Altes Haus sanieren

There are 27 replies in this Thread which was already clicked 14,394 times. The last Post () by MaikDenise.

  • Guten Tag zusammen,


    meine Schwester und ich sind mit tatkräftiger Unterstützung meines Schwagers (Monteur) dabei ein altes Zweifamilienhaus herzurichten (220m²). BJ ist irgendwas vor 1800, das weiß keiner so genau.
    Den Sanitärbereich mussten wir komplett erneuern und haben im zweiten Kellerraum bereits eine Dampfdusche mit Whirpool einbauen lassen, bei der Heizung und der Dämmung im EG wollen wir daher so günstig wie möglich wegkommen.
    Um Kosten zu sparen, wollten Schwager und ich uns an "altem" orientieren, was die Baustoffe und Ausführungen bei der Dämmung und Heizung betrifft. Auch der Nachbar dort hat uns dazu geraten, weil seiner Ansicht nach Schimmelproblematiken erst mit modernen Fenstern, Dämmungen und Baustoffen entstehen würden. Er lässt beispielsweise die Heizleitungen einfach unisoliert in Bodennähe laufen, weil er meint, dadurch den Dämmwert der Wand zu erhöhen.


    Zur Heizsituation:
    Derzeit wird noch mittels eine Etagenheizung in der Küche geheizt. Pufferspeicher gibt es leider keinen, nur WW mittels 120L elektrischem Speicher. Unsere Idee ist nun, entweder einen wasserführenden Ofen oder einen Holzheizungsvergaser einbauen zu lassen und dafür eine BAFA Förderung in Anspruch zu nehmen. Das Haus hat einen 3-Kammern Schornstein, d.h. einbautechnisch wäre also beides möglich. Evtl. käme auch noch ein kleiner Pelletofen als zusätzliche Heizquelle in Frage.


    Hier meine bisherigen Überlegungen, ihr könnt das bestimmt besser beurteilen:


    Vorteile wasserführender Kamin:
    Schöneres Ambiente
    Leichtes Nachlegen des Holzes, man muss nicht in den Keller laufen


    Nachteile wasserführender Kamin:
    Verdrecken des Wohnzimmers durch Staub, Asche und Holzreste, man muss öfter Holz nachlegen


    Daher tendieren wir eher zu einem Holzvergaser. Der Nachbar hat den FRÖLING Holzvergaser S4 Turbo 15, allerdings sind wir unsicher, ob 15 KW für 220m² Heizfläche mit Radiatoren und 2000l Pufferspeicher (im isolierten Wohnbereich) ausreichen würden.


    Wäre dankbar um Meinungen oder Erfahrungsberichte!


    Viele Grüße,
    Stefan

  • Hallo Stefan,


    Da können wir uns die Hand geben. Habe auch ein altes Haus saniert, bzw. Bin ich immernoch dran. Bin irgendwas um 1740 bis 1780. Aktuell 90m2, später 190.


    Bzgl Schimmel: er entsteht nur dort, wo es feucht und warm ist und entsprechend Nährstoffe vorhanden sind. Ich habe alle Außenwände mit Zellulose ausgeblasen. Schimmel habe ich keinen. Fenster sind auch neu und Dicht. Klar muss man die Fenster zum Lüften nehmen. Habe aber bereits alles für eine KWL vorbereitet.


    Wegen der Isolierung der Heizungsrohre ändert sich kein Dämmwert der Wand. Das ist Humbug.


    Wegen der Größe des HV und des Puffers kommt es darauf an, welchen Heizbedarf ( Heizlast in kWh) dein Haus später haben wird. Danach wählt man dann den Kessel und den Puffer. Ist der Kessel zu klein, ist man Sklave der Heizung, man macht eigentlich nichts anderes.
    Puffer zu klein - selbiges. Daher sollte der Puffer immer größer sein, als er wirklich sein muss. Beispiel: Kessel schafft mit einer Füllung 2000 Liter Wasser warm zu machen. Nehme ich nun 2000 Liter, muss ich, wenn ich den Kessel voll lege, immer warten, bis fast alles weg ist, ansonsten schaltet der Kessel ab. Habe ich nun 3000 Liter, kann ich quasi Ab der Hälfte der Zeit schon den Kessel volllegen. Der Zeitraum erweitert sich um die Hälfte. Zudem kann man auch Mal eine halbe Füllung notfalls nachlegen.


