Holzheizung für alten Bauernhof mit 520m², mäßig gedämmt

There are 14 replies in this Thread which was already clicked 943 times. The last Post () by Verrauchtnochmal.

  • Hallo an Alle,


    wir habe einen alten Bauernhof in der Nähe von Klodzko in Polen mit 520m² gekauft der mäßig gedämmt ist. Das Dach hat eine Dämmung mit ca. 10cm Glaswolle, die Ziegeln sind auf durchgängigen massiven Holzplanken montiert. Die Wände haben größtenteils eine Innendämmung, evenfalls aus Glasswolle. Wir rechnen mit einer Heizlast von 100.000 KW pro Jahr (mit einiger Ungewissheit).


    Am liebsten hätte ich eine Hackschnitzelheizng, es gibt jedoch im Umkreis von 100km keinen Lieferanten und die Eigenproduktion ist zu aufwändig und schwierig.
    Da wir auch mal in Urlaub fahren möchten oder vielleicht krank werden, erwägen wir einen Kombikessel für Holz und Pellets.
    Holz ist gut verfügbar (Buche ungespalten für unter 100€ / m³) und wir kennen einige Förster. Da die Arbeit mit Holz aber kein Hobby von mir ist ich würde es entweder gespalten kaufen oder spalten lassen. Um möglichst wenig Arbeit zu haben möchte ich das Holz auf Paletten lagern und mit einem Gabelstapler, Traktor, Vorderlader oder Geländehubwagen (für Empfehlungen und Ideen wäre ich dankbar) in den Heizungsraum bringen.


    Am besten gefällt mir der Atmos DC40GSP mit 40 kW mit automatischer Umstellung, der aber etwas unterdimensioniert ist.

    Folgende Heizungen haben wir auch in Erwägung gezogen:

    ETA SH TWIN: sehr teuer (ca. 17000€ netto), es soll ihn bis 60kW geben, gefunden habe ich nur bis zu 50

    ATTACK DPX COMBI PELLET 50 keine automatische Umstellung

    Fröling S5 Dual 48 kW: 40 kW im Pelletbetrieb, 48 kW Scheitholzbetrieb


    Am liebsten würden wir nur einmal pro Tag nachlegen müssen, daher lieber eine größer dimensionierte Heizung.
    Als Kombiheizung scheint es etwas über 50 kW aber nicht zu geben und die größere Pufferspeicher muss dann wohl auch größter sein.


    Der Heizraum hat nur 13m² und eine Höhe von 3-4m (Gewölbedecke) und ist für Heizung mit Puffern schon recht klein.
    Es gäbe die Möglichkeit einen Nachbarraum (teilweise) zu opfern wenn es nicht anders geht.


    Eine andere Idee wäre eine Heizung mit Beladung von oben anzuschaffen und sie mit einem Vorderlader zu beladen.
    Z.B. HHS 40 – 60, Lopper drummer, No­va­tron­ic XV, Vitoligno 250-S. Dazu wäre dann bestimmt der Bau von einem eigenen Heizuraum
    notwendig, da der aktuelle Heizungsraum nicht dazu taugt befahren zu werden.


    Als dritte Lösung haben wir ein separate Stückholz- und Pelletheizung in Erwägung gezogen. Das erhöht natürlich den Platzbedarf und die Investition.
    An eine Solarheizung für Wasser im Sommer oder eine Brauchwasserwärmepumpe haben wir auch mal gedacht.


    Ein Heizungsbauer hat uns eine Gasheizung oder Wärmepumpe empfohlen, es gibt aber keinen Gasanschluss und die laufenden Kosten für beides machen schon Angst.

    Es ist der klassische Konflikt zwischen Komfort und Kosten.


    Erfahrung haben wir natürlich keine auch wenn wir schon viel mit Heizungsbauern, Energieberatern und Freunden gesprochen haben.
    Das Thema ist recht überwältigend. Daher wären wir für jede Empfehlung oder schlaue Idee dankbar.

  • Hallo und willkommen im Forum.


    Ich mach's mal kurz: Mein Neid hält sich in Grenzen!


    Bei 520m² bist du einfach mal bei mindestens 52kw, eher deutlich drüber, da die Dämmung mäßig ist.


