Planung einer neuen Heizungsanlage - Holzheizung für Neubau - StefanM

There are 37 replies in this Thread which was already clicked 21,335 times. The last Post () by robertozittau.

  • Hallo liebe Mitglieder,


    ich plane eine neue Heizungsanlage. Hier die Eckdaten für die neue Anlage:


    Wie wird Dein Haus im Moment beheizt?


    Neubau...


    Wie groß ist die zu beheizende Wohnfläche m² (Bitte nur Ziffern eingeben)?


    220


    Steht das Haus in kalter hochgelegenen Gegend,oder Flachland?


    Das Haus steht im Nordschwarzwald auf 560m Höhe


    Einschätzung der Wärmedämmung des Hauses (sehr gut/gut/mittel/schlecht/ oder wird demnächst)(Fenster/Türen/Keller/Boden)?


    Neubau Holzrahmenbau (Wände U-Wert 0,14; Dach & Fenster mittlerer Standard); 10x12m, Satteldach, 1,5 geschossig, Keller teilweise in Erdreich


    Wie hoch war dein bisherige Energieverbrauch lt/m³/KWh (Öl,Gas,Strom) im Jahr?


    Neubau


    Stückholz? (Je nach Außentemp und Puffer Volumen 1 max 2 x am Tage heizen und wenn Kessel nach x Stunden leer ist nachfüllen) Holz muß gekauft werden > ins Grundstück transportieren > auf entsprechende Länge gesägt > gespalten > gestapelt > jenach Holzart mind. 2 - 3 Jahre trocknen jedes Jahr für sich
    Pellet? (Die Beschickung des Kessel funktioniert automatisch über Förderschnecke. Man muß trotzdem täglich kontrollieren) Ein Vorratsbunker der trocken sein muß in der Nähe des Kessels - Alternativ gibt es gr. BigBags
    Solar geplant?


    Wir möchten mit Stückholz heizen:
    - Annahme bei -10°C 1x pro Tag anfeuern ergibt ein Brennraumvolumen von ca. 150l und Puffervolumen von ca. 2.500l (eher knapp, aber wenig Platz in Technikraum). Das kommt aus der Faustformel 1l Brennraum = 1kWh Wärmeleistung. Ich sehe aber gerade, dass ich in meiner Rechnung 50K Temperaturhub angenommen habe und aus Gefühl ist das schon sehr optimistisch, richtig?


    Photovoltaik ist geplant. Im Sommer verheize ich den Strom zu WW und verwende den Überschuss selbst. Im Winter hat der Eigenbedarf Vorrang (angenommen 25...30%) und der Rest wird zu WW verheizt. Kein Batteriespeicher, die zusätzlich speicherbaren kWh kosten noch zuviel. Bei Solarthermie kann ich die Sommerüberschüsse ohne Zusatzmaßnahmen (Bauteilaktivierung, Eisspeicher) nicht nutzen. Ich habe alle möglichen Varianten inkl. Kapitalkosten und Abschreibungsdauer durchgerechnet und bin bei PV ohne Speicher gelandet. Solare Erträge aus http://www.pv-ertraege.de abgeschätzt.


    Bislang haben wir in unserer Wohnung ergänzend zur Ölzentralheizung einen Kaminofen, der aber den Aufstellraum schnell überhitzt. Deshalb will ich keinen (wasserführenden) Ofen und deshalb sind wir auch das tägliche Feuern gewohnt.


    Hast Du schon eigene Vorstellungen über welchen Kessel Typ (Stückholz/Holzbrikett, Pellet etc.) und wie viel KW Heizleitung der neue Kessel haben soll?


