ETA: Zu viel Glut / verstopfte Düse bei staubtrockenem Bauholz (Dachlatten/OSB)

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  • Moin,


    hab vor kurzem eine Interessante (neue) Erfahrung mit unserem Gelben im Keller gemacht.


    Da wir dabei sind das uralte Dach aus dem 17.Jahrhundert neu zu machen, sind in den letzten Wochen unmengen staubtrockene Dachlatten und Balkenreste angefallen - genau so wie Reste von den neuen OSB Platten.


    (Bitte an dieser Stelle keine Diskussion um das Verbrennen von dieser Art von Holz. Habe da meine eigene Meinung zu und werde es unter Garantie nicht entsorgen bzw. aufs Osterfeuer legen...)


    Na auf jeden Fall hab ich wie bisher ersteinmal ohne wenn und aber den Ofen voll gemacht. Bis oben hin mit Dachlatten und Resten.


    Nach ner Stunde lag dann plötzlich dichter übelriechender Nebel über der gesamten Nachbarschaft.


    Ich also in den Keller und mal geschaut was los ist: O2 schwankte extrem. Untere Kalppen ungewöhnlich weit offen (zwischen 60 und 80%) und Primärluft bei Minimum 15%.


    Da ich von meinen ersten Verpuffungen "gelernt" habe, hab ich also vorsichtig NUR! die Anheiztüre einen Splat aufgemacht und sah direkt in die Hölle. Ein risen Glutstock heiß wie sau und alles kompakt auf dem Boden (Düsen) aufliegend.


    Hab also das Schüreisen genommen mit den alten Feuerwehrhandschuhen und nachdem ich ne Brille aufgesetzt hatte und versucht durch Bewegung die Düsen frei zu bekommen. En kurzes hin und her schieben reichte aus und der Ofen legte übelst los.


    Ich also Türe zu und Display beobachtet: Rest O2 ging auf 1,2 % und blieb da erstmal angenagelt...
    Rauch war sofort kein Thema mehr. Und Abgas schoss auf 240 hoch (ziemlich extrem bei mir, da ich den Max im Augenblick bei 200 hab:-)


    Nach 5 Minuten hat sichs dann beruhigt. Dann gings ne knappe viertel Stunde normal weiter und dann fings wieder an mit Rauch und schwankendem O2 um die 8% und sehr weit offenen Sekundärklappen.


    Also selbes Spiel wieder mit selbem Ergebnis.


    Was war also passiert: Wie bei zuviel Hackgut/Sägespäne, gabs zu viel Holzgas, zu viel Hitze und durch die Glut verstopfte Düsen.


    Ich also vor meinen 3 RM eingelagerten Dachlatten stehend und grübelnd... Hab mich dann nochmal ins Handbuch geblättert und an die Stelle erinnert wo für extrem trockenes Holz 10-12% Restsauerstoffsoll empfohlen wurde.


    Habs auch zügig gefunden und dann (mit ner komischen "Hemmschwelle" im Bauch) einfach eingestellt, nachdem der Ofen jetzt 5 Jahre mit 6% soll lief.


    Hab erstmal 9% gewählt. Und siehe da: Heureka!


    Seit einer Woche verbrenne ich Dachlatten ohne Probleme!


    Beim Anheizen die Türe schon früh bei ca. 85 Grad zu und dann entwickelt sich nicht so viel Glutstock, dass es zur Verstopfung kommt. Ich kann mir zwar die "chemischen" Zusammenhänge nicht genau herleiten - wollte Euch aber wissen lassen, dass das anheben des RestO2solls bei Pfurztrockenem und kleinem Hilz wie Dachlatten bei mir zu einer extremen Verbesserung im bezug auf oben beschribenes aproblem fürhte.


    Vg,
    BlubbiZu viel Glut / verstopfte Düse bei staubtrockenem Bauholz (Dachlatten/OSB)

  • Du freust Dich, endlich mal Holz was trocken ist und dann....
    Da hat man nun einen hochwertigen Kessel mit Elektronik und Messonden und freut sich das er alles regelt. Es fehlt also noch eine Reglung die die Holz Feuchtigkeit bei Dir die Trockenheit miißt und in die Reglung einberechnet.
    Ich hatte Balkenwerk aus einem alten Bauerngut verheizt. Füllraum voll gelegt und nach sehr kurzer Zeit war die Kesseltemp und AGT über ihren normalen Werten angestiegen.
    Stell Dir vor Du bist nicht handwerklich und pfiffig begabt und mußt den Service Dienst kommen lassen..........
    Fazit kein Kessel mit noch soviel ........ ist vollkommen.

    Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist. Dalai Lama

    https://zitatezumnachdenken.com/dalai-lama


    Mit freundlichem Gruß Jürgen


    Ekomet mini Plus

    2 x 1000 lt Puffer

    Propangas GK De Dietrich

    WW Boiler 300 lt

    UVR 1611

  • Wenn man so trockenes und kleines Holz verbrennt musst du was an der Primärlufteinstellung verändern.
    Das Problem ist einfach das zuviel davon in der oberen Kammer in Brand gerät.


    Nach möglichkeit von Anfang an mit sehr wenig Primärluft und Lüfter arbeiten.


    Beim Anheizen ist es wichtig das nicht zuviel in Brand gesetzt wurde, sonst gibt es kaum noch möglichkeiten zu verhindern das sich der Kessel nicht irrgendwann verschluckt.

  • Genau das ist wohl passiert. Aber mtit dem anheben des Soll-Rest-O2 und mit dem frühen zumachen der Anheizklappe ists bisher nicht mehr passiert und es gab keine Probleme.


    Könnt Ihr mit erklären, warum der höhere Soll-O2 eine entsprechende "positive" Wirkung bei trockenem Holz hat?


    Ist das so ähnlich wie beim Verbrennungsmotor und dem stochiometrischen Gemisch (oder wie das hiess...). Spritze ich mehr Benzin ein, als eigentlich für die perfekte Verbrennung gebraucht wird, "kühle" ich mit dem Überschuss an Benzin den Verbrennungsvorgang und es wird hinten nicht so heiß?


    Ist da eine gewisse Analogie zum Holzvergaser und dem O2?


    frohe Ostern!

  • Die Lösung sehe ich eigentlich ausschließlich beim frühen schließen der Anheiztür. Ich würde bei derart trockenen Holz wohl komplett auf das offen halten zum Anfang verzichten.


    Beim Restsauerstoff müsste halt auch geklärt werden ob die Sonde noch tatsächlich das misst was sie soll bzw. die Steuerung die Werte anständig auswertet. Bei meinem Wood and Pellet lässt sich die Sonde entsprechend Nachkalibrieren.
    Nach meiner Erfahrung ist es eigentlich immer eher von Vorteil unter 6% zu fahren statt darüber.


    Bin gespannt was noch für Meinungen dazu kommen.

  • Kurz Antwort...
    Bei mehr Rest O2. Gibt es weniger Flammabriss. Und einhergehend damit weniger Qualm im Quartier.
    Ruedi

    Schmid Zyklotronic 20kW. 1800 l Speicher, 600 l Solarboiler an 6m2 Solarfläche.

    Offene Anlage mit 180l Expansionsgefäss, keine TAS installiert!

    Traktoren: Meili DM 36 Jg.60, MF 254 Jg.78 4m Holzerwagen Jg.88

    Werkzeuge:Geba Brennholzfräse, Vogesenblitz 16t Spalter und El. Spalter 5t, 7 Motorsägen, Biber mit Stihl461 als Antrieb. + Jede Art von Äxten!
    Für Spass und Stromlose Zeiten: Küchenherd TL- Tech Bo 80 mit ca 8kW
    Total 220 m2 beheiztes Chalet, total ca 10-12 Ster pro Saison.

  • Hallo Norbert alias @m900,


    zunächst mal meinen Glückwunsch zum 3. Kind, und ich hoffe dass Mutter und Kind gesund sind!


    Na auf jeden Fall hab ich wie bisher ersteinmal ohne wenn und aber den Ofen voll gemacht. Bis oben hin mit Dachlatten und Resten.Nach ner Stunde lag dann plötzlich dichter übelriechender Nebel über der gesamten Nachbarschaft.


    Ich also in den Keller und mal geschaut was los ist: O2 schwankte extrem. Untere Kalppen ungewöhnlich weit offen (zwischen 60 und 80%) und Primärluft bei Minimum 15%.


