Verrohung am ETA Kessel

There are 7 replies in this Thread which was already clicked 6,619 times. The last Post () by Achtern.

  • Hallo ETA Betreiber


    Habt ihr eure Kessel auch mit den auf der Rückseite angegeben Vorgaben von ETA verrohrt?
    ( z.B bei dem HS 50 steht 42 mm )


    Habe einige Anlagen mir angesehen , und die waren meist immer ,, kleiner Verrohrt ,, als auf der Rückseite vom Kessel angegeben.


    Gruß Heinz

  • Hallo,


    Da ist sie wieder die Frage aller Fragen.


    Man sollte die Auslegung der Verrohrung nicht danach machen wie "andere" es gemacht haben sondern rechnen.


    Du hast 50 kW und diese Wärme musst du wegbringen.
    Dazu benötigst du eine Pumpe mit einer entsprechenden Leistung.
    Es kommt aber auch darauf an mit welcher Temperatur du in den HV rein gehst (Rücklauf RL) und wieder raus kommst (Vorlauf VL).
    Des weiteren sollte man bei dieser Art der Installation eine Strömungsgeschwindigkeit in den Rohren von um die 0,5 m/sec. nicht zu viel überschreiten.


    Jetzt nehme ich mal an du willst mit 80°C in den Speicher gehen und deine Rücklaufanhebung steht auf 72°C, dann hast du ein delta T (Temperaturunterschied) von 6°K.
    Dazu muss die installierte Pumpe 7290 Ltr./h fördern.
    Das ergibt eine Strömungsgeschwindigkeit bei :
    42mm I.-D des Rohres von 1,462m/sec.
    53mm I.-D des Rohres von 0,918m/sec.
    Erst bei 2 1/2" (68,8mm) hast du ca. 0,545m/sec.


    Wenn du das delta T vergrößerst hast du eine kleinere Wassermenge.
    Dazu setzen wir den Vorlauf auf 80°C und die Rücklaufanhebung auf 68°C, das ergibt ein delta T von 12°K.
    Jetzt benötigst du eine Pumpenfördermenge von 3645Ltr./h um die 50kW in den Speicher zu fördern.
    Das ergibt eine Strömungsgeschwindigkeit bei :
    42mm I.-D des Rohres von 0,731m/sec.
    53mm I.-D des Rohres von 0,459m/sec.
    Bei 12°K delta T muss man halt beim Heizen etwas mehr aufpassen, wenn der Speicher voll ist springt die Temperatur im VL des HV sehr schnell von 80°C auf 92°C!


    Du solltest auch bei der Auswahl der Pumpe beachten das die Angaben der Fördermenge sich auf freien Auslauf beziehen.
    Du musst immer deinen Rohrleitungswiderstand (Angaben der Förderhöhe) berücksichtigen, das kann die Fördermenge sehr einengen.
    Ein zu klein gewählter Querschnitt der Rohrleitung erkaufst du mit einer wesentlich größeren Pumpenleistung!
    Der aufzubringende Druck geht mit dem Quadrat in die Rechnung ein!


    Also, Rohrdurchmesser nicht zu klein machen!


    mfg
    HJH

  • Hallo HJH


    Danke für deine ausführliche Antwort !


    Dann macht es doch Sinn, sich an die Herstellerangaben zum halten.


    ......nur, die Anlagen, die ich gesehen habe, waren alle mit Redstücken kleiner installiert , als der Kesselausgang, oder wie vom Hersteller empfohlen.


    Nur eine nicht, und die hat der Betreiber selber angelegt :)


    Warum nur? / hat der HB keine Ahnung / oder spart man so Geld ?


    Gruß Heinz

  • Quote

    Warum nur? / hat der HB keine Ahnung / oder spart man so Geld ?



    Ich denke einmal ein ausgebildeter HB weiß schon was er macht.
    Ich hatte mal einen Lehrer der hat immer vom "homo ökonomikus" geredet, (vom wirtschaftlich denkendem Menschen). Das kann man ja sehen wie man will.


