Attack SLX: Kaufempfehlung trotz Berichten über Qualitätsmängel?

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  • Hallo,


    ich habe meinen SLX nun schon die dritte Heizperiode. Ich bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Ein Wermutstropfen ist die fehlend Anzündtür, aber naja.


    Meine Eltern haben einen alten Festbrennstoffkessel (Eigentlich für Kohle), die müssen auch auf was modernes umsteigen. Ich bin hin und hergerissen diesen SLX weiter zu empfehlen.

    Jetzt war ja letztenhin Story mit den Rissen in den Schweißnähten doch ein Thema.

    Deswegen frage ich ich in die Runde, würdet ihr in wieder kaufen?

    Ich hoffe auf viele Anworten.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Hartmut.

  • Etaminator

    Changed the title of the thread from “Attack SLX Kaufempfehlung” to “Attack SLX: Kaufempfehlung trotz Berichten über Qualitätsmängel?”.
  • Nach einigem hin und her überlegen kommt von mir doch ein klares: "Ja, ich würde wieder einen SLX kaufen"


    Zu den Gründen:

    1. Für den Preis von einem Premiumkessel kann ich ganz sicher zwei -wenn nicht sogar drei Attack kaufen.

    2. Ich habe des öfteren schon in diesem Forum hier gelesen, dass Risse im Kesselkörper sogar bei den besten Heizkesselmarken vorkommen können.

    3. Es laufen sicher mitlerweile schon eine sehr große Anzahl von SLX - Kesseln. Der allergrößte Teil davon problemlos (so wie meiner seit Mitte 2019).


    Der Vollständigkeithalber, muss ich meine obige Aussagen allerdings auch etwas relativieren :/

    Mein Heizraum ist fast ebenerdig durch die Garage zu erreichen, ein Kesseltausch im Falle eines Supergaus wäre somit relativ unproblematisch. Wenn mein Heizraum nur z.B. über eine lange Kellertreppe erreichbar wäre, würde ich bei der Auswahl des Kessels wahrscheinlich eher zu einem Premiumkessel neigen um (etwas mehr) auf Nummer sicher zu gehen.



  • Hallo Holzheizer-Gemeinde,


    vorab:

    Mein Attack SLX20 Lambda hat Lochfraß!


    Ich betreibe den Kessel seit 2016 und war bisher sehr zufrieden.


    Lecksuche und Abdichtung:

    Kürzlich musste ich anhand einer kleinen Pfütze hinten unter dem Kessel feststellen, dass der Kesselkörper ein Leck hat. Das Wasser tropfte nach dem Abbrand aus der Glaswolle. Nachdem der Kessel abgekühlt war, tropfte es nicht mehr. Zunächst suchte ich hier im Forum nach ähnlichen Fällen und fand den Beitrag „Attack SLX 55 Kesselkörper undicht“ Teile1-3.


    Dann suchte ich das Leck:

    Nach Entfernung der Verkleidung fand ich Rostspuren an der Schweißnaht, mit der die Abgaskammer oberhalb der Tauscherabgaszügen verschweißt ist. Die Stelle war aber trocken. Dann heizte ich den Kessel an. Ab etwa 60° Kesseltemperatur wurde die Stelle feucht. (Bild1). Nach Abbrand und Restwärmeentzug des Kessels hatte der Kessel noch ca. 40°C. Nach abwischen der Leckwassers-Tropfen bildete sich weiterhin Feuchtigkeit. Dann kratzte ich den Lack ab und das Kesselwasser spritzte in einem kleine Strahl aus einem ca. 2mm großen Loch, ca. 5mm neben der Schweißnaht (Bild2 und 3). Nach Absperren der Vor- und Rücklaufleitung des Kessels versiegte der Wasserstrahl langsam.


    Mein Plan:

    Das Loch aufbohren, Gewinde rein schneiden und mit einer Schraube samt Gummi-Dichtung schließen. Beim Aufbohren mit 2,4mm Bohrer (für M3-Gewinde) merkte ich, dass das Material hier sehr dünn war, also ein Zeichen für Lochfraß. Dann bohrte ich auf 3,2mm auf (für M4) und fand die Materialdicke ausreichen für ein Gewinde, aber es waren bei weitem noch keine 6mm Soll-Materialstärke laut Prospekt. Das Leck ist jetzt aber mit einer M4-Schraube samt Karosserie- und Gummischeibe abgedichtet (Bild4 und 5).


    Vermutung:

    Wahrscheinlich wäre das Leck wesentlich früher aufgetreten, wenn ich einen geschlossenen Kesselkreislauf mit einem Betriebsdruck von 1,5 bar hätte. Bei meinem offenen (quasi drucklosen) System hatte die Lackierung das zuletzt 2mm große Fraßloch noch längere Zeit abgedichtet.


    Fragen:

    Wie kann es sein, dass ein moderner Kesselstahl nach nur 6 Jahren im vollen Material durchgerostet

    ist? Mein alter Stahl-Holzkessel aus französischer Produktion an gleicher Stelle angeschlossen, war von 1988 bis 2015 dicht!

