Planung einer neuen Heizungsanlage - Vergaser-Anschluss über Fernwärme - PaulElch

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  • Hallo liebe Mitglieder,


    ich plane eine neue Heizungsanlage. Hier die Eckdaten für die neue Anlage:


    Wie wird Dein Haus im Moment beheizt?


    Ja - mit einer Ölheizung, Baujahr 70er Jahre


    Wie groß ist die zu beheizende Wohnfläche m² (Bitte nur Ziffern eingeben)?


    180


    Steht das Haus in kalter hochgelegenen Gegend,oder Flachland?


    Flachland, Dorfzentrum


    Einschätzung der Wärmedämmung des Hauses (sehr gut/gut/mittel/schlecht/ oder wird demnächst)(Fenster/Türen/Keller/Boden)?


    mittel, Fenster ca. 8 Jahre alt. Haus Baujahr 1970, vollunterkellert, Heizkörpernischen werden neu isoliert


    Wie hoch war dein bisherige Energieverbrauch lt/m³/KWh (Öl,Gas,Strom) im Jahr?


    k.a. - Haus stand 7 Jahre leer und wurde nur überschlagen geheizt.


    Stückholz? (Je nach Außentemp und Puffer Volumen 1 max 2 x am Tage heizen und wenn Kessel nach x Stunden leer ist nachfüllen) Holz muß gekauft werden > ins Grundstück transportieren > auf entsprechende Länge gesägt > gespalten > gestapelt > jenach Holzart mind. 2 - 3 Jahre trocknen jedes Jahr für sich
    Pellet? (Die Beschickung des Kessel funktioniert automatisch über Förderschnecke. Man muß trotzdem täglich kontrollieren) Ein Vorratsbunker der trocken sein muß in der Nähe des Kessels - Alternativ gibt es gr. BigBags
    Solar geplant?


    Wir haben im Nebenerwerb einen Holzbetrieb mit einem Sägespaltautomat. Dabei fallen jede Menge Spaltabfälle an, die ich gerne verheizen möchte (reinschaufeln). Zusätzlich soll die Möglichkeit bestehen Stückholz zu verbrennen (Buche, 2 Jahre alt, Fichte usw. )
    Der Holzvergaser soll in der Scheune nebenan stehen, die Puffer im Keller des Wohnhauses - verbunden über eine Fernwärmeleitung (ca. 5-6 Meter Distanz)
    Die Erweiterung einer Solaranlage zur Brauchwassererhitzung wäre denkbar und soll als Option offen gehalten werden.


    Hast Du schon eigene Vorstellungen über welchen Kessel Typ (Stückholz/Holzbrikett, Pellet etc.) und wie viel KW Heizleitung der neue Kessel haben soll?


    Stückholzkessel für 50cm Scheite von z.B Hargassner, Koeb, HDG, Viessmann, ETA usw. (z.B. HDG Euro 30-50)


    Wie soll Die WarmWasser Bereitstellung er folgen, Wärmetauscher im Puffer; Externen WW Puffer;Externer Wärmetauscher oder anders?


    Wärmetauscher im Puffer oder externer zusätzlicher Puffer. Beides ist denkbar. Platz ist vorhanden.


    Man rechnet für das Puffer Volumen ab 55 lt/Kw. Die BAFA verlangt für die Kessel 55 lt/Kw. Der ideale Wert liegt bei 100 lt/Kw. Gedanken gemacht über das Fassungsvermögen (lt.) der dazu benötigten Puffer?


    ca. 4000 Liter Puffervolumen sind geplant


    Ist die nötige Stellfläche dafür vorhanden einschließlich der Puffer/Ausdehnungsgefäß/Pumpen etc.?


    Puffer sollen in den Keller kommen. Alte Öltanks werden herausgerissen. Brenner in die nebenstehende Scheune, Platz ist ausreichend vorhanden.


    Hast Du schon mit Deinem zuständigen Schornsteinfegermeister darüber gesprochen?


    Nein noch nicht. Kamin wird aber in der Scheune neu gemacht (Edelstahlkamin an Außenwand der Scheune)


    Hast Du schon bei einem Heizungsbauer ein Angebot machen lassen?


    Nein, noch nicht.


