Holzvergaser-Anlage für Waldbauernhof planen

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  • Liebe Forumsmitglieder,


    als neues Mitglied möchte ich mein Projekt & meinen bisherigen Planungsstand vorstellen und hoffe dabei auf Anregungen, Unterstützung und Schutz vor allzu kapitalen Fehlern.


    Meine Famile und ich (6 Personen) besitzt einen kleinen Waldbauernhof mit eigener Wasserversorgung (Quelle); der nächste Nachbar ist ca. 2 km entfernt. Ich bin entschlossen, die Ölheizung gegen einen Holzvergaser zu tauschen, nachdem ich jetzt 2 Jahre lang umfangreich saniert & ausgebaut habe. Es sind nun ca. 360 qm Wohnfläche, um die Dimensionen besser einschätzen zu können, habe ich einmal den Auszug der aktuellen Wärmebedarfs-Berechnung angehängt, die ich im Zuge der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen habe machen lassen, angehängt:



    Gebäudenutzfläche : 420,7 m²


    Solare Wärmegewinne : 7.794,63
    Transmissionswärmebedarf : 33.782,47
    Lüftungswärmebedarf :
    Heizwärmebedarf : 79,18
    Interne Wärmegewinne : 13.013,14
    Heizwärmebedarf : 33.310,86 kWh/a
    Wärmebedarf
    Endenergiebedarf : 64.555,90 kWh/a
    Warmwasserenergiebedarf : 7.604,81 kWh/a
    Heizenergiebedarf : 56.105,49 kWh/a
    Endenergiebedarf : 153,45 kWh/m²a
    Heizenergiebedarf : 133,36 kWh/m²a


    Ebenfalls anliegend habe ich meine Rohrnetzberechnung und den Grundriss des Kellergeschosses, falls jemand tiefer einsteigen möchte...;-)


    Geplant habe ich einen Holzvergaser mit ca. 50-60 KW und etwa 4.000 Liter Speichervolumen. Unser Quellwasser würde ich gern über eine Frischwasserstation beheizen (für die Trinkwassererwärmung). Die Zirkulation überlege ich gerade vermittels Tastschaltern in den einzelnen Räumen (3 Badezimmer, Waschküche und 2 Kochstellen) schaltbar zu machen, um die Energieverluste in Grenzen zu halten.


    Gelegt habe ich bisher die Flächenheizung gemäß der anliegenden Planung (Wandheizung & Fußbodenheizung). Bisher habe ich alle Umbaumaßnahmen selbst gemacht (Dach decken & dämmen, Keller tiefergelegt, draigniert, diverse Räume umgestaltet, bin schon etwas länger dran...;-). Beim Heizungsbau komme ich aber an meine Grenzen und möchte das von einem Fachbetrieb machen lassen.


    Den Heizungsvorlauf möchte ich, mit zwei Heizkreis-Mischern und zwei Pumpen, jeweils in einen Steigestrang für die FBH-Heizkreisverteiler und die Wandheizungs-Heizkreisverteiler leiten. Rücklauf natürlich wieder zurück. ;). In die einzelnen Räume kommen Raumthermostate und auf die Verteiler Stellantriebe. Die Trägheit der Regelung ist mir, glaube ich jedenfalls, bewusst, wenn auch nicht bekannt.


    Jetzt zum Wesentlichen: Ich bin interessiert an
    1.: Einer guten Anlage mit ordentlichem Preis-Leistungsverhältnis
    2.: einem klugen Anschluss-Schema, bzw. Tipps, was alles bedacht sein sollte
    3.: Allgemeinem Austausch. Ich habe mich jetzt 2-3 Monate lang, vor allem hier im Forum, recht intensiv eingelesen und finde Spaß an der Materie. Ich freue mich sehr auf meinen ersten HV und möchte gern meine restlichen 200 Liter Heizöl in den Traktor kippen.....natürlich nur ein Scherz, ist ja verboten! ;)


    Ein Heizungsbauer empfiehlt mir einen Hargassner HV 50 mit ca. 4.000 Lt Pufferspeicher. Die 4 Speicher könnten wohl im Heizungskeller unterkommen. Habe mir einen Hargassner mit 60 KW, den er bei einem Kunden eingebaut hat, angeschaut, macht keinen schlechten Eindruck, bei der Steuerung scheint auch schon alles Wichtige an Regelelektronik dabei zu sein. Nachteil: Der Preis ist mir ziemlich saftig hoch. Ich hatte gehofft, so eine Anlage für max. 16.000 realisieren zu können, darüber hinaus wirds knapp.


