Hydraulische Anbindung Heizungskreis besser direkt am Pufferspeicher - warum?

There are 7 replies in this Thread which was already clicked 16,669 times. The last Post () by Holzpille.

  • Hallo zusammen,


    ich sitze über der Hydraulikplanung der künfigen Scheitholzheizung, und mache mir Gedanken über die Anbindung des Heizkreises.


    In den verbreiteten Hydraulikschemen eines bekannten Bayerischen Solar-und Holzheizungsanbieters ist es explizit empfohlen, den Vorlauf des Heizkreises direkt am Puffer anzuschliessen, (sauber hydraulisch entkoppelt...) Ok, das funktioniert sicher gut.



    Allerdings wird vor einer anderen Variante, bei der mittels T-Stück der Vorlauf vor Eingang in den Puffer abgegriffen wird, ausdrücklich abgeraten wegen möglicher Kesselüberhitzung / unsauber hydraulische Trennung...? Das verstehe ich nicht ganz...


    In den Hydraulikschemen des von mir bestellten Fröling Kessels ist genau die letztgenannte Variante angegeben - komisch...



    Wie sind eure Erfahrungswerte aus der Praxis?


    Für mein Verständnis, sobald der Kessel auf Temperatur ist, zieht doch die Pufferladepumpe das Wasser (das der Heizkreis nicht mehr braucht) gnadenlos durch den Puffer - wieso sollte es da Probleme mit Kesselüberhitzung geben. Oder gibt es andere Hintergründe/ :?: Nachteile, die ich als Einsteiger noch nicht überreisse?


    Viele Grüße


    hasso

  • Hallo,


    die erstgenannte sogenannte hydraulische Entkopplung (Erzeugerkreis wird vom/von Verbraucherkreis(e) getrennt) ist ganz klar Stand der Technik und sollte auch so praktiziert werden.
    Gerade im Hinblick auf verschieden starke Massenströme in beiden Kreisen. Auch das "Anschieben" der Kesselkreispumpe gegenüber den/der Verbraucherpumpe(n) bei der nicht entkoppelten Version ist nicht zu unterschätzen und darf nicht sein.
    Kurzum: Die entkoppelte Version ist die fachlich richtige mit den wenigsten Problemen im laufenden Betrieb.
    Allerdings: Die nicht entkoppelte Variante funktioniert auch und, wenn keine groben Schnitzer bei der Montage entstanden sind, auch problemlos.



    Gruß, Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4

    Edited once, last by Holzpille ().



  • so, hoffentlich klappt das mit dem Bild im Anhang...


    ist von Fröling...




    Für meine Aufstellsituation wäre die nicht entkoppelte Variante deutlich geeigneter, weil die Speicher bei mir etwas abseits des Heizkreisabgangs stehen werden... deshalb beschäftigt mich diese Problematik.


    @ Michael: Vielen Dank für deine Erklärung - ich habe verstanden...

  • Für mein Verständnis, sobald der Kessel auf Temperatur ist, zieht doch die Pufferladepumpe das Wasser (das der Heizkreis nicht mehr braucht) gnadenlos durch den Puffer

    @ Hasso genau so habe ich meine hydraulik. Mein Puffer VL gehen jeweils in die Spitze oben.


    Darüber ist schon sehr viel geschrieben und auch diskutiert worden. Fachlich hin..... und her......
    Fakt ist bei 1. Variante werden zuerst die Puffer voll geladen. Wenn die dann voll sind und man beachtet es nicht dann kommt eben die TAS. Einige sagen sogar VL nich ganz oben einspeisen, aber die VL Heizung ganz oben abnehmen...
    Meine Hydraulik ist die 2. Variante. Aus meiner Sicht mit folgendem Vorteil. Nach Kesselausgang T Stück runter zur RLA danach 2. T Stück gerade aus VL > Puffer Abzweig > VL Heizung. Wenn es im Winter kalt ist und Puffer leer sind > anheizen Kessel heizt hoch bis RLA die Puffer Ladung öffnet ABER vorher kann ich schon > Heizung VL einspeisen. Dies verlängert zwar die Aufheizung des Kessel bis zur RLA Temperatur aber wenn es schnell gehen soll > Heizung. Sonst dauert es eine Weile länger ehe der Puffer oben voll ist und ich VL Wärme > Heizung bekomme.
    Ich hatte bevor ich meine Hydraulik installiert einige HB gefragt. Damals gab es noch kein Atmos Rentsch Forum . Einige sagten 1. Variante ist wohl die gängigste hat aber auch eben diese Nachteile.

    Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist. Dalai Lama

    https://zitatezumnachdenken.com/dalai-lama


    Mit freundlichem Gruß Jürgen


    Ekomet mini Plus

    2 x 1000 lt Puffer

    Propangas GK De Dietrich

    WW Boiler 300 lt

    UVR 1611

  • Hallo,


    Wenn du es genau so ausführst wie Fröling, dann wird das schon gehen.


    mfg
    HJH


    Eine frühere Nutzung der Wärme ist nicht abhängig von dieser Verschaltung sondern vom inneren Aufbau des Speichers.


    Bei meiner Skizze hast du halt den Vorteil der hydraulischen Entkoppelung-

  • Hi.
    Künzel malt auch Variante 2 als Empfehlung...

    Hab es auch so gebaut....


    Entscheidend ist die Dimensionierung der Leitungen,wenige rechnen das aus...
    Dann kann's zu Problemen kommen.....
    Im Zweifelsfall darf die Dimension der Ladeleitung mit Abgang HK eine bzw.2 Dimensionen größer sein,als wenn's nur ne Ladeleitung ist,spart aber je nach Aufstellung Situation einige Rohrmeter und es gibt sofort Wärme auf die hk's....


    Im Zuge des hydraulischen Abgleichs mit passenden Massenströmen im Heizkreis und passend eingestellter Heizkreis Pumpe im gemischten Kreis erübrigt sich meist die Problematik.
    Anders ,wenn der Heizkreis ungemischt und nicht abgeglichen mit überdimensionierter Pumpe an der Ladeleitung hängt.
    Was im Bestand gern Mal vor kommt....


    Gruß kd-gast

  • Hallo,


    man kann es drehen und wenden, ein Abgriff vor dem Puffer, auch wenn die Zuleitungen aufgeweitet werden, ist mit wesentlich mehr Problemen behaftet als wenn man sauber trennt.
    Gerade wenn man einen sauberen hydraulischen Abgleich durchgeführt hat, ist diese Anschlussart wesentlich "ungesünder" für die Hydraulik.
    Bei einem hydraulischen Abgleich geht es wesentlich gesitteter im Verbraucherteil zu, als ohne. Dazu kommt noch, dass ein wesentlich geringerer Diff. Druck notwendig ist.
    Ist nun die Ladepumpe am Kessel nicht sauber ausgeregelt, hat das massiven (negativen) Einfluss auf den Massenstrom der abgeglichenen Anlage.
    Einerseits muss man einen spez. Wasserumlauf durch den Kessel/Pufferkreis gewährleisten, andererseits dürfen aber die Verbraucherkreise nicht mit überschüssigen Druck
    beeinflusst bzw. beaufschlagt werden. Es ist also keineswegs so, dass sich das Problem damit erledigt hat. Das Zusammenspiel der Pumpen muss bei direkter Abnahme wesentlich besser funktionieren.
    Die entkoppelte Variante ist wesentlich stressfreier zu händeln.


    Wie schon gesagt: Beide Varianten funktionieren. Aber, eine unabgeglichene Heizungsanlage funktioniert auch, aber wenn man mal eine abgeglichene Anlage erlebt hat, weis man es erst besser.


    Wenn heute eine Heizungsanlage bestehend aus Kessel und einem Heizkreisverteiler gebaut wird, dann wird zwischen Kessel und Verteiler eine Hydraulische Weiche geschaltet, anstatt eine Vorschubpumpe direkt auf den Verteiler die meistens nicht korrekt eingestellt ist und im Teillastbereich nur für Probleme sorgte. Was aber nicht heist, dass man die Kesselkreispumpe vor der Hydraulischen Weiche nicht auch korrekt einzustellen hat.


    Gruß, Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4

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