Hydraulikproblem mit Pufferspeicher?!

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  • Hallo liebe Forumgemeinde. Nachdem ich nun schon seit geraumer Zeit als stiller Mitleser hier im Forum unterwegs bin, muss ich nun doch mal eine Frage stellen (mein Latein ist am Ende).


    Bei mir im Keller steht ein Rendl HV35 der vor kurzem in den Jungbrunnen gefallen ist (neue Düsensteine selbst gegossen, Sekundärluftbleche ersetzt, Kesselthermometeranzeige ersetzt, Stellmotoren für Rücklaufanhebung wieder funktionstüchtig gemacht). Seitdem funktioniert der Kessel wieder wie ein Holzvergaser, vorher eher wie ein Kaminofen.


    Nun hat sich aber herausgestellt, dass der Kessel recht schnell auf die eingestellte Kesseltemperatur (85 Grad)kommt und dann mit der Leistung runterfährt. Der Pufferspeicher (leider nur 600 Liter, was viel zu wenig ist) hat zu diesem Zeitpunkt gerade mal 40 - 50 Grad auf allen Ebenen (also scheinbar keine Schichtung).


    Meine Rücklauftemperatur ist dann schon auf etwa 65 - 70 Grad und der Mischer fängt an das zugemischte Wassser aus dem Vorlauf runterzufahren (soweit so gut).


    Im späteren Verlauf des Abbrandes wird es dann richtig wild. Das Kesselthermometer geht auf knappe 100 Grad, der Rücklauf liegt bei 85 - 90 Grad, aber im Puffer ist wieder auf allen ebenen eine gleichmäßige Temperatur von ca. 70 - 75 Grad. Der Heizkreisvorlauf hat zu diesem Zeitpunkt etwa 70 Grad.


    Irgendwie hab ich das Gefühl, dass das heiße Wasser vom Kesselvorlauf einmal quer durch den Pufferspeicher wieder in den Heizungsrücklauf "gesaugt" wird, und somit alles total durcheinander gebracht wird. Ich habe auch schon versucht, die Pumpe runter zu regeln, dann ging die Rücklauftemperatur auch sehr schnell knapp über die Speichertemperatur zurück, aber mein Kesselthermometer war beängstigend nahe an den 100 Grad (also scheinbar reicht der Wasserdurchsatz dann nicht aus um die Wärmemenge des Kessels abzuführen).


    Der Aufbau meiner Heizungsanlage ist im Anhang mal aufgezeichnet, für mich viel zu kompliziert um es zu beschreiben.


    Als weitere, eventuell wichtige Information: Das Haus hatte damals eine Schwerkraftheizung, mit der Anschaffung des Rendl wurde diese mit einer Umwälzpumpe umgerüstet, also alles recht große Rohrquerschnitte.



    Hat jemand von euch eine Idee, wo hier das Problem liegt, und wie man evtl. kostengünstig Abhilfe schaffen kann?


    Für eure Hilfe schonmal vielen Dank


    P.S.: Wer selbst noch einen Rendl hat, ich kann Zeichnungen und Maße zu den Düsensteinen und Sekundärluftblechen sowie die Anleitung zum Kessel (mit Funktionsweise und Elektroschaltplan) gerne Teilen.


    Viele Grüße


    Johannes

    Zentralheizung.pdf

  • Hallo,


    was mir auf den ersten Blick auffällt ist, dass die heiße Beimischung zum Mischer an den Kesselvorlauf und nicht an die Entnahmeleitung (die zum Ölkessel geht) angeschlossen werden muss.


    Gruß, Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4

  • Ich kann mich ja Irren aber lässt man nicht Ölkessel und Holzkessel Paralell laufen?

    Genauso der Mischer am Holzkessel der sollte ja erstmal einen Kreislauf herstellen damit sich dieser schnell erwärmt, und dann das Kaltewasser vom Puffer zumischt der Puffer sollte mit dem Mischerkreis verbunden sein dann kann der Mischer Stück für Stück deinen Puffer voll schichten.

    Der Brauchwasserspeicher sollte danach paralell zum Puffer mit laufen und hier ebenso mit dem Mischer so geregelt werden das dieser zuerst geladen wir oder nach bedarf später.


    Die Durchschleifung durch den Ölkessel erschliest sich mir nicht, hier wird ja das heise Wasser ja wieder abgekühlt den der Brennraum hat ja immer einen gewissen durchzug vom Kamin.

    Gruss Fränkisch Schwäbischer Holzheizer

  • Hallo Michael,


    das hat mein Heizungsbauer (der auch damals die Anlage errichtet hat) inzwischen auch festgestellt. Er möchte noch vor dem Jahreswechsel diesen Umstand richtig stellen, um zumindest in der Startphase für geordnete Verhältnisse zu sorgen.


    Laut meinem Verständnis würde dass aber in der Mittelphase keine Änderung bewirken, da der Mischer zu diesem Zeitpunkt die Heißwasserzufuhr schon komplett abgedreht hat? Oder irre ich mich da?


