Heizen mit Pellets - Raubbau am Wald?

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  • Die Krux ist aber auch das wir gar nicht in der Lage sind den Pelletbedarf aus heimischer Produktion zu decken. In Rumänien werden derzeit die letzten Urwälder Europas von ausschlieslich westeuropäischen Firmen rücksichtslos geplündert. Und damit natürlich der Peletpreis beeinflusst. Und da gehts nicht um ein paar Käferfichten sondern um Kahlschläge von zig Quadratkilometern intaktem Urwald. Bei uns werden Pelletheizungen gefördert ohne wirklich zu wissen wo der Brennstoff herkommt, Haupsache die CO 2 Bilanz stimmt.

  • Wie so oft stimmen Verallgemeinerungen nicht.


    Meine Pellets kommen aus einem großen Sägewerk im Wechselgebiet, das man selber besuchen kann. Und die sägen nur Stammholz aus regionaler Ernte — die hiesigen Forstwirte wissen nämlich nicht wohin mit dem ganzen Fichtenholz.


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    Nur weil ein paar Verbrecher sich bereichern muss man nicht eine ganze Branche schlechtreden. Diesen Menschenschlag gibt es überall, in jeder Branche.

  • "... In Rumänien werden derzeit die letzten Urwälder Europas von ausschlieslich westeuropäischen Firmen rücksichtslos geplündert. Und damit natürlich der Peletpreis beeinflusst..."


    Raubbau an europäischen Urwäldern beeinflusst Pelletpreise mittelbar durch Marktspekulationen der Bau- und Möbelindustrie, die nach Alternativen für langjährig verwendete Hölzer sucht, die im Zuge des Ukrainekrieges verloren gingen, wie etwa die sibirische Lärche. Das heißt aber nicht, dass die hiesige Pelletbranche in Rumänien Wälder abholzen lässt. Das wäre nämlich viel zu teuer. Die Pellets, die ich verwende, stammen nachweislich aus regionaler Forstwirtschaft, wie im Übrigen wohl die allermeisten, die im deutschsprachigen Raum verfeuert werden.


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  • Niemand hat behauptet das es nicht auch seriöse Unternehmen gibt. Idealerweise kennt man den Betrieb und das Einzugsgebiet des Sägewerks.

    Natürlich wird jeder Pellethändler immer betonen wie nachhaltig sein Produkt ist. Ich bin seit vielen Jahren in Rumänien und Ukraine unterwegs und war im vergangen Jahr wieder 4 Wochen in den Karpaten in Rumänien unterwegs, und was man dort sieht sprengt die Vorstellungskraft, Die meisten Harthölzer die dort geschlagen werden eignen sich nicht zum Möbelbau oder Bauholz und werden thermisch in Westeuropa verwertet. Und wer glaubt denn das die erzeugten Pellets deklariert werden aus " 100% Urwald "

    Wer ernsthaft den Umstieg von Öl auf Pellets in der breiten Öffentlichkeit fordert, befeuert genau solche Prozesse und die Abholzung dort begann nicht erst mit dem Krieg in der Ukraine !

    Grundsätzlich will ich Pellets nicht schlecht reden Restholz aus heimischer Forstwirtschaft bestennfalls noch mit kurzen Transportwegen regional vermarktet. Aber das bleibt eine Nische ! Aber wies nu mal so ist, das Unternehmen muss wachsen, der Markt muss größer werden. Das führt leider zu solchen Auswirkungen. Am Ende hats der Verbraucher selbst in der Hand obs funktioniert sieht man ja beim Fleisch , Honig usw.

    Mal zum Schluss noch paar Fakten.

    Der Holzeinschlag in Deuschland ist ca. 61Mio Kubikmeter ca. 10 % dessen wird zu Brennstoffen als Restholz weiterverarbeitet. bleiben 6,1 Mio Kubikmeter, macht ca. 4,5 Mio.t Pellets Der Heizölverbrauch liegt bei 16 Mio. Tonnen. = 18,7 Mio Liter = 37,4 Mio. t Pellets


    Deshalb" Augen Auf beim Pelletkauf"

    Ich wünsche euch noch schöne Restostern

  • Die meisten Harthölzer die dort geschlagen werden eignen sich nicht zum Möbelbau oder Bauholz und werden thermisch in Westeuropa verwertet.

