Upgrade Wohnzimmerkamin auf Grundofen/Speicherofen

There are 15 replies in this Thread which was already clicked 2,691 times. The last Post () by Austro-Diesel.

  • Guten Morgen in die Runde. Wir sind ein wenig "hirnschwanger" unseren gemauerten Wohnzimmerkamin gegen einen Grundofen, Speicherofen oder was auch immer zu ersetzen.



    Seit fast 20 Jahren steht im Wohnzimmer ein Wohnzimmerkamin mit Spartherm "Speedy" Ofeneinsatz mit prismatischer Scheibe und drumrum nett verkleidet mit — eher dünnen — (Schamotte-?) Platten, recht hübsch mit weißem Strukturputz und Terracotta-Elementen. Alles soweit gut, der Ofen wird mal mehr, mal weniger benützt und ist von der Brennraumschamottierung her noch gut in Schuss.


    Allerdings zeigten sich über die Jahre ein paar Schwächen der Investition.


    Unser Rauchfang hat 160 mm Durchmesser und dürfte von "normaler" keramischer Ausführung sein. Und das Ofenrohr, das dorthin führt, das dürfte eher 180 mm messen, wenn nicht gar 200 mm direkt am Kamineinsatz. Der natürliche Zug des Fangs mit knapp 6 Metern wirksamer Länge ab Einmündung des Ofenrohrs ist bei kräftiger Feuerung ausreichend gut, bei klein gehaltenem Feuer allerdings zu schwach um Abgasgerüche beim Nachlegen zu unterbinden.


    Der jetzige Ofen ist für den Raum, ein 42 Quadratmeter großes Wohn-Esszimmer mit offenem Stiegenhaus hinauf- und hinunterzu, bei milden Temperaturen zu potent, bei Minusgraden wird die Sache für den längeren Betrieb besser nutzbar. Mit paarweise aufgelegten Buchenholzscheiten brennt der Ofen gut vor sich hin, mit einzelnen Scheiten besteht die Gefahr des Schwelens. Die Scheibe ist alle Wochen mal zu putzen um ansehnlich zu bleiben.


    Was ein wenig nervt ist das ständige Nachlegen. Die bei angestrebtem kleinen Feuer nötigen kleinen Stücke sind alle 20 Minuten zu ergänzen, bei kräftigerem Holz ist man gut alle halben Stunden dran. Das Feuer ist zwar schön zu beobachten, aber es macht Mühe und immer wieder hat man Abgasgerüche im Raum durch das ständige Nachlegen bei schwachem Zug, außer man wartet zu, bis das Feuer komplett heruntergebrannt ist, was dann wieder etwas Qualm beim Zünden macht.


    Das ist alles nicht perfekt.



    Wir heizen an sich gerne mit Holz, sind gerade liquide und denken über eine Verbesserung nach — und wenn sich nebenbei die Abgaswerte auf ein zeitgemäßes NIveau verbessern, dann soll uns das nur recht sein.


    Das restliche Haus wird mit einer ganz wundervollen ETA Pelletheizung geheizt, der Ofen soll auch eine krisenfeste Heizmöglichkeit (also ohne Strom, ohne Wasserführung) darstellen. Und alles was nicht da ist, kann erfahrungsgemäß auch nicht kaputtgehen.


    Dazu kommt, dass in meinem Betrieb nennenswerte Mengen Einwegpalettenholz anfallen, die mir somit gratis zur Verfügung stehen — idR Fichte in bedenkenlos-sauberem und trockenen Zustand, zumeist eher dünnere Brettchen. Alle Öfen unter 35 cm Scheitlänge scheiden damit aus, mehr Feuerraumbreite wäre sogar angenehm, denn das Abfallholz ist nicht immer so gleichmäßig beschaffen.


