Fehler/Störung meiner Heizungsanlage - Flammenabriss beim Hargassner HV 20 nach dem Anheizen - Detlef63

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  • Hallo liebe Mitglieder,


    in meiner Heizungsanlage hat sich ein Fehler eingeschlichen. Hier die Fehlerbeschreibung und die Eckdaten der Anlage:


    Kesseltyp (Hersteller, Tpyenbezeichnung, Brennstoff)?


    Hargassner HV 20, Scheitholz 50 cm


    Baujahr der Anlage und Datum der letzten Veränderungen an der Anlage?


    2015


    Fehler trat ohne vorherige Änderung der Heizungsanlage auf.


    Welcher Brennstoff wird verwendet?


    Buche 1/2 Meter Scheiter, Feuchte ca. 16%,


    Welchen Schornstein verwendest Du?


    Edelstahlrohr, 9 m


    Befindet ein Zugbegrenzer im Schornsteinzug (Hersteller)?


    ja


    Lufteinstellungen: Wie sind Primärluft, Sekundärluft, Feuerzugregler, Luftstangen usw eingestellt?


    Automatisch


    Wie hoch ist die Kessel- und Abgastemperatur, wie lange benötigt der Kessel diese zu erreichen, wie hoch ist diese nach 1 Stunde Betrieb?


    Abgastemperartur steigt zügig auf ca.230 °C.
    Nach 1h ca. Kessel 75°C und Abgas 185°C.


    Bei Kesseln mit Gebläse (Saugzug oder ähnliches), wann läuft es an, wann schaltet es ab?


    Saugzug, läuft während des Betriebes


    Beschreibung der Hydraulik (Pumpen mit Einstellungen, Ventile, Rücklaufanhebung, Leitungsquerschnitte, Angaben zum Pufferspeicher usw)?


    Alles vorhanden, Puffer 1600 l


    Fehlerbeschreibung und weitere Angaben



    Hallo zusammen,


    ich bin neu hier und suche einen Rat zum Betrieb meines Holzvergasers.
    Vor ca. 2 Jahren bekam ich einen Hargassner HV 20, den ich bis jetzt mit 33cm Holzscheiten betrieben habe.
    Das Befüllen und Anheizen nach Vorschrift, so wie es in der Anleitung steht.


    Mein Vorrat an den kurzen Holzscheiten habe ich jezt verbraucht und bin nun bei den 50cm langen Stücken angelangt.
    Das für mich erstaunliche ist nun, dass der HV Schwierigkeiten beim Starten hat.
    Es kommt nach ca. 10 min für einen längeren Zeitraumt zum Abreißen der Flamme, die dann aber wieder zündet. Der Zugbegrenzer wird dabei richtig durchgeschüttelt.
    Der Sauerstoffgehalt schwankt dabei zwischen 3 und 8 %, die Abgastemperatur zwischen 230 - 180°C.
    Der Ofen regelt dabei so gut er kann.


    Das für mich unverständliche ist dabei, dass ich bisher beim Verbrennen der kürzeren Scheiter dieses Problem nicht, bzw. nur sehr selten hatte.
    Warum kommt es zu diesem ungleichmäßigen Brennvorgang? Kann es sein, dass durch das Anzündematerial ein zu geringes Glutbett entsteht?
    Oder verstopft ein Scheit die im Boden befindliche längliche Düse?


    Nach ca. 30 - 45 min läuft der Brennvorgang gleichmäßig und ruhig ab bei 6% O2 und 185°C Abgastemperatur.


    Über eine Antwort zu meinem Anliegen würde ich mich sehr freuen.


    Viele Grüße
    Detlef


    Vielen Dank

  • Hallo, wenn ich es richtig im Kopf habe ist der Hargassner eigentlich Baugleich mit dem ETA.
    Ich schaue beim Anheizen darauf dass die Düse nicht komplett abgedeckt wird. Bzw dass unter dem Holzstück welches über der Düse liegt noch etwas Holzkohle liegt. Dadurch kann das Gebläse die Luft sauber nach unten in die Brennkammer ziehen.
    Ansonsten empfehle ich dir dich mal im ETA Bereich umzusehen dort findest du mit Sicherheit Erfahrungsberichte von anderen Usern mit ähnlichen Problemen.


    Gruß
    Jürgen

  • Hallo!


    Schau bitte auch das du die Löcher der Primärluft im Füllraum nicht zu sehr mit Holz versperrst. Bei 30'er Scheiten konnte das ganz automatisch nicht passieren.
    Gruß Randy!

  • Hallo Randy,


    macht beim ETA absolut nichts aus! Da er die Einhängebleche seitlich dran hat sowie "Nasen" oberhalb der Löcher kann die Luft problemlos rein.
    Denke dass es beim Hargassner nicht anders ist.


    Das einzige was diese Löcher verstopfen könnte wäre zu viel Asche.


