CO Vergiftung im Pelletslager

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  • Guten Abend zusammen,

    aus leider gegebenem traurigem Anlass möchte ich auf die Gefahr von einer Kohlenmonoxid (CO) Vergiftung in Pelletslagern aufmerksam machen.

    Dieses Gas kann auch ohne Verbrennung entstehen und kann schnell tödlich sein.


    Kohlenmonoxid-Gefahr in Pelletlagern
    In Lech am Arlberg sind am Freitagabend zwei Männer in einem Pelletlager eines Hotels an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben. Die genaue Unfallursache…
    vorarlberg.orf.at


    Schöne Grüße

    Simon

  • wichtiger Beitrag- daran kann nie genug erinnert werden. 2014 hat die Süddeutsche Zeitung schon einmal sehr ausführlich darüber berichtet, in der Folge auch die FUK's von NS und BB. Aber CO ist nicht das einzige Gas mit in diesem Zusammenhang.


    Wer damit zu tun hat, sollte tatsächlich über ein entsprechendes Gasmessgerät nachdenken.

  • Welche Gase könnten noch im Pelletlager unterwegs sein?

    Außer CO könnte ich mir Methan(CH4) noch vorstellen?


    Wie lässt sich das Pelletlager in der Praxis ausreichend wegen CO belüften, wenn der Kessel samt Puffern und Rohren im selben Raum steht? Der sollte schließlich frostfrei sein?

  • Ich habe letztes Jahr gemessen.

    Ins Lager mit den Maßen von ca. 4 x 3 x 2.1 m wurden 6 to Pellets gefüllt.

    Die vorgeschriebenen Belüftungsöffnungen in den Befüllstutzen hab ich geschlossen und auch sonst jegliche Luftzufuhr zum Lager minimiert, weil ich es einfach wissen wollte.

    Es wurde nicht nur gemessen, sondern auch geloggt. Lagertemperatur war bei 18 Grad.


    Es zeigte sich, dass die CO-Konzentration drei Tage nach dem Einfüllen ihren höchsten Wert von ca. 140 ppm hatte.

    Das ist noch nicht gefährlich, kann aber nach ein paar Stunden da drin zu Kopfschmerzen führen. Zum Vergleich: Die MAK (bei dem Wert darf man offiziell drin arbeiten) liegt bei 30 ppm.

    Richtig gefährlich wirds erst bei vierstelligen Werten.

    Im Lauf weniger Wochen fiel der Wert dann auf 10 bis 20 ppm zurück.


    Entwarnung?

    Ich habe jegliche Belüftung abgewürgt und damit hohe Werte provoziert. Diese waren aber ungefährlich.

    Das Ganze gilt leider nur in diesem speziellen Fall. Nachdem der höchste Wert kurz nach dem Füllen entstand, nehme ich an, dass Pellets direkt nach der Herstellung am meisten ausgasen. Leider weiß ich nicht, wie lange die Charge beim Lieferanten gelagert war.


    Es zeigte sich, dass doch einige Tage vergingen, bis die Konzentration ihren höchsten Wert erreicht hatte, d.h. dass der Ausgasungsprozess sehr langsam abläuft.


    Daher denke ich, dass eine geringe Belüftung ausreicht, um das Ganze auf jeden Fall auf einem ungefährlichen Niveau zu halten.


    Servus,

    Frank

  • Hallo Frank,


    danke für die Messung.

    Im konkreten Fall für ein grösseren Komplex ging es wohl um ganz andere Mengen an Pellets. Ist der Raum drum herum dennoch eng, kann man dasselbe Luftvolumen wie bei 5t im engen Raum haben. haben. Damit steigt die Konzentration dann vermutlich viel stärker an bei großen Füllmengen. Ich denke bei Mengen um 5 bis 10t sollte es OK sein. Eine frische Füllung mit Messung wäre super. Vielleicht kannst du ja bei der nächsten Füllung nochmal messen?


    Vf

  • @ Frank, die Messung beruhigt etwas - geht doch allein das Zugangstor über Heizungs-/Pelletraum über die halbe Raumbreite und würde beim Öffnen für einen gewissen Gasaustausch sorgen.

    Wenn bei geschlossenem Tor keine Lüftung komplett abgewürgt würde, sollte das COproblem überschaubar sein, oder?


    @all,

    apropos Belüftung:

    einerseits soll der Heizungsraum frostsicher sein und gleichzeitig die Pellets belüftet.

    Wie setzt man das praktisch um, wenn derselbe Raum gleichzeitig für Pellets und Heizung genutzt werden soll?

  • Hallo FrankII ,


    vielen Dank für deinen Praxisbericht! Ich denke auch, dass das Risiko bei Einfamilienhausgrößen weniger hoch ist.


    Was mich noch interessiert: Ist dein Pelletlager von außen ebenerdig erreichbar?

    Der Hintergrund der Frage ist folgender: wenn das Gesicht des Menschen oberhalb des Außenniveaus ist, wird sich das CO wohl durch kleinste Ritzen verflüchtigen können.

    Sollte sich das Pelletslager in einem Keller befinden, ohne Fenster oder sonstiger Belüftungen, könnte es doch den ganzen Keller fluten? Einmal angenommen, dass das Pelletslager zB im 2.Tiefgeschoss ist.

    Immer große Mengen an frischen Pellets vorausgesetzt...


    Vielen Dank für deine Messung!

    Schöne Grüße

    Simon

  • @all,

    apropos Belüftung:

    einerseits soll der Heizungsraum frostsicher sein und gleichzeitig die Pellets belüftet.

