RMH 1986: Umbau gemauerter Kamin auf Kaminofen?

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  • Guten Tag!


    ich benötige euren Experten-Rat bei der Auswahl eines Ofens (?) für ein Reihenmittelhaus (Bj. 1986).


    Aktuelle Situation:

    Bestand: Massiv gemauerter Heizkamin von 1986 + Nachtspeicherofen

    Heizsystem: Das Problem ist, dass das Erdgeschoss (ca. 45 m²) inklusive der unbeheizten Küche und dem Flur nicht warm wird. Der aktuelle Kamin strahlt nur ca. 2 Meter weit Wärme ab, der Rest des Raumes bleibt kalt.


    Ziel: Ein Ofen soll her, der genug Konvektionsleistung hat, um das gesamte EG (30 m² Wohnzimmer + angrenzende Küche/Flur) zu heizen.


    Den örtlichen Schornsteinfeger habe ich bereits angefragt, ob eine Querschnittsanpassung notwendig ist.


    Fragen:

    Welcher Ofentyp bietet die beste Luftumwälzung (Konvektion), um auch etwas die unbeheizten Nebenräume zu erreichen?

    Welche Leistung (kW) ist für ein RMH von 1986 bei dieser Raumgröße sinnvoll?

    Gibt es Empfehlungen für robuste Modelle, die als primäre Zusatzheizung zum Nachtspeicher taugen und sogar diesen Nachtspeicher ablösen?

    Danke für eure Einschätzung!


    1116-rmh-1986-umbau

  • Holzpille

    Approved the thread.
  • Wie kann denn in dem Haus die warme Luft vom Ofenstandort in den Flur und die Küche vordringen?


    Normale Türöffnungen behindern die Zirkulation derart, dass Erfolg ziemlich aussichtslos ist. Wenn dem so ist, dann müsste man auch über den Türen, knapp unter der Decke, große Wanddurchbrüche machen, wo hindurch die warme Luft ziehen kann; durch die offene Tür kann die kalte Luft in Richtung Ofen zurückströmen. Theoretisch kann man diesen Luftaustausch sogar mit Ventilatoren fördern.



    Konvektion entsteht an heißen Oberflächen. Je heißer und je größer, desto ausgeprägter. Große Luftbewegung bringt Staubaufwirbelung mit sich, hohe Temperaturen führen zur Verkokung von Staub mit den bekannten dunklen Spuren an den Wänden. Die Luftströmung hat einen "starken Drang nach oben" und lässt sich dadurch einigermaßen "lenken"


    Die Heizleistung von Konvektionsöfen kann bei ein und demselben Ofen bei ausreichendem Schornsteinzug durch nachgeschaltete Heizkästen noch erweitert werden, das steigert auch den Gesamtwirkungsgrad des Ofens, weniger Hitze entweicht direkt in den Fang. Diese brauchen jedoch auch etwas Raum. Auch ein langes Ofenanschlussrohr trägt spürbar zur Wärmeabgabe bei.


    Allen diesen Öfen ist gemein, dass sie relativ hohe Heizleistungen bieten, allerdings durch die hohe Wärmeabgabe auch relativ schnell auskühlen wenn man das Feuer herunterbrennen lässt — meist ist in zwei, drei Stunden nach dem Erlöschen des Feuers "die Luft draußen". Durch permanentes Nachlegen (Dauerbrand) kann das Feuer stundenlang aufrechterhalten werden, was je nach Brennstoff, Ofenkonstruktion und Geschick mal mehr oder weniger Qualm und Gerüche produziert.


    Übliche Kaminöfen haben eine Heizleistung von 6 bis 8 kW, was bedeutet, dass man rund 2 kg Holz pro Stunde nachlegen muss.



    Ein Speicherofen (Grundofen Kachelofen, Specksteinofen) verfolgt einen anderen Ansatz, nämlich die Wärme eines heftig abbrennendes Feuers in die Speichermasse aufzunehmen und verlangsamt wieder abzugeben. Dies bedingt eine im Moment geringere Heizleistung, eine sehr deutlich verzögerte erste Wärmewirkung und ein relativ großes Ofengewicht. Im Gegenzug genießt man eine ziemlich gleichmäßige Wärmeabgabe über den ganzen Tag.


    Die Oberflächentemperatur des Speicherofens bleibt eher gering, dadurch gibt es auch weniger Konvektion, weniger Schmauchspuren und Brandgeruch im Haus. Die Strahlungswärme erreicht jedoch nur unverstellte, direkt sichtbare Bereiche. Daher sollter so ein Ofen immer möglichst zentral im Wohnbereich aufgestellt sein.