    Aktuell ist nur noch eine Handvoll Glut im Ofen, Kesselthermometer gibt 80 Grad an, Heizkreisvorlauf liegt in etwa bei 64 Grad, die 3 Pufferspeicherthermometer zeigen ebenfalls 64 Grad an, der Kesselrücklauf liegt aber ebenso wie die Kesseltemperatur bei 80 Grad. Irgendwo muss da doch der Wurm drin sein.


    Einen laienhaften hydraulischen Abgleich habe ich die Tage auch schon durchgeführt, leider haben zwei Heizkörper keine Möglichkeit zur Regulierung und laufen permanent mit vollem Durchfluss (die Hocheffizienzpumpe regelt aber trotzdem runter wenn die restlichen Heizkörper schließen). Bei den anderen habe ich die Rücklaufverschraubung soweit zugedreht, dass zumindest eine Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf mit der Hand fühlbar war (Gliederheizkörper mit Stahlrohren, Spreizung 10 - 15 Grad). Somit sollte doch das Rücklaufwasser zumindest ein bisschen kälter als das Vorlaufwasser sein, aber der Holzkessel zieht von irgendwo anders seine Wärme her.


    Viele Grüße, Johannes

  • Ich kann mich ja Irren aber lässt man nicht Ölkessel und Holzkessel Paralell laufen?

    Also so wie ich es verstehe, übernimmt der Ölkessel die Heizung, wenn der Holzofen keine Wärme mehr liefert und der Pufferspeicher "leer ist"

    Quote

    Genauso der Mischer am Holzkessel der sollte ja erstmal einen Kreislauf herstellen damit sich dieser schnell erwärmt, und dann das Kaltewasser vom Puffer zumischt

    Die Rücklaufanhebung funktioniert soweit

    Quote

    der Puffer sollte mit dem Mischerkreis verbunden sein dann kann der Mischer Stück für Stück deinen Puffer voll schichten.

    Der Brauchwasserspeicher sollte danach paralell zum Puffer mit laufen und hier ebenso mit dem Mischer so geregelt werden das dieser zuerst geladen wir oder nach bedarf später.

    Meinst du den zweiten Mischer / Verteiler im Heizkreisrücklauf? Dieser schaltet bei einer Pufferspeichervorlauftemperatur von 60 Grad auf, lässt den Heizkreis über den Pufferspeicher zirkulieren, ansonsten ist er geschlossen und die Ölheizung heizt nur den Heizkreis und nicht den Puffer mit.

    Quote

    Die Durchschleifung durch den Ölkessel erschliest sich mir nicht, hier wird ja das heise Wasser ja wieder abgekühlt den der Brennraum hat ja immer einen gewissen durchzug vom Kamin.

    Das verstehe ich leider auch nicht, war früher vielleicht "Stand der Technik", aber das mit den "Abgasverlusten" im nicht betriebenen Ölkessel ist mir auch schon in den Kopf gekommen, nicht effizient aber wohl für das eigentliche Problem mit den komischen Temperaturwerten am Holzkessel und dem Puffer eher nebensächlich.


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo


    wenn aus dem Puffer das heisse Wasser durch den Öli geleitet wird, "spart" man sich die Ein- Aus-Steuerung des Ölis. Solange das Heizwasser aus dem Puffer heißer ist als das Ölkesselsoll schaltet der Öler nicht ein. Erst bei Untershreiten des Wertes.

    Kann man so machen, halt halt wie viele andere Lösungen auch Nachteile.


    ciao Peter

  • mike Dein Vorschlag von einem Hydraulikschema ist aber auch nicht das "Gelbe vom Ei"

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
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  • Zum Thema möchte ich mich wie folgt äußern: An der eingestellten Anlagenhydraulik gibt es bis auf den fehlerhaften Anschluss zur RLA keine hydraulischen Probleme und die Anlage sollte nach der Fehlerbeseitigung, was die Ladung des Puffers angeht, ordentlich funktionieren.

    Das heißt aber nicht, dass man an der Anlage nichts verbessern könnte.

    Einen TWW-Speicher mit einem 600 ltr. Puffer zu kombinieren halte ich für nicht wirtschaftlich, weil eine ordentliche Durchmischung zu erwarten ist. Kein gescheiter hydraulischer Abgleich vorhanden.

    Das Durchschleifen durch den Ölkessel sehe ich jetzt nicht als einen gravierenden Fehler, kann aber eleganter gelöst werden. Diese Anschlussvariante hat aber den Vorteil einer guten Ausnutzung des Puffers, weil der Ölkessel die Differenz nachheizen kann. Ohne Durchschleifen müsste spätestens bei Temperatur kleiner VL umgeschaltet werden, was die Restenergiemenge im Puffer ungenutzt lässt.

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
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  • Bitte um Erläuterung!

    Gerne. Ich vermisse die Heizkreispumpe und die TWW Ladepumpe bei Ölkesselbetrieb. Warum braucht der Ölkessel 2 RL Anschlüsse? Oder ist mir bei deinem Gekrakel was entgangen!?

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
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  • Ich bitte mein gekrakel zu entschuldigen!

    Die Heizkreispumpe HV ist das Kreisding im Vorlauf nach dem Mischer, kurz bevor der Vorlauf vom Ölkessel kommt.