    Hackschnitzel wären schon der richtige Gedanke, sind aber halt nicht verfügbar. Wenn nur Scheitholz bleibt, dann musst du. Im hochpreisigen Bereich suchen, denn du brauchst nen großen Füllraum.


    ETA SH 40-60 rund 223 Liter

    Windhager LWP 50 rund 227 Liter

    Noch größer war glaub der Solarfocus Therminator II,oder eben der Lopper Drummer Meterscheitkessel, bzw Hargassner.


    Der Kessel ist aber Plan B.

    Du solltest zuerst zusehen, dass Du deine Heizlast runter bekommst. Dachdämmung, bzw oberste Geschossdecke, Türen und Fenster....

    Egal welche Heizung du verwendest, kwh bleibt kwh.


    Beachte bitte: Du brauchst für den Komfort auch die entsprechende Mehrleistung für den Pufferspeicher. Mit 50kw wirst du das kaum erreichen.

    Mit grandioser Dämmung kommst du sicher auf 30kw runter, bleibt alles so wie es ist, wird es ein energetischer Albtraum.

  • Hallo MarcJ,


    willkommen im Holzheizer-Holzvergaser-Forum! :thumbup:


    Ehrlich gesagt, bin ich auch überwältigt, angesichts der von dir genannten Dimensionen "520 m² mässig gedämmte Wohnfläche" und "100.000 kWh Jahresenergiebedarf" (*). Dieses Objekt mit Scheitholz und/oder Pellets beheizen zu wollen scheint mir "Harakiri" zu sein.


    Um 100.000 kWh Wärmeenergie mit Holz zu erzeugen, braucht man bei einer angenommenen Energieausbeute von 4 kWh/kg Holz etwa 25 Tonnen Holz oder bei 5 kWh/kg etwa 20 Tonnen Pellets. In Raummetern wären das bei Hartholz etwa 1,4x25 = 35 Rm und bei Weichholz etwa 2,0x25 = 50 Rm. :wacko:


    Bei dieser Größenordnung bleibt eigentlich nur Hackschnitzel oder eben Kohle realistisch. Natürlich sollte man auch in Polen umweltbewusst heizen, aber gerade dort ist es m.W. nicht unüblich mit Kohle zu heizen. Früher gab es hier im Forum auch immer mal wieder interessante Beiträge, insbesondere zum Thema heizen mit Steinkohle. Der damalige Protagonist @robertozittau hat sich leider inzwischen aus dem Forum zurückgezogen. Dennoch hier der Link zum entsprechenden Thema:


    Viele Grüße von Karlheinz :)


    (*)Nachtrag:

    Ich bin beim verwendeten Begriff "Heizlast" (also Leistung in [kW]), aufgrund der genannten Zahl 100.000 automatisch vom "Jahresenergiebedarf" in [kWh] ausgegangen. Eine Rückrechnung in die Heizlast ergäbe dann ca. 55 kW. Den Begriff Heizlast habe ich entsprechend ersetzt.

    Seit Juni 2011:

    ETA Twin: SH30/P25 "noTouch" (Füllraum 150 Liter)

    Hopf Pelletaustragung: 6x UniWok-Saugsonden (Selbstbaulager für 6 to)

    Paradigma Pufferspeicher: 2x Aqua Expresso (1090 + 958 Liter; seriell verbunden)

    Paradigma FrischWasserStation

    Paradigma VRK-Anlage: 2x CPC21 Star Azzurro Solarpanel (10m²; Aqua-System ohne Glykol)

    Edited once, last by Etaminator: Nachtrag zur Heizlast ().

  • Bei den polnischen lächerlichen Strompreisen würde ich sofort auf die preislich inflationären Klimaanlagen/Wärmepumpen setzen....

    Dann zur Absicherung des Strompreises nach und nach Photovoltaik auf Dach oder in Garten (dort im Garten liegen die HARTEN)

    Habe gerade Balkonkraftwerke mit 1000 w alles kompletti für 249 Eier gekauft. Die amortisieren sich nach etwas über einem Jahr



    100 für Buche in PL ? ?? Lerne ganz dringend popolski sprechen und Wodka trinken !