    Dachlatten:
    Du weißt aber schon, dass "mann" den Füllraum eben nicht ausschließlich mit Kleinzeug vollpacken soll? Und Dachlatten sind auf jeden Fall Kleinzeug. Damit kommt die Steuerung des ETA mit den Standardwerten eben nicht klar. Es entsteht zu viel Holzgas, das dann nicht mehr komplett verbrannt werden kann und ungenutzt durch den Schornstein entweicht. Kannst du nicht wenigstens in den unteren 2 Lagen "normales Holz", z.B. Balken oder ähnliches legen?


    Anheiztüre:
    M.E. spielt es (beim ETA) keine Rolle, ob man die Anheiztüre etwas länger offen lässt. Das bekommt die Steuerung normalerweise gut in den Griff. Im Gegenteil: Macht man die Anheiztüre zu früh zu, kann es sein, dass die Vergaserflamme noch nicht gezündet hat - oder wieder ausgeht. Bis zur Zündung qualmt es dann aus dem Schornstein. Ich mache die Tür manchmal auch schon bei 80 Grad zu, aber nur wenn ich sicher bin, dass die Flamme gezündet hat und nicht wieder ausgeht. Dazu muss man halt vor dem Kessel knieen und durch das Schauglas schauen. :)


    Rest-Sauerstoff:
    Die Fröling-Kessel haben meines Wissens einen Einstell-Parameter "sehr trockenes Holz". Dieser Parameter sorgt dann auch dafür, dass der Kessel mit mehr Rest-O2 fährt. Mehr Rest-Sauerstoff bedeutet zum einen "toleranteren Abbrand", zum anderen aber auch weniger Effizienz, weil mehr "unverbrannte Luft" durch den Kessel gezogen und erwärmt durch den Schornstein geblasen wird. Da die Luft nur zu 21% aus Sauerstoff besteht, bedingt jeder Anteil O2 (Luft-Sauerstoff) zusätzlich vier Anteile N2 (Luft-Stickstoff).


    Wenn du weiterhin den Kessel komplett mit deinen Dachlatten "füttern" willst (entgegen der Empfehlung von ETA), dann bleibt dir wohl nichts anderes übrig, als den Abbrand mit erhöhtem Rest-O2 zu fahren. Damit hast du zwar ebenfalls erhöhte Verluste, aber es qualmt wenigstens nicht mehr.


    Primärluft reduzieren:
    Wie @Randy auch schon geschrieben hat, kannst du versuchen die Primärluft zu reduzieren um im unteren Grenzbereich weniger Holzgas zu erzeugen. Evtl. kannst du dann auch den Rest-O2 wieder etwas reduzieren.


    Ich habe das an meinem Kessel wie folgt gemacht (Auszug aus meinem "Protokoll"):
    [cbox]a) Kessel / StellMot.Oben / Min = 15% --> 12%
    Ziel: Weniger Primärluft bei zuviel Holzgas


    b) Kessel / StellMot.Oben / PLuftMin O2>100% = 15% --> 10%
    Ziel: Erzwingung Min.Primärluft wenn Sekundärluft >= 100% (wg. 2%-Genauigkeit der Stellmotoren)
    [/cbox]


    Übergang in den Teillastbetrieb:
    Der Vollständigkeit halber noch der Hinweis auf den Parameter Kes-PufMITT-DIF = 20°C (Standard-Einstellung)
    Ich hatte diesen Parameter über zwei Heizperioden auf 40° C verdoppelt, um den Kessel früher in Teillast zu fahren und damit einen längeren Abbrand zu erzwingen. Während dieser Zeit hatte ich immer wieder Verpuffungen und demzufolge Rauchgeruch im Heizraum. Diesen Winter habe ich zufällig beobachtet, dass die Steuerung bei Erreichen dieses Grenzwerts die Drehzahl des Saugzuglüfters relativ schnell reduziert. Je nachdem was für Holz im Kessel war (verheize auch viel Kleinzeug) sind in dieser Übergangsphase Verpuffungen aufgetreten. Seit dem ich diesen Parameter auf 30°C reduziert habe, sind die Verpuffungen verschwunden! Dies nur als Hinweis, falls du diesen Wert ebenfalls erhöht hast.