    Ist hier nicht ein Denkfehler drin? Pellets werden ausschließlich aus Weichholz hergestellt!


    Eher denke ich, dass man diese Rohstoffe als Scheitholz in den Meterkisten der Baumärkte und des Brennstoffhandels wiederfindet.

  • Ist hier nicht ein Denkfehler drin? Pellets werden ausschließlich aus Weichholz hergestellt!


    Eher denke ich, dass man diese Rohstoffe als Scheitholz in den Meterkisten des Baumarkts und Brennstoffhandels wiederfindet.


    Pellets der DIN-Norm ENplus-A1, die die meisten Hersteller von Pelletkesseln als Voraussetzung für Garantie und Gewährleistung vorschreiben, werden tatsächlich überwiegend aus Weichholz hergestellt, weswegen z. B. das Ausbleiben der sibirischen Lärche (danke, Etaminator ;-)) hier zu Preissprüngen führte. Vor allem aber bringt das DIN-Label neben der standardisierten Qualität eine sichere Rückverfolgbarkeit der Ware mit sich, die regelmäßig kontrolliert wird. Urwaldpellets in DIN-Tranchen wären also schon per se illegal, und die regionalen Pelletlieferanten sind sehr auf ihre Reputation bedacht, weswegen sie meist mit einzelnen Sägewerken zusammenarbeiten.


    Hartholzpellets halten hingegen länger das Feuer und die Glut, produzieren aber mehr Asche, weswegen wohl kein Betreiber einer Holz-Zentralheizung so etwas haben will, zumal automatisch arbeitende Pelletkessel die Feuerhaltung selbsttätig führen. Pellets aus Harthölzern findet man in Pelletöfen, vor allem aber in Kohle-Kraftwerken, die seit dem Ausbleiben russischer Lieferungen ab 2022 anteilig mit Holz zugeheizt werden, was auch zu meinem Missfallen von europäischen Regierungen legalisiert wurde. Hier ist dem kriminellen Inverkehrbringen illegal geschlagener, geschützter oder schutzwürdiger Hölzer Tür und Tor geöffnet, zumal in Rumänien verbreitete Korruption staatliche Gegenmaßnahmen unterminiert. Das Gleiche gilt naturgemäß noch mehr für Scheitholz, das einfacher zu händeln und zu vermarkten ist.


    Der Satz vom Diamantradler "Niemand hat behauptet das es nicht auch seriöse Unternehmen gibt" gaukelt jedoch eine Scheinrealität vor und verunglimpft zudem sowohl die zahlreichen, regionalen Pelletlieferanten als auch angeblich ahnungslose Betreiber von Pelletkesseln. Das Motto "Augen auf" gilt beim Erwerb jeder Ware. Es berechtigt aber nicht, Holzheizungsbesitzern pauschal Umweltvergehen vorzuhalten.

  • Hallo


    ich hatte vor einigen Jahren ein Kalamitätsereignis in meinem Wald. Borkenkäfer Buchdrucker. Dabei ist für jeden Festmeter Nutzholz ein Ster Brennholz angefallen. Kernfaule Bäume, Erdstämme, krumme oder zu kurze Stücke, Spitzen usw. Alles was an Nutzholz angefallen ist wurde auch als Nutzholz verkauft. Es macht keinen Sinn aus Nutzholz Brennholz zu machen. Allerdings sind in der Statistik meiner Waldbauernvereinigung nur das Nutzholz aufgetaucht. Das Brennholz habe ich selbst verfeuert. Soviel zur Statistik. Oder wie es angeblich Winston Churhill so schön sagte ich vertraue nur Statistiken die ich selbst gefälscht habe.


    ciao Peter

  • Wo habe ich denn geschrieben das aus den Harthölzern Pellets werden ? Dort wird alles abgeholzt und dem Markt zugeführt.

