Haus Fassadendämmung

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  • Hallo,


    ab wann lohnt sich eine Fassadendämmung?


    Ich habe aktuell ein berechneten U-Wert von 2,5.


    Nach der Fassadendämmung soll der U-Wert bei 0,212 liegen.


    Das Vorabangebot liegt bei 40.000€ für die Maßnahme und mein Haus hat nach den Verbrauch Energieklasse E. Wenn ich 50 % Pellets einspare von 6 t - auf 3 t dann habe ich eine jährliche Ersparnis von 750€. Also wäre es nach 50 Jahren bezahlt? Selbst bei 1000€ Ersparnis (4 t Pellets) wären es 40 Jahre bis zum +- 0


    Oder rechne ich falsch ? Oder ist das Angebot für 180 qm Fläche zu teuer ? Irgendwie Zweifel ich daran das sich eine fassadendämmung finanziell lohnt, Wohnkomfort außen vor gelassen.

  • Vor einer Fassadendämmung lohnt es sich, über eine Dämmung der obersten Geschoßdecke oder des Daches nachzudenken. Über das Dach entwicht ein Großteil der Energie (wie bei der Fassade auch). Aber das Dach ist einfacher und kostengünstiger zu dämmen (Zwischensparrendämmung) oder auch die oberste Geschoßdecke (Styroporplatten auf ungeheiztem Dachboden-Boden verlegen).
    Ist das Dach bzw. die oberste Geschoßdecke schon gut gedämmt?
    Wie sieht es mit den Fenstern aus?

  • Ich habe aktuell ein berechneten U-Wert von 2,5.


    Wer hat denn das berechnet? Der Wert kommt mir viel zu hoch vor.

    Oder bestehen deine Außenwände aus nackigen Stahlbeton?


    Dann würdest du aber bei 180 m² Außenwand und angenommenen 20°C Innentemperatur nicht mit 6T Pellets im Jahr auskommen.


    Irgendwas stimmt hier nicht. :/

  • .

    Aber das Dach ist einfacher und kostengünstiger zu dämmen (Zwischensparrendämmung) oder auch die oberste Geschoßdecke (Styroporplatten auf ungeheiztem Dachboden-Boden verlegen).


    Das kann unter Umständen mehr ins Auge gehen, als die potentielle Energieeinsparung die damit zu erwirken ist.


    Bsp "Styroporplatten auf ungeheiztem Dachboden-Boden verlegen" mag bei einer Betondecke durch die diffusionsdichte Bauweuse der Decke verhältnismäßg unkompliziert sein, aber bei einer Altbau Holzbalkendecke geht sowas gerne auch schief.

    Das warum und wieso hier auszuführen ist zu umfangreich, dazu gibt es zuhauf ideologiefreie fundierte Text zur Bauphysik , die das erörtern.


    DIY Dämmaßnahmen ist daher ein wenig Faktenwissen vorzuziehen, damit es danach auch bedenkenfrei ausgeführt wird.

  • Ohne detailliertere Informationen ist es natürlich schwer dir Empfehlungen zu geben, jedoch ist ein U-Wert von 2,5 schon abenteuerlich. Musst ja Sandstein oder Bruchstein sein. Was für Mauerwerk hast du denn?


    Zwei Dinge die wichtig sind:


    Pass bei einem Altbau auf wenn du die diffusionsoffenen Wände plötzlich mit Styropor versiegelst.


    Im Allgemeinen ist es so, dass von allen energetischen Maßnahmen sich die nachträgliche Außenwanddämmung am spätesten amortisiert.


  • Denke ich auch, da sind irgendwelche Rechenparameter "verrutscht".


    ein vereinfachtes Beispiel zur Herleitung der Wärmeverlust p.a. durch das Bauteil Außenwand:


    Ausgangswert U-Wert Wand : 2,5

    Zielwert U-Wert Wand : 0,2

    Dauer der Heizperiode in Tage = 215 Tage

    Fläche des Bauteils: 180 m²

    Innentemperatur im Durchschnitt während der Heizperiode = 21°C

    Außentemperatur im Durchschnitt während der Heizperiode = 6°C


    Verlust der Ausgangswand mit U-Wert 2,5 im Vgl. zur sanierten Wand U 0,2 = (2,5-0,2)*215*180*(21-6)*0,024 = 32.043,6 kWh p.a. , das sind deutlich mehr als 3 to Pellets.