    Abgastechnisch sind hier in Österreich die Verordnungen etwas anders als in Deutschland (EN 15544, §15a-Vereinbarung), moderne Feuerungstechnik ist aber nie ein Fehler. Vielleicht ist in diesem Zug auch der Einbau eines elektrostatischen Partikelabscheiders sinnvoll möglich?



    Um die Ausdauer des Ofens und den Anwendungskomfort zu verbessern wäre meiner Recherche nach ein Neubau mit einem Grundofen-Einsatz geboten und ein nachgeschalteter Speicher zu überlegen. Da gäbe es ja einiges, was in Frage käme …


    Von Ortner:


    ORTNER Grundofen SE11-56/56/42
    SE11-56/56/42 - ORTNER Grundofen   Set Bestandteile: SE11-56/56/42, Handbedienung
    www.kamineinsatz-heizeinsatz.de

    ORTNER Grundofen GO8 Oben
    GO8 Oben - ORTNER Grundofen   Set Bestandteile: GO8 Oben, Handbedienung
    www.kamineinsatz-heizeinsatz.de

    ORTNER Grundofen GO5 Set
    GO5 Set - ORTNER Grundofen   Set Bestandteile: GO5 Sett, Handbedienung
    www.kamineinsatz-heizeinsatz.de


    Oder von Camina-Schmid:


    Profi GO 7 | Camina & Schmid

    Grundofen Profi GO7 Front Profi Plus
    Der SCHMID Grundofen Profi GO7   Produktmerkmale: - Tür schwenkbar - wählen Sie zwisc
    www.kamineinsatz-heizeinsatz.de


    Oder von Brunner:


    Eckgrundofen GOT 45/67/44 mit GOF 50x35


    Vermutlich gibt es noch einige weitere empfehlenswerte Hersteller und Produkte.


    Viele Öfen haben Rauchrohr-Abgänge mit 180 oder 200 mm Durchmesser, unser Kamin hat nur 160 mm. Inwiefern ist das problematisch? Der Schornsteinzug muss ja zum Ofen passen, Speicherzüge wie das Ortner KAM-System werden diesen wohl deutlich behindern, Aufsatz-Speicher die nicht "gegen die Schwerkraft" arbeiten sind vielleicht im Vorteil?



    Und ja, die Wärmeabgabe soll zwar ausdauernder werden, aber trotzdem ist eine zeitnahe Wärmeentwicklung nach dem Anzünden gewünscht — meistens zündelt man ja, wenn's einem kühl wird … spricht das gegen solch ein Ofenkonzept? Kann man das mischen bzw. sogar den "Speicheranteil" regulieren? Die Leistungsabgabe selbst soll durchaus moderat sein, damit man den Ofen auch in der Übergangszeit gut nutzen kann.


    Das Prinzip des Grundofens ist ja ein einmaliges Beschicken und dann zügiges Abbrennen. Darf man überhaupt eine Kleinigkeit nachlegen, wenn man mit dem Glas Wein in der Hand beim Ofen sitzend trotzdem noch Lust auf ein wenig Flammenspiel hat?



    Und wie ist das mit dem kleinteiligen Weichholz als Brennstoff? Kann man das guten Gewissens in größeren Anteilen (so 25 bis 50%) beimischen oder ist das aus guten Gründen tabu?


    Diesmal wollen wir es richtig machen. Wir sind Mitte 50, die Anschaffung soll dann bitte bis zum letzten Schnaufer glücklich machen. :P

  • Hallo,

    wir waren auch lange "hirnschwanger" :) mit einem Grundofen. Ich hatte einen wasserführenden Kaminofen im Wohnzimmer. Gefühlt habe ich mich jahrelang mit Brunner und Co beschäftigt. Wir haben uns aber dann wieder für einen wasserführenden Ofen entschieden, der dem Grunofen-Prinzip recht nah kommt. Fröling FKE aqua mit 4 cm Schamotte komplett eingemauert. Große Scheibe- 50cm Brennraum. Der macht den Raum schnell warm, überheizt ihn aber nicht. Mehr als 80% gehen in die Puffer. Der Ofen gibt nachdem Abbrand langsam die Wärme wieder ab und heizt bis zum nächsten Abend unsere 50qm mit Galerie gemütlich weiter. Wir legen auch manchmal noch nach :-).