    Und verunglimpft habe ich auch niemanden, es steht natürlich jedem frei sein rosarote Brille zu benutzen. anbei ein Link zu einem wie ich finde interesseantem Bericht zwar schon ein paar Jahre alt aber es wird deutlich das der vielfach benannte und vermeintlich für alles veranwortliche Ukrainekrieg als Sündenbock nicht dienlich ist .


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  • "...anbei ein Link zu einem wie ich finde interesseantem Bericht..."

    Und welche Erkenntnis sollen wir deiner maßgeblichen Meinung nach daraus ziehen? Alle Holzheizungen 'raus und mit Luft und Liebe heizen? Der Raubbau an osteuropäischen Urwäldern ist kein Herrschaftswissen.


    Da du ja alles sehr genau weißt, wirst du der Forengemeinde sicher mitteilen können, wo du deinen ökologisch unbedenklichen Brennstoff beziehst. Nur, damit wir Unwissenden uns nicht etwa lachenden Herzens an der Unbewohnbarmachung des Planeten beteiligen...

  • [Moderation]


    Ich habe die Pelletdiskussion aus dem 12 m² Heizraum Thema von pauli34 herausgenommen und in dieses eigenständige Thema verschoben. Ich hoffe der Thementitel trifft den Kern der (Neben-)Diskussion ungefähr. ;)


    Im heutigen Internet ist es so, dass sich jeder seine Meinung bestätigen lassen kann. Ich fürchte, dass wir auch im Forum keinen gemeinsamen Konsens dazu finden werden. :/


    Hier noch zwei Beispiele zum aktuellen Thema Holzpellets:

    Pro:

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    Kontra:

    Holzpellets: sauberes Image, zerstörerische Realität
    Die EU subventioniert die Verbrennung von Holzbiomasse als erneuerbar. Dabei verschwinden schon jetzt ganze Waldstücke in den Häckslern der Pelletindustrie.…
    blogs.nabu.de


    Viele Grüße von Karlheinz :)

    Seit Juni 2011:

    ETA Twin: SH30/P25 "noTouch" (Füllraum 150 Liter)

    Hopf Pelletaustragung: 6x UniWok-Saugsonden (Selbstbaulager für 6 to)

    Paradigma Pufferspeicher: 2x Aqua Expresso (1090 + 958 Liter; seriell verbunden)

    Paradigma FrischWasserStation

    Paradigma VRK-Anlage: 2x CPC21 Star Azzurro Solarpanel (10m²; Aqua-System ohne Glykol)

  • Bei aller berechtigter Pro-und-Contra-Diskussion sollte ein Umstand nicht in Vergessenheit geraten: Der deutschsprachige Raum ist weder hinsichtlich fossiler Energien autark, noch wäre er es, würde Holz in gleichem Maß als Energieträger genutzt, wie man es heute mit Öl und Gas tut. Natürlich wird sich nicht jeder in Zukunft eine Holzheizung einbauen. Der Weg geht insbesondere bei Neu- und jüngeren Bestandsgebäuden zur Wärmepumpe, und das ist auch gut so. Aber im älteren Bestandsbau ist Holz als Wärmeträger gerade im ländlichen Bereich oft immer noch sehr sinnvoll. Die deutsche Heizungslandschaft ist überaltert. Viele Anlagen müssen kurz- bis mittelfristig ersetzt werden, und die Versorgung mit Holz ist bei zu großer Nachfrage einfacher zu diversifizieren, als Öl- und Gaslieferungen. Die jüngsten Preiskatastrophen durch einen planlos begonnenen Krieg am Golf und industrielle Spekulanten in dessen Kielwasser belegen dies deutlich. Dass dabei niemand illegal geschlagene und von mafiösen Strukturen vertriebene Bestände verheizen sollte, versteht sich von selbst.


    Schöne Grüße

  • Gut zusammengefasst.


