Gut gedämmtes 70 m2 Haus - Welches Heiz- und Warmwassersystem?

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There are 15 replies in this Thread which was already clicked 837 times. The last Post () by Torsten Anger.

  • Hallo liebes Forum,


    meine Frau und ich bauen gerade ein kleines Haus, 1 Etage, 70 m2 möglichst ökologisch. Wohnen werden wir zu zweit in diesem Häuschen wohnen.


    Bei der Frage nach der Heizung gab es schon viel hin und her. Jetzt wo die Heizlastberechnung gemacht wurde ist der Heizungsbauer zu dem Schluss gekommen, dass eine 4 KW Wärmepumpe bereits vollkommen überdimensioniert ist.


    Die Heizlast beträgt 2,5 KW.


    Da wir eh nie von der Wärmepumpe als richtiges System für uns überzeugt waren, finden wir es nicht wirklich schlimm, wenn wir ohne auskommen.


    Der Vorschlag von unserem Heizungsbauer ist jetzt:


    Wolf Schichtenspeicher 600 l

    Frischwasserstation

    und nur einen 3,5 KW Heizstab !


    Wir möchten das System dann auf jeden Fall noch mit einen wassergeführten Ofen ergänzen.


    Außerdem werden wir ca. 7KW PV bekommen und wahrscheinlich 10 KW Batteriespeicher.


    Was haltet ihr davon?

    Was wären eure Vorschläge?


    In vielen Fällen macht das sicher keinen Sinn, aber durch die geringe Größe des Hauses und den guten Dämmeigenschaften ist es vielleicht ein spezieller Fall..


    Wir werden teilweise Heizflächen in Wänden mit Lehmputz haben und wahrscheinlich teilw. FBH unter Holzdielen.


    Gerne auch hier Vorschläge zu einem Trockenaufbausystem und Erfahrungen hiermit.

    Hat jemand Erfahrung mit dem FBH-System von WEM?


    Wir möchten keine Luft-Luft-WP und keinen Elektro-Flächenheizung.


    Vielen Dank und beste Grüße,


    Felix

  • Am bequemsten ist natürlich der Heizstab, aber von den Energiekosten her teuer - ca. 5000 kWh / a.

    Dazu kommt noch der Verbrauch für Brauchwasser.

    Wenn schon Elektroheizung, dann in jedem Raum E- Fußboden- und Wandheizung

    ( speichert auch die Energie aus der PV ) .

    Wenn man über mehr als 10 Jahre Nutzungsdauer spricht, dann doch Wärmepumpe.

    Ein Holzofen hilft immer, die Wassererhitzung damit bringt in dem kleinen Haus nicht viel. Man muss dann nur die Türen aufmachen und schon ist überall warm.

  • Der wasserführende Ofen ist ein Kandidat für Ärger. Es ist schwierig, die Heizleisstung direkt um den Ofen und für den Warmwasserbedarf für die Beheizung der Nebenräume wie das Brauchwasser in Balance zu bringen. Kann funktionieren, aber mit dem geringen Wärmebedarf wohl wegen zu geringer Betriebsstunden eher schlecht bis sehr schlecht.


    Wenn es eine Feststoffheizung sein soll, dann denkt mal über einen Speicherofen nach. Egal ob gemauerter Grundofen, Specksteinofen, Kachelofen mit Heizeinsatz und nachgeschalteten Speichersteinen … wichtig ist die Masse (so ab 350 kg aufwärts), sodass man in der Übergangszeit mit einmal und im tiefsten Winter mit zweimal Anfeuern durchkommt ohne dass man am Temperatur-Jojo leidet. Geschickt platziert kann der so eine überschaubare Fläche gut wärmen und solch ein Ofen ist extrem wartungsarm, haltbar wie krisensicher!


    Je nach Komfortanspruch ergänzend die Nebenräume elektrisch beheizen, im Bad sowieso. Wenn wenig Menschen im Haus leben und lärmen, dann kann man mit großzügigen Öffnungen den Luftaustausch zwischen diesen optimieren (Öffnungen oberhalb der Türen für besseren Luftaustausch) und das Temperaturgefälle damit einigermaßen flach halten.


    Was man dabei bedenken muss ist der Dreck und der Verschleiß in der Umgebung des Ofens, der mit der manipulierten Holzmenge von vermutlich 4-5 Raummetern im Jahr verbunden ist.


    Wenn ihr das Scheitholz kaufen müsst und keinen Sonderpreis bekommt wäre ein Pelletsofen vielleicht auch eine komfortablere, sauberere Option die teilweise automatisiert funktioniert.


    Bei hohem Komfortanspruch und vorhandenem Raum wäre ein kleiner Pelletkessel mit kleinem Puffer zwar relativ aufwändig, aber eine zeitgemäße, effiziente und komfortable Sache. Mit einem kleinen Kessel der 7-kW-Klasse (der auf ein Drittel seiner Leistung heruntermodulieren kann) und einem 600-Liter-Pufferspeicher gibt in Verbindung mit einem 3-Tonnen-Lager absolute Autarkie bei geringem Platzbedarf. Mit elekrostatischem Partikelabscheider auch eine umweltfreundliche Sache (zB ETA ePE 7 EP).


    Gibt es auch einen temperierten Keller? Dann würde ich das Brauchwasser auch mit einer Brauchwasser-Wärmepumpe machen. Der Strombedarf von 40-50 kWh/Monat ist überschaubar und fällt auch im Winter bei schwachem PV-Ertrag nicht ins Gewicht.