    Gruß
    Jürgen

  • Hallöchen.
    Schöner Holzkessel.
    Frage:
    Wie wurden die 33er eingeschichtet?
    Längs oder Quer?
    Wie werden die 50er eingeschichtet?
    Je nach richtung kann die düse verstopfen.
    Auch ist bei 50er nicht so viel Oberfläche da die ausgasen kann.
    Damt müsste man die Primärluft zum Start etwas reduzieren.

  • Hallo,


    die 33er habe ich immer quer und die 50er jetzt natürlich längs eingeschichtet.


    Das die 50er die Düse verstopfen könnten, daran habe ich auch gedacht.


    Ich werde gleich den Kessel neu befüllen und starten.
    Dieses Mal achte ich auf die seitlichen Belüftungslöcher, werde unter das Holz Holzkohle legen und feineres Material zum Anzünden verwenden.


    Gruß Detlef

  • Probier das mal so aus.Bei Holzkohle unten auf dem Boden kann es passieren das du nach einer halben Stunde einen Hohlbrand bekommst.
    Falls es so kommen sollte. Lege unten Dachlatten große Stücken auf den Boden und packe die Kohle über diese erste Lage.
    Damit legst du zwar nicht den Qualmfreien Start am Schornstein hin, (kann bis zu 10 min etwas rauchen) wirst aber im weiteren Abbrandverlauf so besser fahren.

  • Hallo,


    Wenn es um das Verstopfen der Düse geht, da kenne ich jemanden, der macht sogenannte Holzgasverteiler.
    Ich hatte meinen noch nicht so oft im Einsatz, aber ich hatte noch nie eine Verstopfte Düse. Oder Flammabrisse. Zumindest hörte ich nie etwas und mein Nachbar hat auch noch nichts gesagt.
    Melde dich dazu mal bei dem User @spikisveni


    Jan

  • Also an Hilfestellungen in diesem Forum mangelt es schon mal nicht, herzlichen Dank! 8o


    Zurzeit brennt der Kessel und ich beschreibe mal wie es gelaufen ist:


    19:33 Uhr - angezündet
    19:35 Uhr - Rauchgas 210°C, läuft ruhig
    19:38 Uhr - erster kurzer Flammenabriss
    19:40 Uhr -O2 springt von 8,3 bis 2,5% und zurück, Abgastemperatur von 230 - 180°C, Saugzug von 70 - 100% ja nach Lage.
    19:58 Uhr - ab jetzt brennt es gleichmäßig. 200°C Abgastemperatur, 6,0% O2, Primär- und Sekundärluft bei 20%.
    20:25 Uhr - 190°C Rauchgas, 5,8% O2, Primär: 21%und Sekundär: 16%


    Nach insgesamt 2h: 220 - 230°C Rauchgas, 5-6% O2


    Es brennt jetzt gut, nur etwas hoch in der Temperatur, meiner Meinung nach.


    Die Frage die ich mir stelle ist jetzt: Warum kommt es zu den anfänglichen Flammenabrissen? ?(


    Steht zu der Zeit nicht genug Holzgas zur Verfügung? Ich habe durch das Schauglas den Vorgang beobachtet: Erst ist eine kräftige Flamme zu sehen, die dann schwächer wurde, flackert und weg ist sie.


    Liegt das evtl. am Holz?


    Ich verheize im Augenblick Buchenäste, Stärke bis 10cm. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen alles gespalten. Die dicken Stücke sind an anderer Stelle gestapelt.


    Diese Buchenäste lagen etwas länger ungespalten und weisen Schattierungen im Holz auf. Hier gab es also schon eine leichte Veränderung durch Pilze oder Bakterien etc.


    Das Holz ist aber noch fest und nicht vergammelt.


    Kann es zu eine Reduzierung des Holzgases im gelagerten Holz kommen?
    Die Feuchte ist bei der Lagerung im Heizungsraum ( ich hole immer ein Kontingent auf Vorrat in den Raum) jetzt auf ca. 8 - 10% gefallen.


    Zu trocken ist auch nicht gut, oder?


    Grüße aus der Lüneburger Heide
    Detlef

  • Hallo,


    Ich denke deine Steuerung geht von der anheizphase in die Hauptphase etwas zu schnell mit der Primärluft runter. Also Kessel gibt Gas bis Abgastemperatur X. Nun bremst die Steuerung wahrscheinlich zu schnell die Primärluft und würgt ihn Quasi ab. Dem Kessel fehlt es an Holzgas. Geht die Luft nun wieder auf, ist wieder eine Flamme da. Vielleicht muss sich das noch entsprechend einpendeln. Ist es möglich, die Werte aus der Steuerung auszulesen?


    Rundholz gast etwas langsamer aus als gespaltenes. Aber ob hier das problem liegt?


