Pufferladen - Optimale Kesseltemperatur - Rücklaufanhebung

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  • hi leute, wie die überschrift schon zeigt, interessiert mich eure meinung/erfahrung zu dem thema.


    viele haben eine RLA verbaut, die via patrone etc. die ladetemperatur regelt bzw. können die einstellungen für die RLA kaum/nicht ändern.


    meine frage wie würdet ihr das machen, falls sich diese parameter doch ändern lassen würden?


    bei unserer anlage hatte ich folgende werte programmiert
    rücklauftemperatur mind. 63°C -> mischer fährt ohne interval zu (ausreichend damit die temp. nicht unter 60° fällt)


    rücklauftemperatur max. 68°C -> mischer fährt mit interval auf bzw. zu und versucht die 68° +/-1° zu halten


    kesseltemp. max. 85°C -> mischer fährt ohne interval auf (ausreichend damit die TAS nicht auslöst)


    das funktioniert im grunde recht gut und werde ich erstmal auch so lassen.


    nun geistern mir aber folgende fragen durch den kopf:


    1. macht es sinn, möglichst viel wasser um einige wenige grad zu erwärmen oder lieber wenig wasser und dafür möglichst heiß?
    das ganze natürlich unter berücksichtigung der minim. RL temp.
    also die RL temp. möglichst gering halten?
    bzw. den VL nicht unnötig hoch?


    das es dabei auf die situation ankommt - pufferladezustand, aussentemperatur, benötigter heizungsvorlauf, ww-situation usw. ist mir schon klar - macht das ganze auch wesentlich interessanter. :evil:



    2. gibt es eine optimale "kessel-wasser-betriebs-temperatur", welche man einhalten sollte?


    sensoren hätte ich genügend verbaut, so dass ich sowohl Kesseltemp., RL und VL(Heizkreis usw. ebenfalls) messen kann (arduino eben) und in abhängigkeit dann regeln.



    ähnliches überlege ich für den heizkreismischer.
    stichwort "Außen- bzw. witterungsgeführte Rücklauftemperaturregelung" -> bosy-online -> bajorat regelung.
    "traditionel" nach witterungsgeführte vorlauftemperaturregelung geht schon.

  • Der größte Energiefluß zwischen Rauchgas,Kesselwänden und Wasser wird bei einer möglichst großen Temperaturdifferenz zwischen den Medien erreicht. Demnach Wasser mit 0°C und großer Menge in den Kessel pumpen. Macht der Kessel aber nicht lange mit. Er benötigt >65°C Rücklauftemperatur. Es bleibt nur die Durchflussmenge zu erhöhen. Theoretisch wäre ideal Wasser mit 65°C und hohem Volumenstrom auf 65,1°C bis zum Vorlauf aufzuwärmen. Das würde aber ein wahnsinniges rumpumpen des Mediums durch die Puffer bedeuten. Was irgendwo egal wäre, weil Energie einfach nicht verschwindet sondern lediglich transportiert oder umgewandelt werden kann. Doch wäre der Effekt einfach zu gering, lohnt sich nicht wirklich, da auch die Leitungen und Speicher noch besser gedämmt sein müssten, gegen 0.


    Es ist durchaus ausreichend Wasser mit z.B. 72°C einzuleiten und einen Vorlauf von >80°C zu bekommen.
    Man kann jede Effektivität erhöhen ,nur jedes % mehr wird immer sehr viel teurer. Also spart es genau besehen nicht mehr sondern kostet irgendwo mehr wie es einbringt.Für Hobbybastler und Experimente ist es natürlich nicht so wichtig, wie hoch der Gewinn in die Kosten schlägt.


    Ralf

    Attack SLX 35 Profi. 3000-Liter Puffer. Buderus Ölkessel 40 KW. [lexicon]Laddomat[/lexicon] 78° Patrone. 310m² beheizte Fläche, freistehendes verwinkeltes Gebäude nach EneV 2009 gedämmt. WW mit Boiler und Zirkulationspumpe.

  • Hallo,


    Buderus schreibt bei meinem Kessel mindestens 65 Grad Rücklauftemp. vor, mein Oventrop Regumat hab ich auf 68 Grad eingestellt und Kesselmax auf 92 Grad.Der Rücklauf geht max auf 85 Grad, dann regelt der Kessel runter. So läuft das alles gut und ich bekomme die Puffer durchweg fast auf 90 Grad geladen und mit Verteerung hab ich auch keine Probleme.