    Daher auch hier in der VL-Leitung des Ölkessels die Schwerkraftbremse, so dass der Öler nicht rückwärts durchströmt wird.


    Die Heizkreispumpe und WW Ladepumpe seitens Öler ist nicht dargestellt. Hätte ich der vollständigkeit halber natürlich machen müssen.

    Die 2. Rücklaufleitung ist natürlich nur examplarisch. Egal ob das Ding nun ein internes/externes Umschaltventil oder was auch immer hat.


    Im Prinzip ist das hier dargestellte mein Schema mit der Gastherme mit externem Umschaltventil und WW-Speicher, so wie ich es bis 2022 in Betrieb hatte, bevor ich auf den Hygienekombispeicher umgestiegen bin. Das System hat sehr gut funktioniert, es gab keine Fehlzirkulation.

    Hatten damals die Puffer genug Temperatur war es eine reine Holzheizung, vielen die Puffer unter Wert X war es eine reine Gasheizung.

    Ich war damit sehr zufrieden.

  • Das Hydraulik Schema ist glaube ich nicht das Problem . Habe ich auch so gehabt als ich noch einen Ölkessel als Backup hatte . Einziger Nachteil sind etwas Verluste durch den Ölofen . Ich denke das Problem ist der schlechte bzw nicht vorhandene hydraulische Abgleich der Anlage . Durch den hohen Durchfluss und die geringe Spreizung wird Die Schichtung im Puffer unterbunden . Ich habe auch noch alte Ventile in den Heizkörbern und über die Rücklaufverschraubung den Abgleich gemacht. Ist zwar schwieriger geht aber auch. Bei mir liegt der Rücklauf der Heizung bei 25° .

    Ich würde erstmal die Leistung der Heizkreispumpe drosseln bis der Rücklauf unter 40° ist und dann nochmal die Heizkörper abgleichen bis der Rücklauf auch an jedem Heizkörber unter 40° ist . Dann sollte sich auch eine gewisse Schichtung im Puffer aufbauen.

    Soli 14,9T

    16m2 Solar

    200l WW+2800l Puffer

    UVR1611+Flammtronik

    100m² FBH + 120m² mit Heizkörber

    John Deere 820+BGU SSA300

    Multicar M24

    Dumper Picco1

  • Mike,


    tut mir leid, aber ich kann beim besten Willen keinen Kreislauf bei Ölbetrieb erkennen. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass bei geschlossenem Mischer und einem VL Anschluss oberhalb der Heizkreispumpe ein Kreislauf zustande kommt. Ich habe ernsthafte Zweifel daran, dass das bei dir so funktioniert hat. Wenn ja, dann stimmt deine Skizze nicht mit der Realität überein.


    Auf der anderen Seite ist es mir auch völlig egal ob der TS sein Backup "so" oder "anders" in die Hydraulik eingebunden hat. Fakt ist, es sollte erst mal die Ladeleitung in Ordnung gebracht werden und dann sehen wir weiter.

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
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  • Ich würde es zuerst einmal damit versuchen, damit pufferseitig und HV-seitig etwas Ordnung reinkommt.

    pasted-from-clipboard.png


    So wie ich es sehe, zieht die kalte RLA das Wasser aus dem Vorlauf zum Öler (und damit dem Pufer) und nicht aus dem Vorlauf vom HV. Und das funktioniert so nicht bzw. erst, wenn der HV den Puffer oben genügend geladen hat. Da wirbelt ziemlich viel durcheinander.
    Lass mal den Heizkreis/Öler auf der einen Seite rausziehen und den HV auf der anderen Seite laden. Zusätzlich muss die RLA über den kurzen Kreis von HV-Vorlauf angeschlossen sein.

    Versuche es mal so. Ich bin kein Experte, aber ein bißchen Ordnung im ganzen Rohrleitungsdesign muss schon sein.

    gruß aus babelsberg


    "Einer hackt Holz und dreiunddreißig stehen herum. Die bilden die Zentrale."
    Kurt Tucholsky

  • So wie ich es sehe, zieht die kalte RLA das Wasser aus dem Vorlauf zum Öler (und damit dem Pufer) und nicht aus dem Vorlauf vom HV.

    Hallo großer Meister, dass wurde bereits einige Beiträge weiter oben festgestellt und der Ersteller der Anlage hat das auch bemerkt, leider zu spät.

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
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  • So wie ich es sehe, zieht die kalte RLA das Wasser aus dem Vorlauf zum Öler (und damit dem Pufer) und nicht aus dem Vorlauf vom HV.

    Hallo großer Meister, dass wurde bereits einige Beiträge weiter oben festgestellt und der Ersteller der Anlage hat das auch bemerkt, leider zu spät.

    Mist. Zu spät.... :D

    NUR!
    Ich bin kein großer Meister, nur ein dem Dilletantismus anheim gefallener Hilfsbastler mit wenig Zeit. :)

    gruß aus babelsberg


    "Einer hackt Holz und dreiunddreißig stehen herum. Die bilden die Zentrale."
    Kurt Tucholsky

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