    Zur Krise: Ich hab den Ofen mit Pumpen und Steuerung, sowie den Pellets-Kessel und die ERRs an einer USV mit 5x 110 AH Batterien. Die USV kann 3000w und halt auch das Nachsaugen der Pellets aus. Alles angeschlossen an einen Stromkreis, den ich manuell auf eine Notstromversorgung von außerhalb des Gebäudes umstellen kann (Generator). Auch kann ich die USV auf PV umstellen, dann lädt die PV mit Prio die USV Batterien und man kann noch die Kaffee-Maschine einstecken.

    Ist natürlich nicht das, was Dir vorschwebt, aber auch ich bin über 50 und wollte es noch EINMAL richtig machen. Deshalb habe ich überhaupt geschrieben.

    Also nur als Denkanstoß nehmen oder als amüsante Idee.


    Viele Grüße, Achim

  • Danke, schön zu lesen, dass es auch noch andere Prepper gibt. 8o


    Wir haben hier auch eine PV-Anlage mit Wechselrichter mit Full-Backup-Option und einer 10-kWh-Batterie und irgendwann wird diese Netztrenn-Geschichte auch realisiert sein, momentan scheint kein Elektriker Interesse an solchen Arbeiten zu haben. Und zwei Honda 3-kVA-Aggregate stehen im Betrieb auch originalverpackt herum, die könnten in der Krise über 400-V-DC-Schaltnetzteile über Freilaufdioden und den Wechselrichter die Batterien zuhause laden …


    Im Wohnzimmer will ich es halt auch ohne Elektr(on)ik, weil ich die nach Jahrzehnten öfters auftretenden und dann irreparablen Schäden fürchte. Keep it simple, ist da mein Motto.

  • Okay. Gibt es dazu eine Erklärung?


    Ich dachte, ein wenig "Luft" im Brennraum rund ums Holz ist kein Fehler. Allerdings ist es ja auch so, dass diese Stöße beim Abbrand immer wieder mal einseitig werden und umfallen — dann könnte eine nahe Wand den glosenden Haufen noch stützen. Spätestens wenn das Zeug nach vorn gegen die Scheibe stürzt wird's ärgerlich.


    Daher auch die Frage, ob ich mir das mit einem Eck-Ofen nochmal antue. Jetzt haben wir einen prismatischen Ofeneinsatz. An sich ist's ja schön, wenn man das Feuer sieht. Bei einem Grundofen aber sowieso ein relativ "flüchtiges" Erlebenis, nachlegen soll man ja nicht (oder zumindest nicht zu früh) und so schön ist die runtergebrannte Glut jetzt auch nicht anzusehen. Und mehr Glas heißt auch mehr putzen, um die Ecke sieht man in der Durchsicht das besonders schön, wenn's Zeit wird …

  • Ein vor Ort gemauerter Ofen muss einen Abgastest einmalig bestehen. Ein Test, der nicht ganz billig und dessen erfolgreicher Ausgang nicht garantiert ist. Dies spricht für die typgeprüften Standard-Brennräume, egal ob sie nun aus Stahl, einer Kombination mit Schamotte oder feuerfestem Beton bestehen. (Es gibt übrigens keine Garantie, dass der Standard-Brennraum mit dem Wärmespeicher des konkreten Ofens die geforderten Werte auch erreicht, aber das interessiert dann offenbar niemanden …)


    Auch dürfte es durchaus verschiedene "sprachliche Zugänge" zum Begriff "Grundofen" geben. Mein Stand der Dinge ist:


    Gemeinhin gültig dürfte sein, dass ein Grundofen keinen Rost hat. Die Glut liegt auf einem kräftigen Aschebett direkt auf dem Boden des Brennraums (dem "Grund" der Feuerstelle) und die Verbrennungsluft strömt ausschließlich von der Seite nach.