    In PL haben die doch alle noch die guten Ferarrizähler, die lassen sich doch ihren Zählerstand auf Wunsch "einhauchen", geht aber nur mit ner kräftigen Wodkafahne ...

    Edited once, last by Etaminator: Ein Beitrag von Peter GS 40 mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • Ich werfe mal den Hargassner MHV ins rennen, 300l Füllraum und Meterscheite.


    Der Atmos wird eher gut aussehen als gut funktionieren. Hier im Forum ist darüber genug zu lesen.

  • So oder so: Dämmung, Dämmung, Dämmung!!!


    Ich liebe Steico Holzfaserdämmung, für mich gibt es nichts besseres.


    Auch in Polen werden Fenster und Türen produziert, die für deutsche Anforderungen an Niedrigenergie- bzw Passivhäusern gerichtet sind.


    In der richtigen Kombination kommst du sich auf 50w / m² und dann wird alles beherrschbar.

  • ....und falls du keine besondere Steuerung am Kessel brauchst, dann schu dir von TS Harm den Solo LC oder so an... 50kw und rund 250 Liter Füllraum.


    Steuerung machst dann extern über technische Alternative

  • Erstmal viel Glück mit euerem Hof. Ich besitze so ziemlich die gleiche Größenordnung und habe wie so viele alte Höfe auch die fast immergleiche Problematik mit der Frage wie macht man es richtig. Gut dämmen und weniger Verbrauch oder billiges und dafür viel Holz.


    Zuerst würde ich mir an Euerer Stelle gedanken darüber machen aus welcher Art von Stein euer Hof besteht. Ist es zum Beispiel einfach gebrannter Ziegel mit Erdfundament (so wie bei mir) wirken die Steine bei Feuchtigkeit wie ein Schwamm. Im Herbst wäre somit die Luftfeuchtigkeit für eine Innen wie Aussendämmung mehr als problematisch, da Schimmelbildung leicht möglich ist.

    Klar wäre eine Mauertrockenlegung dann nicht die dümmste Idee und eine Dämmung nach Wunsch. Über die Kosten, selbst wenn Ihr das in Eigenleistung vollbringt sicher mehr als erheblich.


    Daher ist der Gedanke nach 50KW meiner persönlichen Meinung nach keineswegs unplausibel. Weil durch die hohe Wärmeleistung und ggf. billiges Heizgut, die Renovierung schrittweise über die Jahre nach belieben möglich ist.


    Aber ich gehe einfach mal davon aus, dass Geld eine Rolle spielt. Ich hab hier mein Mehrschichtverbundrohr im Erdgeschoss wandseitig nicht gedämmt, es strahlt also permanent Wärme ich die Grundmauer ab. Das ist insofern gut, da das Mauerwerk trocken bleibt und dadurch die Wärmeverluste erheblich niedriger geworden sind.

    Um diese Heizlast über nahezu neun Monate kostenneutral zu halten, sind hier 40qm Röhrenkollektoren verbaut. Das bewährt sich hier seit über 15 Jahren. Natürlich geht das auch über Photovoltaik, das ist aber ein eigenes Thema.


    Ich würde Dir persönlich zur Fröling oder ETA raten. Attack habe ich und im Forum kannst du gerne meine Versagensberichte des Holzvergasers nachlesen. Absolut keine Empfehlung von mir. Als Notheizung habe ich hier Gas in den 15 Jahren ist sie vielleicht 10 Tage gelaufen, aber ohne Erdgasanschluss bei Dir indiskutabel. Daher ist der Kombikessel von oben genannten Herstellern meiner persönlichen Meinung nach ein wirklich empfehlenswerter Gedanke für Eueren Hof.

  • Ich kann dir sagen Finger weg von Atmos.

    Ein Bekannter hatte erst einen 40kW, dann einen 50 kW.

    Ich sagte ihm deine Holz vernichtet taugen nix.

    Inzwischen ist er bei einer ETA 40 kW HV /Pellets Kombi.

    Hat seinen alten Gastankspeicher stillgelegt, nur noch den 6000 ltr.Pufferspeicher.

    Hat inzwischen zugegeben der ETA läuft viel besser, Braucht viel weniger Holz.

    Wir zahlen für den FM Buche 63 Euro, Eiche ist noch billiger.