    Jan

  • Hallo Jan,


    kann sein das die Steuerung etwas zu schnell reagiert. Nur bisher ging es meißtens problemlos.
    In wie weit ich die Steuerung auslesen kann, weiß ich nicht. Werde mal nachsehen.


    Es ist immer blöde wenn man 2 Parameter auf einmal ändert, dann weiß man nicht woran es liegt: Ich habe die Holzart und das Einschichten verändert.
    Auf jeden Fall, lief der Hargassner vorher sehr gut, dann muss technisch alles OK sein.
    Das Holz die Düse verstopft kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. An der Düsen sind ein paar Wellen die nach oben stehen. Die sollten einer Verstopfung entgegenwirken.


    Könnte es schlecht sein, wenn ich am Anfang zu viel sehr dünn gespaltenes Material einlege? Gibt's dann evtl. zu viel Glut?


    Gruß Detlef

  • Zuviel Kleinzeug gast toll aus...sorgt auch für viel Glut und eben die Tatsache, dass der Kessel schnell in Schwung kommt.
    Bremst die Regelung dann aber wegen Erreichen der AGT-SOLL ab, gast das kleine Holz immernoch schnell aus. Sekundärluft ist irgendwann am Ende und schon haste einen "hüstelnden" Kessel ;)
    Bei dem kleinen Holzscheiten (33er) war immer genug Weg frei zur Düse, so dass man hier generell weniger Leistung hatte.
    Mit 50er Holz ist das eben anders, da du hier im Glutbereich vollflächig Material liegen hast. Ist das zu Beginn relativ klein, brennt es in der Startphase gut an, hat aber zum weiteren Holz zu viel Abstand zur Düse. Die Primärluft sucht sich immer den schnellsten Weg zur Düse, soviel ist Fakt. Du hast quasi durch das kleine Holz vom Anzünden einen "Mini-Hohlbrand"...
    Versuch mal einen dickeren Klotz über der Düse zu Platzieren und mit dem kleineren Holz seitlich davon anzuheizen.

  • Beim manuellen Start lasse ich die Anheiztür so lange offen, bis der Ofen den Anzündevorgang erkannt hat und die Primärluft von 0 auf ca. 30% geöffnet hat. Das dauert keine Minute lang. Die Primärluftklappe öffnet sich natürlich vollständig.


    Ein dickeres Stück über der Düse, ja das probiere ich.


    Es ist also so, dass die Flamme auch abreißen kann, wenn zu wenig Sekundärluft vorhanden ist? Nun gut, das leuchtet ein.
    Das richtige Heizen ist ja doch eine kleine Wissenschaft.
    Heute Nachmittag fahre ich erst einmal zum Sägen bevor ich einen neuen Startversuch unternehme.


    Gruß Detlef

  • Hallo Detlef,


    also am ETA lege ich kein Kleinholz in die unterste Schicht.
    Da kommt "normel" gespaltenes Zeug rein. (10x10 -15x15) Dann ein Blatt Zeitungspapier davor - anzünden - warten bis AGT 80-100 Grad - Klappe zu - gut.


    Sollte am Hargassner auch funktionieren.


    Gruß
    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    laut Bedienungsanleitung von Hargassner soll das Beschicken des Ofens so erfolgen:
    Unten längs neben der Düse ein paar kleine Scheiter, da drüber quer ein paar Spreißel, dann eine Lage Karton, jetzt kleines Holz oder Stückchen und dann mittlere und große Scheiter nach oben hin.


    Hier die Ansicht aus der Bedienungsanleitung:


    Holz einschichten.JPG
    Ist mir ja fast ein wenig peinlich, dass das Anheizen zur Zeit nicht so gut anläuft. Das ist ja kein Zauberwerk!
    Ich habe ein wenig im Forum gestöbert und gelesen, dass dieses Thema doch öfters vorkommt.


    Wenn ich jetzt ein Anfänger in Sachen Heizen wäre, könnte ich das ja verstehen. Doch ich nutze den Ofen ja fast 2 Jahre und habe auch schon viele Anzündvorgänge ohne Flammenabriss (rauchfrei) hinbekommen.
    Nur im Augenblick ist da der (Holz)-Wurm drin.


    Ich mache noch ein paar Versuche und berichte dann.


    Gruß Detlef

  • Waauu..... das ist ja schon fast eine Wissenschaft ;)


    Also das zweiteilige Anheizen hat sich bei vielen sehr bewährt. Erstmal den Kessel mit Kleinzeug (hat man ja als Holzheizer immer genug) auf Temp bringen und dann auf das vorhandene Glutbett Auflegen.

  • @Detlef63


    Ok!
    ETA sagt ausdrücklich kein Kleinzeug unten rein. Erst in der dritten oder vierten Schicht. Ausnahme natürlich wenn die Kammer frisch gereinigt ist, dann darf es etwas kleiner sein.
    Da ist die Hargassner Software wohl doch deutlich anders als die von ETA.


    Gruß
    Jürgen

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