    Und ebenso scheint fix dazuzugehören, dass die Wirkung des gesamten Ofens auf der Abgabe von Strahlungswärme basiert, mit unvermeidlichen, aber vernachlässigbaren Konvektionsanteilen. Das bedeutet, dass die Heizleistung zur Oberfläche des Ofens korreliert. Beim leichter gebauten Kachelofen ist üblicherweise der Konvektionsanteil ein größerer Bestandteil der Wärmeabgabe, man sieht auch immer wieder Luftgitter.


    Diese Öfen werden für eine definierte maximale Holzauflagemenge dimensioniert, ein permanentes Nachlegen ist wegen der überhöhten Wärmezufuhr und der resultierenden Überhitzung des Ofeninneren zu vermeiden.


    Das Brennholz wird bei intensivstem Feuer und Sauerstoffüberschuss abgebrannt, was einen guten Ausbrand der Rauchgase zur Folge hat. Danach, wenn nur mehr das Glutbett zu sehen ist, wird die Luftzufuhr stark gedrosselt, was den Wärmeverlust durch den Rauchfang reduziert. Die Holzkohle verglüht mit der unvermeidlichen Falschluft und gibt die Wärme noch an die Speichermasse ab.


    Der renommierte Hersteller Ortner empfiehlt übrigens bei der Verwendung von Weichholz die Auflagemenge zu halbieren und nach dem Abbrand die zweite Hälfte aufzulegen, um dem Ofen durch die größere Hitzeentwicklung nicht zu schaden.


    Die Holzauflagemenge bestimmt wieder im Zusammenspiel mit der Art des Speichermaterials das Gewicht des Ofens und damit seine Ausdauer. Bedingt durch die schwere Bauweise ergibt sich eine große Trägheit beim Erwärmen wie beim Erkalten.


    Wieviel Speichermasse der Brennraum und die nachgeschalteten Züge mitbringen, aus welchem Material der Brennraum und die Züge sind, wie hoch der Anteil an dekorativer Keramik sein darf, das scheint mir doch sehr unterschiedlich interpretiert zu werden und wird auch stark vom Rauchfang mitbestimmt.

  • Habe heute mit zwei gut beleumundeten Hafner der Umgebung telefoniert, der erste schickte mich direkt zum Rauchfangkehrer um "allfällige Befindlichkeiten abzuklären", der andere meinte "wenn da schon ein Ofen am Fang ist, dann ist das alles kein Problem".


    Abgesehen davon, dass wir noch gar keine Idee haben wie der Ofen gestaltet sein soll, stellt sich auch die Frage welche Speichermasse, welches "Durchhaltevermögen" der Ofen überhaupt haben soll und ob wir nicht doch einen kleinen, rasch wirksamen Konvektions-Anteil auch wünschen.


    Von einem entferntem Bekannten, der einen recht massiven Specksteinofen besitzt, habe ich schon die Klagen der Gattin zugetragen bekommen, "dass es nicht warm wird, wenn man mit diesem Ofen einheizt".


    Und ja, man heizt natürlich dann ein, wenn es einem kühl wird. Wenn dann erst zwei Stunden später erste Wärme beim Menschen ankommt, dann wird das unbefriedigend.

  • Hallo Astro-Diesel,


    gleich vorweg, ich habe natürlich gelesen, das du kein " Technik " im Wohnzimmer haben möchtest ;)

    Dennoch kurz, wie ich es gemacht habe.

    Kurz nach dem Hauskauf " musste " ein Kamin her ;) ...also alles ähnlich wie bei dir. Schnell merkte ich aber, das diese Entscheidung so übereilt war.

