Überhitzungsschutz bei Kessel OHNE Sicherheitsschleife

There are 11 replies in this Thread which was already clicked 5,221 times. The last Post () by Hannes/ESBG.

  • Hallo Festbrennstoffheizer!


    Moderne HV haben schon alle eine eingebaute Sicherheitskühlschleife welche mit Thermischen Ablaufsicherung meist das Schlimmste verhindert, aber viele ältere Mitstreiter haben irgendwann zum alten Kokskessel einen Öli oder Gaskessel (auch Brennwertkessel) hinzugebaut und den alten Kessel als "eiserne Reserve" stehengelassen bzw mit eigener Pumpe und RS-Ventil ins System eingebunden.


    Wenn nun der alte Herr wieder einmal angefeuert wird und die Pumpe festgeklebt ist, oder zufällig ein Stromausfall passiert dann wirds schon mal eng im Heizkeller!


    Auf Grund mehrer solcher Vorfälle im Bekanntenkreis hab ich eine einfache und sehr betriebssichere Lösung entwickelt, diese besteht aus einem großen (Schwerkraftgeeigneten) HK-Ventil mit mindestens 3/4" besser noch 1" welches mit einem einfachen elektrothermischen Stellantrieb gekoppelt ist.


    Dieser thermische Stellantrieb muß aber unbedingt eine "NO (normally open)" Ausführung sein, also Ohne Spannung ist damit das Ventil offen.


    Dieses Ventil wird paralell zur bestehenden Kesselpumpe und RS-Ventil eingebaut und hängt spannungsmäßig am Heizungshauptschalter und einem Sicherheitsthermostat im Kesselvorlauf, wenn nun ein Spannungsausfall ist oder der Sicherheitsthermostat auslöst (weil Pumpe steckt) dann wird der Antrieb spannungslos und öffnet das Ventil innerhalb von etwa 2 bis 3 min vollständig.


    Somit kann bei einer Radiatorenheizung die Schwerkraftzirkulation in Gang kommen und der Kessel wird seine Wärme los.


    Das ganze kostet (ohne Einbaukosten) etwa 40 bis 50,-€ und ist absolut Deppensicher, der einzige Nachteil ist ein (sehr geringer) ständiger Stromverbrauch von etwa 2 Watt was übers Jahr etwa 15 € sind!

  • Es gibt es gibt thermische Ablaufsicherung in die praktisch das Kesselwasser abkühlen ohne Kühlschleife funktionieren

  • Ja ist so möglich, aber erstens viel teurer und zweitens immer wieder Frischwassereintrag in das Heizsystem!!

  • Frischwasser aber nur im Kessel und nicht in der Heizungsanlage. Rechnet sich auf jeden Fall und ist günstiger als 15 € Stromkosten für ein Stellantrieb der ständig unter Spannung steht. Rechne mal wie viel Liter Wasser und Kanalgebühren ich für 15 € bekomme. Und so oft sollte die TAS nicht auslösen. Wenn doch dann sollte man vielleicht an der Hydraulik oder am ganzen System etwas ändern. Wärme gehört halt eben in den Wärmeerzeuger und in die Heizkörper und nicht abgekühlt zwangsweise wie auch immer....

  • ...naja die TAS ist aber eher als ein echter Notnagel gedacht,
    und bei mir z.B. war sie in den letzten 10 Jahren möglicherweise 1x kurz in Betrieb.
    Mehr fürchte ich die blanke Kupferrohrschleife oben in meinem Kessel als korrosionsauslösendes
    "geplante Obsoleszenz" Objekt. Nähe zum wasserführenden Kesselstahl. Auswechseln unmöglich.
    Grausliger Gedanke für einen Werkstoffkundler....
    Dass es sowas wie o.a. gibt habe ich mir jedenfalls dringend vorgemerkt.

    HVS25LC / 3100l Puffer / 300l WW / 10m²SolarFK
    UVR1611 / Fubo ca. 180m² / Wahei 16m²
    Eigenbau Keramikventuridüse mit SekLuft-Spalt
    als Kesselsteuerung anstatt AK3000:
    UVR1611E NM/DE + CMI + MTX-Lambdamodul + LSU4.2

  • Hallo Waldmeister,


    Das Wasser im Kessel zirkuliert auch in der Heizungsanlage. Betrifft also die gesamte Anlage, nicht nur den Kessel. Es sei denn der Kessel hat die Anbindung an die Puffer über einen Wärmetauscher. Aber wer macht sowas schon?

  • Hallo,


    Bitte nicht basteln!


    So ein Kessel ist mit Sicherheitsteilen ausgerüstet, auch alte Kessel.
    Da sollte man nicht einfach etwas ändern oder gar still legen!


    mfg
    HJH

  • Moin Moin!


    Also ich finde die Lösung von Hannes/ESBG top, weil man damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.
    1) Übertemperatursicherung Kessel
    2) Funktionierendes Heiz- u. Wärmeverteilsystem bei Stromausfall


    Durch Punkt 2) kann man sich weitere Backups/Notfallsysteme (Kaminöfen, Notstromaggregat...) sparen, sofern der Kessel auch mit Naturzug läuft.
    Und das schöne daran ist auch, dass das Umschalten automatisch erfolgt.