    Wir können es uns gar nicht leisten nach dem Motto "entweder – oder" zu handeln sondern sind gut beraten mit "sowohl als auch". Das wird uns eher aus den Klauen der fossilen Abhängigkeiten befreien.

  • Eins vornweg, Ich wollte niemanden verunglimpfen oder beschuldigen. Aber die Förderpolitik der BRD behandelt das Thema Pelletbezug leider gar nicht was Förderkriterien betrifft und darunter leiden letztendlich alle Hersteller von Pellets und im Endefekt alle Holzheizer. Der ursprüngliche Gedanke nachhaltig , CO 2 neutral und Versorgungssicherheit durch heimische Lieferketten geht da leider verloren. Wenn sich die Anzahl an Heizungen weiter erhöt wird der Druck auf den Markt leider noch steigen vermutlich mit noch größeren Folgen. Von politischer Ebene könnte man da schon ein Regelwerk erwarten was die Zustände abstellt, nur der Verweis auf Korruption in den Ausgangsländern ist da leider nicht hilfreich. Die Regulierungen betreffen ja überwiegend den " Kleinen Holzheizer "

    Deshalb ist meine Aussage" Augen auf beim Pelletkauf" durchaus ernst gemeint und mit der Hoffnung verbunden seriöse Anbieter von schwarzen Schafen zu trennen.


    Meine erste Scheitholzheizung habe ich übrigens 1998 eingebaut , um die Förderung zu erhalten musste ich im ortsansässigen Forstamt eine Bestätigung über die Verfügbarkeit von Brennholz für 8 Jahre einholen.

  • "...die Förderpolitik der BRD behandelt das Thema Pelletbezug leider gar nicht was Förderkriterien betrifft und darunter leiden letztendlich alle Hersteller von Pellets und im Endefekt alle Holzheizer..."


    Zugegeben wäre es sinnvoll, z. B. ENplus-A1 oder ähnliche Standards für alle Pelletheizungen vorzuschreiben, so wie man bspw. vor Jahrzehnten per gesetzlicher Vorgabe Öl und Gas entschwefelt hat. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass Betreiber von Pelletheizungen in relevanter Zahl Brennstoffe unklarer Herkunft bzw. Güte verwenden. Und von Denjenigen, die es eventuell doch tun, liest man ja immer wieder in einschlägigen Fachforen, wenn die Kessel oder Öfen streiken und alle erstaunt sind, wie schlimm die Asche und der Flammraum aussehen. Zudem fordern wie andernorts erwähnt zumindest Hersteller von Pelletkesseln die Verwendung von ENplus-A1-Ware als Voraussetzung für Garantie und Gewährleistung. Wer irgendwelches Zeug von irgendwoher verfeuert, tut sich also aus mehreren Gründen keinen Gefallen.


    Viele Grüße

  • ................... was man dort sieht sprengt die Vorstellungskraft, Die meisten Harthölzer die dort geschlagen werden eignen sich nicht zum Möbelbau oder Bauholz und werden thermisch in Westeuropa verwertet. Und wer glaubt denn das die erzeugten Pellets deklariert werden aus " 100% Urwald "


    Ja, das mit dem Wald da ist leider so, nicht nur in den beiden genannten Ländern, auch an anderen Orten auf dem Balkan.


    Allerdings geht ganz vieles in die Holzplattenproduktion, egal ob OSB-, Span-, Weichfaser- oder andere Platten. Das kann man auch schön live verfolgen wenn man die entsprechenden Plattenwerke und die dazugehörenden Lieferketten sieht.


    Hier jetzt einen Aufriss wegen Pellets zu machen ist nichts anderes als rein üble Stimmungsmache.

    Holzvergaser in Betrieb seit 2014

    Rennergy 40kw Kessel mit Anzündautomatik etc., baugleich mit Hargassner


    Hier gehts zu meiner Neuvorstellung


    Holzbeschaffung mit, Stihl MS, Fahr D180 und Posch Hydromat 15


    Wärmeerzeugung ca. 40.000 KW/h im Jahr

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