    Erst einmal wird eine kleinere Verrohrung billiger.
    Es ist doch nachher dein Geld wenn du eine größere Pumpe benötigst.
    Nimmst du aber keine größere Pumpe wird deine Rücklauftemperatur kleiner, da du ja über 80°C im Vorlauf nicht kommen solltest, damit wird die RLT kleiner. (Ein großzügig ausgelegter Speicher macht da wieder einiges wett)


    Ist deine Rücklauftemperatur aber zu klein läufst du Gefahr in den Taupunkt zu kommen, das ist dann Rost.
    Dann kann der HB dir halt öfter einen Kessel verkaufen.


    mfg
    HJH

  • Hallo HJH,


    warum sollte die Strömungsgeschwindigkeit 0,5 m pro sek nicht übersteigen?


    Griuß
    pk

    Hanibal


    2-Personenhaiushalt mit Hund, Katzen, Heidschnucken, Hühner und Forellen, ca 80 m² genutzte Wohnfläche, 40 Kw KÖB, 8m² thermische Solarfläche, 3000 Liter Puffer, 500 Liter Brauchwasser. Notfallversorgung: Brennwert-Öler, Kachelofen, Küchenherd (Gas) und Schwedenofen.

  • Hallö pk,


    Es gibt halt in der Technik/Physik bestimmte Erfahrungswerte (sind nicht von mir), früher waren das einmal Tabellenbücher oder auch Normen in denen so etwas festgelegt ist.
    Dafür besuchen Leute dann auch 3 1/2 Jahre die Berufsschule u.s.w.
    Heizungsbau ist nun einmal ein Lehrberuf. (Habe ich aber auch nicht gelernt)


    Diese, um die 0,5m/sec, sind halt entstanden bei der Auslegung einer Heizung mit Pumpenbetrieb.
    Wenn du nur mit Schwerkraft deine Heizung betreibst sollten die Rohre noch größer im Durchmesser sein.


    Auch andere Gerätschaften der Heizung sind nach diesem Maßstab ausgelegt auch wenn das nicht immer angegeben ist.


    Natürlich funktioniert deine Anlage auch mit ein wenig kleinerer Dimensionierung.
    Deshalb versuche ich bei einer Erklärung das etwas ausführlicher zu beschreiben, da kann man für sich dann eine andere Auslegung evtl. heraus lesen.


    Die Hersteller der Kupferrohre geben z.B eine max. Geschwindigkeit an welche nicht überschritten werden sollte.


    Du kannst doch schon sehen an den angegebenen Werten das die Rohrdimension abhängig ist von verschiedenen Einflüssen. Das ist die Kesselleistung, dann die eingesetzte Pumpe, dann das delta T was der Kessel erzeugt, die max.Temperatur an der der Kessel runter regelt, die Temperatur wo der Kessel abschaltet, die Temperatur wo der Temperaturbegrenzer anspricht, dazwischen liegt noch die thermische Ablaufsicherung.


    Das ist jetzt erst einmal nur eine Aufzählung die unter der Beeinflussung einer falschen Rohrdimensionierung liegen können.


    Hier noch einmal ein Link zur Rohrdimensionierung:
    http://www.bosy-online.de/hydr…_Abgleich-Kurzfassung.htm


    mfg
    HJH

  • hallo hjh, danke für die kompetente einführung.
    immer wieder stelle ich fest, wie hochkomplex die thematik rund ums geworden heizen ist.
    ich werde mich jetzt doch lieber ums holzmachen kümmern, das ist einfacher :)

    Hanibal


    2-Personenhaiushalt mit Hund, Katzen, Heidschnucken, Hühner und Forellen, ca 80 m² genutzte Wohnfläche, 40 Kw KÖB, 8m² thermische Solarfläche, 3000 Liter Puffer, 500 Liter Brauchwasser. Notfallversorgung: Brennwert-Öler, Kachelofen, Küchenherd (Gas) und Schwedenofen.

  • Ich danke auch für die Antworten :)


    In dem link steht das hier :


    außentemperaturgesteuerte Anlage.



    Heißt das, alle Heizungsanlagen , egal mit was sie betrieben werden, müssen über eine ,, Außentemperatur ,, gesteuert werden?


    Ist das ein gesetzliches MUSS ?


    Gruß Heinz

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!