    Also schaue ich nach Alternativen in der Leistungsklasse, vielleicht auch sinnvolle Komplett-Pakete, die das ersetzen können. Beim Vigas gefällt mir z.B. der große Brennraum und die ordentlich bemessene Feuer-Klappe, durch die man recht bequem große Scheite einlegen kann. Mein Interesse ist natürlich, so wenig wie möglich nachlegen zu müssen. Ich möchte maximal 2 mal am Tag in den Keller laufen, auch in recht kalten Zeiten (liegt auf 450m Höhe im Sauerland).


    So, und jetzt freue ich mich über die Debatte & Eure Vorschläge. Und bitte: Ich bin relativ unerfahren im Installations-Thema, scheut Euch also nicht, auch komplette Planungen um die Ohren zu hauen.
    Und wer über meine Rohrnetz-Berechnung für Anfänger lacht: Auch hier freue ich mich, zu erfahren, wenn ich mich irgendwo verrissen habe.


    Liebe Grüße,


    Waldbauer

  • Ein Heizungsbauer empfiehlt mir einen Hargassner HV 50 mit ca. 4.000 Lt Pufferspeicher. ...
    Also schaue ich nach Alternativen in der Leistungsklasse, vielleicht auch sinnvolle Komplett-Pakete, die das ersetzen können. Beim Vigas gefällt mir z.B. der große Brennraum und die ordentlich bemessene Feuer-Klappe, durch die man recht bequem große Scheite einlegen kann. Mein Interesse ist natürlich, so wenig wie möglich nachlegen zu müssen. Ich möchte maximal 2 mal am Tag in den Keller laufen, auch in recht kalten Zeiten (liegt auf 450m Höhe im Sauerland).


    Hallo


    Hargassner ist eine sehr gute Empfehlung - die PReise sind aber auch nicht von schlechten Eltern...
    Vigas ist eine ganz andere Hausnummer. Da wirst Du selber umbauen tunen und schrauben müssen
    Hab selbst einen ATMOS und habe es schwer unterschätzt wie viel Arbeit drin steckt bis man einen Holzvergaser so richtig schön am Laufen hat... Es ist kein Zufall dass Hargassner oder Fröling Holzvergaser so viel Geld kosten...


    habe vor zwei Jahren meine Anlage in Betrieb genommen
    50m² Flachkollektoren
    20.000Liter Puffer
    50kW Holzvergaser


    Anlage - Screenshot vom 12.01.2012 12:00:
    [Blocked Image: http://www.ib-hartl.com/Bilder/ATMOSForum/Schema20120112_1200.jpg]


    Stategie der Anlage:


    - Mit möglichst kaltem Solarwasser aufs Dach fahren
    - vom Dach Solarwasser bestmöglich einschichten
    - Mittels Fussbodenheizung möglichst viel möglichst kühles Pufferwasser generieren und damit einen guten Solarwirkungsgrad sicherstellen


    Realisierung:
    50m² Flachkollektoren 45° Dachneigung Süd (6° nach Ost) in drei Zeilen a 7 Kollektoren
    gebrauchten Puffer 20000Liter - war mal ein Weinvergehrungsbehälter einer Sektkellerei
    in Puffer 280m Edelstahlripprohr DN35 als Wärmetauscherwendel von oben bis unten - unterteilt in fünf Segmente
    Einschichtung über Motorventile die je nach Temperatur in der jeweiligen Pufferhöhe einspeisen - Wenn solarwasser wärmer als Puffer dann Weg zu Ripprohr-Wendel AUF sonst ZU
    Das Solarwasser läuft immer von oben nach ganz unten durch und wird dann erst wieder aufs Dach gepumpt
    Pumpe läuft an wenn Temperatur am Dach größer Temperatur im Puffer unten
    Pumpe wird geregelt auf Temperatur am Dach als Istwert gegenüber erster Solarwendel im Puffer. d.h. wenn Temperatur zu klein um einzuschichten wird Pumpendrehzahl so lange reduziert bis Temperatur für erste Wendel passt
    Wenn Temperatur über der der ersten Wendel läuft die Pumpe immer 100%.
    Puffer steht direkt im Wohnzimmer (oben) - damit Abwärme = Nutzwärme, Isolierung so dick ausgelegt dass es im Sommer nicht zu heiss im Raum wird - im Winter könnte die ruhug dünner sein...


