Hydraulischer Abgleich Einrohrheizung mit IMI Heimeier TA-COMPACT-P

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  • Hallo,


    bei uns wurde nach Einbau des Pelletskessel ein hydraulischer Abgleich gemacht.


    Ich habe die Maße der Heizkörper ermittelt und dem Heizungsbauer mitgeteilt.
    Allerdings ohne den Typ (11, 12, 22, 33). Der Typ wurde nicht verlangt.
    Anhand der Heizkörper-Maße wurde wohl die Leistung ermittelt und daraus die Einstellwerte für das TA-COMPACT-P ermittelt/errechnet.


    Ich habe jetzt erst herausgefunden, dass es jede Heizkörper-Größe bei jedem Typ gibt und sich entsprechend die Norm-Wärmeleistung ändert.


    Ich habe den Eindruck, dass das DG nicht die angenehme Raumtemperatur erreicht wie weiter unten.


    Verbaut wurden 3 IMI Heimeier TA-COMPACT-P (1x je Heizkreis).


    Laut dieser Webseite wird zur Berechnung die
    - Heizleistung des Einrohrrings
    - Temperaturspreizung des Systems
    benötigt.



    Nun die Fragen:


    Wie berechnet man die Heizleistung des Einrohrrings?
    Muss man dazu je Heizkreis die Norm-Wärmeleistung in Watt aller Heizkörper addieren?
    Oder wie berechnet man die Heizleistung?


    Was ist die Temperaturspreizung des Systems?



    Beschreibung der Umgebung:


    Es ist eine Einrohrheizung mit Kermi Profil-Flachheizkörper.


    Es gibt 1 Heizkreispumpe die 3 horizontale Heizkreise bedient.
    Heizkreisläufe:
    DG
    1. OG
    EG + Keller



    Gruß
    meute

    Fröling Pelletskessel PE1 25 kW, Fröling Hygiene-Solarschichtspeicher H3 850, 4x Buderus Flachkollektor SKN4.0-w


    fraenk for friends Code: MATF103

  • Hallo Meute


    bist Du Dir sicher, dass das ein Einrohsystem ist?


    Gesamtheizleistung als Summe der Normheizleistungen funktioniert nicht.
    Kennzeichen eines Einrohrheizsystems ist, dass der erste Heizkörper die höchste Vorlauftemperatur bekommt. Der Zweite Heizkörper hat dann schon eine niedrigere Vorlauftemperatur, da der durch den 1.HK abgekühlte Teilstrom des Heizwassers mit dem Hauptstrom gemischt wird. D.h. die Vorlauftemperatur jedes weiteren Heizkörpers sinkt. Um das zu kompensieren werden die HK i.d.R. in Fliesrichtung immer "größer", um die gesunkene VL-Temperatur ausugleichen.


    ciao Peter

  • Hallo,

    bist Du Dir sicher, dass das ein Einrohsystem ist

    Ja, es ist ein Einrohrsystem. Wurde 1978 eingebaut.
    Es verläuft je Etage ein Rohr von HK zu HK.
    Der Vorlauf geht vom Rohr zum HK, der Rücklauf geht vom HK ins gleiche Rohr.


    Mit dem Rest Deiner Antwort kann ich in Bezug auf meiner Frage leider nichts anfangen.
    Könntest Du evtl. konkreter werden bzgl. meiner Frage zur Berechnung der Einstellwerte für die 3 IMI Heimeier TA-COMPACT-P?


    Muss bei der Berechung auch die unterschiedliche Etagen-Höhe der 3 horizontalen Heizkreise berücksichtigt werden?


    Gruß
    meute

    Fröling Pelletskessel PE1 25 kW, Fröling Hygiene-Solarschichtspeicher H3 850, 4x Buderus Flachkollektor SKN4.0-w


    fraenk for friends Code: MATF103

  • Hallo,


    ich hatte auch erst gezweifelt, aber nun scheint es so, dass du tatsächlich ein Einrohrsystem hast.



    Zu deinen Fragen: Natürlich muss auch bei einem Einrohrsystem gerechnet werden und zwar noch genauer als bei einem Zweirohrsystem.
    Bei einem Zweirohrsystem sind die Heizkörper parallel und bei einem Einrohrsystem in Reihe geschaltet. Während bei einem Zweirohrsystem jeder Heizkörper mit der gleichen
    Temperatur bedient werden können, ist das bei einem Einrohrsystem nicht der Fall. Dort ist die Endtemperatur des vorherigen Körpers die Anfangstemperatur vom nächsten.
    D.h., die Temperaturen werden von Heizkörper zu Heizkörper geringer. Somit müssten bei gleicher oder größerer Heizlast die nachfolgenden Heizkörper größer werden.


    Ein Einrohrsystem ist ein volumenstromkonstantes System. Die Abnehmer bedienen sich alle aus einem Rohr. Ein großer Nachteil der daraus entsteht ist die hohe RL Temperatur und daher für moderne Puffersysteme nicht geeignet. Man kann mit moderner Regeltechnik der Problematik etwas beikommen, aber in den Griff bekommt man diesen Nachteil nicht.