    Hast Du schon "genügend" (abhängig von der Kessel Kw) Holz getrocknet
    auf dem Grundstück zu liegen? Hast Du genügend Fläche im Grundstück zur Lagerung des Holzes?
    Bedenke Holz muß zwischen 2 und 3 Jahre an der Luft (oben abgedeckt) trocknen können. Jede Holzlieferung getrennt lagern (Verwechslungsgefahr)


    Durch eigenen Holzbetrieb gepachtete Fläche mit ca. 500 Festmeter Holz! In der Scheune massig Platz um Holz zum Verbrennen einzulagern.


    Weitere Informationen:


    Hallo zusammen,


    ich würde mich über ein paar Tipps zu einem guten Holzvergaserkessel freuen, den ich vor allem neben der Stückholzbefeuerung mit Sägespaltabfällen befüllen kann. Der Vergaser soll in der Scheune nebenan stehen, die Verbindung erfolgt über eine Fernwärmeleitung zum Haus. Die Pufferspeicher sollen im Haus stehen. Die Option das Brauchwasser im Sommer über Solar zu erhitzen wäre sinnvoll.


    Vorab schon vielen Dank für Eure Hilfe.


    Viele Grüße
    Tobias


    Vielen Dank

  • Hallo Paul!


    Bedenke dass Dein "Neuer" dich doch einige Jahre begleiten wird und in dieser Zeit sicherlich die eine oder andere Reparatur (Ersatzteile) anfallen wird!



    Schau dir verschieden bestehende Heizungsanlagen deiner Größenordnung an und sprich mit den Betreibern, besonders über das was sie bei einer Neuanschaffung anders machen würden.


    Schau auch darauf dass deine Transportwege zum Kessel eben und mit Schubkarre oder ähnlichem für den Holztransport befahrbar sind.


    Kontaktiere nachdem ein Kessel in die engere Wahl gekommen ist die entsprechenden Installationsbetriebe im Umkreis (und hinterfrage ob sie sich mit dem Kesselfabrikat gut auskennen)!


    HV Kessel gibt es wie Sand am Meer, gute kannst Du auf einer Hand abzählen, du brauchst nich den "Luxuskessel" mit automatischer Zündung, aber er sollte einen großen Füllraum und eine gute Abbrandregelung haben, eine integrierte Schwelgasabsaugung wäre auch kein Nachteil!


    Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich z.B. den Fröling oder den Strebel Thermostrom empfehlen, sind zwar nicht die billigsten, aber besonders letzterer funktioniert sehr gut und die Schamottesteine bzw die Düse (aus Manganstahl) haben eine sehr lange Lebensdauer.


    Ein altes Sprichwort besagt wer billig kauft, kauft teuer! da ist einiges wahr dran.

  • Hallo Paul!


    Ergänzend noch einige Anregungen, da der Kessel in der ehemaligen Scheune (ich nehme mal an ein Holzbau) stehen wird mußt Du sowieso einen Heizraum errichten, mach ihn so groß dass der Kessel und 2 gefüllte Schubkarren Holz bequem hineinpassen.


    Du darfst im Heizraum sowieso kein Brennmaterial lagern (wird im Brandfall als Fahrlässigkeit gewertet)!


    Mach eine ordentliche Beleuchtung hinein, 2 Leuchtstoffbalken über einen Bewegungsmelder kosten heute nicht mehr die Welt!


    Errichte den Heizraum aus Ziegelmauerwerk mit einer Brandschutztüre, Du musst den Heizraum sowieso in F-90 ausführen, ziehe vor allen Arbeiten den zuständigen Rauchfangkehrer hinzu und plaudere alles gut mit ihm durch, lass dir bestätigen welchen Kamin er haben will und wie groß die Zuluftöffnung sein soll.


    Lass dir nicht einreden dass ein "Heizraum" eine ZU und Abluft haben muß, das ist schwachsinn und führt nur dazu dass in einer kalten Winternacht irgendwelche Leitungen einfrieren.


    Nimm für die RL-Anhebung wenn möglich einen elektronisch geregelten Mischer und für die gesamte Regelung eventuell eine UVR1611 die erledigt die ganzen Funktionen bereits mit der Werkseinstellung (nur die RL-Gruppe muß man dazuprogrammieren, ist aber kein großer Aufwand.