    Der Raum, Wohn-Esszimmer wurde dadurch zwar sehr schnell war, ebenso bei geöffneter Tür der Flur usw.

    Aber : 1. keine externe Vebrennungszuluft , 2. keine Speicherung der Wärme und durch ständiges nachlegen.... aber das kennst du ja alles.


    Also habe ich mich umgeschaut, viel gelesen usw.

    Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits Solar ( Thermie ) auf dem Dach hatte, habe ich mich für einen wassergeführten entschieden.

    Hier also div Modell gesichtet, von klein bis.... und in diversen Studios angeschaut.


    Letztendlich bin ich bei Brunner gelandet, das war 2010/11 .

    Und es wurde ein HKD 4.1 SK , damals das größte Kesselmodel. Zu dem " Kesselkörper " berechnete und mauerte ich mir selbst keramische Züge, ca. 5,5 Meter als Speichermasse. Ausführung als Sitzbank.

    Da der Kessel mehrere Rauchgasabgänge hat, zog ich parallel einen Anheizug, ein Abgang vom Ausgang hinten der die Rauchgase durch den Tauscher abführt, sowie einen Abgang der in die keramischen Züge geht. Dessen, sowie den über den Tauscher führte ich weiter über eine Moritzklappe.


    Vorteil dieses Systems, über meine Isolierscheibe gehen ca 1,5 KW in den Raum direkt, je nach Stellung der Moritzklappe 70 % durch den Tauscher, 30 % durch die keramischen Züge. Und diese Funktion ist umschaltbar.


    Somit habe ich sehr schnell den Raum warm, bringe zusätzlich Engergie in meine Pufferspeicher, die wiederum das Haus ( HK`s und WW ) versorgen und die Speichermasse wird mit erwärmt. Reicht mir die Temperatur im Raum, oder der Brennraum hat nur noch eine Temperatur von etwa 400 Grad, geht diese Energie automatisch über die Züge.

    Habe ich diese entsprechend " geladen " geben diese gut 24 Stunden ihre Wärme in den Raum gleichmäßig ab.

    Und ich kann trotzdem, wenn erforderlich weiter Heizen, da die meiste Energie dann eben in die Pufferpeicher geht.

    Pro Abbrand bringe ich je nach sonstigen Anlagenwerten ca 45 kWh in die Speicher und er " brennt " je nach Holz ca 4 -5 Stunden.... danach Gluthaltung für x Stunden.


    Vorher hatte ich ca 2000 Liter Öl im Mittel. Seit dem Kamin max 450 Liter, wenn ich zb im Winter auf Dienstreise bin. Verbrauch so ca 7 - 10 rm Holz.


    Ähnliche Systeme habe ich im Familienkreis verbaut und kann daher nur gutes berichten ;)


    Zur Technik, klar, das Ganze hat eine Abbrandregelung und benötigt etwas Strom für eine Pumpe ( RLA ) . Aus der damaligen Unwissenheit, wie so etwas funktioniert, habe ich diese von Brunner gekauft, EOS6. Gleich vorweg, für das was sie macht bzw kann, ist diese überteuert.

    Inzwischen habe ich diese auch ersetzt und wie alles bei mir im Haus läuft auch diese Abbrandregelung über TA ( UVR ).


    Und wegen Stromausfall mache ich mir keine Gedanken, da die gesamte GLT bei mir über eine " richtige " USV läuft. ( 15 KW 3~Ph aus einem unserer RZ ) ,

    dazu noch nein Notstromaggregat per ATS.


    Da du ja PV hast, sollte das ja auch kein Problem sein, da nur die Pumpe der RLA und eine Abbrandregelung nicht viel Strom verbrauchen ;)


    Grüße


    Andreas

  • Danke für deinen detaillierten Beitrag zu dem ausgetüftelten System — klingt recht gelungen!


    Die Dinge liegen bei mir teilweise ähnlich, teilweise etwas andes.