    Zur Heizleistungsbestimmung: Errechnung der räumlichen Heizlast, Heizkörperauslegung nach den sich dann im Auslegungsfall ergebenen Anfangs und Endtemperaturen der einzelnen Heizkörper für die Fließrichtung. Ist die Heizlast bekannt, kann man bei 20K Spreizung den max erf. Massenstrom ermitteln.
    Beispiel: Heizlast 5000 W, angenommene Spreizung 20K, dann ergibt sich daraus ein Ringmassenstrom von 5000/ (20/1,163) = 215 kg/h.
    Das dazu natürlich auch die Leitung die die Heizkörper versorgt darauf ausgelegt sein muss, versteht sich von selbst.


    Bei dir wurden nun diese Heimeier Regelventile eingebaut die den Massenstrom regulieren, vorausgesetzt sie sind auf die Situation eingestellt. Die Ventile regulieren nun alles was unterhalb von max Massenstrom sind herunter, d.h., läuft die Anlage nur mit reduzierten Massenstrom so stellt sich das Ventil darauf ein.
    Ein ganz wichtiges Kriterium sind die nötigen Temperaturen. Bei einem Einrohrsystem kommt man, will man keine Monsterheizkörper in den Räumen installieren, nicht mit niedrigen VL Temperaturen aus. Je nachdem wie viele Heizkörper versorgt werden müssen, muss man am Eingang des Ringes soviel Temperatur einspeisen, dass der Heizkörper am Ende des Systems nocht eine ausreichend hohe Temperatur erhält. Das hat dann aber zur Folge, dass die RL Temperatur sehr hoch liegt.


    Kurzum: Deine Anlage hätte mal neu gerechnet/bewertet werden müssen. Ich würde an deiner Stelle mal einen Nachweis, wie er bei der Berechnung der Einstellwerte vorgegangen ist, verlangen.


    Gruß, Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4

  • Hallo,

    ich hatte auch erst gezweifelt, aber nun scheint es so, dass du tatsächlich ein Einrohrsystem hast.

    Warum gezweifelt?


    Zur Heizleistungsbestimmung: Errechnung der räumlichen Heizlast, Heizkörperauslegung nach den sich dann im Auslegungsfall ergebenen Anfangs und Endtemperaturen der einzelnen Heizkörper für die Fließrichtung. Ist die Heizlast bekannt, kann man bei 20K Spreizung den max erf. Massenstrom ermitteln.Beispiel: Heizlast 5000 W, angenommene Spreizung 20K, dann ergibt sich daraus ein Ringmassenstrom von 5000/ (20/1,163) = 215 kg/h.

    Wie berechnet man auf die Heizlast?
    Muss man dazu je Heizkreis die Norm-Wärmeleistung in Watt aller Heizkörper addieren?


    Welche Spreizung nimmt man an? Und warum?


    Das dazu natürlich auch die Leitung die die Heizkörper versorgt darauf ausgelegt sein muss, versteht sich von selbst.

    Die Rohre waren vorhanden. Die Heizung lief seit Anfang mit Öl.


    Bei dir wurden nun diese Heimeier Regelventile eingebaut die den Massenstrom regulieren, vorausgesetzt sie sind auf die Situation eingestellt.

    Die 3 Ventile TA-COMPACT-P DN20 wurden vor ein paar Wochen eingestellt.
    Soweit ich entziffern kann auf folgende Werte:
    DG = ~3,0
    1. OG = ~3,5
    EG + Keller = ~8,5


    Kurzum: Deine Anlage hätte mal neu gerechnet/bewertet werden müssen.

    Dafür ist es wohl zu spät. Das hätte man wohl am Anfang machen müssen.
    Was ist das Ziel der Neuberechnung? Andere Heizkörpergrößen in den Zimmern?


    Ich würde an deiner Stelle mal einen Nachweis, wie er bei der Berechnung der Einstellwerte vorgegangen ist, verlangen.

    Ich habe noch keinen Nachweis zum hydraulischer Abgleich erhalten, weil die Maßnahme noch nicht ganz abgeschlossen ist.
    Ich benötige aber für die BAFA die Bestätigung zur Durchführung des hydraulischer Abgleichs.
    Nach meiner Vorlage müssen dort je Heizkreis folgende Daten eingetragen werden:
    >Auslegungsvorlauftemperatur
    >Heizkreisrücklauftemperatur
    >Ermittlerter Gesamtdurchfluss
    >Ermittlerte Pumpenförderhöeh


    Ist das die Berechnung, die Du meinst?


    Gruß
    meute

    Fröling Pelletskessel PE1 25 kW, Fröling Hygiene-Solarschichtspeicher H3 850, 4x Buderus Flachkollektor SKN4.0-w


    fraenk for friends Code: MATF103

  • Hallo,

    Warum gezweifelt?

    na ja, ich weis, dass es sie noch gibt. Aber man muss sie suchen, außer im Osten der Republik. Auch ist es manchmal für den Laien schlecht zu erkennen.

    Wie berechnet man auf die Heizlast?
    Muss man dazu je Heizkreis die Norm-Wärmeleistung in Watt aller Heizkörper addieren?


