Schornsteinsanierung

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  • Hallo,


    nachdem ich nun über eine Zeit geheitzt habe, komme ich zu dem Schluss das bei mir eine Sanierung des Schornsteins wohl sinnvoll und wahrscheinlich auch alternativlos ist wenn ich nciht dauerhaft mit 170 Grad AGT heize.


    das ganze soll in eigenregie Erfolgen. Der Kamin ist gerade und man kann den neuen Edelstahleinsatz von oben super einschieben. Diesbezüglich sollte es keine Probleme geben.


    Nun hab ich im Netz mal ein wenig gesucht und festgestellt das es anscheinend unendlich viele Varianten zu stark abweichenden Preisen gibt. Natürlich nimmt jeder für sich "Beste Qualität" in Anspruch.


    Worauf sollte man bei einem Set achten? Ich habe gelesen das es im Idelfall Russbrandbeständig sein sollte. Aber auch hier gibt es wieder utnerschiede .. die einen schreiben Russbrandbeständig bis 800 Grad, der nächste bis 1000 Grad.


    Nächste Frage wäre die Wandungsdicke. Hier gibt es auch von 0,4 mm bis 0,8 mm.


    Wiviele "Seitenhalter" sollten verplant werden?


    Hat hier jeamnd Erfahrung und kann mir ein paar Tipps geben?


    Danke Patrick

  • Findet sich kein Experte der unserem Patrick Auskunft geben kann?

    Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist. Dalai Lama

    https://zitatezumnachdenken.com/dalai-lama


    Mit freundlichem Gruß Jürgen


    Ekomet mini Plus

    2 x 1000 lt Puffer

    Propangas GK De Dietrich

    WW Boiler 300 lt

    UVR 1611

  • moinsen


    Ich bin da kein experte aber habe selber im inet so einen Schornstein gekauft. 180er Durchmesser einwandig.


    Da du nen Vergaser betreibst würde ich nen Isolierten Schorni nehmen, Abstandhalter habe ich auf rund 10m 5 Stck. verbaut, diese werden mit nem Schellband um das Rohr befestigt, und werden so gebogen das sie im Schornstein zentriert werden, mehr ist das nicht.
    Wichtig ist der obere Anschluss, man muß halt gewährleisten das der Schornstein sich nach oben ausdehnen kann, denn bei Wärme dehnt sich ja Metall aus.
    0.8 mm würde ich nehmen denn er soll ja auch ein bisschen halten, 0.4mm halte ich persönlich für zu wenig denn so hoch vergütet ist der Stahl nun auch nicht.


    Ich würde immer den Schornsteinfeger mit ins Boot holen zwecks Durchmesser und der Rußbrand Beständigkeit außerdem freut er sich wenn er gefragt wird :)



    Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen


    Gruß Matze

  • Ich kann nur von uns berichten:


    Der Schorni nimmt unter 0,6mm nichts als Sanierung ab.
    Rußbrandbeständig heißt nur, er hält die DIN mit Temp und Zeit ein, bis er auch aufgibt. Bei einem Brand gibt es IMMER Bauschäden am Kamin, egal ob gemauert oder eingezogen.
    Schamottekamine platzen gerne auf, Edelstahl brennt stellenweise durch, Ziegel platzen oder die Mörtelfugen lösen sich danach auf.


    Egal welche Variante: Nach einem -richtigen- Kaminbrand, machst du den Schlot neu. Wir haben hier eine Firma die Saniert nur in 0.8 /1mm Edelstahl inkl Dämmschüttung und Abdeckung. Das hat dann Hand und Fuß.


    Lassen sollte man die "Offene" Bauweise, gerade wenn der originale schon feucht ist. Durch auskühlen und ausheizen, ziehtes immer wieder feuchte Umgebungsluft rein und der wird nicht trocken. Ebenso sollte man ggf darüber nachdenken, den Kamin vorher ausfräsen zu lassen. Denn wird eine Schüttung eingebracht, kann die vorhandene Feuchtigkeit NUR nach innen in die Wohnräume weg. Hat man den Schnodder noch im Schlot, bringt das auf lange Sicht hin ekeligen Muff mit sich, der Kahre braucht um auszugasen. Dann fängt man im Innenraum an zu basteln...auch bescheuert.

