Bericht: Einbau HDG Compact 50

There are 11 replies in this Thread which was already clicked 1,709 times. The last Post () by MaixnerCharly.

  • Servus zusammen,


    nach sehr vielen Stunden Eigenleistung, einer trotzdem nicht unerheblichen Menge Geld an Handwerker und auch viel kostenloser Hilfe (oder bezahlt in Bier/Burger/Brotzeit) von befreundeten Fachprofis ist sie nun endlich fertig. Meine Hackschnitzelheizung!

    Geworden ist es eine HDG Compact 50 mit 2x800l Speicher und einer Waermepumpe fuers Brauchwasser.
    Zu beheizen sind zwei WE mit je 150qm in einem Altbau aus 1967.


    Mit der groesste Aufwand war die Schaffung eines Aussenzugangs zum Keller, da meine Kellertreppe extrem eng ist.


    Da ich im Vorfeld nach Dokumentationen von solchen Aktionen gesucht habe aber nicht richtig fuendig geworden bin, hier also mein Story.


    Zeitleiste:


    2024/08
    Es geht los! Erdaushub. Das kleine Kellerfenster soll eine Tuer werden.

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    Ausschneiden der Tueroeffnung mit einer Husqvarna Cut-n-Break. Wer diese Geraet nicht kennt: Zwei parallele Trennscheiben schneiden ein paar cm tief und dazwischen bleibt ein Steg stehen. Diesen bricht man heraus und schneidet weiter, so kommt man von einer Seite bis zu 40cm tief - geniales Teil! Hinter diese Wand kommt der Bunker und noch einen Raum weiter die Heizung rein.

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    Da geht das gute Stueck. Der Radlader hat es nicht gepackt und ich musste meinen Kumpel mit schwerem Geraet (18t Mobilbagger) anfordern.

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    Die Bodenplatte ist drin. Drainage habe ich danach an die existierende um das Haus angeschlossen.
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    2024/09
    Baustopp. Ich bin steinreich - in Form von Gallensteinen. Dass ich welche hatte, war schon seit einem Zufallsbefund vor 10 Jahren bekannt und ich hatte seitdem keinerlei Probleme. Nach dem Mittagessen in der Arbeit (das war nicht Schuld, wir haben ein ausgezeichnetes Betriebsrestaurant!) Gingen die Schmerzen im Oberbauch los, nach einer Stunde bin ich nach Hause gefahren, nach einer weiteren hat mich meine Frau in die Notaufnahme gefahren, selber fahren ging nicht mehr. Nach ein paar Stunden waren die Schmerzen wie weggeblasen. Da dies meine erste "Gallenkolik" war, meinten die Aerzte, man koenne einfach abwarten, dann kann das aber wieder passieren, evtl. mit mehr Komplikationen. Oder gleich die Gallenblase raus, das ist ein Routineeingriff. In Gedanken war ich bei der Heizung: Wenn ich jetzt pausiere, reicht das Scheitholz und Heizoel noch ueber den Winter? Was wenn der alte Kessel ploetzlich den Geist aufgibt? Egal - es wird sich eine Loesung finden, Gesundheit geht vor. Also, OP, ein paar Wochen schonen, Projekt wird auf 2025 verschoben.

    2025/01
    Da meine werte Gattin meinte, ich solle mich nicht ueberarbeiten, habe ich fuer die weiteren Betonierarbeiten schon im November bei einem befreundeten Bauunternehmer angefragt. Er kommt mir beim Preis entgegen, dafuer kann ich ihm ein paar Tage Arbeit verschaffen, bevor er seine Leute im Winter stempeln lassen muss. Zeitdruck habe ich jetzt ja keinen mehr. Im Januar hat er spontan Zeit und es wird betoniert. Die ganze Zeit war das Wetter mild, natuerlich hat es beim Einschalen dann 0 Grad und Schneeregen...

