Hallo zusammen,
ich möchte meine aktuelle Situation mit einem ETA SH30 Twin schildern und hoffe auf Erfahrungswerte oder gezielte Hinweise aus der Praxis.
Kurzbeschreibung des Problems
- Holzbetrieb: Leistung wird nicht immer erreicht
- Pelletbetrieb: geforderte Leistung wird häufig nicht erreicht
- Schornsteinfeger-Modus: volle Leistung jederzeit möglich
- Typisches Verhalten:
- Kessel fordert 26–30 kW
- real werden max. ca. 15 kW umgesetzt
- Die reale Leistung ist über Volumenstrom (Huba-Sensor am Kessel) × Spreizung nachvollziehbar.
Anlagendaten
- ETA SH30 (Pellet + Holz / Twin)
- alter Bauernhof (teilweise über 500 Jahre, Fachwerk), drei Gebäude
- Pellet-Einheit von vorne gesehen rechts montiert
- Pellet-Einheit mit automatischer Wärmetauscherreinigung
- ETAtouch Software-Version 3.57.3
- Pufferspeicher vorhanden
- Leistungsauswertung über internen Wärmemengenansatz (Volumenstrom + ΔT)
- die drei Heizkreise werden mit Belimo Energie Ventilen betrieben, somit habe ich ein maximale Transparenz was die derzeitig angeforderte Leistung in den HK betrifft.
- Gesamte Anlage 2 Jahre alt.
Vorgeschichte: Fehler Wärmetauscherreinigung
Es gab über einen längeren Zeitraum die Fehlermeldung:
„Antrieb zur Reinigung des Wärmetauschers klemmt“
Am Donnerstag war der Heizungsbauer vor Ort und hat von oben in die Rauchkammer geschaut. Dabei war klar erkennbar, dass Gestänge der Wärmetauscherreinigung mechanisch nicht miteinander verbunden sind.
Ich selbst habe bislang noch nicht vollständig nachvollziehen können, wie diese Gestänge konstruktiv korrekt zusammengehören.
Der Heizungsbauer hat daraufhin zunächst mit ETA telefoniert. Aussage war, dass zur Behebung des Problems vermutlich die komplette Pellet-Einheit demontiert werden muss, um an die Reinigungsmechanik zu gelangen. Dafür ist ein weiterer Termin notwendig.
Aktueller Status
Softwareseitig
- Die Fehlermeldung ist aktuell nicht mehr aktiv
- Ursache: Ein zuvor abgezogener Sensor wurde wieder angesteckt
- Die Regelung meldet derzeit keine Störung
Mechanisch
- Das mechanische Problem der Wärmetauscherreinigung (Gestänge / Verbindung der Reinigungsmechanik) besteht weiterhin
- Die Gestänge sind sichtbar nicht korrekt verbunden
- Der Termin zur mechanischen Instandsetzung steht noch aus
- Der Kessel wird regelmäßig von uns manuell gereinigt
- Aktuelle Leistungsproblematik (Pelletbetrieb)
Das zentrale, weiterhin bestehende Problem:
- Wenn der Kessel morgens aus dem Holzbetrieb kommt und die Außentemperatur in Richtung 0 °C geht, schafft es der Kessel im Pelletbetrieb häufig nicht, ausreichend nachzuheizen
👉 Dieses Problem scheint jedoch auch bereits vor der Fehlermeldung zu bestehen. Allerdings ist es erst in den letzten zwei Monaten, aufgrund der winterlichen Bedingungen, aufgefallen.
Beobachtungen:
- Der Kessel fordert laut Anzeige 26 bis 30 kW
- Plausibel auch von den Heizkreisen her, da sie dann idR. unter 0°C deutlich über 15 kW benötigen
- Real werden jedoch maximal ca. 15 kW erreicht
- Der Kessel „kommt nicht hoch“, obwohl die Anforderung eindeutig da ist
- Der begrenzende Faktor scheint der Volumenstrom zu sein – er steigt nicht weiter an
Ganz entscheidend:
👉 Im Schornsteinfeger-Modus erreicht der Kessel sofort und reproduzierbar die volle Leistung.
Das lässt aus meiner Sicht darauf schließen, dass:
Brennstoffversorgung, Gebläse, Wärmetauscher und Hydraulik grundsätzlich leistungsfähig sind
die Begrenzung im Normalbetrieb regelungs- oder strategiebasiert ist
Bereits unternommene Schritte
- Manuelle Reinigung des Kessels
- Anpassung der Puffer- / Heizkurvenparameter
- Auswertung von Logs und Screenshots über längere Zeit
- Bereitstellung aller relevanten Daten für den Heizungsbauer
- Bisher ohne nachhaltige Verbesserung im Pelletbetrieb.
Meine Fragen an euch
Leistungsproblem
- Kennt jemand ein vergleichbares Verhalten beim ETA SH30?
- Gibt es bekannte Leistungsbegrenzungen im Pelletbetrieb, die keine Fehlermeldung erzeugen?
- Spielen Puffermanagement, Rücklauftemperatur, Spreizung oder Modulationslogik hier typischerweise eine Rolle?
- Gibt es Parameter oder Strategien, die erklären, warum nur der Schornsteinfeger-Modus die volle Leistung zulässt?
Mechanisches Problem
- Muss wirklich die Pelleteinheit demontiert werden?
Ich freue mich über jeden Hinweis – gerne auch sehr technisch. Bei Bedarf kann ich weitere Screenshots oder Logdaten nachreichen.
Viele Grüße
Sebastian