  • Hallo Patrick


    Ich habe meinen Kamin auch vor 10 Jahren mit Edelstahl saniert.


    Habe einen Bausatz Jeremias von heiz-discount.de verwendet.
    Das war die günstigste Alternative die eigendlich nur einen Bruchteil gegenüber den anderen Anbietern gekostet hat.
    Kostenpunkt : ca 700 Euro 11 m ; 2 Kamintüren 0.6 mm Wandstärke; 150 mm Durchmesser.


    Einfache Montage : alten Kamin für Kondensatschale; Kamintürl ; Anschlussstück ausstemmen - die übrigen
    Längenelemente mit Seil herablassen (oben am Kamin zusammenstecken) - bis zum oben Kamintürl (Dachboden)
    restliche Elemente anfügen - Kopfabdeckung am alten Kamin anschrauben -fertig.


    Ich habe kein Silikon zwischen den Verbindungsstücke verwendet - ist lt Raufangkehrer möglich ,meiner hat auch so
    die Dichtigkeitsprüfung von Rauffangkehrer geschafft .


    Tipp: den Edelstahlkamin so groß wie möglich machen ,das nur wenig Luft gegenüber den alten Schlot bleibt (ca 2 cm);
    ev. mit einen oder 2 Rohrstücken die Gängikeit des Kamins durchgehend prüfen.
    Kamin so hoch wie möglich ,jeder Meter mehr bringt die Dunstglocke um 10 m weiter weg von Haus und der
    Verdünnungseffekt wird höher (darum baut die Industrie so hohe Kamine).


    Wie gesagt keine Hexerei ; die Bereiche die wieder zugemauert werden (Putztüren -Anschlussstücke)habe ich mit
    Temperaturbeständiger Glaswolle isoliert.


    Habe in den vergangenen Jahren sicher einige Russabbrännte gehabt (alter Holzvergaser ; falls gezielter Abbrannt
    nur wenig Luft geben - Oben anfangen und Schneefall abwarten).


    dz fahre ich mit ca 120°C AGT im Hauptabbrannt und 105°C im Ausbrannt.


    Hoffe du hast jetzt einige Hinweise für deine Sanierung.


    mfg Ludwig

    Die wichtigste Erfindung der Menschheit ist:
    Bleistift und Papier


    v.T.A.Edison

  • Moin,



    um nicht unnötig Abgastemperatur im Schornstein zu verlieren - denn die benötigst Du für den Zug - ist eine Isolierung durchaus sinnvoll.
    Schüttisolierungen (z.B. Perlithe) haben sich leider nicht bewährt und werden heute nicht mehr verwendet. Durch die permanenten Ausdehnungen des Rohres (Honi soit qui mal y pense :D ) zerreibt sich die Schüttung und wird zu Pulver. Um dennoch eine Dämmung zu ermöglichen werden stattdessen Hartschalen aus Dämmfasern verwendet.
    Für das Geld bekommst Du aber auch fertige Doppelwandige Elemente (30 mm Dämmung) die einfach ineinander gesteckt, mit Schellen verbunden und sehr schnell aufgebaut werden können (Außenschornstein).
    Ob die dann vom Aussen-Ø in den Innenquerschnitt Deines Schornsteins passen, ist ja einfach zu ermitteln, ich würde diese "Fertig-Lösung" jederzeit dem anderen "Gefuckel" vorziehen.
    Für Feststoffkessel wird die Klasse "T 400" (Temperaturbeständigkeit) vorausgesetzt, die Wandstärke sollte wie @Bahnhof geschrieben hat mindestens 0,6 mm besser jedoch 0,8 mm sein.