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    2025/02-04
    Den restlichen Winter verbringe ich mit Innenarbeiten wie dem Durchbruch vom Bunker zum Heizraum. Auch die Oeltanks (6x750l und 2x1500l) weichen langsam. Die Tanks sind alle ueber eine Leitung verbunden, also trenne ich alle bis auf einen und versorge die Heizung aus diesem. Droht dieser leer zu werden, pumpe ich von einem der getrennten Tanks um. So kann ich die leeren Tanks nach und nach in meinen nun (fast) leeren Holzkeller zum zwischenlagern schieben.

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    2025/05
    Die Aussenarbeiten gehen weiter. Es wird aufgefuellt und gepflastert. Das "Broetchenpflaster" in rot war zum Glueck mal das Ideal-Standard-Pflaster bei uns in der Gegend und es liegen genuegend Haufen rum, wo mal was augebaut wurde. Meine 10qm bekam ich von einem Kumpel geschenkt, der Kangoo musste ganz schoen schwitzen.
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    2025/06

    Die Technik kommt rein. Alles auf Paletten ging noch easy mit dem Radlader und Kette oder Schlupf, fuer Kessel (fast 1t), Puffer, WP und Einbringschnecke musste mein Kumpel mit Bagger wieder anruecken. Vor lauter Konzentration bei mehreren 10000 EUR am Haken hat davon leider niemand Bilder gemacht. In der Einfahrt wurde alles von den Einweg-Paletten weg mit dem Bagger in den Schacht gehoben, dort dann auf Euro-Paletten gesetzt und per Hubwagen zum Aufstellort geschoben.
    Fuer die Schnecke habe ich mir im Aussenschacht ein Auflager aus Stahltraegern und Winkeln gebaut, etwas ueberdimensioniert, aber das Material hatte ich rumliegen.
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    Aussen habe ich mit dem Radlader angehoben, innen einen Unterbau aus Kanthoelzern fixiert und mit 2 Kettenzuegen hochgeratscht. An der Betondecke ist sie 12er Schlagankern befestigt.
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    Uploadlimit, Fortsetzung folgt...

  • Fortsetzung….


    Ein paar Tage spaeter, alles steht (und haengt) montiert an Ort und Stelle.

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    2025/08

    Bunkerbau. Bei den Tragbalken hat mir ein Freund geholfen der Zimmerer ist, innerhalb von drei Stunden waren wir mit Messen, Abbinden und Ausrichten fertig.
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    Fuer den Boden hatte ich noch Nut- und Feder- Bretter uebrig, sogar gehobelt auf einer Seite, die seit jahrzehnten bei meiner Mutter ueber der Garage gelegen hatten. Eigentlich Overkill so schoene Ware zu nehmen, aber sie waren eben da und keiner wusste mehr, wofuer sie eigenlich mach gesaegt wurden.

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    Tada, fertig. Als Wandschutz habe ich massive Eschenbohlen genommen. Durchbruch zum Heizraum wurden mit Resten des Boden verkleidet, dahinter Steinwolle, im Heizraum dann Rigips und OSB. Wollte nicht zumauern, wegen Schalluebertragung und leichterer Demontage in der fernen Zukunkft.

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    Mein Schacht hat noch eine schoene Blechverkleidung bekommen, sodass im toten Raum darunter keine Schnitzel verloren gehen und alles schoen rutscht.

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    Als Schutz habe ich 2 Baustahlmatten Q335 versetzt verschweisst. Aussen habe ich noch Laschen angeschweisst und mit M8 an den Tragrohren verschraubt. Die Laschen haette es rueckblickend gar nicht gebraucht, durch das Verschweissen ist das Gitter so steif geworden, dass drei Erwachsene gleichzeitig darueberlaufen koennen und sich kaum was durchbiegt. Hab noch ueberlegt es verzinken zu lassen, aber was solls, das Verzinken ist inwischen so unverschaemt teuer...

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    Einen schicken Deckel aus Alu gibt’s auch, inzwischen hat der auch schoene Griffe bekommen.