    Grüße
    Jan


    Noch eine Frage wäre es, wie oft man nachlegen will oder kann. Ob ein Mal in 24 Stunden, zwei Mal oder gar drei Mal?
    Ganz klar muss aber gesagt werden, das ein HV nicht so wartungsarm ist wie ein normaler Ölkessel. Der Holzkessel muss gereinigt werden. Unter Bilder siehst du unter der Rubrik : "So nicht" Bilder von einem nicht gereinigten Kessel.
    So Nicht!

    Edited 4 times, last by Anonymic: Hab noch was ergänzt ().

  • Hallo Stefan,
    erst einmal herzlich willkommen bei uns im Forum.
    'Du hast... Du möchtest... Du willst..... Du mußt....
    Einige Eckdaten hast Du uns schon geliefert. Aber um noch mehr Daten von Dir zu bekommen lese Dir doch mal bitte dies durch und kopiere es und setze die Antworten ein. Errichtung neuer Heizungsanlagen


    Hauptfrage ist wie immer hast Du die Zeit den Vergaser zu bestücken und bekommst Du günstig Holz etc.

    Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist. Dalai Lama

    https://zitatezumnachdenken.com/dalai-lama


    Mit freundlichem Gruß Jürgen


    Ekomet mini Plus

    2 x 1000 lt Puffer

    Propangas GK De Dietrich

    WW Boiler 300 lt

    UVR 1611

  • Also aus der eigenen Erfahrung / Erfahrung der Familie... bei mehreren Häusern die alle zwischen 1800 - 1970 gebaut sind. Dämmung richtig ausgeführt vermeidet Schimmel ! Hier hat sich insbesondere Zellulose, Holzfaser, Hanf und Perlite bewährt. Eine gut gedämmte Gebäudehülle hilft gegen Feuchtigkeitsprobleme und Schimmel. 10..16cm Außenwanddämmung mit hinterlüfteter Fassade hat sich als beste Möglichkeit bewährt. Bei der Geschossdecke kanns auch Mineralwolle sein. 20cm und mehr. Hier hilft viel viel.

  • Guten Abend und danke für eure Meinungen und Tipps.


    Holz würden wir günstig über die Gemeinde bekommen, den Holzleseschein habe ich schon unverbindlich beantragt und einen Grundstock haben wir auch schon hier.


    Die Erklärung des Nachbarn kam mir auch etwas krude vor, deshalb auch meine Nachfrage hier. Mineralwolle als Dämmstoff hatten wir vorher auch schon angedacht, müsste nur schauen, wie ich da rankomme.


    Zu den Fragen aus dem Formular, die ich nach bestem Gewissen versuche zu beantworten:


    Wie wird Dein Haus im Moment beheizt?


    Etagenheizung in der Küche, alter kleiner Pellethofen vorhanden, aber nicht genutzt


    Wie groß ist die zu beheizende Wohnfläche m² (Bitte nur Ziffern eingeben)?


    220



    Steht das Haus in kalter hochgelegenen Gegend,oder Flachland?


    im Flachland



    Einschätzung der Wärmedämmung des Hauses (sehr gut/gut/mittel/schlecht/ oder wird demnächst)(Fenster/Türen/Keller/Boden)?



    Wärmedämmung : wird demnächst



    Wie hoch war dein bisherige Energieverbrauch lt/m³/KWh (Öl,Gas,Strom) im Jahr?


    Müsste ich nochmal genauer in die Unterlagen schauen, ca. 32.000 KWh


    Hast Du schon eigene Vorstellungen über welchen Kessel Typ
    (Stückholz/Holzbrikett, Pellet etc.) und wie viel KW Heizleitung der
    neue Kessel haben soll?


    über FRÖLING Holzvergaser S4 Turbo 15 nachgedacht


    Wie soll Die WarmWasser Bereitstellung er folgen, Wärmetauscher im
    Puffer; Externen WW Puffer;Externer Wärmetauscher oder anders?