    Heizen mit Stückholz Scheitlänge 50cm; wenn der Kessel auch zugemischte Holzabfälle (Baumschnitt, Rinde, Kutter) verbrennt, wäre es schön.


    in Casanova abgeschätzt:
    - Heizlast 6kw, zzgl. Aufheizzuschlag reicht ja schon der allerkleinste Holzvergaser
    - Jahresheizbedarf inkl. Warmwasser (2 Erwachsene und 4 Kinder) etwas aufgerundet 15.000 kWh


    Muss:
    - Lambdasonde
    - automatische Zündung, zum einen wegen Verlängerung der möglichen Abwesenheitszeit, zum anderen kann ich dann mit dem Puffer etwas knapper planen, weil ich den Kessel zu einem beliebigen Zeitpunkt befüllen kann und nicht nachts aufstehen muss, um morgens duschen zu können. Leider konnte ich nicht herausfinden, ob die Zündung per Heißuft oder Glühelement sicherer zündet bzw. weniger exakte Schichtung benötigt. Gibt es hier eine Präferenz?
    Manche Hersteller werben mit "kein Kleinholz notwendig" - was ist davon zu halten?


    - schön wäre, wenn der Kessel nicht so viel Aufstellfläche benötigt (Seitenabstände). Solarfocus II und HDG F20 benötigten nicht so viel Seiten- und rückseiten Abstand


    - ich habe mir eine Übersicht erstellt und die Kessel aussortiert, die mit Staub und CO jeweils im oberen Bereich waren. Ich weiß nicht, was den maßgeblichen Stellen noch einfällt, deshalb dachte ich, es schadet nicht, von den Grenzwerten etwas Abstand zu halten. Der Hargassner Neo-HV 20 hat sehr gute Werte, aber meine bisherige allgemeine Erfahrung hält mich ab, ein neu auf den Markt gekommenes Gerät zu kaufen. Besser ein bewährtes Gerät auch mit Forumserfahrungen als ein Gerät, das ein paar wenige % Punkte mehr Wirkungsgrad hat und das mit doppelter technischer Komplexität erkauft.
    Herz Firestar und KWB Classicfire hatten auch sehr gute Werte.
    Ist der Gedanke mit Sicherheitsabstand zu Grenzwerten sinnvoll/sinnlos? Windhager LogWin und Solarfocus II hatten relativ viel CO; beim Staub ist die Spanne zwischen niedrigstem und höchstem Wert geringer als bei CO. Ich möchte auch nicht nach wenigen Jahren schon einen Staubabscheider oder Filter nachrüsten müssen.


    - Eta (für mich Modell SH20) und Fröhling (S4 Turbo) scheinen ausgehend von meinen Kriterien die verbreitetsten Kessel zu sein. Allerdings schreckt mich das Touch-Display ab. Im industriellen Umfeld ist meine Erfahrung, dass (resistive) Touch-Displays vielleicht 10 Jahre halten, aber beim Holzvergaser hat man ja einen viel härteren thermischen Streß als bei einer 3Schicht-Produktionsmaschine. Wenn dann am auszutauschenden Display noch hart ein Teil der Steuerung hängt, wäre das noch hässlicher. Was ich auch gar nicht mag, ist eine Zwangsanbindung an Netzwerk oder Internet. Irgendwo im HTD habe ich ein Beispiel gelesen, wo der Kessel mangels Netzzugriff (auf Hersteller-Server?) nicht geheizt hat. Ich möchte das zum einen aus Prinzip nicht, zum anderen halte ich solche Dinge nur für IT-Fachleute sauber absicherbar. Als Otto-Normalverbraucher will ich keinerlei Verbindung meiner Haustechnik zum Internet, außer - falls möglich - zur Fernwartung.


    Da wir mit Architekt bauen werden, steht der Heizungsbauer nicht fest. Ich denke dass es bei einem Holzvergaser Sinn macht, einen ortsansässigen oder regionalen Heizungsbauer zu nehmen. Von daher besteht eine gewisse Wahl.


    Bringt ein separater Brennraum-Temperaturfühler eine Verbesserung der Verbrennung dar? Dieser scheint wohl nicht so verbreitet, aber auch hier wieder gilt für mich, dass die höhere Komplexität sich in einem sicheren Gegenwert widerspiegeln muss.


    Wie soll Die WarmWasser Bereitstellung er folgen, Wärmetauscher im Puffer; Externen WW Puffer;Externer Wärmetauscher oder anders?


    keine Idee oder Präferenz bisher. Was ist hier zu empfehlen? Die Diskussionen Hygienespeicher vs FriWa sind im HTD ja fast schon Religion.