    Verarbeitet Attack hier minderwertiges Material?

    Wie hoch ist wohl die Dunkelziffer von undichten SLX-Kesseln?


    keine Kaufempfehlung:

    Ich bin froh, dass niemand aus meinem Bekanntenkreis meine bisherigen Empfehlungen für den Attack SLX umgesetzt hat!


    Viele Grüße

    Matthias

  • Hallo,

    Vermutung:

    Wahrscheinlich wäre das Leck wesentlich früher aufgetreten, wenn ich einen geschlossenen Kesselkreislauf mit einem Betriebsdruck von 1,5 bar

    hast du ein offenes System, wenn ja liegt da der Fehler durch Sauerstoffeintrag von innen korrodiert.

    Sonnige Grüße Reiner

    ETA BK 15 mit Saugzuggebläse geregelt mit UVR16x2


    3 X 800 l PS zwei mit Solarwendel und 14 m2 FK mit einem CTC 265 EM als
    Backup geregelt mit zwei UVR16x2 mit CAN-I/O44 CAN-MTx2 und CMI
    DHH mit Anbau und 110m2 Heizfläche

  • Das mit dem offenen System muss mir mal einer erklären.
    Wie soll das denn funktionieren, eine Heizung ohne Druck zu betreiben?

  • Wofür sollte eine Heizung Druck benötigen, außer der Siedepunktverschiebung ?

    Wenn der Kessel nicht heißer wird als 100 Grad Celsius braucht man keinen Überdruck.

    Ich habe auch ein offenes System. Sauerstoffeintrag habe ich auch - der führt(e) aber nur zu

    Korrosion in der Zuleitung zum offenen Ausgleichsbehälter. Die ist jetzt aus Edelstahl.

  • Also ist ein offenes ADG ein offenes System? Ich kenne das nicht, bzw. habe es noch nie gesehen. Kenne nur die Anlagen, die mit 1,5 bar betrieben werden.

    Der Vorteil ist wahrscheinlich schon mal, dass es weniger Undichtigkeiten gibt, weil drucklos.

  • Siehst du… man kann nicht alles kennen!

    In der Schweiz wurden in den 50iger Jahren viele Ein- und Mehrfamilienhäuser mit offenen Anlagen und als Schwerkraftsystem gebaut… beim alten Gusskessel in meinem Elternhaus lief das bis 1993 ohne Umwälzpumpe also ganz ohne Strom!


    Ich betreibe auch eine offene Anlage… Kessel bis jetzt, ( seit 2001) dicht.

    Das Expansionsgefäss hat bei uns 180 l und ist vor ein paar Jahren auch durchkorrodiert.


    Bei Stromunterbruch funzt das auch ohne TAS…es gurgelt einfach der Dampf durch die direkte 1“ Ausgleichsleitung nach oben ins Expansionsgefäss… da das Wasser in jenem Rohr immer kühl ist, kondensiert das meiste schon bevor es oben ankommt…

    ( es tönt aber recht spannend, wenn die Dampfblasen vom Keller unten bis ins 2te Obergeschoss hochblubbern… da schläft niemand mehr im Haus! Da ja dann auch kein Licht ist im Haus, hatten es meine Kinder früher recht mit der Angst bekommen…)


    Bei uns Drucklos mit 0,9bar entsprechend 9m Wassersäule..

    Das ist absolut das mindeste… Wenn der Kessel auf Leistung fährt, hört man leise Siedegeräusche auch bei nur 75 Grad… ich frage mich da auch immer, ob da Stahl „weggekocht“ wird?


    Das hat es bei meinen Eltern mit 12m WS nur fast nicht hörbar gegeben… von daher erklären sich mir die normalerweise angewendeten 1,5 bar in geschlossenen Systemen, von selbst.

    Gruess Ruedi

    Schmid Zyklotronic 20kW. 1800 l Speicher, 600 l Solarboiler an 6m2 Solarfläche.

    Offene Anlage mit 180l Expansionsgefäss, keine TAS installiert!

    Traktoren: Meili DM 36 Jg.60, MF 254 Jg.78 Werkzeuge:Geba Brennholzfräse, Vogesenblitz 16t Spalter und El. Spalter 5t, 7 Motorsägen, Biber mit Stihl461 als Antrieb. + Jede Art von Äxten!
    Für Spass und Stromlose Zeiten: Küchenherd TL- Tech Bo 80 mit ca 8kW
    Total 220 m2 beheiztes Chalet, total ca 10-12 Ster pro Saison.

  • Die Frage nach dem modernen Kesselstahl kann ich einigermaßen beantworten.

    Es gibt nicht den Kesselstahl.

    Je nach Kundenwunsch wird der benötigte Stahl gekocht.

    Der eine möchte 0815 Stahl der andere Rosthemmend der nächste Säurebeständig usw.

    Alles eine Kostenfrage es wird dir kein Hersteller sagen was er verwendet.

    Aus Kostengründen wird ein billighersteller sicherlich nicht den teuersten Stahl verwenden.