    Werkzeuge:
    Kettenägen: Sachs-Dolmar 153, Husky 455 Rancher, Stihl 024AV, Dolmar Elektrosäge für Sonntags
    Wippsäge: Jansen SMA 700 mit Benzinmotor
    Spalter: Jansen 22 t stehend/liegend Spalter mit Benzinmotor
    Trecker: CFMoto Zforce 800

  • Hallo,


    vielen Dank für die Tipps. Ich kann meinen Schornstein ja trocken heizen bevor ich die neue Sanierung einbringe. Dauert zwar etwas ist aber eigentlich kein Problem. Aktuell gehe ich davon aus das mit steigender Außentemperatur der Schornstein von allieine wieder trocken wird.


    Der Jermias steht auch bei mir aktuell in der engeren Auwahl.
    Aber mal dumm gefragt. Warum isolieren? Das Kondensat bildet sich doch normalerweise sowieso im Inneren der Sanierung und läuft dann ab. Dank V4A sollte zumindest am Material dadurch kein Schaden entstehen.

  • Ein un-isoliertes dünnes Edelstahlrohr wirkt für die Abgase wie ein Kühlkörper, d.h. die Abgase kühlen an dem Rohr ab und verlieren dadurch an Auftrieb und werden immer langsamer - ähnlich einem Heißluftballon, der sinkt.
    Die Differenz der Abgastemperatur (die am Schornsteinkopf ankommt) in Relation zur Außenluft bestimmt den Zug des Schornsteins.
    Da nur die Menge Luft in die Brennkammer gezogen wird, wie Abgasseitig abgeführt wird, ist der Zug ein wesentlicher Bestandteil Deines Heizerfolgs.
    Ein Kessel mit integriertem Saug-/Zug Gebläse kann das kompensieren, ältere Kessel ohne Gebläse (oder Kaminöfen) bekommen u.U. jedoch richtig Probleme.

    Werkzeuge:
    Kettenägen: Sachs-Dolmar 153, Husky 455 Rancher, Stihl 024AV, Dolmar Elektrosäge für Sonntags
    Wippsäge: Jansen SMA 700 mit Benzinmotor
    Spalter: Jansen 22 t stehend/liegend Spalter mit Benzinmotor
    Trecker: CFMoto Zforce 800

  • Hallo Patric


    Ich habe festgestellt das der Kühleffekt eines unisolierten Edelstahlrohres nicht so hoch ist ,wenn es in einen Kamin eingezogen ist.
    Wichtig ist vor allen das der Abschuss an der alten Kaminkrone absolut dicht ist ,das keine Luftkonvektion stattfindet.
    Die Abstrahlverluste halten sich in Grenzen und trocken deinen alten Kamin im Laufe einer Heizperiode langsam aus.


    Bei meinen alten Holzvergaser hab ich mal versucht eine Luftvorwärmung zu machen (der hat Naturzugund eine sehr hohe Abgastemperatur so um 250°C ) indem ich zwischen alten Kamin und den Edelstahlkamin im Dachboden Luft eingeblasen hab und im Keller den Holzvergaser wieder zugeführt habe .
    Die Ausbeute war jedoch bescheiden (Luftvorwärmung ca 45°C ) jedoch der Aufwand (Kostennutzungsrechnung) für den Ventilator zu hoch (120W/STD) um eine entsprechende Luftströmung in den Keller zu erreichen (Gegenstromprinzip).


    Heute gehe ich den anderen Weg : den Luftdurchsatz durch den HVG so niedrig wie möglich zu halten (Restsauerstoffregelung) und die Abgastemperatur grenzwertig am Taupunkt des Abgases zu führen.
    (je 17°C höhere Abgastemperatur ergeben 1% Verlust).
    Je nach HVG sind jedoch Grenzen gesetzt (Modulationsgrenzen) so das man einen Kompromiß zwischen Abbranntverhalten
    (Brennkammertemperatur und Abgastemperatur) finden muß, ohne das Ofen und Kamin verkokeln.


    Hoffe das ich etwas zu deiner Entscheidungsfindung beigetragen habe.


    mfg Ludwig

    Die wichtigste Erfindung der Menschheit ist:
    Bleistift und Papier


    v.T.A.Edison

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