    Geht man von einem eher typischen Wert einer unsanierten Ziegelwand aus, ist das 1,2 > 0,2 = (1,2-0,2)*215*180*(21-6)*0,024 = 13.932 kWh p.a.


    Es ist ja nicht so, dass es keine Häuser mit Wänden mit UWert 2,5 gibt, aber da passt halt die Heizmenge aus 3to Pellets hinten und vorne nicht zu normalen Randbedingungen, s.o. Temperaturniveaus, Dauer der Heizperiode.


    Effektiv wird eine genauere Berechnung dazu führen, dass bei einer Wand mit U-W. 0,2 die Heizperiode nicht mehr 215 Tage dauert, dass dort bei einer etwas geringeren Temperatur die gleiche Behaglichkeit herrscht bzw. umgekehrt bei der ungeämmten Wand mehr Temp. erforderlich ist, etc. ppp.

    Aber es sind keine massiven Verschiebungen, so dass sich eine Maßnahme plötzlich 10 Jahre früher amortisiert o.ä.

  • Denke ich auch, da sind irgendwelche Rechenparameter "verrutscht".

    "Verrutscht" ist gut ausgedrückt. ^^


    Ich habe den Beitrag des Themenstarters gelesen und mir meinen Teil gedacht.

    Allerdings wollte ich es auch nicht unkommentiert stehen lassen, zumal ich täglich beruflich mit dieser Thematik zu tun habe. ;)

  • Bsp "Styroporplatten auf ungeheiztem Dachboden-Boden verlegen" mag bei einer Betondecke durch die diffusionsdichte Bauweuse der Decke verhältnismäßg unkompliziert sein, aber bei einer Altbau Holzbalkendecke geht sowas gerne auch schief.

    Das warum und wieso hier auszuführen ist zu umfangreich, dazu gibt es zuhauf ideologiefreie fundierte Text zur Bauphysik , die das erörtern.


    DIY Dämmaßnahmen ist daher ein wenig Faktenwissen vorzuziehen, damit es danach auch bedenkenfrei ausgeführt wird.

    Stimmt, es gibt ja auch noch diffusionsoffenere Dämmungsarten für die oberste Geschoßdecke.

    Ich hatte nur Styropor als Beispiel genommen, weil es dem Themenstarter anscheinend um eine Amortisierung ging.

    Styropor ist da halt am günstigsten, aber nur, wenn es keine bauphysikalischen Schäden verursacht natürlich....

  • Ich habe mich beim U-Wert vertan. Der müsste bei 1,2 liegen.


    Ich habe ein 11,5 cm breiten Ziegel, 5 cm Luftschicht und dann 2 Ziegel a 11,5 cm Breite.


    Dach ist gedämmt, Fenster sind neu und Fußbodenheizung ist neu mit Dämmung.


    Ich überlege gerade über eine Einblassdämmung. Nachteil ist der Taupunkt würde in der Dämmung/Luftschicht liegen. Vorteil ist das es schnell wirtschaftlich wird. Hab natürlich mächtig Angst vor Schimmel aufgrund Fehleinschätzung vom Fachmann der auch nur verkaufen will. Da gibt es ja auch sehr viel zu beachten ob das Tauwasser ablaufen kann etc.

    Nachteil ist auch das sobald ich eine Steckdose oder andere Umbauten vornehme die Dämmung raus rieselt.


    Ich habe ein Pelletverbrauch von 6 t jährlich

  • Ich habe Unterputzdosen die ca 80 mm tief sind. Beim bohren bin ich an 2 Stellen durchgebrochen und war im Hohlraum. Hier musste ich Winddichte einbauen.


    Unter der Fußbodenheizung liegt auch eine starke Dämmung. Lohnt es sich da die Kellerdecke ebenfalls zu dämmen oder bringt es dann nichts mehr. Die Kellerdecke hat 18 grad. Gerade gemessen.


    Ich will kostengünstig nochmal 1-2 t Pellets sparen. 1500€ Heizkosten sind schon viel finde ich.

  • Ganz ehrlich, ich glaube damit tust du dir keinen Gefallen. Je nachdem wie und was verwendet wird kannst dir ganz schnell mehr Probleme "dämmen" als die vermeintliche Ersparung auf dem Papier bringt.

  • Im Fußboden verschwindet am wenigsten Wärme. Wenn die obendrein schon gut isoliert ist bringt das nichts.


    Dach/Decke, Fenster/Eingangstür, Außenwand … das ist die übliche Reihenfolge bei den Wärmeverlusten.

