ETA ePE 13 EP Datenvisualisierung

  • Nachdem ich in im http://www.heizungsforum.de schon einige Diagramme der ÖkoFEN-Anwender sehen durfte und zuletzt auch mal nach einer Grafik der Betriebsdaten unseres Kessels gefragt wurde, hat mir das Thema nun doch keine Ruhe gelassen und ich habe mich damit ein wenig beschäftigt.


    Die ETA "Cloud-Dienste" unter www.meinETA.at bieten tatsächlich keine Diagrammdarstellung an. Eine Handy-App gibt es meines Wissens nicht. Aber der Kessel hat eine sehr pfiffig gemachte Steuer- und Regelung auf Linux-Basis, die unter anderem recht frei zusammenstellbare Datenprotokolle im ".csv"-Format per E-Mail versenden kann, wenn man im Service-Modus ist. Auf Wunsch minutengenau vom aktuellen Tag oder als gemittelte Werte über einen längeren Zeitraum, da gibt es verschiedene Varianten.


    Diese Daten kann man dann mit einem Programm wie Microsofts Excel oder Apples Numbers in "Kurven gießen". So richtig gut bin ich damit nicht, aber ich hab zumindest etwas Brauchbares zusammengeschustert. Mit der korrekten X-Achsenbeschriftung muss ich mich noch auseinandersetzen …


    So sieht also unser Heizbetrieb unserer Heizungsanlage über ca. 22 Stunden des vorgestrigen — zeitweise leicht frostigen — Tages aus:



    Man sieht im Diagramm …

    • Hellblau die Puffer-oben-Temperatur [°C]
    • Grün jene von Puffer-unten [°C]
    • Gelb die Leistungsanforderung [kW]
    • Dunkelblau den Pelleteinschub [%] wobei der 13-kW-Kessel nie mehr als ca. 50% zeigt
    • Rot die VL-Soll-Temperatur laut Heizkurve [°C]
    • Mittelblau die VL-Ist-Temperatur [°C]
    • Mittelgrau die Wendekammer-Ist-Temperatur [°C], die mindestens 180° C betragen muss und damit die Modulationstiefe recht deutlich begrenzt
    • Dunkelgrau die Außentemperatur [°C]

    Was mir in die Augen springt ist die recht ausgeprägte Gleichmäßigkeit der Veränderungen in den Werten, die ich schon immer an den Zahlenwerten der Statusanzeige beobachten konnte, die Regelprozesse arbeiten sauber gleitend ohne Sprünge.


    Der Heizbetrieb des Kessels wird bei uns idR durch die morgendliche Freigabe zum Laden des Brauchwasserspeichers ausgelöst; diese kräftige Wärmeentnahme über den Domanschluss eines der beiden Heizungspuffer leert diesen meist unter die Temperaturanforderung (zzgl. 5° C Heizungsreserve) der Heizkreise.


    Beim Anfahren des Kessels erreicht die Wendekammertemperatur ihr Maximum von etwas über 210° C. Nach dem Erreichen der Mindest-Solltemperatur von 70° C im Puffer oben wird die Leistung langsam reduziert bis auf die berechnete Heizlast — bis dann die Wendekammer-Mindesttemperatur von 180° C unterschritten wird und deshalb die Kesselleistung wieder etwas hochgefahren wird bis die Zieltemperatur im Mittel erreicht ist.


    Nach dem Glutabbrand, der den unten auf 60° C geladenen Puffer nochmals etwas weiter erwärmt, zehren die beiden* Heizkreise weiter von der Kesselwärme, bis dann nach erstaunlich langer Zeit der Puffer unten durch den Heizkreisrücklauf abkühlt.


    Die kleine Zappelei beim Einschub ist den Messwerten der Lambda-Regelung geschuldet, die den Restsauerstoffgehalt bei 7,0 bis 8,0% hält und dauernd um diesen Wert pendelt.



    Ins Auge springt mir die geringe Modulationstiefe von rund 70% des beobachteten Leistungs-Maximalwertes.


    Der Kessel wurde von mir über die konfigurierbare Puffer-Maximalladeleistung von 13 auf 10 kW beschränkt und die erstaunlich heftig "lodernden" Strömungsgeräusche im Ansaugtrakt zu mildern. Das kappt schon mal 25% der möglichen Modulation. Das heißt, der Einschub-Wert wäre bei 13 kW Nennleistung nicht die hier beobachteten "45" sondern "60".


    Weiters liegt eine weitere Einschränkung meiner Vermutung nach in der niedrigen Temperatur der von draußen geholten Verbrennungsluft, was die Rauchgastemperatur drückt: Man muss bedenken, dass 79% der Luft unbrennbarer "Ballast" sind (Stickstoff, Spuren der Edelgase und ein kleines bisschen Kohlendioxid) und der Sauerstoffanteil von 21% nur zu zu knapp zwei Drittel (auf 7,5%) für die Verbrennung "ausgenutzt" wird — also wirken grob 85% des angesaugten Verbrennungsluftvolumens als "wirkungsloses Kühlmittel" für die Flammen! Ist diese Luft draußen bei 0° C nun rund 30° C kälter als zB aus dem warmen Kesselgehäuse angesaugt, dann wirkt sich das auf die Flammtemperatur recht spürbar aus und der Wirkungsgrad der Gesamtanlage sinkt dadurch auch etwas.


    So pendelt der durchschnittliche niedrigste Einschubwert um "28", was knapp 50% des Maximalwertes von "60" darstellt. Der Rest zur fehlenden Modulationstiefe "18" und damit des Prospektwerts von 30% wird wohl der Außenluftzufuhr geschuldet sein.


    Egal wie, mit einer Zündung oder weniger am Tag erscheint mir der Betrieb subjektiv sehr "entspannt" und verschleißarm. Die eher großzügige Kapazität der Pufferspeicher und die Auslagerung des Warmwassers in einen Speicher (mit Wärmepumpe für den Sommerbetrieb) ist sicherlich auch förderlich.



    Insgesamt eine recht interessante Grafik die sich sehr deutlich vom gezeigten Regelverhalten der ÖkoFEN-Anwender hier im Forum unterscheidet, denke ich.



    Ganz allgemein gefällt dieser Kessel mit seiner Unkompliziertheit und einfachen jährlichen Wartung, welche in einer halben Stunde selber erledigt ist, man wird nichtmal richtig schmutzig. Der Kundendienst selbst ist nur alle 3 Jahre fällig und kostet auch nur gut 300 Euro.


    Mit einer sehr niedrigen Abgastemperatur von 60° C am Rauchrohr ist er auch ganz knapp an der (hier unerwünschten) Kondensation und nutzt die Abgaswärme maximal aus. Der Verzicht auf Brennwerttechnik und damit auf 5 bis bestenfalls 8% Wirkungsgrad hat auch Vorteile: die Wartung des verschlammungsgefährdeten Ablaufs entfällt, die Ablagerungen im Kessel lassen sich einfach absaugen und -bürsten, es gibt keinen Spülwasserverbrauch, ebenso ist die Installation dadurch einfacher.



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    * Im Diagramm werden nur die Daten eines Heizkreises dargestellt, da der andere recht statisch zur Kellerbeheizung eingestellt ist (fast ganz flache Heizkurve, im Keller gibt es nur moderate Außeneinflüsse)

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