    Wie setzt man das praktisch um, wenn derselbe Raum gleichzeitig für Pellets und Heizung genutzt werden soll?

    Die vorgeschriebene Belüftung ist winzig:

    Im Deckel der Pelleteinblasstutzen ist eine verschließbare Öffnung.

    Damit bleibt das frostsicher.

    Servus, Frank

  • Ich denke, du verwechselst da Kohlendioxid CO2 und Kohlenmonoxid CO. Nur mit CO2 kannst du einen Raum "fluten", da es schwerer als Luft ist.

    Hier haben wir nur CO, das mischt und verhält sich wie Luft - auch bzgl. einer Lüftung.

    Servus,

    Frank

  • Ich denke, du verwechselst da Kohlendioxid CO2 und Kohlenmonoxid CO. Nur mit CO2 kannst du einen Raum "fluten", da es schwerer als Luft ist.

    Hier haben wir nur CO, das mischt und verhält sich wie Luft - auch bzgl. einer Lüftung.

    Servus,

    Frank

    Vielen Dank für die Aufklärung! Da war ich falsch unterwegs.

  • Vor Weinachten wurde wieder neu befüllt.

    Gleiche Bedingungen wie oben, nur die Temperatur war bei 13 Grad im Lager.


    Dieses mal stieg der CO-Wert nur auf maximal 70 ppm und sank innerhalb von 2 Wochen unter die MAK.


    Auch der Schreinerei-Geruch war deutlich geringer. Ich vermute daher, dass diese Charge schon einige Zeit gelagert war.


    Servus,

    Frank

  • Wieder mal ein Update:

    Dieses Mal nicht 6, sondern 9 to gebunkert. Belüftung geschlossen. Temperatur im Lager: 20 bis 21 Grad.

    Woche 1: 90 ppm

    2: 76 ppm

    3: 63 ppm

    4: 34 ppm

    5: 20 ppm


    Nachdem die CO-Werte bei nun drei Füllungen sehr unkritisch waren, denke ich, dass die Gefahr von CO-Vergiftungen bei Mengen bis 10 to durch Pelletslagerung doch zu sehr hochgekocht wird.


    Servus, Frank

  • Mach nur …


    Zumindest "duftet" das frische Material sehr kräftig und für hartnäckige Kopfschmerzen und etwas Atemnot hat es bei mir gereicht. Dann hab ich ein Messgerät gekauft und das schlug sofort Alarm.


    Ich wäre mit solchen Ratschlägen SEHR vorsichtig. Ist im Fall des Falles ein sehr unnötiger Tod.

  • Das Leben ist zu wertvoll oder du willst den billigsten Suizid begehen ?

  • Wo hast Du die Werte gemessen? Direkt im Lager oder im Raum davor?

  • War doch erst in der Zeitung dass es fast mehrere Tote in einem Mehrfamilien Haus gegeben hat


    https://www.br.de/nachrichten/…wohnern-das-leben,Usck5Km

    Das ist genau das, was ich meine, wenn ich von hochgekocht rede.

    "Tote, Vergiftung, tückisch, Lebensrettung..." und andere dramatische Worte.


    Das Wesentliche steht da nicht:


    Wo war der CO-Melder? (Lager oder Wohnbereich)

    Wie hoch war der "lebensgefährliche" CO-Wert? (Wenn von lebensgefährlich" gesprochen wird, muss es doch jemand gemessen haben - oder hat das einer geschätzt, damit es auch spektakulär genug für die Meldung ist...)


    Wenn ein CO-Melder anspricht, heißt das nur, dass der Wert vage über einem Schwellwert liegt. Dieser liegt typischerweise bei ca. 50 ppm und ist harmlos, solange man nicht Tage da drin verbringt.


    Versteht mich bitte recht:

    Ich möchte nicht verharmlosen, sondern Sachlichkeit reinbringen, die in der heutigen Medienwelt viel zu oft untergeht.


    Servus, Frank

  • Also ich weiß nicht...
    So ein Messgerät kostet keine 50 Euro und sollte in jedem Innenlager vorhanden sein, lieber zwei als nur eins.
    Berichte wie zitiert, sind natürlich reißerisch geschrieben, aber auch hier liegt die Ursache in menschlichen Versagen.
    Für mich gelten drei Dinge:
    - Zuverlässigkeit des Lieferanten und die Qualität der Pelltest (am besten vom regionalen Markt) sind ne sehr gute Grundlage

    - durchgängig gute Belüftung sollte selbstverständlich sein.

    - Vertrauen ist gut, aber Kontrolle eben besser, also Messgeräte positionieren (haben bei mir noch nie angeschlagen)


    Manchmal kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Feuermelder sind in jedem Raum vorgeschrieben, CO jedoch um Längen gefährlicher. Dabei wäre eine entsprechende CO - Überwachung sehr einfach in die Heizungssteuerung selbst zu integrieren.

    MfG - Jürgen

    Meine Anlage, meine Expertise:

    ÖkoFEN PELLEMATIC© Compact 10 - 18 kW (eingestellt auf 18kW)

    ÖkoFEN Systemspeicher Pellaqua 600 Liter

    ÖkoFEN Sacksilo für ca. 9,2 to Pellets

    Ökofen Pelletronic Touch V4.04

    Außentemperaturfühler, kein Raumtemperaturfühler


    Zusätzlich installiert:

    Heizstab, der mit überschüssiger Energie aus PV-Anlage unterstützt. Reicht im Sommer allemal für WW

    ansonsten wird ein Bestandsbau ca 250m² beheizt,

    normale Heizkörper, teilweise noch ursprünglich aus Ende 70er Standard

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