    Unser Bauernhaus BJ 1911, 350 qm, 23 Heizkörper, 1960 , 70 und 2006 kamen Zweifachverglasung rein.

    Unser Fröling 34 S4, schafft es locker, nur unsere 4000 ltr. Puffer sind eigentlich zu klein.

  • Vielen Dank für Eurere Beiträge. Ich versuche das mal zusammenzufassen:

    1. Dämmung verbessern, wo immer möglich. „Zuerst dämmen, dann den Kessel auswählen.“ Zunächst versuchen, den Heizwärmebedarf zu senken. Dach- bzw. oberste Geschossdeckendämmung, Türen und Fenster bieten hier das größte Potenzial. Mit einer sehr guten Dämmung kann die benötigte Heizleistung vermutlich auf etwa 30 kW reduziert werden. Allerdings sollte die Bausubstanz genauer betrachtet werden. Falls das Gebäude aus einfachem Ziegelmauerwerk mit einem Fundament ohne Feuchtigkeitssperre besteht, können die Steine Feuchtigkeit wie ein Schwamm aufnehmen. Gerade im Herbst kann dies bei einer Innen- oder Außendämmung problematisch werden, da Schimmelbildung begünstigt wird. In diesem Fall könnte zunächst eine Mauertrocknung erforderlich sein, was jedoch mit erheblichen Kosten verbunden ist.
    2. Falls die Entscheidung bei Biomasse bleibt, sollte ein hochwertiger Heizkessel mit großem Füllraum gewählt werden. Empfohlene Heizkessel:
      1. Hargassner MHV – 300 Liter Füllraum, geeignet für 1-Meter-Scheitholz.
      2. ETA SH 40–60 – ca. 223 Liter Füllraum.
      3. Windhager LWP 50 – ca. 227 Liter Füllraum.
      4. Solarfocus Therminator II.
      5. Lopper Drummer Meterholz-Kessel.
      6. Solo LC (ohne besondere Regelungstechnik).
      7. TS Harm – 50 kW und etwa 250 Liter Füllraum.
    3. Die Anlage sollte nicht zu klein dimensioniert werden. Empfohlen werden mindestens 50 kW Heizleistung sowie ein Pufferspeicher von 4.000 bis 6.000 Litern.
    4. Der Aufwand für die Brennholzversorgung eines Gebäudes mit einem Jahresenergiebedarf von etwa 100.000 kWh sollte nicht unterschätzt werden. Dafür werden ungefähr 25 Tonnen Holz pro Jahr benötigt. Bei Hartholz entspricht dies etwa 35 m³ (Faustformel: 25 t × 1,4 = 35 m³).
    5. Bei Atmos-Kesseln ist Vorsicht geboten
    6. Kohle könnte ebenfalls eine Option sein.
      Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Strompreise in Polen könnte außerdem eine Wärmepumpe interessant sein – idealerweise mit der späteren Ergänzung durch eine Photovoltaikanlage

    zu 1.: Wir ziehen in 1-2 Monaten ein. Natürlich würde ich in einer idealen Welt zuerst eine perfekte Dämmung machen und dann die Heizung wählen und einbauen. Das ist aber leider weder von der Zeit (Planung+Umsetzung) noch vom Geld her möglich sondern kann eigentlich nur sukzessive erfolgen. Das Haus besteht in etwa zu einer Hälfte aus Ziegeln und zur anderen aus Bruchstein. Es gibt eine ca. 30 Jahre alte Isolierung des Fundaments mit Drainage, die scheint aber Mangelhaft zu sein und die Mauern sind leicht feucht, der ca. 20m² große Keller hat 94% relative Luftfeuchtigkeit, absolut 9.66 g/m³.
    zu 2.: Ich bevorzuge einen hochwertigen Heizkessel, leider arbeiten fast alle lokalen Heizungsbauer nur mit Atmos, ich suche noch nach einem geeigneten Dienstleister.
    zu 3 und 1.: Sollte ich eine 50-60kW Heizung wählen und nach ein paar Jahren das Haus perfekt gedämmt sein, kann ich dann die dann überdimensionierte Heizung einfach weiter betreiben wenn die Puffer groß genug sind? In meiner Vorstellung würde ich dann halt z.B. nur noch alle zwei Tage die Holzheizung anfeuern. Preislich liegen die 30 und 50kW Heizungen ja eigentlich gar nicht so weit auseinander. Natürlich kostet ein großer Puffer entsprechend mehr.
    zu 4.: Der Aufwand bereitet mir auch Sorgen. Platz ist zumindest genügend da (halber Hektar). Mein Plan ist, das Holz auf Paletten zu lagern und palettenweise in den Heizungsraum zu bringen. Dafür brauche ich aber noch geeignete Maschinen. Der Hof ist uneben mit Bruchstein gepflastert, ein gewöhnlicher Handhubwagen reicht also nicht aus. Außerdem würde ich das Holz eher am nicht so befestigtem Rand des Grundstücks lagern. Außerdem wäre es natürlich super wenn ich die Paletten auch stapeln könnte.
    zu 5.: Die Warnungen vor Atmos sind zahlreich, es scheint hier im Forum aber auch viele zufriedene Kunden zu geben.