    Ich hätte noch ein paar Fragen @Hannes/ESBG :
    1)
    Warum nimmst Du ein Heizkörperventil und kein Zonenventil mit Federrückstellung?Hat das irgendwelche Vorteile bzgl. Zuverlässigkeit oder Kosten?
    2)
    Mit diesem Ventil wird eine Verbindung hergestellt zwischen Kesselvorlauf und Heizkreisvorlauf.
    Wie wird aber die Verbindung zwischen Heizkreisrücklauf und Kesselrücklauf schwerkraftgeeignet hergestellt?
    Der Rücklauf muss ja erst durch den Puffer und dann noch durch die Rücklaufanhebung und ggf. die Ladepumpe.
    Sind die Strömungswiderstände gering genug, dass es funktioniert, oder hast Du da noch weitere Vorkehrungen getroffen?
    Als Rücklaufanhebung muss man sicherlich ein Gerät mit Schwerkraftfunktion (Ladomat) nehmen, oder machst Du das nur bei Kesseln ohne RLA?


    MfG Hans

  • Die Doppel Tas geht bei Altanlagen ,aber nicht bei Brennwerttechnik und schlechter Frischwasserqualität,das schrottet den Bw Wärmetauscher..


    Bevor ich den HV hatte,war es bei mir als offenes system( nur Kessel mit ausdehnungsgefäss-offen,dazu Pumpe /Wärmetauscher/Pumpe gelöst.
    Betriebssicher! Fertig!!!!
    Nicht billig ,aber sicher...
    Hat 19 Jahre Betrieb sicher durchgehalten...


    Alles andere ist Murks ,oder lebensgefährlich bis zur Haussprengung ist alles möglich.
    Noch dazu das die dauerheizen meist schon Rentner und nicht vom Fach sind...


    Gruß

  • Hallo Hans!


    Ein HK-Ventil in Schwerkraftausführung (sehr großer Durchgangsquerschnitt) und ein elektrothermischer Stellantrieb sind sehr robust und billig, wenn man in den Stromkreis des Antriebes noch einen Leistungswiderstand von etwa 1500 bis 2000 Ohm setzt hält der Antrieb fast ewig, der Grund dafür liegt in der dann wesentlich niedrigeren thermischen Belastung der Dehnpatrone, dafür benötigt er aber um 2 min länger bis er seinen vollen Hub erreicht.


    Die Orkli Durchgangs-Ventile sind alle "spannungslos ZU" (mit Federrückzug) und wenn man 3-wegventile nimmt gehen sie wenn sie ewig mit Spannung versorgt werden nicht mehr in die Endlage retour da das Öl in den Motorlagern verharzt!


    Gedacht ist diese Lösung vor allem für die alten einfachen Durchbrandkessel ohne RL-Anhebegruppe, wenn man einen HV mit RL-Gruppe so schützen möchte kann man diese Kombination auch paralell zur RL Gruppe schalten, allerdings sollte gewährleistet werden dass die Leitungsführung zum Pufferspeicher halbwegs "Thermosifongeeignet, sprich Schwerkraftgeeignet ist".


    Die beim "Laddomat" so angepriesene "Schwerkraftzirkulation" funktioniert leider fast nie, da der thermische Auftrieb oft nicht ausreichend gegeben ist um die Klappe zu heben.


    Es gibt eine große Anzahl an alten Heizungsanlagen welche irgendwann mit einer Gastherme (meist Aussenwandtherme) "Komfortisiert" wurden und der alte Gußkessel stehenblieb, wenn die Leute nun in Pension und mit viel Zeit aber weniger Geld den Kessel wieder öfter anfeuern gibt es immer wieder unliebsame Überaschungen, etwa Pumpe nicht eingeschaltet, oder Kugelhahn nicht geöffnet!


    Leider waren bzw sind auch die Heizis welche die Einbindung gemacht haben oft "Schwachbehirner" und haben entweder keine RS-Klappen bei den einzelnen Erzeugern gesetzt und auch für die früher händisch zu schaltende Pumpe keinen Thermostat gesetzt, der einzelnen Problemfälle gibt es viele in unterschiedlichster Ausführung!


    Hallo HJH!


    Dass eine Anlage "mit Sicherheitsteilen ausgerüstet ist" stimmt schon aber leider ist es NUR ein Sicherheitsventil, welches dann eben Dampf ablässt!


    Und keiner spricht hier von "unzulässigen Basteleien oder ähnlichen" sondern von sinnvollen Ergänzungen der Sicherheitseinrichtungen, welche mit realtiv geringen Kosten die Sicherheiten des Betriebes wesentlich erhöhen!


    Gegen grob fahrlässige Beeinträchtigungen durch abschiebern des Kessels durch den Betreiber kann man niemand schützen, da bleibt nur das SV !

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