    WW vorhanden (elektrischer Speicher)



    Man rechnet für das Puffer Volumen ab 55 lt/Kw. Die BAFA verlangt für
    die Kessel 55 lt/Kw. Der ideale Wert liegt bei 100 lt/Kw. Gedanken
    gemacht über das Fassungsvermögen (lt.) der dazu benötigten Puffer?


    idealerweise 3000l, in den Keller werden aber wohl nur ca. 2500l passen



    Ist die nötige Stellfläche dafür vorhanden einschließlich der Puffer/Ausdehnungsgefäß/Pumpen etc.?


    jein, je nach Größe ja



    Hast Du schon mit Deinem zuständigen Schornsteinfegermeister darüber gesprochen?


    ja



    Hast Du schon bei einem Heizungsbauer ein Angebot machen lassen?



    nein



    Hast Du schon "genügend" (abhängig von der Kessel Kw) Holz getrocknet

    auf dem Grundstück zu liegen? Hast Du genügend Fläche im Grundstück zur Lagerung des Holzes?

    Bedenke Holz muß zwischen 2 und 3 Jahre an der Luft (oben abgedeckt)
    trocknen können. Jede Holzlieferung getrennt lagern
    (Verwechslungsgefahr)


    Grundstock vorhanden, aber bislang nur für ca. 1600l. Evtl machbar, etwas vom Nachbarn zu leihen.


    Viele Grüße,
    Stefan



  • Schimmel/Feuchtigkeit entsteht am Taupunkt! Was oft falsch gemacht wurde/ wird , ist das Fachwerk von innen gedämmt wird. Somit ist der Taupunkt im Fachwerk und es wird feucht! Das gleiche ist wenn die Fassadendämmung viel zu schwach ist. Habe schon gesehen das Leute 4 oder 6cm starke Dämmung an Ihre Fassade angebaut haben. Bei den stärken ist es besser garnicht zu Dämmen, weil Feuchtigkeit wieder vorprogammiert!
    Mittlerweile müssen Firmen mindestens 12cm Fassadendämmung anbringen.
    Also entweder richtig, oder garnicht Dämmen!!!!

  • Hallo,
    Das ist so nicht richtig. Die größte Einsparungen hat man in den ersten cm... Wichtig ist es immer, Kältebrücken wirksam zu verhindern. Auch eine Innendämmung hat seinen Vorteil - Wenn auch nur das bewahren der Außenfassade bei einem Denkmalgeschützten Haus. Aber es sollte im voraus alles sorgsam geplant werden, was man macht. Bei richtiger Ausführung sollte es im Haus keinerlei Schimmel geben. Und Schimmel bzw der Nährgrund für den Schimmel entsteht nur dort, wo es im Verhältnis zur Temperatur im Innenraum kalt ist. Das Wasser muss also kondensieren. Nun muss auch der Schimmel etwas zum Essen haben. Ist dies nicht der Fall, hat man zwar kein Schimmel, aber es ist zumindest feucht. Bei einer diffusionsoffenen Bauweise muss die Dämmung die Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben.
    Es gilt immer: Innen dichter als Außen.
    Jan

  • Wenn ich aber durch zu schwache Dämmung, den Taupunkt ins Fachwerk lege und dies zum Beispiel dann auch noch die Nordseite ist, bleiben die Balken mit sehr großer wahrscheinlichkeit Feucht. Wasser und Holz, das sollte jeder wissen.

  • Hallo Stefan


    Wärmedämmung ist nicht ohne. Man kann sehr viel falsch machen und das ganze dann wieder in Ordnung zu bringen ist oft aufwändig.


    Innendämmung halte ich persönlich für schwieriger und kann leichter falsch gemacht werden.
    Hauptproblem dabei ist die Dampfdiffusion.


    Um eine Abschätzung zu bekommen gibt es ein Online Berechnungstool (man kann sich anmelden und dann seine Werte speichern oder nur im Demomodus arbeiten - ohne Speichermöglichkeit). Damit kannst Du die verschiedenen geplanten Aufbauten nach Dampfdiffusion, Phasenverschiebung, Wärmedurchgangswiderstand, Trocknungszeiten usw. durchrechnen.
    Die jeweiligen Einzelwerte werden als Balkendiagrammen ausgegeben. Die Balken zeigen dann auf der Skala an ob perfekt gut oder schlecht. Das Toll berechnet nur, ist also nicht verantwortlich für die Qualität der Ausführung!!


