Hallo erstmal ins Forum, ![]()
Lange Zeit war ich hier unangemeldeter Mitleser - damit ist es jetzt vorbei. B)
Der Anlass ist folgender, in diesem Sommer (2015) soll ein Holzvergaser die vorhandene Ölheizung weitgehend "ersetzen". Der Grund warum ich mich nun hier angemeldet habe ist, dass ich ein wenig über den Fortschritt berichten möchte, so das auch andere davon profitieren können wie man mit so einem, nennen wir es mal Projekt zum Abschluss kommt oder womöglich Mist baut (3x auf Holz klopf :whistle: ). Aber natürlich habe ich auch noch ein paar Punkte die noch nicht ganz geklärt sind und es werden sicherlich auch noch welche auftauchen bei der mich evtl. jemand von euch unterstützen mag.
.... dann steige ich auch gleich mal mit einer Menge Text ein.
Also darum gehts:
Bestand:
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Gebäude Bj. 1928 als Wohn- und Wirtschaftsgebäude (Stall, Heuboden etc.)
Vor längerer Zeit Umbau zum Doppelhaus (2 Wohnungen, also ganze Familie)
Gesamt: 290m^2 beheizte Grundfläche (nicht Wohnfläche!)
Diverse "Energetische Modernisierungen" - natürlich weit von einem aktuell als modern zu bezeichnenden Standard entfernt sind.
Wohnung1:
Ölbrenner 22kw (Bis das der Rost uns scheidet....)
Kaminofen
Brauchwasserwärmepumpe (BWWP) Dimplex, 270l Speicher
Photovoltaikanlage 5 kWp
Heizflächen: Heizkörper
Wohnung 2:
Reine Einzelraumheizungen (Holz, teilw. Elektroradiator), bisher teils ganz ungenutze (Wohn-)flächen
Planung:
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Wohnung 1:
Keine Änderung an Heizflächen
Kaminofen bleibt erhalten
Wohnung 2:
Hier wird noch ein Teil umgebaut.
Moderninisierung mit Fußbodenheizung
Küchenherd und Kaminofen bleiben erhalten
Der Holzvergaser soll künftig möglichst 100% der Heizlast beider Wohnungen gemeinsam abdecken.
(Erfassung jeweils Wärmemenge über Wärmemengenzähler)
Ölbrenner bleibt erhalten und soll einspringen wenn Puffer leer und nicht nachgelegt werden kann.
Warmwasser:
BWWP weiterhin Warmwasser im Sommerhalbjahr (quasi mit PV Strom), künftig dann beide Wohnungen gemeinsam. Vorteil: Holzvergaser bleibt komplett aus während BWWP genutzt wird.
Solarthermie ist kein Thema, da Dachflächen ausschließlich für Photovoltaik genutzt werden.
Keine KWL (Lüftungsanlage) geplant.
Thema Brennholz:
Brennholz wird "schon immer gemacht". Traktor mit hydr. Spalter, etc. ist schon länger vorhanden. Was es heißt +20 Raummeter pro Jahr Holz zu machen ist mir auch bewusst. Ein paar ha eigenen kleinen Wald gibts auch. Brennholz in Gitterboxen (an Kraftheberhydraulik des Traktor) kann ebenerdig bis zur Heizraum / Holzvergaser gefahren werden.
Heizlast:
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Mit einer Heizlastberechnung (-12°C) habe ich ermittelt:
10,9 kW Transmissionswärmeverlust
3,6 kW Lüftungswärmerverlust
14,5 kW Netto Heizlast
wohnung 1: 6,8 kW
Wohnung 2: 7,7 kW
Wohnung 1+2 ziemlich identisch was die W/m^2 betrifft.
Heizlast sollte in der Praxis eher etwas niedriger sein, da die Lüftungswärmeverluste (Nutzerverhalten) niedriger sein dürften als berechnet - es wird (zu) wenig gelüftet - allerdings auch keine Probleme mit Feuchtigkeit/Schimmel etc.! Den Angstfaktor "Zusatz-Heizlast" für Nachtabsenkung habe ich mit "null" angenommen da keine Nachtabsenkung gefahren wird. Interne Wärmegewinne (ohne Kaminofen und Küchenherd) bleiben unberücksichtigt, spielen mit rund 2-3 W/m^2 in dem Heizlastbereich keine wesentliche Rolle.
Warmwasserwärmebedarf dürfte für die Zeit in der der Holzvergasser läuft (also BWWP aus ist) aktuell ca. 1000kWH betragen (gute "Schätzmöglichkeit" anhand Verbrauch BWWP)
Da der Ölbrenner bisher nicht das ganze Haus versorgte, Haus auch nur teilweise genutzt wurde steht entsprechend leider kein Ölverbauch oder Holzmenge etc. als Basis zur weiteren Berechnung zur Verfügung.