    Durch den Zeitbrand ohne Nachlegen (es wird ein- bis zweimal täglich die halbe bis ganze Holzauflagemenge auf einmal eingeschlichtet) ergeben sich bei gutem Brennstoff und richtiger Anzündetechnik gute Abgaswerte mit geringem Belästigungspotenzial und wenig Ascheanfall, auch der Wirkungsgrad ist recht günstig.



    Mit der gleichen Menge Brennstoff bringt man mit beiden Ofentypen grob die gleiche Menge Wärme ins Haus. Abgegrenzte Nebenräume werden immer problematisch bleiben.


    Wäre ein wasserführender Ofen (mit dem nötigen Pufferspeicher) und die Nachrüstung von Heizkörpern in den Nebenräumen eine Option? Das hätte einen ähnlichen Effekt wie ein Speicherofen und die Nebenräume würden mehr profitieren.

  • Das hatte ich vergessen zu erwähnen, ja wir haben ein Durchbruch (Verschließbar) vom Wohnzimmer in den Flur und zur Küche.


    Küche und Flur sind nicht zwingend notwendig, nur von Vorteil wenn es auch gehen würde.


    Ich finde beide Ofentypen haben ihre Vorteile und Nachteile. Was würdet ihr mir empfehlen... Meistens wird der Ofen Abends ab 17 Uhr angemacht und bis um 23 uhr betrieben in den Wintermonaten...


    Ein wasserführender Ofen wäre keine Option.. Als Maurer kann ich den alten Kamin abbauen und entsorgen.. Und somit auch Kosten sparen..

  • Was ist das Ziel?

    Wie werden die Nebenräume beheizt?

    Wie hoch sind die Ansprüche an zeitgemäßes Wohnen?


    Bisserl zündeln und ein wenig lokale Wärme? Das macht der jetzige Ofen doch auch. Wird mit einem anderen Ofen kaum anders.


    Den Nachtspeicherofen entlasten um Stromkosten zu sparen?

    Musst du das Holz kaufen? Dann muss besser eine ordentliche Heizung rein.

    Kommst du an günstiges Holz? Dann eher einen Ofen mit Speichermasse und den kontinuierlich betreiben.


    Dieses On-Off-Heizen von 17 bis 23 Uhr kannst du mit jedem Ofen machen und es wird nicht viel anders sein, als mit dem bisherigen. Je nachdem wie massiv der gebaut ist kann es sogar noch schlechter werden, in der Nähe rasch zu heiß, in der Entfernung kommt wenig davon an.


    Wieviel Holz verheizt du im Bestandsofen pro Stunde? Und welche Abgastemperatur hat der am Schornsteineintritt, sprich: Wie sieht es mit Wirkungsgrad und Feuerungsleistung aus?



    Wir haben einen gut 20 Jahre alten stählernen Kaminofeneinsatz von Spartherm (Modell Speedy), der hat 8 kW Nennleistung. Da werfen wir pro dreiviertel Stunde rund 2 Scheite zu 1,5 kg rein, also gut 2 kg pro Stunde. Macht 8 kW. Der Ofeneinsatz ist mit einer leichten Ummauerung aus Schamotte-Schnellbauplatten verkleidet, hat unten und oben Luftgitter für Konvektionswärme. Gefühlt geht die halbe Wärme beim Rauchfang raus.


    Der Ofen ist nach einer knappen Stunde auf Leistung und heizt dann bei Wintertemperaturen um Null Grad problemlos das Wohnzimmer mit 45 m2 (viele Außenwände und Fenster), ein Teil der Wärme zieht durchs angrenzende offene Stiegenhaus auch in den Gang im Obergeschoß, wo sich die Wärme ein wenig verläuft. Es ist eher schwierig, das Feuer bei Laune zu halten und dabei nicht zu groß werden zu lassen.


    Das 150 m2 große Haus ist von 1998 mit 6 cm Styropor, zweifachverglaste einfache Kunststofffenster — also alles passabel bis mittelprächtig, aus der damaligen Zeit betrachtet.



    Dein Haus ist älter, der Sanierungszustand unbekannt. Wenn nicht viel gemacht wurde wird es mehr Wärme brauchen, als Reihenmittelhaus aber wieder weniger.


    Freunde haben in ihrem Reihenmittelhaus aus einem ähnlich gebauten Haus aus 1998 einen recht modernen einfachen Kaminofen, da fallen immer die Fliegen von den Wänden, wenn der zu heizen beginnt.



