer 7,67 h x Gebäudeheizlast 10,6 kW = 195,24 kWh


    :huh: also noch größer dimensionieren (4500 L) oder reicht das???


    Derzeit favorisierter Puffer:
    Solarenergiespeicher PINK 4000 SL mit SOLVIS Schichtladesystem
    Informationsblatt PINK 4000 SL


    Hier gefällt mir das Solar-Beladungssystem am besten!



    Trinkwasser


    Frischwasseraufbereitungssystem (ev. von PINK)



    Steuerung


    Anforderungen:
    Innen- und Außentemperatur geführt
    3 Heizkreise - Radiatoren, je Geschoß: Steuerung von Pumpen und Mischer
    1 Heizkreis - Fußbodenheizung (in 2 Geschoßen, Küche und Bäder): Steuerung von Pumpe und Mischer


    Weiterbenützung der vorhandenen Solar-Steuerung


    Hab mich da noch nicht genauer informiert, jedoch viel Gutes über die UVR1611 gehört, die Kosten (ca. € 450,00) schrecken mich auch nicht ab!



    Verrohrung:


    ev. C-Press



    nächste Schritte:


    Erstellung Hydraulikplan, Auswählen der Steuerung, Brennholz werben ;)



    Kalkulation:


    Ich will den Umbau in 2 Schritten durchführen (um nicht die Bank zu sehr zu füttern ;) ).
    Erst einen gebrauchten Holzkessel (muss dann nicht zwingend ein Vergaser sein), Puffer, Frischwasserstation, Pumpen, Steuerung usw. neu.
    Erst in ca. 5 Jahren soll der neue Holzvergaser angeschafft werden (Ersparnis durch wegfallende Öl-Kosten ca. € 1.200 bis € 1.700 pro Jahr).


    Die Berechnungen wurden auf Grundlage der Anleitungen hier im Forum
    Anleitung für Einsteiger


    und der sehr nützlichen Broschüre
    Marktübersicht Scheitholzkessel


    durchgeführt!



    So, das wars mal fürs Erste, freu mich schon auf Eure Anmerkungen, Anregungen, Kritik, usw. !!!


    Warme Grüße!

  • Hallo ...??


    Ich habe nun nicht deine Rechnung kontrolliert aber ich würde bei deinen
    Wünschen(einmal am Tag heizen bei 250 qm Altbau isol.)lieber auf den 45 KW S3 gehen...kostet 300 .- mehr und bietet mehr Sicherheit,daß du dein Ziel erreichst..auch beim Puffervolumen würde ich erhöhen
    denn wenn's richtig kalt wird ,könnten deine errechneten 4000 Liter auch knapp werden(jedenfalls mit einmal heizen,was bei - 20 Grad dann auch knapp wird)denn es ist eh alles theoretisch...es gibt noch viele kleine Faktoren...Holzfeuchte..Einschichtung(Holz)
    Hohlbrand Holzart..etc die einen errechneten Wert /Wünsche schnell über den Haufen werfen.. ;)
    Kurz mind. 45 Kw mit 6-7 tsd Liter Puffer..= mehr Komfort
    In den nächsten 5 Jahren willst du einen gebrauchten Kessel als Überbrückung einbauen
    Ich weiß ja nicht ,wo du wohnst(in D oder Ö)aber hier in D mußt du die neue bimschv erfüllen
    was bei älteren Kesseln zu einem Problem werden könnte..bitte bedenken !
    Und immer schön den schwarzen Mann fragen,um unangenehme Überaschungen zu vermeiden...


    Gruß Holger


    EDIT..Ein Teil hat sich erledigt..da war Stefan schneller :lol:

    Gruß


    ------------------------------------------------------------------------------


    Attack 45 Profi mit Lambdasteuerung
    5600 Liter Puffer

  • Servus Stefan,


    danke für das Kompliment, aber ich muss das gleich an dieses Forum im Gesamten weitergeben!
    Es wird zwar noch ein Weilchen dauern, biss ich alle für mich relevanten Tipps und Informationen gelesen habe,
    aber ich bin guter Hoffnung, dass ich hier drin alles find, was ich für mein Projekt brauch! Respekt!


    Im Übringen:
    Ich bin der Harald aus Salzburg!


    Es gibt in Österreich laufend Stückholzkessel aber auch Holzvergaser zwischen 5 und 10 Jahre alt, so von € 500,00 bis €1.500,00!
    Und ja, ich fahr da ebenerdig rein!


    Die Entscheidung über den Holzkessel fällt erst, nachdem ich eine ordentliche Stückliste, die verschiedenen Modelle und Komponenten noch einmal verglichen, und einen klaren Überblick über die anfallenden Kosten habe.