    Ich habe noch zu meinen Studienzeiten gelernt, Dämmung immer auf die kalte Seite........Diffusionsverhindernde/mindernde Schicht auf die warme Seite.........


    ciao Peter

  • Hallo,
    Wenn ich etwas isoliere mit 1cm von außen, verschiebt sich der Taupunkt stark nach außen, da die Schicht zwischen Mauerwerk/Fachwerk wärmer wird. Deshalb hilft Außen quasi jeder mm. Klar ist natürlich, das es irgendwann unwirtschaftlich wird, da der nutzen in keinem Verhältnis zur Einsparung ist.
    Eine dünne Schicht mit 25mm Styropor (nur beispielhaft) der WLG 035 drittelt bereits die Wärmeverluste an der Außenhaut.


    Bzgl der Dämmung an der Nordseite: Einfach eine Hinterlüftung einplanen. Genaues macht dir aber ein Planer.

  • Die Stärken, die du nennst sind im Fassadenbau verboten. Die würde dir keine vernünftige Firma anbauen, bzw ein Planer! Da hast du den Taupunkt gleich, im Mauerwerk. Dann lieber keine Dämmung.
    So und jetzt ab zu Flieger! :thumbup:

  • Hallo,


    Wir sprechen wohl aneinander vorbei. Ein Haus mit einer normalen Ziegelwand, 24er oder 30er, wo liegt dort der Taupunkt? Die Definition Taupunkt ist aber klar? Egal was ich Außen auf die Wand mache, es wird wärmer und der Unterschied zwischen extrem kalt und warm wird kleiner. Packe ich also die besagte 24er Wand (Zum rechnen mal nackig) mit 30mm Steinwolle ein, wo liegt dann der Taupunkt? Richtig... welcher Taupunkt. Lasse ich es unisoliert, kann man von einem Taupunkt reden. Solange darauf geachtet wird, innen dichter wie außen, ist der Taupunkt nicht mehr dein Feind. Mein Keller friert durch die 80cm dicke Bruchsteinwand komplett ein. Alle Wände sind gefroren. Und das ohne Isolierung! Am Bad habe ich 60mm Steinwolle von Außen drauf, zusätzlich noch eine Wand, die es vor regen schützt, also quasi eine Hinterlüftung. Diese Wand friert nicht ein, obwohl zu diesem Zeitpunkt nicht geheizt wurde. auch ist nichts nass von Innen.


    Mach dir den Spaß und rechne einen 2000er vollziegel in 240mm ohne iso und dann packe 035er Steinwolle in 30mm drauf. Quasi reichen schon 10mm.


    Klar macht das keiner, aber der Taupunkt ist definitiv außerhalb. Die Sättigung muss erst mal erreicht werden, das es kondensiert. Dampfsaunaklima sollte man nicht haben, sollte klar sein.


    Jan

  • Gerade bei einem Fachwerkhaus sollte man mit Außendämmung vorsichtig sein.
    Holz hat keine Probleme mit Feuchtigkeit wenn es wieder abtrocknen kann.
    Staunässe dagegen mag es überhaupt nicht.
    In unserer Gegend haben schon einige Architekten alte Fachwrk Häuser kaputtsaniert weil sie von der Materie nicht mehr viel verstehen.

  • Mion,
    da ist er mal wieder, gut erholt. 8)
    @Anonymic, wenn ich Stefan007 seine berechnung nutze, hast du deinen Taupunkt in der Dämmung. Mineralwolle sollte glaube nicht nass werde, weil Dämmverlust! Nutzte die berechnung mal
    @ Rudi1952, darum geht es ja, schwache, bzw.innen?! Dann lieber garnicht Dämmen!

  • Hast du deine Dämmung, nicht Armiert und Verputzt, zum bsp. schön mit Silikatputz, oder Farbe? Trage das bitte mal ein!
    Gruß
    Maik

  • Da ist doch die Lage mit den Taupunkt wieder ganz anders. Deine Bauweise(mit vor und nachteilen) solltes du mal den "Mitlesern" hier erklären! Über den Dämmwert brauchen wir ja wohl nicht weiter reden! Wünsche Dir nur, das du nie zur falschen Farbe greifst! Die Industrie da auch schon "Dämmfarbe" verkauft! ?(

  • Dämmfarbe :S ist ja wie die Dämmtapete. Sachen gibts :P wobei 5 oder 6 Schichten von einer Tapete den Anschein haben.


    Nee. Alles Natur. Hin und wieder etwas neu auftragen und sieht wieder aus wie neu.


    Dann sind wir ja auf einen Nenner gekommen. Freut mich. Man hat halt im Altbau bzw. beim Fachwerk nicht immer freie Wahl.

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