Glanz-Rus, Kaminbrand, Restauerstoff bei Heizomat-Hackschnitzelanlage

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  • Hallo.


    Ich besitze einen Heizomat-Hackschnitzelkessel seit 2003 HSK-RA50


    Dieser hat am Kaminanschluss ein ca. 3m langes unisoliertes 200mm Rohr, bevor es in einen Isolierten Edelstahlkamin ca. 10m nach oben geht.



    Neulich hatte ich einen Glanz-Rus Kaminbrand, der nur in dem 3m unisolierten Rohrstück war, eine Öffnung der Wartungsklappen bestätige das der aufgegangene Ruß nur in den ersten 3m war, im Isolierten Teil gab es keine Ablagerungen.


    Kamin durch gerust und eine Messung gemacht, Alles soweit OK laut Kaminkehrer, (er kam eh kurz danach)




    Nun lies mir die Sache keine Ruhe, und ich wollte die Verbrennung kontrollieren in allen Betriebszuständen, da habe ich mit die Lamdacheck Sonde gekauft und eingebaut.



    Der Ofen läuft mit relativ viel Restauerstoff, 11-16% bei Teil oder Vollast, wenn der Ofen ruht (Unterhaltsbetrieb) dann sind es auch mal 16-19% Restauerstoff



    Woher kann der Glanzruß kommen, wenn doch viel Restauerstoff aus dem Ofen kommt ?



    Wenn ich die Zuluft am Ofen weiter erhöhe, wird der Restsauerstoff noch größer.


    Recherchen zum Thema Restauerstoff sagen mit das eigentlich 11-16% Restsauerstoff zu viel sind, und der Wirkungsgrad so nicht gut ist, weil zu viel Luft durch den Ofen geht.



    Hackschnitzel sind trocken gelagert und im Sommer gehackt und eigentlich nicht nass.



    Woher kommen die Anlagerungen im Kamin, die angefangen haben zu brennen und aufgequollen sind.



    Gruß und Danke

    Ralf

  • Hallo Ralf_S_aus_G,


    willkommen im Holzheizer-Holzvergaser-Forum! :thumbup:


    Leider kenne ich mich mit Hackschnitzeln nicht aus, es gibt im Forum aber einige Betreiber einer solchen Anlage, ich hoffe sie melden sich noch zu deinem Thema.


    Der Soll-Restsauerstoffwert bei den Holzvergasern liegt bei den meisten Herstellern zwischen 5 und 8 Prozent. Bei Pellets etwas höher, um die 10%, das wird bei Hackschnitzeln ähnlich sein. Wenn du nach so vielen Jahren erstmals einen Rußbrand hattest (zum Glück nur im Abgasrohr), dann scheint sich in letzter Zeit etwas beim Abbrand verschlechtert zu haben. Wenn sich der Glanzruß über Jahre aufgebaut hätte, dann hätte dies dem Schornsteinfeger eigentlich auffallen müssen, denn meiner besteht bei der zweimaligen Schornsteinreinigung darauf, dass er auch das Rauchrohr zum Kamin reinigt. Da darf eigentlich nur Staub darin enthalten sein.


    Wenn das lange Abgasrohr jetzt seit 2003 nicht isoliert ist, dann wird es jetzt wohl auch nicht viel bringen, es nachträglich zu dämmen...


    Wie war denn das letzte Messprotokoll des Kessels (dort steht auch der gemessene Restsauerstoffwert darin). Denn dein Hackschnitzelkessel müsste mittlerweile ebenfalls messpflichtig, nach der 1.BImSchV von 2010 sein (Bild einstellen oder hier schauen)?


    Viele Grüße von Karlheinz :)

    Seit Juni 2011:

    ETA Twin: SH30/P25 "noTouch" (Füllraum 150 Liter)

    Hopf Pelletaustragung: 6x UniWok-Saugsonden (Selbstbaulager für 6 to)

    Paradigma Pufferspeicher: 2x Aqua Expresso (1090 + 958 Liter; seriell verbunden)

    Paradigma FrischWasserStation

    Paradigma VRK-Anlage: 2x CPC21 Star Azzurro Solarpanel (10m²; Aqua-System ohne Glykol)

  • moin

    Ich habe jetzt mal kurz die Internetseite vom heizomat überflogen, der Kessel hat selbst ja keine lambdaregelung die aktiv die Verbrennung regelt.