    Das Problem scheint mir vielleicht mehr in der Wärmeverteilung zu liegen, als am Ofen. Schon mal (evtl. provisorisch) einen Ventilator in den Wanddurchbruch montiert?

  • Austro-Diesel

    Danke für deine Antwort aber das wage ich zu bezweifeln. Ich war letztens in einem Verein, der Kollege kam mit uns rein und hat einen über 30qm großen Raum in 10 min warm gemacht, da konntest du mit dem T-Shirt drin sitzen.. Draußen bei Minusegrade.. Und über 10m Entferng wohl gesagt...


    Es gibt Ofen die haben ein Wirkungsgrad von 80% und der hier gehört sicher nicht dazu, dass hat mir der Schornsteinfeger schon gesagt.. Zitat "Der ist nur für die Optik". Denn aktuell ist selbst Kaminmaxleistung und Nachtspeicher nicht ausreichend um 19 Grad zu halten... angenehme 24° wären schön!


    Das Ziel ist die Nachtspeicher rauszunehmen und nur mit Holz zu heizen...

    Weil es kann doch nicht sein, das man nur wenn man 1 m vor dem Ofen steht oder sich an die Kante setzt wirklich warm wird.. Sitzt man 2,5 auf dem Sofa muss man sich wieder zudecken..


    Die Nebenräume haben keine Heizung aktuell..


    Frage: Das Problem scheint mir vielleicht mehr in der Wärmeverteilung zu liegen, als am Ofen. Schon mal (evtl. provisorisch) einen Ventilator in den Wanddurchbruch montiert?

    Antwort: Nein der Wanddurchbruch ist auf der gegenüberliegenden Seite.. und aktuell zu mit einem Vorhang damit die Wärme nicht komplett verloren geht..


    Ich sollte vllt noch erwähnen: Wenn die Klappe des Kamins unten ist, dann spürt man gar nichts von der Wärme selbst wenn es 3-4h brennt wird des Gemauer nicht warm...

  • Hallo


    Man sieht auf dem Bild nicht ob der Kamin komplett gemauert ist oder einen ummauerten Kamineinsatz aus Guß oder Stahl hat. Sind Bei Dir keine Lüftungsgitter oben in der Ummauerung verbaut? Hast Du gemauerte Züge? Wieviel Holz verfeuerst Du?


    Ich habe einen Ofen zentral in der Wohnung stehen. Da ist auch nix mit Strahlungswärme dort wo ich sitze. Aber Du Türtemperaturregelung bringe ich die Wohnung schön warm.

    Erst ist nur die Tür vom Flur (Aufstellraum) zu dem Raum offen den ich warm haben will. Dann öffne ich die nach und nach die anderen Türen.

    Aber es dauert bis der Ofen richtig warm ist, genauer gesagt die beiden Speicherplatten links und rechts. Der Ofen hat 245 kg. Über das Ofenfenster und den Stahl gibt er schneller Wärme ab. Ich Denke bei Dir heizt nur die Scheibe und bis der Rest der Ummauerung warm wird hörst Du schon wieder mit dem Heizen auf.


    Bei Dir ist der Kamin an einer Aussenwand. Links eine Türe rechts ein Fenster. Ist das die Giebelwand? Beachten wenn Du einen neuen Ofen reinstellst mußt Du die aktuellen Ableitbedingungen einhalten. Kamin firstnah und Kaminende muß den First um 40 cm überragen.


    Wenn Du so begeistert bist vom Ofen im Verein, nimm halt den.


    ciao Peter

  • Dr Kamin ist komplett gemauert.. Also mehr als 4-5h haben wir den nie an und da spürt man keine großen Temperaturanstiege...

    Kann das nicht genau sagen aber ich würde sagen in der Stunde 3 Holzscheite..

    Oben sind ein paar Schlitze jaaber nicht viele...


    Würde ich gerne aber ich war da nur zu Besuch und ich weiß auch nicht ob der andere Nachteile hatte daher wollte ich hier mir den Rat von Experten einholen...

  • Wenn das ein massiver Speicherofen ist, dann musst du darin mehr Holz verfeuern. Es dauert Stunden, bis bei einem Speicherofen die Wärme außen ankommt. Aber dann sollte sie auch noch länger anhalten!


    Nach meinem Bauchgefühl müsstest du ca. 10 bis 15 kg Holz täglich verheizen müssen, damit der Ofen die notwendige Heizwirkung bringt. — Wieviel verfeuerst du tatsächlich?

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