    Man rechnet für das Puffer Volumen ab 55 lt/Kw. Die BAFA verlangt für die Kessel 55 lt/Kw. Der ideale Wert liegt bei 100 lt/Kw. Gedanken gemacht über das Fassungsvermögen (lt.) der dazu benötigten Puffer?


    meinem Verständnis nach hängen beim (anzustrebenden) Volllastbetrieb nicht Leistung und Puffervolumen, sondern Brennraumvolumen und Puffervolumen zusammen. Ich schätze, dass die mir zur Verfügung stehende Standfläche für Puffer von 2m² nur für 150...180l Brennraumvolumen gut reicht, d.h. für 2.000...2.400l. Die "BAFA Heizlast" wäre dann ~40kw.


    Bei hohem Wärmebedarf (Hochwinter, keine Sonne, starker Frost) könnte doch ein größeres Brennraumvolumen verarbeitet werden, weil z.B. 25% der Wärme direkt vom Haus geschluckt werden?


    Ist die nötige Stellfläche dafür vorhanden einschließlich der Puffer/Ausdehnungsgefäß/Pumpen etc.?


    wird bei der Grundrissplanung vorgesehen


    Hast Du schon mit Deinem zuständigen Schornsteinfegermeister darüber gesprochen?


    nein


    Hast Du schon bei einem Heizungsbauer ein Angebot machen lassen?


    nein


    Hast Du schon "genügend" (abhängig von der Kessel Kw) Holz getrocknet
    auf dem Grundstück zu liegen? Hast Du genügend Fläche im Grundstück zur Lagerung des Holzes?
    Bedenke Holz muß zwischen 2 und 3 Jahre an der Luft (oben abgedeckt) trocknen können. Jede Holzlieferung getrennt lagern (Verwechslungsgefahr)


    bisher kein Holz gelagert, da Grundstück erst gekauft wird. Fläche zur Lagerung ist genügend vorhanden.
    Das letzte Holzmachen hat mich 0,5ct/kWh gekostet (Flächenlos am Hang...)


    Weitere Informationen:


    Danke!!


    Gruß Stefan


    Vielen Dank

  • Hallo, schau dir doch mal den Classicfire von KWB an.
    Die Bedienung erfolgt über Touch sowie über Tasten und Drehrad und er hat ein Füllraumvolumen von 180 oder 150 Litern, je nach Bestellung.
    Ausserdem regelt sich der Kessel über die Flammtemperatur, nicht wie bei den meisten anderen nur über die Abgastemperatur..
    Die Nachrüstung eines Pelletmoduls ist ebenfalls jederzeit möglich.


    Viele Grüße

  • Hallo


    wenn ich richtig verstanden habe hast Du keinen eigenen Wald (Flächenlos im Hang).


    Wie lange wirst Du noch so günstig an Holz kommen - das ist die Gretchenfrage........


    Das Equipment zum Holzheizen abzüglich der Förderung ist schon erheblich teuerer als z.B. eine Sole Wärmepumpe mit Ringgrabenkollektor......


    Auch der Platzverbrauch des HV und des Puffers muss schließlich in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einbeogen werden ebenso wie die Arbeit und das Equipment beim selbstwerben.


    Ich denke HJH wird sich über kurz oder lang bei Dir melden und erste Vorschläge zur Dimensionierung machen.


    6 kW Heizlast ist schon "sehr" wenig für eine wirtschaftliche Nutzung von Holz. Zumal Du ja Überschussstrom aus der PV hast mit der Du mit einer WP heizen kannst.


    ciao Peter

  • Holz heizen ohne eigens Holz würde ich nie nie nie machen viel zu teuer


    das lohnt sich bei eigenem Holz auch nur dann, wenn man die Gebühren, die man für das Fitnessstudio nicht bezahlen muss, mit einberechnet.