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    2025/09

    Mein Heizungsbauer kommt fuer die Hydraulik. Der Oelkessel, der seit Fruehling noch Warmwasser gemacht hat fliegt raus, das kann man locker selber machen. Danke fuer 37 Jahre treue Dienste ueber drei Generationen – Adios, Amigo.

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    Warmwasser laeuft jetzt schon ueber die Waermepumpe, die Heizis sind nach gut drei Tagen fertig, die Elektrik mache ich anschliessend komplett selber. Ebenso die Isolierung, Eine Sklavenarbeit, aber wenn man sich die Mannstunden vom Handwerker sparen kann…

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    Die WP braucht bisher 2kWh am Tag, den 2kW-Heizstab habe ich stillgelegt. Damit kann ich gut leben, nur fuer Warmwasser habe ich 2-3l Heizoel am Tag gebraucht.

    Die Zirku-Pumpe takte ich ueber eine smarte Steckdose. Koennte der Kessel auch, aber aber ueber die Steckdose bin ich flexibler und sie hat ganze 10EUR gekostet.


    So. Jetzt fehlt nur noch HDG. Eigentlich sollte letzte Woche ein Inbetriebnehmer kommen, dann diese Woche und jetzt naechste Woche – sie hatten vergessen den Termin einzutragen. Naja, ehrlich gesagt, wenn ich einen Premium-Preis zahle, erwarte ich auch auch Premium-Service. Und das war nicht der erste Fauxpas. Meine Aufstellungsplaene waren mehrfach falsch gezeichnet, falsche Schneckentroege wurden geliefert, Teile haben gefehlt, etc. Hoffen wir, dass die Heizung dann Premium ist. Aber da bin ich guter Dinge, da im Bekanntenkreis einige HDG-Anlagen, HV und HS laufen und alle sehr zufrieden sind.



    Mein naechster Bericht folgt wenn der Bunker voll ist und die Kiste laeuft!

    Jetzt her mit Kommentaren, Fragen, Kritik!


    MfG


    Charly

    Edit:

    Was ich noch vergessen habe: Den Aufwand des ganzen Projekts habe ich durchaus etwas unterschaetzt, war aber auch meine erste Heizung dieser Art. Ich habe vieles in Eigenregie und alleine gemacht, das frisst unendlich viel Zeit. Haette ich jedoch alles an Handwerker vergeben, waere ich bei 6-stelligen Kosten rausgekommen. Zum Glueck hatte ich genuegend Zeit und Alternativen eingeplant. Ohne die Hilfe aus dem Freundeskreis, sei es Muskelkraft, Material, Spezial-Werkzeug wie die Husqvarna, schwere Maschinen oder professioneller Rat/Erfahrungen haette das nicht geklappt, bzw. haette ich noch laenger gebraucht! Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man so ein Projekt angeht.


    Edit1:
    Was ich noch erwaehnenswert finde. Der Heizungsbauer hatte im Angebot 90 Stunden veranschlagt, also eine Woche mit 2 Leuten. Montag sind sie angerueckt, Donnerstag um 10 war eigentlich alles fertig, also habe ich mal nachgefragt. Sie meinten dann, dass der Chef im Angebot auch die Stunden fuer Demontage des alten Kessels und das Isolieren drin hatte. Pauschal wird auch eine halbe Stunde pro Tag nur fuer Aufraeumen, Fegen, etc. geschaetzt. Da war ich etwas verdutzt, weil ich davon ausging, dass so "Idiotenarbeit" i.d.R. der Bauherr selbst erledigt. Da meinten sie, dass das frueher mal so war, aber inzwischen nicht mehr, die Leute machen morgens die Haustuer auf, das wars, und nach einer Woche erwarten sie eine neue Heizung im blitzeblanken Keller. Das verstehe ich nicht. Ich habe den Heizis gesagt, sie sollen ihren Abfall einfach liegen lassen und jeden Tag eben kurz die Schachteln, Tueten und Rohrabschnitte selbst weggeraeumt. Zu Feierabend habe ich noch gefragt, ob nicht irgendwelche Bohrungen, Rohrschellen, was auch immer fuer den naechsten Tag vorbereitet werden koennen und das dann auch gemacht. Beim Befuellen hab ich mit entlueftet um Zeit zu sparen. Dass sowas wohl kaum noch jemand macht hat mich echt ueberrascht. Alle jammern ueber teure Handwerker, aber anscheinend ist man sich zu schade den Handlanger fuer die Profis zu machen.