    zu 6.: Kohle habe ich auch in Erwägung gezogen. Ich schließe es nicht völlig aus. Die Versorgung mit Holz ist aber im Krisenfall besser und der Umgang mit Kohle ist mir zu dreckig, bei der Reinigung aber auch bei den Abgasen. Vorteil ist die höhere Energiedichte.


    Aktuell erwäge ich eine ergänzende Wärmepumpe statt Pellets. Dabei bin ich bei der DAIKIN Altherma 4 H W oder 3 H HT F gelandet. Es handelt sich um Hochtemperatur Wärmepumpen mit Innen- und Außengerät die auch für niedrige Temperaturen geeignet sind. Die Idee ist, dass Sie genügen würde um bei Krankheit, Faulheit oder Urlaub den eigentlichen Wohnbereich von ca. 100m² zu beheizen und den Rest (wir wollen ein Gästehaus betreiben) zumindest frostfrei zu halten. Eine passende, leistungsstärkere Wärmepumpe habe ich bisher nicht gefunden.
    Ich möchte mich nicht alleine auf eine Wärmepumpe verlassen. Aus Kostengründen aber auch weil der Strom bei uns öfters mal ausfällt. Gewöhnlich alle paar Wochen nur für Minuten, selten für ein paar Stunden, letztes Jahr aber auch einmal für drei Tage.
    Soweit ich mich informiert habe sollte der gemeinsame Betrieb von Wärmepumpe und Holzgas möglich sein. Die Wärmepumpe würde dabei nur einen der bspw. 2-4 1500 Liter Puffer aufheizen. Der Holzgasofen erfordert mangels kommunalen Wasseranschlusses, wir haben einen Brunnen, wohl einen offen Heizungskreislauf, was man in Einklang mit der Wärmepumpe bringen muss (!?). Hat jemand Erfahrung mit dieser Kombination?

  • … Falls das Gebäude aus einfachem Ziegelmauerwerk mit einem Fundament ohne Feuchtigkeitssperre besteht, können die Steine Feuchtigkeit wie ein Schwamm aufnehmen.
    … Dafür werden ungefähr 25 Tonnen Holz pro Jahr benötigt.


    Der Aufwand bereitet mir auch Sorgen. … Mein Plan ist, das Holz auf Paletten zu lagern und palettenweise in den Heizungsraum zu bringen. Dafür brauche ich aber noch geeignete Maschinen. …


    Aktuell erwäge ich eine ergänzende Wärmepumpe statt Pellets.


    Ich möchte mich nicht alleine auf eine Wärmepumpe verlassen. … auch weil der Strom bei uns öfters mal ausfällt. … letztes Jahr aber auch einmal für drei Tage.

    Ehrlich, ich hätte nicht Sorge sondern Angst. :P


    25 Tonnen Holz im Jahr muss man mal bewegen. Das sind um die 35 bis 40 RM, die man mehrfach in der Hand hat. Um das körperverschleiß- wie unfallfrei Jahrzehnte hindurch durchzustehen muss man schon richtig wissen, wie man das angeht.


    Eine alternative Wärmequelle, im Idealfall auch so potent, dass sie die Hauptrolle übernehmen kann, erscheint mir essentiell.