    Wie willst Du denn das Holz kaufen?
    Im LKW in 0,5m Scheiten?
    Im LKW in 1m Scheite oder willst Du es komplett selbst aufbereiten?
    Wer macht das, wenn Du mal Rücken hast?
    Was passiert, wenn Dir im Winter das Holz "ausgeht"?
    Was machst Du, wenn Du älter wirst?
    Was machst Du, wenn Umstände eintreten, dass Du öfter mal 1 Woche nicht zu Hause bist?


    Also, wenn Du neu baust, würde ich eine wirklich über eine Kombiheizung Scheitholz/Pellet nachdenken, um auch den okologischen Gedanken Rechnung zu tragen, bzw. mir einen Holzvergaser kaufen, bei dem eine Pelletheizung angeflanscht werden kann (für die ganzen Fragezeichen weiter oben) - dass würde jedoch bedeuten, dass man sich dann über den Platzbedarf unterhalten muss, die Pelletlagerung nicht zu vergessen!





    Noch eines zur Bafa (obwohl Du das wahrscheinlich schon weißt): Die hohen Fördersummen gibt es nur im Bestand, nicht im Neubau.

  • Hallo,


    ich habe keinen Wald, aber mein Schwager im selben Ort und ein Freund 3 Ortschaften weiter haben Wald. Unabhängig davon sind wir mit Selbstwerben immer recht günstig weggekommen. Ob jetzt die kWh 0,5ct oder als Langholz am Weg im Schwarzwald 3ct kostet, verändert meine Rechnung nicht so sehr.


    Mir geht es beim Holzheizen auch darum, dass die Energie im Gegensatz zu Gas und WP selbst gemanaged werden kann = Gefühl der Unabhängigkeit. Fällt der Strom aus, brauche ich "nur" einen kleinen Diesel & Netzumschalter (so haben das meine Eltern) und alles geht in eingeschränktem Betrieb weiter. Unser Verbundstromnetz scheint mir immer fragiler, auch hinsichtlich Angreifbarkeit. Ich weiß dass das bisher zum Glück eher irrationale Bedenken sind.


    Dann hat das Holzmachen für mich noch den sportlichen Aspekt - d.h. ich verbuche das unter Bewegung, zu der ich sonst kaum komme. Außerdem haben wir 4 Söhne, die aufgrund Energieüberschuss eine sinnvolle Arbeit brauchen und die bisher beim Holzmachen immer Spaß hatten.


    Wir waren gestern bei der Architektin und es könnte sein, dass wir z.B. nur 30m² Dachfläche für PV haben können, also doch weniger als angenommen (knapp 5kWp). Ein WP-Betrieb ist meinem Verständnis nach nur mit Batteriespeicher sinnvoll. Außerdem klafft auch bei der WP mit PV Energieangebot und Energiebedarf auseinander. BWWP für Sommer habe ich auch durchgerechnet. Die Kosten pro Monat waren bei der WP deutlich höher, aber das hängt auch stark an der erwarteten Strompreisentwicklung und davon, welchen Anteil vom Equipment man mit Abschreibung rechnet. Dazu kommt noch, dass das Grundstück zwar knapp 11 ar hat, aber fast 2/3 davon Grünland sind und der Rest für Haus, Hof, Garage/Carport draufgeht. Das Grünland darf ich wahrscheinlich nicht für einen Ringgrabenkollektor nutzen.


    Meine Frau will auch die Holzheizung, wir haben das lange ausführlich diskutiert und ich habe ihr die ganzen Konsequenzen vor Augen gestellt. Ist der erste Kessel durch, kann ich ja immer noch einen Systemwechsel machen.


    Eigentlich zielt meine Frage darauf, welcher Kessel der Leistungsklasse~20kW und Brennraumvolumen 150...180l mit automatischer Zündung und einfacherer Steuerung empfehlenswert ist.


    Danke & Gruß
    Stefan

  • @wolke,


    ich habe ohne Förderungen kalkuliert.