    Welche Spreizung nimmt man an? Und warum?

    Das hatte ich im vorherigen Beitrag beschrieben. Erst wird die Raumheizlast errechnet und dann die Heizkörper entsprechend ausgelegt.

    Die Rohre waren vorhanden. Die Heizung lief seit Anfang mit Öl.

    Das habe ich nur informationshalber dabeigeschrieben. Das alles heist aber nicht, dass die Anlage nicht noch Verbesserungspotential hat. Alte Fehler werden auch bei einer Umbaumaßnahme wieder mitgenommen. Als diese Anlage geplant wurde, herrschten noch andere Ansichten hinsichtlich heizen und Temperaturen. Vielleicht ist mittlerweile der Dämmstandard ein anderer, sodass die Vorlauftemperaturen neu bewertet werden können.

    Die 3 Ventile TA-COMPACT-P DN20 wurden vor ein paar Wochen eingestellt.
    Soweit ich entziffern kann auf folgende Werte:
    DG = ~3,0
    1. OG = ~3,5
    EG + Keller = ~8,5

    Auch beim HA gilt gerade im Bestand: Grau ist alle Theorie. Wenn die Heizkörper im Dachgeschoss passend sind, dann wird man wohl die Wassermenge oder die Temperatur anheben müssen. Auch hier gilt: Der schwächste Kreis gibt die Richtung vor. Von hier aus natürlich nicht zu beurteilen.

    Dafür ist es wohl zu spät. Das hätte man wohl am Anfang machen müssen.
    Was ist das Ziel der Neuberechnung? Andere Heizkörpergrößen in den Zimmern?

    Vielleicht, vielleicht auch nicht. Zuvor habe ich das schon angedeutet. Man hätte die Anlage neu bewerten müssen und dann hätten sich evtl. andere Betriebsparameter ergeben.
    Das wären z.B. niedrigere VL-Temperaturen, geringere Ringmassenströme etc.

    Mal ehrlich: Der HB schreibt das was das BAFA lesen will darein. Das ist das Ergebnis der Berechnung.


    Gruß, Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4

  • Hallo,

    Das hatte ich im vorherigen Beitrag beschrieben. Erst wird die Raumheizlast errechnet und dann die Heizkörper entsprechend ausgelegt.

    Hm?
    Ich kann in Deinem ersten Beitrag leider nicht rauslesen, wie die Raumheizlast berechnet wird.
    Du schreibst:
    Beispiel: Heizlast 5000 W, angenommene Spreizung 20K,
    Aber wie kann man die Raumheizlast berechnen?
    Welche Spreizung nimmt man an?


    Gruß
    meute

    Fröling Pelletskessel PE1 25 kW, Fröling Hygiene-Solarschichtspeicher H3 850, 4x Buderus Flachkollektor SKN4.0-w


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  • Hallo,

    Zur Heizleistungsbestimmung: Errechnung der räumlichen Heizlast,

    so stehts geschrieben! Ich habe nicht beschrieben wie man das berechnet, aber ich habe geschrieben das man es machen muss.


    Zur Errechnung der Heizlast gibt es Rechenprogramme (bspw. DAN Basic) zur (überschlägigen) Ermittlung der Heizlast im Bestand völlig ausreichend und auch schnell gemacht.
    Es ist aber immer vorteilhaft wenn man die Örtlichkeit kennt oder kann auf umfangreiche Angaben zurückgreifen.
    Die Spreizung kann zwischen 10 und 25K gewählt werden, je nachdem was man für Heizflächen hat oder wünscht (bei Neuinstallation)


    Ein Beispiel: Ein Heizkörper hat eine Normheizleistung von 1000W bei Normheiztemperaturen 75/65/20. Das wäre eine Spreizung von 10K und somit müssten bei Abgabe von 1000 W 86 kg/h Wassermenge durch den HK strömen. Bei einer Spreizung auf 15 K ändert sich der Massenstrom auf 57 kg./h. Verändert man bspw. die Temperaturen auf 65/50/21 so leistet der gleiche Heizkörper nur noch 689 W. Der nötige Massenstrom reduziert sich auf dann 39,5 kg/h.


    Wie du erkennen kannst, verringert sich der Massenstrom mit größer werdenden Spreizung, aber mit fallender Temperatur auch die HK-Leistung.
    Man muss also im Hinblick auf die benötigte Heizlast und den vorhandenen Heizkörper die Betriebstemperaturen festlegen. Im Bestand kommt aber noch dazu, dass die gewählten Betriebstemperaturen zu allen sich im ausgewählten Kreis befindlichen Heizkörpern passen müssen. Bei einem Einrohrsystem kommt noch erschwerend hinzu, dass man die sich ändernden Temperaturen je am Stromkreis beteiligten Heizkörpern mit berücksichtigen muss. Also so einfach aus dem Ärmel schüttelt sich das nicht.


    Gruß, Michael


    NS: Im Anhang habe ich mal ein Schema von einer Einrohrheizung mit dem dazugehörenden Temperaturverlauf angehangen.
    Letzte Änderung wegen Fehler bei der finalen RL-Temperatur am 16.12.2020. Bitte um Entschuldigung.

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