    Viel Erfolg wünscht
    Karlheinz

    Seit Juni 2011:

    ETA Twin: SH30/P25 "noTouch" (Füllraum 150 Liter)

    Hopf Pelletaustragung: 6x UniWok-Saugsonden (Selbstbaulager für 6 to)

    Paradigma Pufferspeicher: 2x Aqua Expresso (1090 + 958 Liter; seriell verbunden)

    Paradigma FrischWasserStation

    Paradigma VRK-Anlage: 2x CPC21 Star Azzurro Solarpanel (10m²; Aqua-System ohne Glykol)

  • Bei mehr Rest O2. Gibt es weniger Flammabriss.

    Ist bei mir irrgendwie anders. Wenn ich den rest O2 über 6% fahre habe ich ständig Probleme das mir die Sekundärluft die Flamme auspustet. Allerdings fahre ich meinen Kessel auch mit extrem niedriger Lüfterdrehzahl. Zwischen 15 und 30%.
    Wahrscheinlich ist das der Grund warum sich das nicht mit meinen Beobachtungen deckt.

  • Hallo Randy, das kann bei deinem Kessel wirklich anders sein!
    Bei meinem ist der waagrechte Durchbrandtunnel ca. 10 cm lang, bis es in die runde Brennkammer geht, und bei diesen Gegebenheiten gibt es bei Verpuffungen keinen Sauerstoff mehr kurzfristig im Zyklonbrennraum, daher dann auch Flammabriss etc... Etc...
    Bei deinem oder den Etakesseln ist es zw. Füllraum und Brennkammer merklich weniger Weg, deshalb das andere Verhalten.
    Gruess Ruedi

    Schmid Zyklotronic 20kW. 1800 l Speicher, 600 l Solarboiler an 6m2 Solarfläche.

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  • Hallo Karlheinz,


    komme erst jetzt zum Antworten. Wir haben Nachwuchs bekommen. Ich weiß nicht genau mit wem Du mich verwechselst - Aber ich bin nicht der Norbert. Höre eher auf Benedikt;-)


    Das mit Teillast war mir schon bekannt - dazu habe ich hier vor ein paar Jahren schon eine kleine Abhandlung geschrieben. Ebenso habe ich auch die Absenkung des Primärminimums und des Fixums für Primär wenn Sekundär voll offfen.
    Das war bei mir vor ein oder zwei Jahren nötig um das Gribhackgut und die Sägespäne zu heizen.


    Was die Anheiztüre betrifft und Deine Ausführungen ist bei mir wohl schlicht nicht relevant, da ich ein etwas anderes "Verfahren" als die meisten anderen hier verwende und davon auch nicht abkehren werde;-)
    Wir beziehen Tageszeitung und so heize ich an, wie auf meinemVideo bei Youtube zu sehen: Unten eine komplette Tageszeitung (Seiten einzeln geknüllt - das übernimmt immer mit viel Leidenschaft mein 3 und /oder 1,5 Jahre alter Gehilfe) rein und dann meist nach Vorhandensein ein paar dünnere Sachen und dann willkürlich srauf was eben daher kommt vom Stapel.


    Seit Einbau des Ofens habe ich so kein einziges mal einen nicht-erfolgreichen Anheizvorgang. Außerdem dauert mein Anheizen so nur selten länger als 2-3 Minuten. Also der Zeitraum der offenen Anheiztüre.


    Deine Ausführung zum Restsauerstoff klingt sehr logisch. Danke hierfür!
    Genau wie Ruedi schon geschrieben hat erklärt das, warum ich weniger Qualm und Flammabrisse habe. Es ist also im Prinzip so ähnlich wie bei den von mir zitierten Verbrennungsmotoren...


    Vlg und frohe Ostern!

  • Hallo Benedikt @m900,


    sorry für die Verwechslung mit "Norbert". Das kommt davon, wenn man nicht nochmal nach älteren Beiträgen forscht. :whistling:


    Ich sehe schon, du gehörst zu den fortgeschrittenen ETA-Heizern und hast den Kessel im Griff. 8)


    Nichts für ungut und noch viel Spaß mit deiner Kinderschar.


    PS: Wir haben auch eine Tageszeitung, dennoch bevorzuge ich die "ein-Blatt-Papier-Anzündmethode". :D


    Österliche Grüße von Karlheinz.

    Seit Juni 2011:

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