    In der Realität sah das beim Einbau des Puffers letztes Jahr im Mai so aus:
    [Blocked Image: http://www.ib-hartl.com/Bilder/ATMOSForum/Puffer.jpg]


    Realisierung komplett im Eigenbau mit drei Helfern (ein Schlosser - Verwandtschaft, ein Installateur - befreundet, Zimmerer Schwager)
    Planung zu 100% selbst
    Steuerung UVR1611
    Haus BJ 1910, 2003-2005 renoviert
    Ort: Oberösterreich Innviertel


    hat mir viel Kopfzerbrechen und Schweiß gekostet
    aber nun läuft das alles WUNDERBAR
    mein Holzvergaser befindet sich im wohlverdienten Sommerschlaf


    Ertrag über den Winter:
    [Blocked Image: http://www.ib-hartl.com/Bilder/ATMOSForum/2012-02/Solarertrag.jpg]


    Puffertemperaturen im Winter:
    [Blocked Image: http://www.ib-hartl.com/Bilder/ATMOSForum/2012-02/PufferTemp.jpg]



    bin sehr froh mir die ganze Arbeit aufgehalst zu haben


    die Solaranlage ist WUNDERBAR
    kann ich nur empfehlen
    liefert bei mir 60% der gesamten Wärmeenergie. Somit komme ich mit rund 15Ster Buchenholz über den Winter



    wenn Du den Platz hast für einen großen Pufferspeicher - dann nimm Dir einen gebrauchten Puffer - kostet nicht viel - bringt aber viel...
    [Blocked Image: http://www.bernhard-hartl.com/Bilder/ATMOSForum/2013-02/Rechnung_Puffer.jpg]




    Bernhard

  • Bernhard,


    das muss ich mir erst mal auf der Zunge zergehen lassen....WOW!!
    Auf die Anlage, vor allem auf die Planungs- und Ausführungsleistung, kannst Du Stolz sein. Ebenso auf das Häuschen, gefällt mir sehr gut.


    Solche Beiträge sucht man in anderen Foren vergebens, bin noch ganz platt.


    Also: Einen alten Maische-Tank als Puffer zu nutzen ist eine starke Idee. Von Solarthermie habe ich bis jetzt abgesehen, weil ich meinte, das würde sich nicht rechnen. Aber das scheint ja eine Überlegung wert zu sein.


    Mit dem GSX50, bzw. der GSE-Reihe von Atmos habe ich auch geliebäugelt. Aber mir waren die 160l Brennraum etwas knapp (z.B. bei Vigas fast doppelt so viel). Wie verhält sich das bei Dir im Betrieb? Würdest Du den Atmos noch einmal kaufen?


    Beim Hargassner scheint mir recht bequem, dass der eine automatische Zündung hat. Ich stelle mir vor, dass ich im Sommer den Brennraum voll-lade und der nach und nach so viel verbrennt, wie er braucht. Ist vielleicht naiv.?


    Tausend Dank noch einmal für Deine Mühe und die echt inspirierenden Anregungen!!


    Oliver

  • Hallo Oliver


    das muss ich mir erst mal auf der Zunge zergehen lassen....WOW!!
    Auf die Anlage, vor allem auf die Planungs- und Ausführungsleistung, kannst Du Stolz sein. Ebenso auf das Häuschen, gefällt mir sehr gut.


    Solche Beiträge sucht man in anderen Foren vergebens, bin noch ganz platt.


    Also: Einen alten Maische-Tank als Puffer zu nutzen ist eine starke Idee. Von Solarthermie habe ich bis jetzt abgesehen, weil ich meinte, das würde sich nicht rechnen. Aber das scheint ja eine Überlegung wert zu sein.


    noch ein paar Bilder zum Häuschen... ...KLICK...
    und noch ein paar vom Umbau für den Puffer ...KLICK...


    das war viel sehr viel Arbeit - aber jetzt läuft's dafür um so besser...
    bin froh das riesenprojekt durchgezogen zu haben - spart auf die Dauer richtig viel Geld


