Guten Morgen in die Runde. Wir sind ein wenig "hirnschwanger" unseren gemauerten Wohnzimmerkamin gegen einen Grundofen, Speicherofen oder was auch immer zu ersetzen.
Seit fast 20 Jahren steht im Wohnzimmer ein Wohnzimmerkamin mit Spartherm "Speedy" Ofeneinsatz mit prismatischer Scheibe und drumrum nett verkleidet mit — eher dünnen — (Schamotte-?) Platten, recht hübsch mit weißem Strukturputz und Terracotta-Elementen. Alles soweit gut, der Ofen wird mal mehr, mal weniger benützt und ist von der Brennraumschamottierung her noch gut in Schuss.
Allerdings zeigten sich über die Jahre ein paar Schwächen der Investition.
Unser Rauchfang hat 160 mm Durchmesser und dürfte von "normaler" keramischer Ausführung sein. Und das Ofenrohr, das dorthin führt, das dürfte eher 180 mm messen, wenn nicht gar 200 mm direkt am Kamineinsatz. Der natürliche Zug des Fangs mit knapp 6 Metern wirksamer Länge ab Einmündung des Ofenrohrs ist bei kräftiger Feuerung ausreichend gut, bei klein gehaltenem Feuer allerdings zu schwach um Abgasgerüche beim Nachlegen zu unterbinden.
Der jetzige Ofen ist für den Raum, ein 42 Quadratmeter großes Wohn-Esszimmer mit offenem Stiegenhaus hinauf- und hinunterzu, bei milden Temperaturen zu potent, bei Minusgraden wird die Sache für den längeren Betrieb besser nutzbar. Mit paarweise aufgelegten Buchenholzscheiten brennt der Ofen gut vor sich hin, mit einzelnen Scheiten besteht die Gefahr des Schwelens. Die Scheibe ist alle Wochen mal zu putzen um ansehnlich zu bleiben.
Was ein wenig nervt ist das ständige Nachlegen. Die bei angestrebtem kleinen Feuer nötigen kleinen Stücke sind alle 20 Minuten zu ergänzen, bei kräftigerem Holz ist man gut alle halben Stunden dran. Das Feuer ist zwar schön zu beobachten, aber es macht Mühe und immer wieder hat man Abgasgerüche im Raum durch das ständige Nachlegen bei schwachem Zug, außer man wartet zu, bis das Feuer komplett heruntergebrannt ist, was dann wieder etwas Qualm beim Zünden macht.
Das ist alles nicht perfekt.
Wir heizen an sich gerne mit Holz, sind gerade liquide und denken über eine Verbesserung nach — und wenn sich nebenbei die Abgaswerte auf ein zeitgemäßes NIveau verbessern, dann soll uns das nur recht sein.
Das restliche Haus wird mit einer ganz wundervollen ETA Pelletheizung geheizt, der Ofen soll auch eine krisenfeste Heizmöglichkeit (also ohne Strom, ohne Wasserführung) darstellen. Und alles was nicht da ist, kann erfahrungsgemäß auch nicht kaputtgehen.
Dazu kommt, dass in meinem Betrieb nennenswerte Mengen Einwegpalettenholz anfallen, die mir somit gratis zur Verfügung stehen — idR Fichte in bedenkenlos-sauberem und trockenen Zustand, zumeist eher dünnere Brettchen. Alle Öfen unter 35 cm Scheitlänge scheiden damit aus, mehr Feuerraumbreite wäre sogar angenehm, denn das Abfallholz ist nicht immer so gleichmäßig beschaffen.
Abgastechnisch sind hier in Österreich die Verordnungen etwas anders als in Deutschland (EN 15544, §15a-Vereinbarung), moderne Feuerungstechnik ist aber nie ein Fehler. Vielleicht ist in diesem Zug auch der Einbau eines elektrostatischen Partikelabscheiders sinnvoll möglich?
Um die Ausdauer des Ofens und den Anwendungskomfort zu verbessern wäre meiner Recherche nach ein Neubau mit einem Grundofen-Einsatz geboten und ein nachgeschalteter Speicher zu überlegen. Da gäbe es ja einiges, was in Frage käme …
Von Ortner:
Oder von Camina-Schmid:
Oder von Brunner:
Eckgrundofen GOT 45/67/44 mit GOF 50x35
Vermutlich gibt es noch einige weitere empfehlenswerte Hersteller und Produkte.
Viele Öfen haben Rauchrohr-Abgänge mit 180 oder 200 mm Durchmesser, unser Kamin hat nur 160 mm. Inwiefern ist das problematisch? Der Schornsteinzug muss ja zum Ofen passen, Speicherzüge wie das Ortner KAM-System werden diesen wohl deutlich behindern, Aufsatz-Speicher die nicht "gegen die Schwerkraft" arbeiten sind vielleicht im Vorteil?
Und ja, die Wärmeabgabe soll zwar ausdauernder werden, aber trotzdem ist eine zeitnahe Wärmeentwicklung nach dem Anzünden gewünscht — meistens zündelt man ja, wenn's einem kühl wird … spricht das gegen solch ein Ofenkonzept? Kann man das mischen bzw. sogar den "Speicheranteil" regulieren? Die Leistungsabgabe selbst soll durchaus moderat sein, damit man den Ofen auch in der Übergangszeit gut nutzen kann.
Das Prinzip des Grundofens ist ja ein einmaliges Beschicken und dann zügiges Abbrennen. Darf man überhaupt eine Kleinigkeit nachlegen, wenn man mit dem Glas Wein in der Hand beim Ofen sitzend trotzdem noch Lust auf ein wenig Flammenspiel hat?
Und wie ist das mit dem kleinteiligen Weichholz als Brennstoff? Kann man das guten Gewissens in größeren Anteilen (so 25 bis 50%) beimischen oder ist das aus guten Gründen tabu?
Diesmal wollen wir es richtig machen. Wir sind Mitte 50, die Anschaffung soll dann bitte bis zum letzten Schnaufer glücklich machen. ![]()