  • Da mich jetzt ein paar Nachrichten erreicht haben, was der ganze Spass denn gekostet hat, liste ich es hier mal zentral auf.
    Das Angebot vom Heizungsbauer war 60000, da waren aber noch Demontage von Tanks und Kessel sowie Isolieren mit drin. Da ich das ja selbst gemacht habe, wird sich die Stundenzahl entsprechend verringern. Elektrik habe ich ihm von vornherein gesagt, dass dies selbst gemacht wird, ebenso das Einbringen in den Keller.

    Die finale Rechnung steht noch aus, in einer Abschlagsrechnung habe ich bereits den Teil fuer HDG beglichen, das waren rund 33000 fuer:
    - Kessel (18000)

    - Waermepumpe (2500)

    - Puffer (2500)

    - Einbringschnecke (5000)

    - Raumaustragung (5000)


    Aushubarbeiten:

    400 fuer Baggerstunden


    Schalen und Betonieren:
    6000 fuer die Maurer


    Auffuellen:

    500 fuer Bagger- und Ruettelplattenstunden, zwei Kasten Bier fuer den Diesel den mein Kumpel mit dem grossen Kipper gebraucht hat.


    Pflaster:

    400 fuer den Strassenbauer (hat Randplatten gesetzt, abgezogen und gelegt). Ich hasse pflastern fast so sehr wie malern (Dank an meine Frau, das sie das gerne macht)! Material war kostenlos.


    Trogbleche:

    - 200 Material

    - 50 lasern und kanten

    - 80 fuer Konstuktionsstunden (befreundeter Maschinenbauingenieur)


    Gitter:

    Ein Kasten Bier fuer die Nutzung der Schweiss-Werkstatt meines Kumpel. Material waren kostenlose Reste.


    Deckel:

    - 700 Material (so teuer weil Uebergroesse, aber ich wollte keinen geteilten Deckel)

    - 150 lasern und kanten

    - 80 fuer Konstruktionsstunden


    Elektrik:
    - Paar hundert Euro fuer Kleinmaterial (RCD, LSS, etc.), Kabelkanaele und Iso-Rohre. An benoetigten Kabeln hatte ich alles noch in meinem Privat-Lager.

    - 50 fuer 3 smarte Steckdosen (WP, Zirku, Kamera) und Kamera fuer den Bunker. Das Zeug ist echt guenstig geworden ueber die Jahre!


    Schraegboden:

    - 300 KVH Fichte (Tragbalken)

    - 200 Wandschutz Esche

    - Ein Kasten Bier und zwei Leberkaes-Semmeln fuer meinen Zimmerer-Kumpel

    - Schalbretter waren kostenlos


    Das wars glaub ich.

    Der Heizungbauer fehlt noch, denke da erwarten mich nochmal 20000.
    Macht dann insgesamt rund 62500 Euro, das was in Bier bezahlt wurde mal nicht mit eingerechnet. Finanziell habe ich so geplant, dass ich es mir auch ohne Foerderung leisten koennte, man kann ja nie wissen. Laut KfW werde ich voraussichtlich mit 21000 gefoerdert, kaeme also noch auf gut 40000 Eigenanteil. Und natuerlich viel Zeit und Nerven.
    Mein Heizungsbauer macht fuer sowas auch Generalunternehmer, hab ihn mal gefragt, was dann auch mich zugekommen waere: Mindestens 100000 haette er gemeint.