    Ob eigener Wald oder nicht: wenn ich die kWh unter 3ct bekomme, ist das konkurrenzlos ggü WP etc.. Wie gesagt hat die letzte Selbstwerbung 0,5ct/kWh gekostet. Den Rest (Säge, PSA, Öl, Sondersprit, Schärfhilfe, Spalterstrom, PKW-Verschleiß, Hänger) rechne ich als ehdah Kosten.
    Das Holz habe ich bisher (20 Jahre) so gemacht: Im Wald sägen, mit PKW-Anhänger / Freund & Traktor heim (nur wenige km), dann spalten und stapeln. Also ohne große Technik, dafür mit viel eigenem Einsatz. Der Aufenthalt im Wald ist für mich fast wie Urlaub. Die großen Jungs sind bis heute alle erstaunlich gern im Wald.


    Wenn ich es mal im Rücken habe, dann müssen meine 4 Jungs ran. Das wissen die schon und bisher haben die auch Spaß dran gehabt (5...14 Jahre alt). Gehört für sie mit zum Freizeitprogramm. Dass alle 5 Männer und meine Frau gleichzeitig ausfallen, halte ich für unwahrscheinlich. Wenn ich öfters eine Woche nicht zuhause sein könnte, würde ich eher den Arbeitgeber wechseln. Das weiß der auch schon. Außerdem will meine Frau auch weiterhin heizen und den Jungs wird das auch Spaß machen. Das hängt mitnichten an mir.
    Bis alle Jungs aus dem Haus sind, hat der Kessel evtl. schon aufgegeben und dann gibt es Pellets oder WP. Mit 65 gibt es vielleicht auch eine ETW. Ein Kessel mit nachrüstbarem Pelletflansch wie oben empfohlen leuchtet mir als Entscheidungshilfe ein, Danke! Pellets als Palettenware ist ja immerhin ein Kompromiss zwischen Scheitholz, das 4...5x warmmacht und einem Pelletlager.


    Eigentlich wollte ich nur Tips, ob es auch lowtech Kessel mit automatischer Zündung gibt, die einen gewissen Sicherheitsabstand zu den aktuellen Emmisionsgrenzwerten haben. Die gängigen Modelle mit Zündung kenne ich inzwischen so gut wie alle, aber mich stört, dass auch an relativ einfache Vorgänge so viel Steuerungsaufwand gehängt wird (Touchbedienung, Netzanbindung), so dass man das Teil nach 15 Jahren nicht mehr reparieren kann, sondern nur Baugruppen tauschen oder im worstcase wegwerfen muss. Die höhere Integration von Funktionen dient aus meiner Sicht überwiegend dem Hersteller (z.B. billigeres HMI).


    Danke & Gruß
    Stefan

  • Hallo @StefanM,


    Für was benötigt der Mensch eine automatische Zündung?
    Das Streichholz kann man schon noch spendieren, dafür spart man die Zündvorrichtung.


    Wie stellst du dir die Neubeladung eines HV vor?
    Wenn der HV gut ist, liegt vom Vortag noch Glut auf dem Rost,
    neues Holz fängt dann sofort an zu brennen...


    Du hast bei Angaben zum Energiebedarf Neubau geschrieben.
    Etwas weiter unten gibst du 6kW an Heizlast an.


    Da du ja noch in der Planung bist, sollte dir dein Architekt deine zukünftige Heizlast nennen können.
    Bei Abgabe der Zeichnung an das Amt muss diese Zahl vorliegen!


    Nach der Heizlast kannst du dann deine Wärmeerzeugung auslegen.
    Nach der EnEV muss man nach meinem Kenntnisstand 0,28W/m2 K einhalten.
    Damit ist die gesamte Umfassungsfläche des Hauses gemeint, auch die Grundplatte zum Boden hin.


    Da fällt mir ein, wie wird deine Dämmung zum Boden hin? Kennst du Betonkernaktivierung?


    Du kommst mit der Angabe von 220m², mit einem Faktor hochgerechnet, ziemlich genau auf den Wert von 0,28W/m² K.


    Deine zusätzliche Wärmequelle Solar wird nicht berücksichtigt beim Wärmebedarf da du es ja auch warm haben willst wenn die Sonne nicht scheint.