  • 1500€ Heizkosten sind schon viel finde ich.

    Findest du? Wieviel mußt du denn beheizen? Ich glaube wenn du dich mit anderen vergleichst, die Ihren Brennstoff kaufen müssen, stehst du ziemlich gut da. Zum Vergleich: Ich heiße knapp 200 m², Altbau, schlecht gedämmt. Meine alte Heizung war ein Gaskessel von '93. Vor dem Ukrainekrieg habe ich knapp 2400 €/ Jahr gezahlt. Der Heizungstausch viel zufällig genau auf den Kriegsbeginn. Würde ich jetzt noch mit Gas heizen müßte ich ca. 5000 €/ Jahr zahlen. Jetzt mit Holz liege ich bei ca. 1000 - 1500 €, und ich kaufe aktuell fast alles zu (das soll sich aber noch ändern).


    Ich will damit nur sagen das unter Umständen kein großes Einsparpotential mehr vorhanden ist, je nachdem wie deine Wohnsituation aussieht.


    Edit: Ich muß noch dazuschreiben dass ich mich im Zuge des Heizungstausches auch extrem mit dem Thema beschäftigt habe und die Anlage neu eingestellt bzw. abgeglichen habe. Diese Auswirkungen sollte man auch nicht unterschätzen.

  • Bei mir hat die Heizungssteuerung noch etwas rausgeholt. Pelletheizung heizt den Puffer von 40 Grad auf 80 Grad.


    Vorher hat die Heizung den Puffer mit einer 10er Hysterese gehalten und ging fast stündlich an.


    180 qm Wohnfläche

  • Wie groß ist denn dein Puffer? Eventuell macht es ja mehr Sinn etwas an der Heizungsanlage zu optimieren? Oder PV und Brauchwasserwärmepumpe, dann sparst du die Pellets im Sommer, und je nach PV-Anlage vielleicht sogar im Winter.

  • Dach ist gedämmt, Fenster sind neu und Fußbodenheizung ist neu mit Dämmung.
    Ich habe ein Pelletverbrauch von 6 t jährlich.

    Ich würde sagen du hast 75% des Machbaren erfüllt. Damit ist die Einsparung von 50% der Heizkosten illusorisch.


    Allerdings erscheint mir der Verbrauch mit 6 t bei 180 m2 und dem Sanierungsstand ziemlich hoch. Möglicherweise liegt der Hase woanders im Pfeffer wie zB der Heizungskonfiguration.


    Zum Vergleich:


    Wir besitzen ein L-förmiges Haus mit Dachgeschoßausbau aus 1998 mit für damals durchschnittlich guter Bausubstanz in klimatisch leicht begünstiger Lage im Flachland, NAT –12,7° C. 140 m2 Wohnfläche auf 80 m2 Grundfläche. Zweifachverglaste Kunststofffenster, eher sehr einfache hölzerne Eingangstür, massive Durisol-Wände (ist wie Schalsteine aus magnesitgebundener Holzwolle und mit Beton ausgegossen) 20 cm stark mit 8 cm Vollwärmeschutz, Dach mit 20 cm Steinwolle isoliert. Keller aus Dichtbeton mit 6 cm XPS.


    Das ganze Haus wird mit Heizkörpern beheizt, wir haben seit 2 Jahren eine Pellet-Heizwertheizung (ETA ePE 13 EP mit 2 x 600 l Pufferspeichern), Warmwasserbereitung mit Pellets im WP-Brauchwasserspeicher mit 270 l (WP ist im Winter aus). Wir haben es im ganzen Haus angenehm warm (21 bis 22° C), sogar der genutzte Keller wird mit der Abwärme der Pelletheizung und dessen entlegenere Ecken mit Heizkörpern beheizt.


    So kamen wir mit 4 Personen 2022/23 auf einen Verbrauch von 3,3 t Pellets im Jahr und 2023/24 mit inzwischen nur mehr 2 Personen und zwei auf 20° C temperierten Nebenräumen auf ca. 3,0 t.


    Bei um die 0° C Außentemperatur verfeuert unser Kessel am Tag rund 20 kg Pellets in rund 12 Stunden Feuerungsdauer.


    Der Puffer wird von (oben und Mitte) 45 bis 75° C (unten 60° C) genutzt, wir beobachten ziemlich genau 1 Kesselzündung am Tag, der Kessel feuert dann 8 bis 16 Stunden.

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