  • So, die Kiste laeuft!
    Am 29.09. war der HDG-Mann da. Gleich beim Einschalten hat der Kessel gemeckert, "Vorlauffuehler HK2 defekt", obwohl ich beim anklemmen alle Fuehler durchgemessen hatte. Also, nochmal messen, Murphy's Law, tatsaechlich kaputt. Zum Glueck hatte er noch einen Fuehler dabei, sonst sah alles ok aus. Nach Sichtpruefung des Bunkers und ok von HDG wurde also befuellt.

    Auf dem Kipper sahen die 11srm recht viel aus:
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    Im Bunker dann gar nicht mehr soviel, obwohl ich nur Grundflaeche 3x4m habe. Nachdem ich den Berg in der Mitte mit der Schaufel etwas verteilt habe, haetten locker noch ein paar srm reingepasst:
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    Vom Befuellen aussen hat natuerlich wieder niemand ein Foto gemacht... Mein Gitter ist etwas zu engmaschig. Direkt beim abkippen fallen die Schnitzel zwar schoen durch, nachdem die Schnecke das Material im Trog weggefressen hat, bleibt aber ein Haufen auf dem Gitter liegen. Naja, nicht tragisch, kurz mit dem Rechen ran und alles faellt durch. Habe ueberlegt ein paar Gitterstaebe zu entfernen, aber wahrscheinlich lasse ich es so, man muss wirklich nur minimal mit dem Rechen nacharbeiten.

    Zum Betrieb, tja, was soll man gross sagen, ein- bis zweimal am Tag springt der Kessel an. Beim ersten Aufheizen lief er natuerlich laenger, am zweiten Tag auch, da unsere Bude durch fast zwei Wochen ohne Zentralheizung doch recht ausgekuehlt war. Mal sehen wie sich das jetzt einpendelt. Ab und zu hoert man auch im Obergeschoss die Austragung quitschen, das stoert uns aber nicht weiter und soll laut HDG auch leiser werden, wenn nach den ersten paar srm alles eingelaufen und abgeschliffen ist.


    Verbesserungspotential haben auf jeden Fall die HDG-App und das Webinterface, beides ist seeehr langsam und nicht alles ist intuitiv zu bedienen.


    Auch wollte ich gerne selbst einen Logger bauen, leider konnten mir weder HDG-Vertreter noch -Monteur sagen, ob es dafuer eine offiziell API gibt. Doku habe ich praktisch keine gefunden.

    Physikalisch auf den Modbus draufhaengen um Register auszulesen wollte ich dann auch nicht. Modbus TCP kann der Kessel nicht, sonst haette ich das ueber eine SPS geloest.

    Bin dann einen Umweg gegangen und hab mir die Daten im HTML Source der einzelnen Seiten vom Webinterface rausgesucht. Per Python laesst sich da so auslesen, sieht dann z.B. so aus:

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    Aktuell polle ich einmal taeglich automatisch die Betriebsstunden vom Kessel und rechne damit grob aus, wieviel Hackschnitzelverbrauch ich habe.
    Mit Beruecksichtigung vom Wirkungsgrad und der Restfeuchte meiner Schnitzel nehme ich 0.06srm pro Betriebstunde an. Zwei zusaetzliche Rechnungen, einmal optimistisch mit 0.053srm/h und einmal konservativ mit 0.067srm/h.
    Die Betriebsstunden wirft mein Script in ein CSV, das spuckt mir dann taeglich einen neuen Graphen aus.
    Unten der Tagesverbrauch, oben Gesamtverbrauch, werde ich noch in zwei separate Graphen packen, sonst ist der Tagesverbrauch bald nicht mehr lesbar:

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    Als naechsten Schritt logge ich noch die Aussentemperatur mit, damit man sehen kann, wie die Witterung den Verbrauch beinflusst.
    Mir ist bewusst, dass das sowas eigentlich keiner braucht und es eine Spielerei ist. Aber ich habe halt Spass am Basteln!