    Das Haus permanent und umfassend mit Stückholz zu heizen steht eher nicht am Plan, da ich keinen Zugang zu günstigem Brennholz in größeren Mengen habe. Ein, zwei, vielleicht drei RM Fichte-Abfallholz habe ich jährlich im Gratis-Zugriff, der Rest ist zu kaufen. Insbesondere Hartholz steht mir nicht günstig zur Verfügung und der Lagerplatz vor Ort ist auch enden wollend. Damit bleibt der Aspekt des Sparens beschränkt.


    Unsere Pelletheizung läuft perfekt und mit hohem Wirkungsgrad. Eine Tonne Pellets kostet aktuell um die 280 Euro, das sind rund 5,7 Cent/kWh. Zu auf 33 cm geschnittenem Hartholz in der typischen 1-RM-Box hab ich keinen aktuellen Preis, ein schneller Blick auf Google erschreckt mich mit um die 140 Euro, das wären bei 2.100 kWh/RM rund 6,6 Cent/kWh. Also auch wenn ich es in der Menge etwas günstiger bekomme, sparen kann man damit nichts.


    Ich hab vor vielen Jahren günstig 12 RM Buche auf einem geerbten, rund 30 km entfernten Grundstück eingelagert, davon zehren wir noch immer. Die Mühsal des Einschlichtens ist unvergessen. Jedes Jahr lagere ich ungefähr einen bis anderthalb RM davon in unser Lager im Garten um, das ist unser Jahresbedarf. Die Weichholzreste fallen laufend in kleineren Mengen an, die säge ich im Betrieb klein und sie reisen dann in Mörteltrögen an. — Das ist ein Aufwand, der noch nicht schmerzt und in Verbindung mit den Holzresten unsere "pyromanischen Gelüste" ausreichend befriedigt.


    Also heizen soll der Ofen für den Fall des Falles einigermaßen können, er wird aber nur den Wohn-Essraum (zu)heizen und auch das nicht jeden Tag.


    Wichtig erscheint mir eine geschickte Auslegung, damit er den Raum nicht überheizt — was ja zumindest Verschwendung ist, wenn nicht sogar unangenehm —, im Betrieb, Wartung und Erhaltung unkompliziert ist und einen spürbaren Wohlfühlfaktor beiträgt. Ich denke, dass sich dafür eine größere Speichermasse, die man im Normalbetrieb nicht ausreizt, anbietet. Damit gibt es dann auch Aufnahme-Reserven, wenn die Seele mal mehr Feuer sehen will.


    Fraglich ist für mich, wie gut die Isolierung der Feuerraum-Scheibe sein soll (sofortiger Strahlungsanteil) und ob man besser bewusst einen Ofeneinsatz mit rascher wirksamen Konvektionsanteil wählt, dem man nur einen Speicherzug nachschaltet. Oder eben doch den von vorn bis hinten massiven und trägen Grundofen wählt.


    Die Möglichkeit, den Speicherzug für ein besseres Anheizen zu umgehen, ist auf jeden Fall eine gute Idee, den natürlichen Zug unseres Fangs schätze ich besonders in der Übergangszeit als beschränkt ein.


    Einen Ofen selber zu bauen kommt für mich nicht in Frage. Zwar bin ich handwerklich nicht ganz ungeschickt, aber auch nicht so besonders findig — und fertigwerden soll das ja auch mal. Als Selbstständiger hab ich tagsüber anderes im Kopf und abends ist dann doch meist die Luft raus …

  • Ja, verstehe, wenn man niccht zu noch überschaubaren Preisen an Holz kommt, sollte man das eh gut durchrechen. Denn meist kosten ja gescheite Kamine, gerade mit Speichermasse auch wenn diese nur nebengestellt oder aufgesetzt werden schon richtig gut Geld.