    Die wesentlichen Unterschiede zwischen Wärmepumpe und Feststoffheizung liegen im Temperaturniveau und den Strömungsverhältnissen. Das macht eine Verknüpfung der grundverschiedenen Betriebsweisen nicht unmöglich, aber auch nicht einfacher.


    Für eine Wärmepumpe sind niedrige Temperaturen von maximal 45°, besser unter 40° C Vorlauf und hohe Volumensströme erforderlich. Das, um eine geringe Spreizung (auf Kosten hoher Rücklauftemperatur) zu erzielen. Dadurch wirkt einerseits die ganze Heizkörperfläche gleich stark, andererseits tut sich die Wärmepumpe leichter, ihre Leistung an das Heizungswasser abzugeben.


    Das heißt: relativ große Heizflächen (vorzugsweise Fußboden- und Wandheizung) und große Rohrquerschnitte um Strömungsgeräuschen vorzubeugen. Möglichst durchgehender Betrieb, damit die durchschnittliche Vorlauftemperatur so niedrig wie möglich bleibt. Nachteilig sind auch zeitweise Raumtemperaturabsenkung, da die Auskühlung und schwer wieder aufzuholen ist oder hohen Energiebedarf erfordert.


    Der Nachteil der niedrigen Heizungstemperaturen ist die reduzierte Wärmeabgabe und der fehlende Strahlungsanteil, was den Gemütlichkeitseffekt bei niedriger Raumtemperatur etwas reduziert.



    Eine überdimensierte Feststoffheizung kann man auch nach einer Gebäudedämmung weiterverwenden. Bei entsprechend großen Puffern bzw. nur tlw. befülltem Holzvergaser sollte es keine Probleme geben.



    In Hinblick auf die Stromausfälle wäre eine PV-Anlage mit Pufferbatterie und nahtlosem Notstrom-Übergang interessant. Da gibt es ja einige Anbieter, die das können. — Denn ein Stromausfall beim mit voller Leistung abbrennenden Holzvergaser ist sicher nicht so ohne Weiteres zu beherrschen.


    Eine Pelletheizung hat so einen geringen Strombedarf, dass auch diese mit Notstrom stundenlang betrieben werden könnte.



    Was mir sehr zu denken gibt ist die Aussage, dass die Wände nicht ganz trocken sind und es eine Innendämmung gibt. Da werden große Schimmelnester zum Vorschein kommen! Ich bin mir da nahezu sicher.


    Auf jeden Fall muss das Bauwerk professionell trockengelegt werden. Wenn du das länger aufschiebst wirst du es wahrscheinlich bereuen. Innenisolierung ist auch schon bei trockenem Mauerwerk heikel.

  • Hallo


    mangelnder/nicht vorhandener Wasseranschluß hat nichts mit offenem oder geschlossenem Kreislauf zu tun......


    Anders sieht es aus bei Stromausfall. Wenn dann der HV gerade läuft, muss die abgegebene Wärme über die thermische Ablaufsicherung abgegeben werden können. Und genau dafür brauchst Du Wasser mit Vordruck. ggf. reicht es aus einen IBC voll Wasser an der höchsten Stelle des Hauses zu platzieren und eine großzügig dimensionierte Leitung zur TAS zu führen. Aber ich rate Dir in dem Fall ein ausreichendes Backupsystem (Stromspeicher, Stromaggregat, usw. ) das für diese Notsituation ausgelegt ist und auch nur diese kritischen Teile versorgt.


    Feuchte Wände. In Regensburg steht der alte Salzstadel. Der hat eine Heizschleife im Sockelbereich in der Wand unsichtbar verlegt. Die Wärme der Heizschleife bewirkt zum einen das austrocknen der Wände und abtrocknen der aufsteigenden Feuchtigkeit. Zum anderen gibt die Wand dann auch Wärme in den Raum ab. Das System ist von Großeschmidt.


    Neue Fenster: Gute 2-fach verglaste Fenster würde ich bevorzugen. Der Return of Invest bei 3-fach verglasten Fenstern (im Vergleich zu 2-fach) liegt in extrem weiter Zukunft. Mit dem Geld das man zwischen 2-fach und 3-fach verglasten Fenstern spart kann man sinnvollere Investitionen tätigen.