    Derzeit rechne ich eben mit ca € 15t Obergrenze und weiß noch nicht, wie weit ich die Kosten nach unten bringe.
    Hab da den Tick, dass ich immer das Beste will ;)


    Und vielen Dank für die nette Begrüßung!


    schöne Grüße, Harald

  • Hallo Alex,
    du hast ja schon alles soweit super errechnet. :)
    Vieleicht solltest du bei der Heizlast einen Zuschlag geben. So habe ich es jedenfalls ,glücklicherweise, getan. Immer den schlechtesten Fall annehmen, zum Beispiel es wird wesendlich mehr für gute Lüftung eines Altbaues benötigt.
    Für meine Berechnung fielen rechnerisch ca 14 KW an, 18 habe ich angenommen und liege damit, in der Praxis, etwa richtig .


    Das mit dem später mal einen neuen HV zu kaufen würde ich noch einmal überdenken.
    Ob so etwas vernünftig ist kann ich nicht sicher beurteilen:


    http://www.ebay.de/itm/VERNER-…izung&hash=item337e157cc7


    Bevor du etwas derartiges einkaufst den Schorni ansprechen und auf die Werte achten Abnahmeprotokoll sonst spielt der Schorni bestimmt kaum mit.
    Der Schorni ist eh der wichtigste Mann in deiner Planung, den würde ich so früh wie möglich konsultieren.


    Vor genau dem selben Problem, wie du jetzt, stand ich vor einem jahr auch. Ich habe mich zu einem Kompromiss entschieden und bin bislang recht gut damit gefahren. Wohl habe ich meinem HV zusätzlich eine Lambdaregelung gegönnt. Das war recht einfach umzusetzen ohne besondere Werkzeuge ,Brennerei oder Schweißerei.
    Sehr wichtig ist die BImSchV einzuhalten Stufe 1 ab 22.3.2010 Staub 0,1 g/m³ CO 1,0 g/m³
    ab 31.2.2014 Stufe 2 Staub 0,02 g/m³ CO 0,4g/m³


    Mich hat man mehrfach mit der Aussage der HV genüge den Anforderungen der BImschV zu täuschen versucht. Also Vorsicht diese Händler bezogen sich auf tabelle 2, diese trifft für bestehende Anlagen zu. Also unbedingt das zertifikat vorab anfordern und darauf achten das es auch wirklich der Kesselleistung entspricht, da versuchten auch einige zu tricksen.


    Wie krass das bei einem Gebrauchten wird entscheidet faktisch der Schorni. Gibt er dir freie Hand und misst dann den Kessel kaputt ist dein Geld wohl weg.


    Diese Werte müssen in der Praxis erreicht werden. Die vom Hersteller ermittelten Werte sind unter sehr günstigen Verhältnissen erreicht worden. Ob diese in der täglichen Praxis erreichbar sind?


    Ich denke dein Vorhaben will bezüglich einiger Risiken wohl überlegt werden. Da kann dir niemand deine Entscheidung erleichtern.


    Ralf

    Attack SLX 35 Profi. 3000-Liter Puffer. Buderus Ölkessel 40 KW. [lexicon]Laddomat[/lexicon] 78° Patrone. 310m² beheizte Fläche, freistehendes verwinkeltes Gebäude nach EneV 2009 gedämmt. WW mit Boiler und Zirkulationspumpe.

  • Das geht ja schnell hier mit Beiträgen :cheer:


    @holger:


    Über die gesetzlichen Regelungen hier muss ich mich noch erkundigen, danke für den Hinweis!


    Die Vorgabe "einmal einheizen ohne Nachlegen" zielt natürlich ganz klar auf den Komfort ab.
    Als weitere Informationen muss ich noch anmerken, dass wir ja 2 Kachelöfen (6 kW und 8 kW, soweit ich mich erinnern kann) haben,
    die bei Minusgraden sicherlich beheizt werden.
    Wenn wir nicht selbst heizen können (Krankheit, Urlaub, was auch immer) brauchen wir sowieso fremde Hilfe für unsere Tiere
    und diese Hilfe soll mit einmal Heizen das Haus warm halten können (da reichen dann auch 18 oder 17°C ...)


    Wie siehst Du die Dimensionierung unter diesem Gesichtspunkt?


    Mit dem schwarzen Mann, der in meinem Fall ein unglaublich hilfsbereiter und höflicher ist, habe ich schon Kontakt,
    jedoch noch nicht über einen alten Stückholzkessel gesprochen!