    Per Überschlag kommt man bei 6kW Heizlast, einem HV von 15kW mit 120L Füllraum auf eine 2 malige Befüllung in 24h.
    Dies bei regional niedrigster AT und gewünschter Raumtemperatur..


    Wie sollte man vorgehen (auch wenn du es nicht selbst ausführst):


    Zuerst sollte man einen Hydraulikplan erstellen,


    Dann die benötigte Angaben zur Anlage:


    1. Heizlast der Wohnung in kW oder


    Energieverbrauch in 1 Jahr Öl/Gas in kWh oder L bzw. m³
    2. Gewünschte Raumtemperatur
    3. Hersteller Holzvergaser/Ofen
    4. genauer Type/Leistung Holzvergaser/Ofen
    5. Ladetemperatur zum Speicher (in der Regel 80°C)
    6. mittlere Rücklauftemperatur,


    Temperatur zum Speicher von Heizkörper/Verbraucher


    kommend. (Auslegung Heizflächen/Hz.-Körper)


    7. Höhe vom ADG bis zum höchsten Heizkörper in Meter


    8. Druckbegrenzungsventil (2,5 oder 3,0 bar)


    9. Sollwert in °C für Rücklauftemperaturanhebung >65°C


    10. Warmwassererzeugung (FRIWA, Boiler, Hyg.-Speicher, WP,)


    11. Schornsteinausführung, Höhe, Durchmesser innen


    Erst dann kann man etwas zur Auswahl/Auslegung der Geräte sagen.



    Die notwendigeHV-und Speichergröße ist abhängig von:


    1. Heizlast des Hauses


    2. Leistung HV


    3. Größe Füllraum HV (bestimmt mit Laufzeit + Leistung die Energie)


    4. Rücklauftemperatur zum Speicher (bestimmt die speicherbare Energie)


    5. Anzahl der gewünschten Auflegeintervalle


    6. Heizverhalten des Betreibers


    7. Wohnfläche in m²


    8. Umhüllungsfläche des Hauses in m²
    (Außenmaß von Dach, Wände, Fenster, Türen, Bodenplatte)


    Danach kann man zu einer Beurteilung einer Anlage/Hauses kommen.


    Bei der Ausführung einer Speicheranlage in einem Haus heutiger Ausführung
    sollte man die zusätzliche Dämmung der Speicher nicht vergessen!


    Willst du mit einer FBH heizen?
    Wenn ja, max. Auslegungstemperatur 30°C!


    mfg
    HJH

  • Hallo @StefanM,


    Mir fällt noch ein:


    Auf dieser Seite unter HV_Speicher Größe 06.33 :
    Planung einer neuen Heizungsanlage - Holzvergaser für Alt - und Neubau - Tscharlson


    auf Blatt HV+Speicher ab Zelle Q78 findest du eine Auflistung versch. Fabrikate mit Größe des Füllraumes.


    Ist eine Excel Datei, erst entpacken!


    mfg
    HJH

  • Ich empfehle den Wood and Pellet von Attack.
    Der hat Vollausstattung bei moderaten Preis und verbaute Markenware.


    Da der Kessel günstiger ist wie bei den renommierten Herstellern kannst du die Steuerung als Reservekomplettset mit anbieten lassen.
    Ist alles mit Steckern versehen.Der Austausch währe damit kein Problem.

  • Hallo @HJH,


    ich stelle mir das mit der automatischen Zündung so vor (etwas romantische Vorstellung):

    • nach dem Abbrand keine Gluthaltung, sondern der Saugzug lässt die Restglut vollends erlöschen/abkühlen. Natürlich verschenke ich damit etwas von der Wärme, die im Kessel noch gespeichert ist, aber ich muss ja eigentlich nur unter den Flammpunkt, so dass nichts kokelt. Im anderen Fall muss ich vor dem Bestücken bei heißem Kessel die Restkohle rauskehren (in Brennkammer oder mit einem H-förmigen Drahtnetz rausziehen)
    • sobald "ungewünschte Selbstzündung" ausgeschlossen ist, dann neu beladen und den Kessel wieder vergessen