    Wärmepumpen "leben" von niedrigen Vorlauftemperaturen. Und niedrige Vorlauftemperaturen kann man am besten mit große Heizflächen wie FBH oder Wandheizung erreichen. Sicher ist der Strahlungsanteil einer FBH pro m² geringer als eines "glühenden Heizkörpers", aber das macht die FBH wieder durch die Ausdehnung wett. Und die Behaglichkeitstemperatur bestimmt sich zur Hälte aus der Lufttemperatur und zur andern Hälfte aus der mittleren Oberflächentemperatur der raumumschliessenden Flächen. D.h. je wärme die Oberflächen sind, desto geringe kann die Lufttemperatur sein. Durch eine FBH wird die Oberflächentemperatur signifikant erhöht. Dadurch sinkt die nötige Raumtemperatur und diese ist ausschlaggebend für den Lüftungswärmebedarf. Der sinkt bei FBH.


    Deine Faustformel für die Umrechnung von Tonnen in Ster stimmt so nicht. Hartholz (Buche/Eiche) hat ca. 0,48 bis 0,55 Tonnen pro Ster. Du mußt Deine 25 Tonnen durch den Wert teilst und dann kommst Du bei 0,55 t/Ster auf ca. 45,5 Ster Holz. Bei der Menge würde ich über eine Hackschnitzelheizung nachdenken. Und das wäre auch das System, das bei Krankheit, Faulheit oder Urlaub weiter funktioniert. Immer mit passendem Strombackup. Du wirst nicht jünger.


    Auch der Zeitaufwand für 45 Ster Holz machen, schlichten, verfeuern, alles ggf. mit Zwischenschritten braucht Unmenge an Zeit und Kraft. Ich hatte dafür (ca. 30 Ster/Jahr) zerlegbare Stahlgestelle geschweißt und verzinkt, die man ineinander Stapeln konnte. Je Gestell 2 Ster Holz. Damit war es einfach den Verbrauch nachzuvollziehen. Neues volles Gestell ein Strich in der Liste der abgenommenen Wärmemengen. Mein Lopper Drummer 50 hatte einen WMZ. Aber ich hatte einen sauber gepflasterten Hof. Gestelle aber so gebaut, dass man von allen Seiten mit 1200'er Stapler [bzw. Hubwagen, das Gestell nehmen konnte]. Eine Hackschnitzelheizung wäre auch das System, das bei Krankheit, Faulheit oder Urlaub weiter funktioniert. Immer mit passendem Strombackup.


    Aussendämmung würde ich einer Innendämmung immer vorziehen. Im Studium hat man uns beigebracht: Dämmung immer an der kalten Seite der Wände. Bei Innendämmung bleiben die Wände kalt und wenn feuchte Luft aus dem Innenraum an die kalten Wände durch Fehlstellen in der Dämmung kommt, kondensiert die Feuchtigkeit an den kalten Wänden und die Wände werden noch nässer und verlieren dadurch weiter an Dämmwirkung. Ausserdem wirken die Wände bei Außendämmung wie Wärmespeicher für den Raum. Im Winter warm, im Sommer kühl.


    Ich hatte damals eine große Solaranlage 42 m², weil die Förderung pro m² 5 oder 6 Euro geringer ausfiel als ein m² Kollektorfläche gekostet hat. So what? Pufferspeicher 6600 Liter war für HV und Solar. Im Smmer zu groß im Winter zu klein. War als Steam Back Anlage konzipiert, damit bei Stagnation das Solarfluid möglichst wenig geschädigt wird (vercracken). Damals lagen zwischen dem besten Kollektor 7 % Unterschied beim Wirkungsgrad und mehrere 100% Unterschied beim Preis. Preisgünstige Harfenabsorber gibt es immer noch ca. 120,- Euro / m². Halte ich als Ergänzung im Sommer sinnvoll.


    ciao Peter

    Edited once, last by Etaminator: [edit/korr] Text war durcheinander geraten ().

  • Die Wärme der Heizschleife bewirkt zum einen das austrocknen der Wände und abtrocknen der aufsteigenden Feuchtigkeit.