  • Naechstes Update. Eine Woche und 20 Betriebsstunden liegen hinter uns. Gefuehlt sind die Geraeusche der Austragung schon weniger geworden.

    Im Aschekasten ist auch das erste Material angekommen. Ich nehme an, die groesseren weissen Fetzen sind Schlacke? "Bisschen Schlacke ist normal und kein Thema" hat der HDG-Mann bei der Inbetriebnahme gemeint.
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    Im Bunker sieht man inzwischen auch den ueblichen Trichter, der sich zentral von der Austragung ausbreitet. Das Material ist uebrigens Fichte (und etwas Kiefer), letztes Jahr gehackt, gemessene Restfeuchte 19%.
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    Verbrauch ist momentan recht konstant, wie eben das Wetter auch.
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    Mit etwa 1,2srm pro Woche komme ich auf 2 Monate pro Fuellung, im Winter dann vielleicht die Haelfte aber das wird sich zeigen. Das deckt sich mit der Aussage meines Hackgut-Lieferanten, der die gleichen Schnitzel in seiner Sommerauer-Anlage verheizt.


    Nachtrag: Mein Plan waere jetzt den Bunker komplett leer zu fahren, also auch Ecken reinraeumen wenn es soweit ist. um den exakten Bedarf an srm pro Betriebsstunde zu ermitteln. Mein Lieferant kann i.d.R. innerhalb eines Tages kommen und als Notreserve habe ich 2 Big Bags mit je einem srm mit denen ich ihnnerhalb 10 Minuten nachfuellen kann.

  • Hallo Charly,

    super Berichte und sauber verbaute Anlage!

    Wir haben mit zwei Nachbarn seit 2008 eine 150 kw Hackschnitzelheizung. Diese steht aber zwischen den Häusern in einer alten Scheune.

    Ich weiß, dass es in Süddeutschland und auch in Österreich üblich ist, Hackschnitzelkessel in den Keller einzubauen.

    Nach einigen negativen Erfahrungen in den letzten Jahren, wollte ich unseren Kessel nicht im Keller haben.

    Mich würde noch interessieren was Hackschnitzel bei Euch kosten?

    Mit freundlichem Gruß

    Ludger

  • Hallo Ludger,


    danke fuer das Lob!
    Aktuell zahle ich 23EUR pro srm, inklusive Lieferung und Steuer. 2024 waren die Preise bei uns etwa bei 28 und 2023 bei 24 EUR, denke es kommt immer auf Windbruch und Kaeferholz an.
    Der Keller war bei mir die einzige Option, da ich mitten in einem Wohngebiet bin und keine Nebengebaeude habe. Meine Werkstatt und den Gartenschuppen (Massivbau) aufgeben waere die einzige Alternative gewesen. Jetzt ist der Kessel im alten Heizraum und der Bunker da, wo vorher die Oeltanks waren. Mal sehen wie es laeuft, besser waere natuerlich, alles ebenerdig zu haben. Aber sollte ich den Bunker mal leerraeumen muessen, habe ich nebenan einen leeren Kellerraum wo ich alles reinschaufeln kann. Schoen waere das auch nicht, aber besser als alles Eimer fuer Eimer raustragen zu muessen.

    Habe lange ueberlegt, was ich denn machen soll. 20 Ster in zwei Kaminoefen ueber den Winter und 2-3000l Oel haben wir vorher gebraucht. Im Sommer allein 3-4l/Tag nur fuer Warmwasser. Da blieb eigentlich nur Hackgut. Pellets waere in der Anschaffung etwa 10k guenstiger gewesen, aber die Umbaumassnahmen am Haus fast die gleichen und Brennstoffkosten natuerlich wesentlich hoeher. Hab es mir durchgerechnet, selbst wenn ich 35EUR/srm bezahle, fahre ich mich Hackschnitzeln nach spaetestens 8 Jahren am guenstigsten.