    Der Nutzen den ich mir davon verspreche:

    • Annahme Puffer knapp gewählt: Aufheben des Zwangs, genau bei Wärmebedarf und leerem Puffer feuern zu müssen -> zeitliche Entkopplung Bestückung und Wärmebereitstellung
    • in der Übergangszeit Frühjahr und Herbst sollte bei gut isoliertem Puffer ein Abbrand einige Tage reichen, vor allem bei solaren Gewinnen. Dann kann ich bei Gelegenheit frisch bestücken und das Ganze dann wieder vergessen
    • schwacher Kompromiss zwischen Heizungssklave und Gastherme

    Mein oben dargestelltes Ziel, bei -10°C nur 1x am Tag feuern zu müssen und mit 150l Brennraumvolumen klarzukommen, basiert auf einem Temperaturhub von 50K. Sind 40 oder 45K realistisch?


    Wir sind noch nicht bei der Heizlast angekommen; wir sind noch an grundsätzlichen Überlegungen zur Hausform, Grundrissen etc. Mein Ziel ist, mit dem HB später nicht als blutiger Laie sprechen zu müssen.
    Die Heizlast und Heizwärmebedarf kommt wie gesagt aus Casanova, aber da kann man auch recht viel eintippen...


    Die Dämmung der BoPla ist noch offen. Alles wird später eine Frage des Preises sein. BTA habe ich bisher wenig gelesen; aber ich erwarte bei zusätzlichen Investitionen einen ROI von 10...12 Jahren und das hält mich wieder von manchen Dingen ab. Was BTA im sinnvollen Umfang kostet und bringt, weiß ich aber bisher nicht.


    FBH ist vorgesehen.


    Randy: meiner Übersicht nach haben die Ost-Kessel keine automatische Zündung für Scheitholz?


    @all: danke für die vielen raschen Rückmeldungen!


    Gruß Stefan

  • Hallo @StefanM,


    Ein Bekannter hat eine Betonkernaktivierung mit 250mm Dämmung gemacht.
    Das erste was vom Hersteller kam, "das wird viel teurer"!
    Um es kurz zu machen, die Betonplatte wurde aus der Lieferung herausgenommen
    und ein Lieferant von BKA hat das als Einzellieferant durchgeführt inkl. der Rohre und Verteiler für FBH.


    Am Schluss war es günstiger wie die Lieferung vom Hersteller.
    Wäre für mich ein absolutes Muss.




    Sind 40 oder 45K realistisch?

    Gerade weil du ja erst in der Planung bist, max. Vorlauftemperaturen 30°C vorgeben, auch im Bad!
    Dann sind deine Rücklauftemperaturen < 26°C. Dann hast du einen Energiebereich von delta 54°K!
    Speicher natürlich OHNE Innereien verwenden.
    Die Rohre für die FBH nicht kleiner als 22x2mm verwenden! Eher noch eine Größe drüber! Nicht beschwatzen lassen!


    Du wirst bei 15kW HV an Speicher etwa 1500L benötigen.
    Wird der HV größer dann wird der Speicher auch größer!


    Denke daran die Speicher zusätzlich zu dämmen, das benötigt Platz!


    Das mit der Zündung ist halt ein Schmankerl, sonst nichts.
    Nimm es nach dem Motto "man gönnt sich ja sonst nichts".
    Man brauch es nicht.


    Ich bin der Meinung deine Vorstellung sind reine Theorie.
    Manche wollen mit Emotionen heizen, wie mein Bekannter.
    Der sitzt mit einem Ofen mit Wassertasche im Wohnzimmer in einem toll gedämmten Haus,
    wenn der heizt hat der 28°C im Wohnzimmer.
    Jeder wie er will.



    mfg
    HJH

  • verstehe auch nicht, wieso er soviel wert auf eine automat. Zündung legt, da man ja
    a) den Kessel lschon vorbereiten könnte, nur halt noch nicht anzünden
    b) wenn gewünscht, einfach runter und den vorbereiteten Kessel anzünden
    c) er ja, wie er sagt mind. 4 Söhne und eine Frau hat, die das ja auch machen könnten ;)


    Ich zumindest kenne keinen (nur) HV der auf Wärmeanforderung bzw. Zeitvorwahl sein Holz anzünden kann - Kombikessel wie gesagt: da gibt es sowas

  • Was spricht gegen die Kombilösung?


