Was spart mehr Energie

There are 2 replies in this Thread which was already clicked 912 times. The last Post () by Hannes/ESBG.

  • Hallo zusammen,
    ich habe mal eine allgemeine Frage dazu wie ich etwas mehr Energie sparen kann. Wir haben einen Atmos DC50GSE mit 3 Pufferspeichern á 1500L. Meine Frage ist nun wie ich optimaler Weise die seit über 10 Jahren laufende, aber vom Vorbesitzer selbst eingebaute Anlage optimal einstellen kann. Ich habe das Gefühl das ich relativ zügig die 3 Pufferspeicher bis auf 45° leer ziehe (in der Regel im Winter 24h). Wir heizen 3 Häuser damit, die unterirdisch miteinander verbunden sind. Ich kann zum einen die Vorlauf Temperatur drosseln, oder aber auch die Durchflussrate der Pumpe minimieren.
    Momentan haben wir 54° Vorlauf und 48° Rücklauf Temperatur. Das fehlende wird halt beigemischt.
    Die Pumpe läuft auf maximaler Leistung.
    Meine Frage ist nun wie ihr an die Sache rangehen würdet. Erst mal Vorlauf Temperatur soweit drosseln, bis man in den Häusern das Gefühl hat das die Heizungen nicht mehr heiß genug werden ?
    Lieber erst mal Durchfluss drosseln ?
    Wollen da jetzt nicht mehr in etwas neues investieren. Der Atmos ist schon im 16. Jahr und irgendwann wird eh eine neue Anlage fällig. Ziel ist einfach nur zu schauen ob man evtl. durch kleine Einstellungen noch etwas rauskitzeln kann.
    Gruß Christian

    PS: Wofür genau ist eigentlich dieses Teil:

  • Interessante Frage. 1.500 Liter Pufferspeicher pro Haus in 24 Stunden von ungefähr 80 auf 45° C … das klingt ja zuerstmal nicht so ganz verkehrt, wenn es draußen in Richtung Null Grad geht.



    Es fehlen ein paar Details über die Heizungsanlage:

    • Ist die Vorlauftemperatur außentemperaturgeregelt oder fest?
    • Gibt es in den Häusern einen zusätzlichen Mischerkreis?
    • Ist an allen Heizkörpern in den Häusern ein Thermostatventilkopf?
    • Gibt es einen Bypass der Durchströmung zulässt, wenn alle Ventile geschlossen werden?


    Zum Foto dieses Bauteils: Ich bin jetzt kein wirklicher Heizungsprofi … aber der Name "Herz" und das Anschlussgewinde mit dem Überwurfring sprechen doch sehr für einen Thermostatventilkopf.



    Verluste sind zuerst mal Energie die zu nichts nütze ist, also zB unterwegs zu den drei Häusern im Erdreich oder ungenutzten Keller "versickert". Wärme, die innerhalb der beheizten Gebäudehülle nicht den gewünschten Weg findet ist zumindest nicht ganz "weg", also zumindest zu "irgendetwas" nütze.


    Wärme geht durch drei Wirkprinzipien "verloren":

    • Die Leistungsübertragung durch Wärmeleitung erfolgt linear zum Temperaturgefälle und der wirksamen Fläche.
    • Konvektion gibt es bei isolierten Rohren (im Erdreich, im Keller) so gut wie keine.
    • Die Leistungsübertragung durch thermische Strahlung steigt zur vierten Potenz der Temperatur (in Kelvin).

    Das bedeutet, dass eine Absenkung der Vorlauftemperatur um x Grad bei gleichzeitiger Steigerung der Rücklauftemperatur um ebenso x Grad ein Nullsummenspiel ist, was zB bei einer Steigerung des Volumensstroms der Fall ist.


    Anders bei den Abstrahlungsverlusten: das beim obigen Beispiel bei höherem Volumensstrom kühlere VL-Rohr reduziert die Verluste deutlicher, als diese beim etwas wärmeren RL-Rohr zunehmen.


    Ergo ist generell eine tiefe VL- und RL-Temperatur anzustreben und eher eine höhere Förderleistung bei geringerer Temperaturspreizung. (Allerdings sollte man den Strombedarf der Pumpe(n) dabei nicht aus den Augen verlieren.)



    Eine optimierte allgemeine Absenkung von VL und RL gelingt nur mit einem thermischen Abgleich.


    Dabei sollen durch geeignete Maßnahmen alle Heizkörper bei Soll-Raumtemperatur annähernd dasselbe Temperaturgefälle aufweisen, sodass die maximal nötige Vorlauftemperatur so niedrig wie möglich ausfällt und sich ein möglichst kühler Rücklauf einstellt. Mit einem niedrigen RL-Temperaturniveau kann man auch die Pufferspeicherenergie optimal ausnützen — alles unterhalb der RL-Temperatur ist "tote Energie".


    Wenn die Heizflächen gelungen dimensioniert sind ergibt sich die gewünschte Raumtemperatur ohne Drosselung der Durchströmung. Besser als eine Drosselung zu starker Heizkörper ist eine Vergrößerung der zu kleinen bei gleichzeitiger Reduktion der VL-Temperatur!


    Es gibt auch zweireihige Heizkörper, bei denen der VL auf der zum Zimmer gewandten Seite des Heizkörpers einströmt und das erkaltende Heizungswasser an der Wandseite abgeführt wird. Damit ergibt sich eine optimierte Wärmeabstrahlung in den Raum hinein, also mehr Behaglichkeit bei geringen mittleren Heizkörpertemperaturen.


    Die realen Schwierigkeiten liegen dabei in …

    • unterschiedlichen Erwartungen an die Raumtemperatur verschiedener Menschen
    • unterschiedlichen Nutzungsgewohnheiten wie zB Absenkungen in der Nacht und bei Abwesenheit. Absenkbetrieb erfordert in der nachfolgenden Aufheizphase größere Leistungsreserven (= höhere VL-Temperaturen) und ist daher bei durchschnittlich isolierten Gebäuden kritisch zu sehen.
    • Wärmeeintrag durch Sonne, Küchenbetrieb und Öfen, den einfache Heizkörperthermostate nicht komplett ausgleichen können. Elektronische Heizkörperthermostate reagieren zumindest bei uns feinfühliger und rascher (Fritz!DECT 302).


    Der Vorlauf der drei Gebäude muss unbedingt außentemperaturgeführt erfolgen und diese Heizkurve muss so eingestellt sein, dass die Heizkörperventile in den Wohnungen normalerweise so gut wie komplett geöffnet sind. Damit ist in den Übertragungsleitungen das geringstmögliche Temperaturniveau erreicht — was die geringsten Verluste ergibt.


    Je nachdem wie gut die Rohrleitungen zu den drei Gebäuden isoliert sind wird sich das mehr oder weniger deutlich bemerkbar machen.


    Mehr wird man daran kaum einfach verbessern können.

  • Wie der Vorredner schon ausführte fehlen zu vernünftigen Vorschlägen viele Informationen über die Anlage, welche Radiatoren und bei den Thermostatköpfen denke ich dass es sich um elektrothermische Antrieben handelt, welch durch irgendwelche Regelungen (Raumthermostate ? ) betätigt werden.


    Sind die Leitungen zu den Gebäuden im Keller gut isoliert (mindestens 2-facher Nennrohrdurchmesser als Isolierstärke ) denn über 100 m schlecht gedämmte Leitung geht oft die Heizenergie für ein kleines EFH verloren!

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