    Das klingt logisch, hat aber meinem laienhaften Verständnis nach einen Haken: Die im Wasser gelösten Salze verbleiben dabei im Mauerwerk und sammeln sich an. Dadurch wird es immer schwerer, das Wasser aus der Wand zu bringen, das Salz zieht auch frische Feuchtigkeit stärker nach.


    Eine Trockenlegung — wenn irgendwie möglich — ist die beste Lösung. Fundament beidseitig freilegen, Feuchtigkeitssperre einziehen, Drainage. Ist natürlich ein mächtiger Aufriss, aber alles andere ist Flickwerk.

  • Zum Thema Eigenwasserversorgung, dass ist bei Höfen hier im Norden auch nicht gerade selten...

    Ich gehe mal davon aus, dass bei Dir schon eine Pumpe das Wasserschleppen ersetzt hat. Im Normalfall haben diese Pumpen absolut nichts mit den 300 Euro "Hauswasserwerken" zu tun. Es sind überlicherweise sehr teuere Kolbenpumpen, meist mehrphasig (also "Starkstrom"). Stromausfall ist da in so mancher Hinsicht zu berücksichtigen. Ein Holzvergaser der sich im Abbrand befindet und von Stromausfall betroffen ist, gerade im Bereich von 50kw und großem Füllraum ist da zweifach betroffen. Zum ersten fallen Deine Zirkulationspumpen aus und zum anderen dein Hauswasserwerk, dass die Kühlschleife im Holzvergaser versorgen muss. Und so eine Kühlschleife ist nicht gerade groß dimensioniert. Es muss also bei einem Kessel im Vollbrand sehr viel Wasser durch die Kühlschleife geführt werden, schon alleine um ein "schmelzen" der Anbauteile -Elektronik etc. am Kessel zu verhindern.


    Dir bleibt in diesem Fall "außer der römischen Zysterne auf dem Dach", keine andere Wahl als dies über Ersatzstrom zu lösen. Entweder Batteriespeicher oder Notstromaggregat. Beides setzt eine eigenständige Regelung vorraus, die hier wie sicher auch in Polen den Anforderungen des Netzbetreibers gerecht werden muss. Alternativ bleibt Dir nur Heizung und Pumpen manuell vom Netz zu nehmen und mit der entsprechenden Lösung zu versorgen. Das erfordert aber immer die anwesende und auch handelnde Person, ist natürlich deutlich günstiger. Weil du nur ein Notaggregat in welcher Ausführung das auch immer ist benötigst.


    Ich persönlich habe dies über Jahre mit einem Industrie Notstromaggregat gelöst, was ich auch nie wirklich als schlecht empfunden habe. Mitlerweile übernimmt das die Photovoltaik mit Speicher locker.


    Es spielt meines Erachtens nach auch keine Rolle ob irgendwann Deine Heizung zu groß dimensioniert ist. Das entscheidende Kriterium wird immer der Speicher sein. 6000l reichen bei Minusgraden vielleicht einen Tag. Ein Haus nur teilweise zu beheizen ist immer die schlechteste Variante, weil dort die "Zersetzungsprozesse" sonst massiv schneller von statten gehen (Feuchtigkeitsschäden etc.) Also immer mehr Geld in die Speichergröße investieren als dort zu sparen. Mit 50kw und mehr geschieht das "Laden" oft schon mit einem Abbrand.


    Meterscheite sind praktisch was die Größe/Gewicht angeht beim Abbrand. Aber vergiss nicht sie müssen auch durch die Türen und in Ofen geladen werden. Das wird immer händisch geschehen. Einfach mit dem Frontlader in den Ofen kippen geht bei keinem Hersteller. Und man wird neben alt auch mal krank. Dann muss es wer auch immer machen/Lebenspartner/Kinder. Pellets sind da freundlicher in der Handhabung.


    Wärmepumpen kann ich mir auf meinem Hof auch vorstellen und habe das bereits auch getan. Mehrer hundert qm Photovoltaik, ein entsprechender Speicher und vielleicht eine sogar Tiefbohrungen....man darf ja träumen. Aber das wäre für mich hinsichtlich des Kosten Nutzen Verhältnisses der wirkliche Alptraum.

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