Wenn ich die "Schweizer Formel" richtig verstanden habe bedeutet das rückwärts gerechnet:
Wärmemenge / Brennstoffverbrauch:
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-12°C Klimazone = ca. 2000 Volllaststunden/anno
Jahresnutzunggrad 80%
14,5 (kW) * 2000 * 0,8 = 36230 kWh
+ 1000 kWh (Warmwasser)
= 37230 kWh Brennstoffverbrauch
Frage: Ist das soweit richtig "gerechnet" oder sollten andere Annahmen getroffen werden?
Holzmenge:
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Holzart ist überwiegend Eiche (3 Jahre gelagert 15-20% Holzfeuchte), also entsprechend ca. 2100 kWh/ Raummeter bzw. 4,2 kWh/kg. Da scheint sich wohl keiner so richtig einig was die kWh pro Raummeter betrifft. Gefunde Angaben für Buche von 1800-2500 kWh pro Raummeter
Also 37230 kWh / 2100 = 17,7 Raummeter pro Jahr.
Eine Holzmenge die für mich soweit passabel wäre.
Frage auch hier: Soweit richtig?
Füllraumgröße Holzvergaser:
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Gretchenfrage: Bis zu welcher Aussentemperatur gehts mir 1x auflegen am Tag?
Entscheidend für mich ist in erster Linie bis zu welcher durchschnittlichen Außentemperatur ich nur 1x am Tag auflegen muss. Also dieser Bereich nicht z.B. bei bereits +7°C unterschritten wird da ich dann die überwiegende Zeit wohl mindestens 2x am Tag (eine Teilmenge) auflegen müsste oder der Öler einspringen müsste (das sollte möglichst nicht der Fall sein, da er im Defektfall nicht ersetz werden wird).
Unberücksichtigt soll erstmal bleiben das auch Kaminofen (wg. Bärenfellromantik und so...) und Küchenherd zum kochen mit Holz auch zeitweise laufen werden.
Also wie viel kWh vom Holz landen am Ende in den Heizkreisen.
Hier gehen die Meinungen dann wohl noch weiter auseinander, da habe ich wirklich alles mögliche an Informationen gefunden....
Ersten "Abschätzungen" nach lande ich vermutlich bei einem Holzvergaser mit 225l Füllraumvolumen. Bzw. hoffe ich damit noch gut auszukommen, denn größere landen dann auch gleich preislich in einer anderen Liga.
Also z.B. ETA 40kW, Hargassner 40kW, Windhager 36kW, HDG,...
Bei Windhager habe ich die Angabe gefunden das der 225l Füllraum 64kg Buchenholz fasst. Also vergleichbar Eiche. Mit der Angabe will ich hier mal rechnen:
64kg * 4,2 (kWh/kg) * 0,8 (Wirkungsgrad Anlage)
= 215 kWh mit einer Füllung
Frage: Ist das eine praktikable Annahme?
.... also weiter "gerechnet":
Von der maximalen Heizlast von 14,5 kW bei -12°C ausgehend ergibt sich somit pro °C Differenz zu Innenraumtemperatur (Einheitlich mit 20°C angenommen) ein Wärmebedarf von 10,9 kWh pro Tag und °C Differenz Innen zu Außentemperatur.
Mit einer Füllung (215 kWh) käme ich also auf eine Durchschnittliche mögliche Außentemperatur von +0,22 °C
Die Abdeckung der maximalen Heizlast (14,5kW * 24h = 348 kWh) mit dieser Füllraumgröße (215 kWh pro Füllung) sollte damit bei 2x auflegen soweit problemlos machbar sein, oder ?
Randnotiz:
Von einer nahegelegenen Agrarwetterstion kann ich evtl. recht genaue Daten bekommen (Tagesverläufe der letzten Jahre). Wenn man es also auf die Spitze treiben wollte könnte man womöglich gar mal den Heizbetrieb über eine Saison quasi simulieren.
Die Durchschnittsswerte des ganzen Jahres:
2014 11.3
2013 9.8
2012 10.2
2011 11.0
2010 9.4
2009 10.7
2008 10.7
2007 11.1
2006 10.9
2005 10.4
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Ø 10.5 °C
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Bevor ich an die nachfolgenden Themen Pufferspeicher, Strangschema, Pumpengröße, Rohrleitungsgröße (alles auch schon etwas von mir "beackert") komme ....
Was haltet ihr von den bisherigen Überlegungen? Irgendwo ein grober Schnitzer drin?
P.S. Hoffe jetzt mit dem Text niemanden erschlagen zu haben. B)