    Danke und schöne Grüße
    Harald

  • Hallo,


    du hast anscheinend genug Pulver zur Hand...
    der Puffer ist recht nett, aber was kostet der ? zuviel jedenfalls
    das Schichtrohr kann man auch außen anbauen wenn der Puffer genug Anschlüße hat... dann geht die leere Büchse
    ich bin am Überlegen ob ich das nachträglich mache, aber der Aufwand ist nicht ohne


    hast du bei Nadelholz den erhöhten Energiegehalt berücksichtigt?
    überlege dir wieviel mal es in den letzten 10 Jahren bei euch wirklich sehr kalt war und ob man da nicht einmal Nachlegen in Kauf nehmen kann für die paar Tage!


    doppelt kaufen ist rausgeschmissenes Geld,
    hast du FuBo oder HK..? danach ändert sich deine Rechnung gewaltig


    Schorni ist angesprochen
    alles andere auch schon


    Solar zu tief? ... studier mal Einstrahlungskarten für November und Dezember, da kommt 1/20 vom Sommer, dann denk weiter


    Gruß Erwin

    Vigas 14,9 Bj 2006; LC von HB; Lufttrennung; Wirbulatoren; gr. BK; 2200l Puffer; FRIWA; Solar 44m² FK 39° Richtung Ost; UVR1611; ca. 300m² beheizt; WDVS seit 2006;
    Es wird täglich schwerer der Dümmste zu sein, die Konkurrenz wird immer größer!

  • Hallo,


    Hier hast du was zum lesen und rechnen:
    http://www.holzvergaser-forum.…6/&postID=60971#post60971


    Das sind 2 pdf Dateien über meine Ansicht beim Kauf meines Holzvergasers und über solare Wärmeerzeugung, Schichtspeicher.....


    Dann zip Dateien (entpacken und in Excel öffnen) über die Auslegung von Rohrleitungsquerschnitten (Fördermenge.zip)
    und Bestimmung der Holzvergasergröße und Speichergröße in Abhängigkeit des Jahresenergieverbrauches. (Heizleistung.zip)


    Deine Annahme 40°C zu 90°C wird mit 90°C nicht hinkommen, hier solltest du lieber 80°C nehmen.
    Bei 37 kW muss man auch mehr als 1x auflegen (siehe Vorredner), besser 50kW.
    4000 Ltr. Speicher wird gerade so passen.


    mfg
    HJH

  • Hallo Harald,
    du hast kein Problem !
    Der s3 45KW kostet im Preisvergleich 7,5T€. bleiben noch einmal 7,5T € zur Verfügung für Material. und Arbeit? Es muss doch nicht immer das teuerste sein, oder. Leere Dosen als Puffer tun es genauso gut.
    Kannst du selber installieren? Auf Ebay findest du zahlreich Händler, auch mit Kenntnissen.
    Dann kannst du mit Sicherheit doch direkt eine vernünftige Anlage erstellen. Dir möglichen Ärger ersparen.
    Das ist kein Hexenwerk. Alles hier im Forum erlernbar durch lesen, Erkenntnisse der Risiken sammeln.
    Meine Anlage hat komplett ca. 6000,-€ Materialkosten inkl. Kessel verursacht.
    Rechnen kannst du, logisch denken wohl auch und , wenn du Landwirtschaft betreibst hast du sicher auch gesunde Hände. :)


    Dann treibe deine Planung vorwärts.
    Und bitte, vergesse deine Kachelöfen, die sehen sicher schön aus, doch nicht in der Planung.


    Ralf

    Attack SLX 35 Profi. 3000-Liter Puffer. Buderus Ölkessel 40 KW. [lexicon]Laddomat[/lexicon] 78° Patrone. 310m² beheizte Fläche, freistehendes verwinkeltes Gebäude nach EneV 2009 gedämmt. WW mit Boiler und Zirkulationspumpe.

  • Vielen Dank für die vielen Hinweise, damit hab ich nicht gerechnet!


    Ich war der Meinung, ich hab schon groß genug dimensioniert, bin ja bei meinen ersten Überlegungen mal von 25 kW Kesselleistung ausgegangen!
    Werd erstmal 20% Sicherheitsaufschlag oben draufpappen ...


    @ HJH:
    Was ich nicht ganz versteh: warum kann ich den Puffer nicht bis 90°C laden sonder soll von 80°C ausgehen???


    schöne Grüße
    Harald

  • Hallo,


    Lies doch mal die pdf Datei "Holzvergaserkauf"


    mfg
    HJH

  • Liebe Forums-User,


    wäre für Eure Erfahrungen betreffend HV-Vorwärmung & Rücklaufanhebung dankbar!


    - Wenn Puffer oben wärmer als HV, dann "Modus Vorwärmung"
    - Wenn Puffer kälter als HV, dann kleiner Kreislauf, Rücklaufanhebung


    Als Steuerung soll die UVR1611 dienen.


    Danke und warme Grüße
    Harald

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