    Ich hatte das bei mir extra so gewählt vom gesamt Konzept, weil ich zum einen recht günstig an Stammholz 1 / 2 Meter trocken und gespalten rankomme. So brauche ich dieses nur auf 50 cm , also einaml mit der 80ziger Wippsäge durch und fertig. Bei mir lagere ich im Schnitt immer 15 bis 20 rm, also hab ich immer schon fürs nächste Jahr genug.


    Und da damals keiner sagen konnte, wie sich der Preis für Öl weiterentwickelt, wollte ich das mein System zur Not ohne Öl auskommt.

    Nun wohne ich alleine im Haus mit etwas über 200 m², daher die Öl Heizung noch solange im Standby, bis meine Tanks leer sind. Dann kommt wie bei dir ein Pellt an den Start, der schon bereit steht ;)


    Das Thema große oder kleine Scheibe , als normale oder isolierte ist so eine Sache. Hier kommt es viel auf den Raum, wo steht er bzw wie weit sitzt man weg eine große Rolle. Aber auch, je größer die Scheibe, um so weniger geht halt in die Speichermasse.

    Was aber ja auch entscheident ist, solche Kamine / Öfen brauchen halt gescheit Holz. Nur mal so ein zwei Stücke, da bringen die nicht wirklich was.

    Viele achten immer nur auf die Flamme....entscheident ist aber die Temperatur der Heizgase, die bringen die Wärme / Energie.

    Aber das sollte dir eigentlich jeder Hafner auch so erklären, wenn es um das Thema Grundofen / Speichermasse geht.


    Ich hoffe für euch, das ihr gut beraten werdet und für euch die geeignete Lösung findet.


    Vielleicht bekommt ihr ja auch die Möglichkeit, Kamine in aktion zu erleben um ech ein besseres Bild machen zu können....


    VG


    Andreas

  • Die Sache mit dem Speicherofen nimmt langsam Fahrt auf. Die ersten Entwürfe und Angebote liegen vor bzw. sind im Eintrudeln, wir hoffen noch auf weitere. Auch Enttäuschungen waren schon dabei.


    Der erste Hafner, ein alteingesessener Betrieb, im Besitz des schon pensionierten Inhabers der von der Tochter geführt wird, lieferte einen Entwurf, der am Briefing stark vorbeiging. Eine Nachbesserung haben wir bis heute nicht erhalten und wir legen nach dem Kennenlernen des in den 90ern stehengebliebenen Betriebes auch nicht viel Wert darauf.


    Der Zweite, recht weit angereiste präsentierte Brauchbares, war trotz aller Redegewalt kein schlechter Zuhörer bei unseren Anmerkungen, machte aber gleich den Kardinalfehler Zeitdruck ("Preiserhöhung") aufzubauen. Wie sich herausstellte wäre er auch nur Vermittler und Helfer am Bau, der Auftragnehmer ein größerer Betrieb aus Salzburg. Detailinformationen sickerten recht spärlich, der Ideenreichtum in Bezug auf dekorative Materialien war überschaubar, wir sollen das Material beistellen. — Der empfohlene vor Ort gemauerte Grundofen hätte eine Holzauflagemenge von 6 kg, was mir eher knapp erscheint, das sind ja nur 3 bis 4 Scheite Holz.


    Der Dritte aus der näheren Umgebung entpuppte sich dann als angehmes Gegenüber und als Hafner-Meister, der jede Detailfrage gut beantwortete. Auch das Thema Dekor wurde gut aufgegriffen. Auf das Angebot warten wir noch. — Ein wenig irritierte mich die Empfehlung zu einem Element-Grundofen mit satten 16 kg Holzauflagemenge, das erscheint mir recht viel.