    MfG


    Charly

    Nachtrag:
    Ein weiterer Grund fuer Hackgut war, dass ich 5 potentielle Lieferanten im Umkreis von 3km habe. Alle haben viel Wald und entnehmen nur was wirklich raus muss. Bauholz wird verkauft, aus dem Rest werden Scheiter oder Hackgut, das verheizen sie selber und verkaufen den Ueberschuss. Alle kennen sich untereinander, es wird gemeinschaftlich der Lohnhacker bestellt und die Preise sind generell sehr moderat. Und natuerlich wollte ich weg von fossilen Brennstoffen. Man wird ja immer gleich als Oeko-Nazi hingestellt, aber die Zeiten wo man Oel und Gas einfach verbrennt und auf das beste hofft sind meiner Meinung nach vorbei.

  • Update.
    Ein Monat Betrieb ohne nenneswerte Ereignisse, also eigentlich alles so, wie es sein soll.
    Davon war ich zwei Wochen beruflich in Mexiko und habe meiner Frau vorher 1000 Sachen erklaert, sollte denn irgendwas mit der Heizung sein. Tja, es war nichts!

    Der Bunker leert sich langsam, ich schaetze den Restbestand auf 4-5srm.
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    Das deckt sich in etwa mit meiner Verbrauchsberechung ueber die ausgelesenen Betriebsstunden.
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    Der Aschekasten fuellt sich inzwischen auch. Schon Wahnsinn, wenn man bedenkt, wieviel Holz das mal war.
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    Auch im Aschekasten des Waermetauschers sieht man langsam, dass es die Asche durch den Sand drueckt.
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    Desweiteren habe ich die finale Rechnung vom Heizungsbauer bekommen (16000) und heute Abend meinen Foerderantrag bei der KfW abgeschlossen.
    Fuer den Hauptantrag musste ich nur die Rechnung vom Heizi hochladen, das wurde innerhalb einer Minute bewilligt. Danach konnte ich direkt den Zusatzantrag fuer den Klimageschwindigkeitsbonus komplettieren, es wurden Grundbuchauszug und Meldebescheinigung gefordert. Auch dieser wurde unverzueglich bewilligt. Das macht bei der KfW sicher auch schon die KI. Meinen Zuschuss von insgesamt 20500 Euro soll ich bis 30.11. bekommen.
    "Stichprobenartige Beibringung von Dokumenten und Nachweisen" behaelt sich die KfW vor, was mich nicht stoeren soll, da ich ja alles sauber dokumentiert und ausgefuehrt habe.
    Das naechste Update folgt, sobald ich meinen Bunker komplett geleert und somit den exakten Verbrauch ermittelt habe.