    Die "Fernwärmeleitung" bis in den Keller zu den Pufferspeichern ist heute "Standardware" und kann abgepasst bestellt werden, samt den nötigen Übergangsverschraubungen.


    Für sämtliche Elektroleitungen lege dazu 2 Stk 70-er HT Rohre neben die Fernwärmeleitung in die Künette, 1 für Netzspannung und 1 für Schwachstrom (Fühlerleitungen), um eventuelle Mäuse abzuhalten nimm ein Plastiksackerl mit einem Drahtwaschl (Topfreiniger) drin und stecke dies in die Rohre und spritze das Sackerl mit PU-Schaum aus!
    Zusätzlich auch eine Wasserleitung und wenn nötig einen Abfluss!


    Für Deinen Bedarf rechne ich mit schätzungsweise einem 32-er HV Kessel sowie 2x 1500 bis 2000 L Puffervolumen!


    Sollten weitere Fragen auftauchen, dann einfach posten.


    Grüße Hannes

  • Hallo Hannes,


    vielen dank für deine ausführlichen Tipps.
    Mit dem Kaminfeger habe ich bereits gesprochen und er hat mir auch schon den richtigen Platz und den entsprechenden Kamin empfohlen.


    Als Ofen tendiere ich immer mehr zum HDG Euro 50. Der gefällt mir am besten, da ich da auch Hobelspäne und Spaltabfälle verfeuern kann. In der Scheune kann ich dann rückwärts mit dem Hänger an den Heizraum fahren und die Spaltabfälle etc. abkippen. Gibts es dazu Erfahrungen von euch? Was denkt ihr über den Kessel?


    Kann mir jemand sagen, welchen Durchmesser ich bei den Fernwärmeleitungen benötige? Ich habe diesen Anbieter hier gefunden: http://www.rainbow-tech.de/erdleitung.html
    Kennt den jemand und kann was dazu sagen? Oder hat mir jemand noch alternative Händler/Links o.ä. wo man eine Fernwärmeleitung herbekommt?


    Viele Grüße
    Tobias

  • Hallo Tobias,


    als alternative kannst du auch ein KG verlegen und dort mit 100% Dämmung versehen Rohre verlegen so habe ich das auch gemacht.


    Sonnige Grüße Reiner

    Sonnige Grüße Reiner

    ETA BK 15 mit Saugzuggebläse und Lambdasonde geregelt mit UVR16x2

    3 X 800 l PS zwei mit Solarwendel und 14 m2 FK mit einem CTC 265 EM als

    Backup und LUVANO 10kW geregelt mit zwei UVR16x2, UVR610 mit CAN-I/O45

    CAN-MTx2 und CMI für eine DHH mit Anbau und 110m2 Heizfläche

  • Hallo Tobias


    ob Du einen Heizraum brauchst, darauf kann Dir nur die Feuerungsverordnung (FeuV) Deines Bundeslandes Auskunft geben.
    Bei uns in Bayern braucht man einen Heizraum erst ab 50 kW Nennleistung.
    Ich habe deshalb meinen 49 kW Kessel in einen Technikraum gestellt und den Raum auch im Eingabeplan für den Kamin, so bezeichnet.
    Für die Errichtung des Kamins brauchen wir bei uns einen Bauplan. Und wenn im Plan Heizraum drinsteht muss man auch einen Heizraum bauen.


    Der Unterschied scheint auf den ersten Blick nicht mal so groß zu sein.
    Hier in Bayern gilt z.B.: Heizräume müssen Wände und Decken min. feuerbeständig (T90) sein haben und Türen feuerhemmend (T30). (Technikraum keine Anforderungen). Außerdem dürfen Heizräume für nichts anderes genutzt werden. (ich habe dort z.B. mein Hauswasserwerk untergebracht - im Technikraum erlaubt). Heizräume für feste Brennstoffe benötigen eine Tür ins Freie oder eine Türe in Flure die die Anforderungen an notwendige Flure erfüllt. (brauche ich beim Technikraum nicht). Heizraumtüren müssen in Fluchtrichtung aufschlagen (Ist mir egal - hab ja einen Technikraum). Heizräume müssen entsprechende Öffnungen nach aussen (Zu- und Abluft) haben. Beim Technikraum muss ich nur" die Verbrennungsluftversorgung" gewährleisten - habe ich über zusätzlichen Zug im Kamin gelöst vorher mit dem Kaminkehrer abgesprochen.