  • Der oben genannte Kessel wie auch der A....s sind aus normalen S235 Stahl.

    Das hat Kostengründe und Gründe der guten Schweißbarkeit. Wenn der Füllraum vernünftig durch Schamotte und/oder Einhängebleche geschützt ist und man den Kessel ordentlich bedient, dann hält der lange.

    Das oben gezeigte Problem ist wahrscheinlich ein Herstellungsfehler oder ein Fehler im Stahl selbst.

    Auch sehr namhafte "deutsche" Hersteller verwenden den ganz normalen Stahl. Kesselstahl gibt es wirklich nicht, das ist einfach eine Bezeichnung, damit es besser klingt.

  • Hallo zusammen,

    hast du ein offenes System, wenn ja liegt da der Fehler durch Sauerstoffeintrag von innen korrodiert.

    Dieser Aussage muss ich widersprechen. Dies ist nicht der Grund für Lochfraß. Lochfraß entsteht in der Regel punktuell durch elektrochemische Prozesse, wie sie z.B. in einer Batterie ablaufen. In diesem Fall kann das z.B. durch Einschluss oder anheften von anderem elektrisch leitfähigem Material im/am Stahl sein, welches in der Elektrochemischen Spannungsreihe "edler" ist als Eisen, z.B. Kupfer. Das "unedlere Metall wird dabei abgetragen.

    Richtig ist, dass in meinem offenen System das Wasser mit Luft in Berührung kommt und so Sauerstoff aufnehmen kann, was dann aber zur flächigen Korrosion aller Metallbestandteile führen könnte.

    Aber eine derartige Korrosion konnte ich bei meiner nunmehr 34 Jahre alten Anlage nicht feststellen. Wie oben beschrieben, hatte der alte Holzkessel französischer Bauart nach fast 30 Jahren keine Korrosionsspuren. Auch bei der Installation des Attack SLX20 2016, bei der ich die alte 1 1/4" Schwarzrohr-Installation anpassen musste, war innerhalb der Rohre keine Korrosion vorhanden. Lediglich eine schwarze Patina war/ist vorhanden.


    Thema "offenes System":

    Mein offenes System bezieht sich nur auf den Kessel-Puffer-Kreislauf. Dieser hat eine Wassersäule von 1,8m, also ca. 0,18 bar unten, in der Höhe des Lochfraßes ca. 1,2m weniger. Die Heizungs- und die Brauchwasserwärme werden jeweils über Wärmetauscher aus den Pufferspeichern gezogen, siehe auch meine Beiträge vom 22. Februar 2017 und vom 21. Februar 2017, Im letzteren findet ihr auch das Hydraulik-Schema meiner Anlage. Der Heizungskreislauf ist ein geschlossenes System.


    @Ruedi1952 und @Autodoktor : Danke für eure Beiträge zum "Kesselstahl"


    Viele Grüße Matthias

  • Vielen Dank für deinen Beitrag.

    Genau, Lochfraß muss andere Gründe haben. Vielleicht war der Stahl genau an der Stelle auch fehlerhaft, das kann passieren.

    Es wird ja auch immer von den diffusionsoffenen Fußbodenheizungen aus den 80er Jahren gesprochen. Ist das wirklich so, dass soviel Sauerstoff rein kommt und alles durch rostet, wenn man keine Systemtrennung hat?

    Mein Vater hat eine Fußbodenheizung aus Anfang 1980, es war nie eine Systemtrennung da.

    Die alte Heizung hatte nach 30 Jahren keine Korrosionsspuren und der 10 Jahre alte Atmos nun auch nicht. Die neuere Ölheizung und der Puffer auch nicht.

    Alles ist schwarz, wie du beschrieben hast.

  • Oje, wenn ich das jetzt so lese, muss meine anfängliche Attackbegeisterung nun leider doch einige Haare lassen ;(.

    Wir "Attackianer" werden in Zukunft wohl alle den Heizraum mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch und einem automatisch alles um den Kessel herum absuchendem Blick betreten..... :wacko:


    Weiterhin eine Kaufempfehlung geben wird also schwierig werden.


    MIr fällt etwas zum Thema Lochfrass ein: Bei meiner Arbeit mussten wir kürzlich eine eiserne Trinkwasserleitung ausgraben, weil sie undicht war. Es stellte sich heraus, dass über mehrere hundert Meter ca. alle 5 Meter ein stecknadelgroßes Loch entstanden ist. Ca 30 cm daneben verlief ein Stromversorgungskabel für das Wasserreservoir. Ein erfahrener, alter Baggerfahrer erzählte mir, dass Wasserrohre in der Nähe von Elektroleitungen sehr oft ein derartiges Schadensbild aufweisen.

    Jetzt meine Frage: Könnte es in einem Kessel (theoretisch zumindest) auch zu Problemen kommen, wenn ein Kabel neben einem wasserführenden Bereich verlegt wurde, oder lässt sich das von vornherein ausschließen?


    Grüsse

    Helmut

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