    Gruss


    Chris

  • Holzkessel haben einen Taupunkt. Andere Kessel auch, aber hier geht's ja nur um Holz. Unterhalb dieses Taupunktes setzt sich Wasser und Teer an den Kesselwänden ab und der Kessel beginnt zu korrodieren. Diese Taupunkttemperatur liegt bei 45°C. Die Kessel sollen nicht unter 60° Rücklauf betrieben werden, damit ein genügend großer Abstand zu diesen 45° vorhanden ist.
    Die Rücklauftemperatur nach Witterung zu regeln erscheint daher nicht ratsam. Es geht ja um den Schutz des Kessels.


    Im Prinzip reicht dazu eine Ladomat-Lösung. Die bewirkt, dass alles Wasser oberhalb der Partronentemperatur(z.B. 72°) in den Puffer gepumpt wird und gleichzeitig die Kesseltemperatur nicht unter diese 72° fallen kann, solange noch Feuer drin ist. Solange der Puffer nicht voll ist, also oben und unten hohe Temperaturen hat, bleibt die Kesseltemperatur auf diesem 72°-Niveau. Erst wenn die Rücklauftemperatur aus dem Puffer in den Kessel diese Temperatur überschreitet, beginnt auch die Kesseltemperatur zu steigen, bis der Lüfter stufenlos heruntergeregelt(bei einer vernünftigen Steuerung) oder abgeschalten wird.
    Dann aber ist wie gesagt auch die Rücklauftemperatur gestiegen, der Unterschied zwischen Rück- und Vorlauf wird geringer, dem Kessel weniger Energie entnommen. Muß ja auch, der Puffer kann mehr Energie ja nicht mehr aufnehmen.


    Ob nun die Wassermenge oder der Temperaturunterschied das Pre hat/haben sollte, dürfte sich höchstens mit einer Doktorarbeit ergründen lassen.
    Wichtiger wäre die Pumpenansteuerung. Normalerweise läuft die oberhalb Kesseltemp. von 60°(oder so ähnlich) ständig durch. Wenn nun der Puffer voll und der Kessel ausgebrannt ist, läuft die Pumpe weiter. Dabei pumpt sie aber dann das wärmere Wasser aus dem Puffer sinnlos durch den Kessel. Dessen Kesseltemperatur wird dabei hoch gehalten, weshalb die Pumpe wiederum nicht abschaltet. Dabei geht insegesamt natürlich spürbar Energie verloren. Der Kessel saugt quasi den Puffer leer.
    Das kann man mit einer Differenzsteuerung verhindern. Diese schaltet die Pumpe nur ein, wenn die Kesseltemperatur üder dem Taupunkt plus Reserve und über der unteren Puffertemperatur liegt. Ist die untere Puffertemperatur hoch(auf kesseltemperatur), ist der Puffer voll, geht nichts mehr rein, bzw. kann der Kessel nichts mehr liefern. Ist der Kessel kälter, als der untere Puffer, schaltet die Differenzsteuerung die Pumpe ab und der Puffer kann nicht durch den Kessel entladen werden.


    Diese Differenzsteuerung ist in der oben erwähnten vernünftigen Steuerung schon mit drin. Das bring mehr Effektivität, als an der Rücklauftemperatur rumzuspielen.

  • Hallo,


    da ich mich auch gerade mit diesem Thema gedanklich auseinander setze, will ich meinen Beitrag hierzu schreiben.


    Ich habe eine HVS 40 LC seit einer Woche in Betrieb. Meine Rücklaufanhebung beteht aus einer Pumpe Alpha 2 L 25-60 und einen ESBE VTC 511; 1 1/4"; 72 °C +/- 3 K. Mehr nicht. Der Rücklauf wird in einem Bereich von 69 - 75 °C gemischt.


    Die Kesselabschalttemperatur beträgt 90 °C und beim Betrieb merkt man, dass der Kessel sich vorsichtig an den Bereich heran tastet. Er bleibt immer kurz unter den 90 °C.


    Ich hatte die ersten Tage eine UPS 25-40 aber diese war zu schwach. Mit der Grundfos Alpha 2 funktioniert das Ganze jetzt sehr gut.


    Also habe ich ein Delta T von mind. 15 K. Ich denke das ist in Ordnung.


    Welche Kesseltemperatur ist nun optimal? Bei mir gehen die 90°C in den Puffer und werden mit einem Mischer auf maximal 60 °C gemischt, bevor das Wasser ins Haus geht.


    Der Brennraum ist sehr sauber. Die Asche sieht sehr gut aus. Bisher bin ich sehr zufrieden.

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