    Übrigens nach der bayerischen FeuV §6 gilt Die Heizräume dürfen nicht anderweitig genutzt werden, ausgenommen zur Aufstellung von Feuerstätten für flüssige und gasförmige Brennstoffe, Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke, ortsortsfesten Verbrennungsmotoren und für zugehörige Installationen sowie zur Lagerung von Brennstoffen. - Brennstofflagerung im Heizraum scheint also in Bayern erlaubt zu sein.


    Man hat also in Bayern bei einem Technikraum kaum Anforderungen. D. h. ich kann eine Standardtüre verwenden, könnte die Wände ohne großen Aufwand in Trockenbau erstellen usw. - und keinen juckt es. Es ist schlichtweg erlaubt.


    Nichts desto trotz habe ich meinen Technikraum gemauert, (F90) eine F60(B) Decke spendiert und einen feuerhemmende Türe (aus der Bucht)eingebaut. Die Fluchtweganforderungen bzgl. Flur kann ich in meiner Holzhalle nicht mit vernünftig (also bezahlbaren Mitteln) erreichen, brauche ich aber auch nicht.


    Architekten schreiben sehr gerne Heizraum in die Pläne, da Sie an der Gesamtbausumme verdienen (HOAI) und die Erstellung von Heizräumen teurer ist, als die eines Technikraumes. Oder Sie kennen den Unterschied zwischen Technikraum und Heizraum einfach nicht........


    Ich würde an Deiner Stelle nach einer möglichst großen Türe Ausschau halten. Wenn Du die Spaltabfälle verbrennen willst bist Du auf eine große Zugangstüre angewiesen, da das effektive Gewicht Deines Brennstoffes (Dichte) ziemlich gering ist. D.h. Du wirst den HV oft füttern müssen und brauchst einiges von dem Zeug. Ich verbrenne das in der Übergangszeit, wenn ich wenig Wärme brauche.


    Wert beim HV solltest Du darauf legen, dass Du einen möglichst großen Füllraum hast, sonst kannst Du das mit dem vernünftigen Verbrennen von Spaltabfällen vergessen. (Nachlegeintervalle) Und der Kessel sollte das auch ab können. Es gibt Kessel, die auch für den Betrieb mit Hackschnitzel geeignet sind und ein entsprechendes "Abbrandprogramm" haben. Für Sinnvoll würde ich auch einen Toplader ansehen, da Du dann einfach mit einer Schütte oder großen Schaufel von oben einwerfen kannst, Frontlader mit einigem an Tiefe sind für diese Art des Brennstoffes m. M. nach eher ungeeignet.


    Ins Auge solltest Du auch einen Frostschutz fassen. Wenn der HV mal nicht laufen kann und man hat Wetterbedingungen wie sie im Moment vorherrschen, kann es bei der von Dir geplanten Aufstellung durchaus mal richtig kalt im Heizraum werden. Ich warte derzeit auf eine Brennkammer und kann deshalb nicht heizen, aber mein Rücklaufmischer ist offen und durch die Schwerkraftzirkulation wird mein Kessel von den warmen Pufferspeichern "warm" gehalten. Die Wärme schöpfe ich mit der Solaranlage ab und der Frostschutz kostet mich so nichts.


    Ich habe meine Leitungen aus verzinktem Stahlrohr gemacht, nach ENEV gedämmt und nochmals zusätzlich einen 9 mm Schlauch darüber gezogen. Das ganze in KG Rohr eingezogen und verbuddelt...... Funktioniert recht gut. Allerdings würde ich das ganze heute entweder aus Edelstahl oder Kupfer machen. Zink im Heizsystem kann Probleme hervorrufen - aber hinterher ist man halt immer schlauer........


    ciao Peter


    Nachtrag: Lopper Drummer hat großen Füllraum, ist Toplader, hat Programm für Hackschnitzel, (kleinformatiges Holz) -
    kann ich Dir trotzdem nicht guten Gewissens empfehlen - Ich warte seit Mitte November auf eine Nachbrennkammer und werde immer weiter vertröstet. Also schlichtweg "perfekter" After Sales Service in der Premiumpreisklasse. (Nur meine Meinung - wer etwas Sarkasmus findet darf ihn behalten).

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