    So wie ich das gesehen habe wird nur der Einschub geregelt.


    Also muss ja die luftverteilung wie auch Menge fest eingestellt sein.


    Wie das genau gemacht wird ist ja immer unterschiedlich, das kann dir wohl der Hersteller sagen.

    Grundsätzlich ist ja der Betrieb im Luftüberschuss weniger effizient aber natürlich auch einfach zu handhaben.


    Evtl gibt es eine Veränderung am Kessel die dazu führt, eine undichte Stelle oder ein Gebläse was langsamer läuft wegen Lagerdefekt.

    Vom Schnittbild würde ich sagen hat der Kessel auch eine Zone für die Nachverbrennnung.

    Wenn hier evtl die Luft nicht paßt hast du dort nicht die richtige Reduktion bestimmter Stoffe.

    Diese fallen dann evtl im Schornstein aus, verstärkt durch die nicht Isolierung.


    Ich würde mit dem Problem mal bei Heizomat anfragen.

    Bei einer so langen Laufzeit des Kessel gibt ed bestimmt einige Stellen die das Gleichgewicht durcheinander bringen und geprüft werden sollten.


    Bastian

  • Hallo.



    Danke für eure Antworten.


    Die beiden Zulüfter kann ich im Menü in der Drehzahl einstellen, für Voll und Teillast separat.


    Die Lüfter haben dann auch noch so eine einstellbare Klappe, wo ich den Ansaugquerschnitt verringern kann.


    Die Einstellungen sind schon immer gleich mit 20%, weiter runter kann ich das auch nicht einstellen.


    Das Abluft Gebläse läuft immer mit gleicher Drehzahl.


    Ich habe auch irgendwo gelesen, daß es viele Hackschnitzel Kessel gibt die mit viel Luftüberschuss laufen.


    Eine Anfrage bei Heizomat ist in Arbeit.




    Meine offenen Fragen und Gedanken:


    Kann es denn bei so einem deutlichen Luftüberschuss Ablagerungen im Kamin geben?



    Laufen neue Hackschnitzelkessel mit Lambda Regelung mit weniger Restsauerstoff?



    Wie funktioniert das bei Holzvergaser-Kesseln, wenn da mit der Zuluft die Verbrennung geregelt wird, kann der doch nur runter regeln wenn er zu warm wird, und dann gibt es unvollständige Verbrennung.



    Gruß und Danke


    Ralf

  • Hier ist das damalige Thema um den Restsauerstoff.



    Meine weitere Frage ist, warum wenig Restauerstoff den Kessel mehr beansprucht ?




    Vielen Dank

  • "Wie funktioniert das bei Holzvergaser-Kesseln, wenn da mit der Zuluft die Verbrennung geregelt wird, kann der doch nur runter regeln wenn er zu warm wird, und dann gibt es unvollständige Verbrennung."


    i.d.R. werden bei (modernen, Lamdasondengesteuerten) Holzvergasern einerseits die primär/sekundärluftzufuhr gesteuert, aber auch die (Saugzug-)Lüfterdrehzahl, in abhängigkeit von Abgastemperatur, Kesseltemperatur (und das je nach Hersteller unterschiedlich) geregelt.

  • "Meine weitere Frage ist, warum wenig Restauerstoff den Kessel mehr beansprucht ?"


    Das sollte den Kessel nicht "mehr beanspruchen", nur die Verbrennung wird unsauberer.

  • Hier ist das damalige Thema um den Restsauerstoff.

    Hallo Ralf,


    da ist kein Link oder ähnliches zum Thema Restsauerstoff...

    Hast du vielleicht dieses Thema gemeint:


    Meine weitere Frage ist, warum wenig Restauerstoff den Kessel mehr beansprucht ?