  • Update.
    Nach 54 Tagen Betrieb mit der ersten Fuellung war der Bunker ziemlich leer.
    Das war der letzte Rest, einen Tag haetten wir damit vermutlich noch geschafft.
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    Die Ecke habe ich vor dem Auffuellen noch etwas in die Mitte befoerdert, sodass die "alten Schnitzel" dort nicht ewig liegen, auch wenn es vermutlich keine Rolle spielt. Haette diesmal ein paar srm mehr genommen, aber mein Lieferant hat letzte Woche seinen grossen Bulldog, den er fuer den groesseren Kipper braeuchte ueber den Winter abgemeldet, also sind es wieder knapp 11srm geworden. Etwa 0.5 Kubik Saegespaene die noch rumstanden habe ich einfach hinterhergekippt, denke die mischen sich dann gut unter.
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    Meine Verbrauchsmessung ist ueberraschend exakt. Bedenkt man das Material, das noch in Schnecken und Bunker war, komme ich mit meiner Kurve ziemlich nah an den Realverbrauch. Die Minus-Temperaturen der letzten Tage sieht man deutlich.
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    Fuellstand der Aschekaesten ist nach wie vor unspektakulaer. Ich bin weiterhin davon begeistert, wie wenig Asche aus dem Berg Holz geworden ist! Bei unseren zwei Kaminoefen hatten wir diese Menge innerhalb einer Woche zusammen. Wenn man bedenkt was man da Energie verschwendet hat...
    Wie macht ihr das eigentlich mit dem Entleeren? Idealerweise sollten die Kaesten ja ohnehin immer zur Haelft gefuellt sein. Also bis zur Mitte rausschaufeln und Rest einfach drin lassen?
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    Mal sehen, was der Winter jetzt bringt. Momentan springt der Kessel etwa 3x am Tag an und laeuft auch laenger, da natuerlich mehr Abnahme da ist. Denke vor Weihnachten muss ich nochmal fuellen, das waere ok, im Winter habe ich ca. eine Fuellung pro Monat eingeplant. Wenn man das hochrechnet, sollte ich auf etwa 6 Fuellungen pro Heizsaison kommen. In Heizoel waeren das etwa 6500l, ich spare pro Winter also etwa 4500 Euro. Guenstiger waere nur Scheitholz, damit hat man natuerlich dann die Schufterei. Ich habe lieber den Komfort nur alle paar Wochen eine Stunde Arbeit zu haben. Deckel auf, Schnecke an, Schnitzel rein, kurz kehren, Deckel zu, fertig.

  • Hallo,

    wir leeren die Aschebehälter mit einer Schaufel in 20l Blecheimer. Zurzeit ca. ein Eimer pro Woche bei einem Verbrauch von ca. 7,5 Kubik. Den Verbrauch kann ich aber nur schätzen. Im Flugaschebehälter ist ca. ein Eimer in vier Wochen. Ich lasse immer mindestens soviel Asche im Kasten, dass der Auslauf der Ascheschnecken gut abgedeckt ist, damit von dort keine Luft in den Brennraum zieht. Unter die Deckel der Aschebehälter haben wir noch Dichtungen geklebt.

    Um mit Scheitholz günstiger zu heizen, muss man das Holz aber sehr günstig bekommen.

    Wenn man fertiges und trockenes Brennholz kaufen muss, heizt man auf die Dauer mit Hackschnitzel sicher günstiger.

    Kleinere Reparaturen und die Wartung nach Ablauf der Garantiezeit sollte man allerdings bereit sein, selber zu erledigen.

    Mit freundlichem Gruß

    Ludger

  • Danke für den Tipp mit der Asche, das werde ich dann wohl auch so handhaben!


    Scheitholz war mein erster Gedanke für die neue Heizung, ich bin jetzt mit der Entscheidung Hackschnitzel aber doch sehr glücklich. Wir haben etwas Wald, das Holz daraus reicht gut für die Kachelöfen meiner Mutter und einer Schwester.


    Meine andere Schwester heizt momentan mit Öl plus altem 15kW-Beistellkessel. Der brennt im Winter tagsüber durch und hat seine Lebenszeit in Betriebsstunden sicher schon 3 mal durch. Effizient ist er sicher auch nicht (mehr) und die Brennkammer fällt auseinander. Das weicht nächstes Jahr alles einem HDG HV plus BWWP.

    Das Holz dafür machen wir (ok, hauptsächlich mein Schwager) in Wäldern der lokalen Forstbetriebsgemeinschaft. Ich meine 9€/rm haben die letzten Winter verlangt was ich mehr als ok finde. Seilwinde, Fuhrpark, Spalter, usw. haben wir, aber viel Arbeit ist es natürlich trotzdem. In den Wald gehe ich gerne, Spalten ist auch ok, nur schneiden auf Ofenlänge nervt mich. Bin froh, dass ich das nur noch nebenbei für/mit meiner Mum machen muss.


    Irgendwann baue ich aber noch die halbautomatische Säge mit Vorschub, die mir seit 10 Jahren im Kopf rumgeistert, die Teile dafür hätte ich inzwischen so ziemlich zusammen.

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