    Neu ist, dass ich seit Wochen meine Tage im Niederwald verbringe und Gratis-Brennholz "ohne Ende" ernte. An die 8, vielleicht 10 RM werde ich da schon zu Fall in im Meterstück-Form gebracht haben, langsam muss ich auch über den Abtransport zu meinem Lagerplatz nachdenken. Diese Tätigkeit sorgt für einen tiefen Schlaf und macht mir für ein paar Stunden am Tag erstaunlich viel Freude. — Das ist auch ein völlig neuer Aspekt.

  • Gemauerter Grundofen , der auch die Zentralheizung versorgt


    Hat mein Nachbar und mein Bester Freund Forstwirt


    HeiKo — Welte Heizung

    Gruß aus dem Schwarzwald

    Christoph

    Ein Pufferspeicher ist nie zu groß ! höchstens zu schlecht Isoliert

    Warmes Haus Glückliche Frau :saint:

  • Tolle Sache!


    Wir haben jedoch eine neue Pelletheizung und eine Brauchwasser-Wärmepumpe, PV-Überschüsse gehen auch in die Heizung, daher ist so komplexer Ofen mit Absorber für uns kein Thema. Unser Ofen soll eher dem KISS-Prinzip folgen.


    Mir geht es auch mehr um Gemütlichkeit als groß Kosten zu sparen — die sind sowieso schon recht gering, werden sich so wohl nochmal halbieren. Auch die Backup-Funktion ist ein uns interessant erscheinender Aspekt.

  • Weitere zwei Hafner haben uns inzwischen besucht … Ausdruck unserer Unsicherheit und teils eher schwacher Bauvorschläge. Wir haben von einem auch nach drei Wochen noch gar nichts vorgelegt bekommen.


    Die Bandbreite geht nun vom Gussofen mit Schamotte-Interieur und zwei Nachheizkästen über stählerne Heizeinsätze mit Schamotte-Interieur und aufgesetzten keramischen Speichersteinen zu durchgängig modulartig oder klassisch aufgemauerten Grundöfen aus Schamottesteinen.


    Alle mit mehr oder weniger massiv aufgemauerter Außenhülle, teilweise unter Einbringung weiterer Speichermasse in Form von mit Abstand zum Brennraum aufgemauerten Speichersteinen in die designbedingten Hohlräume des Ofens. Alle Öfen wurden wegen des Einbauorts in die Raumecke mit Hinterlüftung und damit Wärmeabfuhr der Stauwärme in das dahinterliegende offene Stiegenhaus angeboten.


    So unterschiedlich die Details sind, beim Preis liegen alle ganz nah beieinander. Fast schon erstaunlich!


    Persönlich gefällt mir die klassische, massive Bauweise aus hochdichter Schamotte mit massiver Ziegelvormauerung am besten. Die vielen, eher kleinen Steine mit den vielen Mörtelfugen und das einheitliche Material des ganzen Ofens erscheinen mir doch auf Dauer die nachhaltigste Konstruktion zu sein — außer der Ofentüre gibt es kein Metall daran. Ich vermute, dass dies einer Rissbildung am effizientesten entgegenwirkt und die große Masse des Baustoffs die Ausdauer des Ofens maximal fördert. Der Brennraum aus 9 cm dicker, gepresster Schamotte ist eine Eigenentwicklung und sogar nach deutschen wie österreichischen Vorgaben typgeprüft.


    Langsam vermute ich, dass dieser Hafner nicht ganz Unrecht hatte als er meinte, die meisten Mitbewerber können gar keinen richtigen Speicherofen mehr planen und bauen oder wollen sich das einfach nicht mehr antun.


    Ich werde die übermittelte Berechnung nun an den zuständigen Rauchfangkehrer übermitteln und ihn nach seiner Meinung zu diesem Bauvorschlag befragen.



    Durch eine unternehmerische Überraschung (gewerblicher Mietvertrag wurde mir recht kurzfristig gekündigt) kann ich das Projekt leider heuer nicht mehr mit voller Energie weiterverfolgen, muss nun Arbeitskraft und Liquidität für Immobiliensuche und Umzug bereithalten. — Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

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