    Hat ja noch weitere Vorteile.
    Die Förderung ist höher.Der Holzteil hat durch das Pelletgebläse ne Starthilfefunktion.
    Man braucht die Anheiztür nicht offen lassen beim Holzstart.
    Fire and forget....

  • Hallo @wolke,


    vielleicht versteh ich was falsch, aber ich habe bei Herz, KWB, Viessmann, Hargasser/Rennergy, Fröling, Guntamatic, Solarfocus, Ullmann, HDG, Eta, Eder, Strebel, Windhager reine Scheitholzkessel mit (optionaler) Zündung gefunden.


    Ich möchte Zündung und Beschickung zeitlich trennen. Gas/Öl/Pellet bringt das; bei Scheitholz mit manueller Zündung geht das nicht; bei automat. Zündung dachte ich bisher ich muss dann eben nicht morgens um 5 aufstehen und zünden, wenn ich um 6 Uhr duschen will und der Puffer um 4 Uhr leergelutscht war. Mir ist klar, dass ich mit etwas mehr Puffer das umgehen kann, aber wenn der Puffer (mangels Stellplatz) nur 1,x Abbrände fassen kann, bin ich mit automat. Zündung nicht so der Sklave.


    Gruß Stefan

  • Es gibt sie schon die reinen Holzvergaser mit elektrischer Anzündvorrichtung (meist Heißluftgebläse über 400°C).
    Hier ein Auszug aus den Angebot:


    Heizen mit Holz in Vollendung


    Wir haben den LogWIN Premium Touch speziell für das umweltfreundliche, sparsame und effiziente Heizen mit 1/2 Meter Scheitholz entwickelt. Der Holzvergaser zündet völlig automatisch (optional erhältlich) – entweder sofort, wenn Wärme benötigt wird, oder zu einem von Ihnen festgelegten Zeitpunkt. Sie benötigen somit kein Anzündmaterial mehr.
    (der kleinste von diesen hat 176 liter Füllraum - 13.5-17.5KW)


    So eine Anzündvorrichtung ist auch bei den meisten Kesseln nachrüstbar (Kostenpunkt so um die 700€).


    Ich habe meinen HVG mit langer Gluterhaltung ausgerüstet (mit Zwischenzündung) wo man
    im Gluterhaltungsmodus nachheizen kann (ohne Anbrennen) und der HVG nach Bedarf
    (Pufferzündung = leerer Puffer) wieder zündet von Gluterhaltungsmodus.
    (aber nur wenn Nachgeheizt wurde = Füllraumtür über 1 min offen gewesen).


    mfg Ludwig

    Die wichtigste Erfindung der Menschheit ist:
    Bleistift und Papier


    v.T.A.Edison

  • verstehe auch nicht, wieso er soviel wert auf eine automat. Zündung legt, da man ja
    a) den Kessel lschon vorbereiten könnte, nur halt noch nicht anzünden
    b) wenn gewünscht, einfach runter und den vorbereiteten Kessel anzünden
    c) er ja, wie er sagt mind. 4 Söhne und eine Frau hat, die das ja auch machen könnten ;)


    Ich zumindest kenne keinen (nur) HV der auf Wärmeanforderung bzw. Zeitvorwahl sein Holz anzünden kann - Kombikessel wie gesagt: da gibt es sowas

    ups, da habe ich doch glatt das Wort "serienmäßig" vergessen - sorry, das passiert, wenn man mmit heissen Kohlen schreibt, weil man keine Zeit hat. Nächste Mal werde ich nochmals kontrollieren bevor ich abschliesse.
    Wollte auch noch auf folgenden fred hier verweisen:


    ETA SH: Automatische Zündung für Stückholzkessel

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