    Ich versuche einmal meine Erkenntnisse darzulegen, ohne auf spezielle Hersteller einzugehen:

    • Zuersteinmal ist es wichtig zu wissen, dass Holzvergaser und Pellet- oder Hackschnitzelkessel i.d.R. vollkommen unterschiedlich arbeiten. Ein Holzvergaser vergast (pyrolisiert) das Holz zunächst und verbrennt das Holzgas in einem zweiten Schritt (unterer Abbrand mit kurzer Flamme). Das bedarf einer speziellen (kleinen) Brennraumgeometrie und einer relativ komplexen Abbrandregelung, Obwohl immernoch HV ohne Lambdasonde verkauft werden (z.B. Atmos), hat sich die Lambdasonde inzwischen auch bei den meisten günstigeren Ostblockherstellern durchgesetzt.
    • Pellets und Hackschnitzel werden i.d.R. mit oberem Abbrand verbrannt (keine Vergasung - lange Flamme). Inzwischen haben auch die meisten Pelletkessel eine lambdagesteuerte Sauerstoff-Überwachung - einfach weil die vom Gesetzgeber geforderten Grenzwerte immer strenger werden. Dein Hackschnitzelkessel ist ja schon älter, inzwischen werden wohl die meisten Hersteller ihre Hackschnitzelkessel ebenfalls mit Lambdasonden regeln (das weiß ich aber nicht mit Gewissheit - bzw. habe nicht danach recherchiert).
    • Durch den oberen Abbrand dieser Kessel, sind (auch mit Lambdasonde) keine solch niedrigen Restsauerstoffwerte möglich, wie bei einer Holzgas-Pyrolyse. Sogar bei Kombikesseln die Holz und Pellets quasi im selben Brennraum verbrennen, brauchen die Pellets immer mehr Restsauerstoff, als wenn im selben Kessel Holz verbrannt wird.
    • Bei Holzvergasern gilt: Je niedriger der Restsauerstoff, desto besser (und heißer) die Verbrennung. Allerdings kann auch hier der Restsauerstoff nicht bis auf 0% gedrückt werden. Für eine saubere Verbrennung braucht es immer einen gewissen Sauerstoffüberschuß. Das Problem dabei ist, dass die Holzverbrennung (je nach Holzsorte, Stückgröße, Feuchtigkeit, usw.) stark schwanken kann, was die Regelung ausgleichen muss. Je näher der Restsauerstoffwert am Kipppunkt (0% O2) gefahren wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Kipppunkt auch einmal unterschritten wird, was zu einer schlagartigen Verschlechterung der Verbrennung führt (Flamme aus).
    • Warum ist die Verbrennung bei niedrigem Rest-O2-Wert heißer?
      Je weniger Restsauerstoff im Abgasstrom gemessen wird, desto weniger Sauerstoff (und Kohlenstoff bzw. CO) gelangt unverbrannt durch den Kessel (deren "Verbrennung" erzeugt die Energie). Da der Sauerstoff nur ca. 21% der Luft ausmacht, werden immer auch noch 79% unbrennbare Gase (vor allem Stickstoff) im Abgas mitgeschleppt. Diese Gase werden unnützerweise ebenfalls aufgeheizt - was die Brennraumtemperatur absenkt. Je weniger Sauerstoff bei der Verbrennung übrig bleibt, desto weniger (unnütze) Luft muss durch die Brennkammer.
    • Je heißer die Verbrennung, desto höher die Materialbelastung der Brennkammer. Auch wenn dort "feuerfeste" Materialien, wie Schamotte verbaut sind, werden dauerhafte (zu) hohe Temperaturen den Materialverschleiß erhöhen. Für die Hersteller ist es auch eine Abwägungsfrage, ob sie den letzten Prozentsatz an Effektivität auf Kosten der Haltbarkeit ihrere Produkte herausholen sollen. Mir als Holzheizer ist es vermutlich lieber, das Kesselmaterial hält länger und dafür verbrenne ich eben ein bisschen mehr Holz.

    Viele Grüße von Karlheinz :)

    Seit Juni 2011:

    ETA Twin: SH30/P25 "noTouch" (Füllraum 150 Liter)

    Hopf Pelletaustragung: 6x UniWok-Saugsonden (Selbstbaulager für 6 to)

    Paradigma Pufferspeicher: 2x Aqua Expresso (1090 + 958 Liter; seriell verbunden)

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