    Die SolarThermie rechnet sich um so mehr je kleiner Deine Heizlast ist - sprich bei gut isolierten Häusern ist das sehr zu empfehlen
    es bringt vor allem von mitte April bis Ende Oktober bei mir dass ich den Holzvergaser nicht mehr anzünden muss
    und trocknet noch dazu das Holz für den nächsten Winter
    Im Schema ist die zusätzliche Holz-Fussbodenheizung noch nicht eingezeichnet. Hängt am Heizkreismischer... läuft von Mai bis ende September mit 50°
    Auch den Holzvergaser halt ich den ganzen Sommer warm mit der Solarwärme so dass sich kein Rost im Kessel bilden kann



    Mit dem GSX50, bzw. der GSE-Reihe von Atmos habe ich auch geliebäugelt. Aber mir waren die 160l Brennraum etwas knapp (z.B. bei Vigas fast doppelt so viel). Wie verhält sich das bei Dir im Betrieb? Würdest Du den Atmos noch einmal kaufen?


    ATMOS GSX50 - den hab ich mir aufgrund des Preises gekauft - ein Hargassner wär mir auch lieber gewesen...
    zumal Hargassner nur 30km von hier entfernt ist und einen exzellenten Ruf geniest
    aber da war mir die grosse Solaranlage dann doch lieber
    Vigas wollt ich keinen da ich wert auf einen Saugzug-Ofen gelegt habe
    Der Atmos ist für das Geld das er gekostet hat OK
    es hat mir viel Arbeit gekostet bis er richtig gut lief. Hab ihn von Anfang an mit Lamda-Sonde ausgestattet (Flammtronik)
    Wenn ich die vielen Stunden zusammen zähle würd ich heute den Hargassner nehmen
    aber jetzt weis ich einfach was man wo wie drehen muss dass der GSX50 mit sehr hohem Wirkungsgrad und ohne sonstige PRobleme brennt...
    Siehe ...KLICK...
    ATMOS und Vigas und wie sie alle heissen ist ganz und garnicht bequem wenn man einen Anspruch an den Ofen hat
    irgendwie funktionieren die alle - aber wie hald...
    hab mit 2,8kWh/kg Buchenholz begonnen und bin mittlerweile bei 4,2kWh/kg Buchenholz angelangt - hätte nicht gedacht dass ich ihn so weit bringe...


    Beim Hargassner scheint mir recht bequem, dass der eine automatische Zündung hat. Ich stelle mir vor, dass ich im Sommer den Brennraum voll-lade und der nach und nach so viel verbrennt, wie er braucht. Ist vielleicht naiv.?


    Wenn Du nur 4000Liter Puffer einbaust dann ist der Hargassner mit der Zündautomatik eine bequeme Lösung
    Bei mir macht der große Puffer den Holzvergaser-Betrieb bequem da ich immer rund 50h durchgehend heize und dann wieder für X Tage Ruhe ist. Die langen Abbrandzeiten treiben natürlich den Wirkungsgrad in die Höhe. Und für mich ist es auch gut da ich weis - jetzt ist mal wieder Heiztag...


    Der Hargassner verbrennt ab der Zündung den gesamten Füllrauminhalt - der kann nicht mehr stoppen...
    der Puffer muss die Energiemenge aufnehmen können


    Tausend Dank noch einmal für Deine Mühe und die echt inspirierenden Anregungen!!


    Bitteschön


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,
    >Der Hargassner verbrennt ab der Zündung den gesamten Füllrauminhalt - der kann nicht mehr stoppen...
    der Puffer muss die Energiemenge aufnehmen können<


    kann ich so nicht bestätigen. Ich packe meinen Füllraum immer voll, egal wieviel Energie noch in die Puffer passt. Verbrennt das Holz im Füllraum nicht komplett, so erlischt die Glut. Bei wiederanheizen halte ich einfach kurz eine Lötflamme oben auf das angebrannte Holz und fertig ist. Dann wieder volllegen. Das klappt sehr gut, der HV hat noch nie die TAS ausgelöst oder Überhitzung gemeldet.


    Dazu muss natürlich die Primärluft und Sekundärluft ganz zufahren können.


    Ralf

    Attack SLX 35 Profi. 3000-Liter Puffer. Buderus Ölkessel 40 KW. [lexicon]Laddomat[/lexicon] 78° Patrone. 310m² beheizte Fläche, freistehendes verwinkeltes Gebäude nach EneV 2009 gedämmt. WW mit Boiler und Zirkulationspumpe.

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