  • Hallo Felix,


    warum wehrst du dich so wehenent gegen eine WP denn das ist die BESTE LÖSUNG für dein Objekt.

    Beim wasserführenden Ofen musst du min. 10t€ rechen und dazu die laufenden Kosten für den Schornie da der Ofen Messpflichtig ist und alle 2 Jahre gemessen werden muss.

    Sonnige Grüße Reiner

    ETA BK 15 mit Saugzuggebläse und Lambdasonde geregelt mit UVR16x2

    3 X 800 l PS zwei mit Solarwendel und 14 m2 FK mit einem CTC 265 EM als

    Backup und LUVANO 10kW geregelt mit zwei UVR16x2, UVR610 mit CAN-I/O45

    CAN-MTx2 und CMI für eine DHH mit Anbau und 110m2 Heizfläche

  • Hallo Felixz,


    ich schließe mich Reiner an, auch wenn ich persönlich mir keine Wärmepumpe einbaue.


    Ich würde mir überlegen, ob ich ggf. wie oben schon geschrieben wurden Luft/Luft Wärmepumpen einbaue, evtl. ein zentrales Lüftungssystem (Klimaanlage) mit Verteilung oder auch Splittklimas und dazu PV-Solar. Das macht bei deinem geringen Verbrauch durchaus Sinn. Zum aktuellen Zeitpunkt würde ich behaupten, dass im Regelfall die Heizlast deutlich höher liegt...


    Heizstab würde ich nicht nehmen, da die kostenlose Energie aus der Umwelt genutzt werden kann und zur Not hat die Wärmepumpe selbst einen Heizstab, der dann bei sibirischer Kälte übernimmt.


    LG ICE


    PS: Diese Information betrifft die akutelle Lage - was morgen ist kann ich nicht sagen, da meine Glaskugel deffekt ist....

  • Warum soll er Luft-Luft-Wärmepumpen nehmen, wenn Fußboden-und Wandheizung vorhanden sind? Das ist doch bei weitem die angenehmere Wärme … keine Luftbewegung, keine Geräusche, mit massig Speichermasse …

  • Vielen Dank schonmal für die bisherigen Erfahrungen und Einschätzungen!


    Was ich bisher mitnehme:


    Nur mit Heizstab wären es wahrscheinlich mit Warmwasser +/- 8000 kwh/a.

    Das wird teuer.


    Der wassergeführte Ofen wird eher kritisch und als anfällig eingeschätzt.


    Also wenn wir die WP in Betracht ziehen wie wäre das sauber zu lösen?


    Mein Heizungsbauer ist der Meinung, dass die geringe Heizlast der kleinen 4 KW Wärmepumpe Probleme bereitet, da wir bei Temperaturen im Plus Bereich nur so wenig Heizleistung brauchen das die WP ständig takten muss.

    Wie seht ihr das?


    Liese sich das vielleicht mit einem Puffer lösen, so dass die WP nur z.B. 2 x pro Tag einige Stunden läuft?


    Mit Luft-Luft-WP und Elektrischen Flächenheizlösungen tuen wir uns schwer, schauen wir uns aber auch nochmal an.


    Schöne Grüße,


    Felix

  • Ja, den Hinweis mit dem Grundofen habe ich wahrgenommen.


    Tatsächlich sind wir mal mit der Idee Grundofen als einzige Heizung gestartet. Allerdings sind wir beide teilweise von morgens bis spät Abends unterwegs und manchmal auch ein paar Tage am Stück...


    Gibt es Empfehlungen für einen kleinen Speicherofen (am liebsten mit Koch/Back Möglichkeit) und wo liegt das preislich?


    Würde uns in Kombi mit einer WP gut gefallen, aber müsste man schauen, ob das vom Budget passt.

  • Allerdings sind wir beide teilweise von morgens bis spät Abends unterwegs und manchmal auch ein paar Tage am Stück...

    Ersteres wäre kein Thema, zweiteres aber durchaus. So ein Ofen erkaltet äußerlich über viele Stunden — und ebensolange braucht er, um auch wieder warm zu werden. Um die 12 bis 18 Stunden sind erzielbar. Wenn man nach mehreren Tagen dann anfeuert dauert es gefühlt ewig, bis es langsam warm wird.


    Dann vielleicht eher in Richtung eines Pelletofens schauen. Der funktioniert automatisch.


    Es gibt auch zumindest einen Kombi-Ofen:


    Kombi­öfen - RIKA
    Ein Kombiofen von RIKA lässt sich mit Scheitholz und Pellets betreiben. Er vereint somit alle Vorteile eines Kamin- und Pelletofens und bietet größtmögliche…
    www.rika.at


    Rika ist ein recht gut beleumundeter österreichischer Ofenhersteller, nicht der günstigste.


    Oder den hier von Austroflamm, auch ein guter Produzent:


    Kombiofen MO DUO COOK von Austroflamm mit Montage
    Wir liefern und montieren Deinen Kombiofen MO DUO COOK von Austroflamm - mit Kaminbohrung in Gmunden, Vöcklabruck und ganz Österreich!
    www.ofenwelt-brunmayr.at


    Ein Problem kann die Heiz-Nennleistung von 8 kW sein. Ob man diese Öfen ohne Speichereigenschaften in einer Umgebung mit so geringem Wärmebedarf sinnvoll betreiben kann, das kann ich nicht beantworten. Bei Scheitholz geht es bis 4 kW runter, bei Pellets auf 2,5 kW.

  • Hallo


    Holzfeuerung auch mit Grund- oder Speicherofen sehe ich als Problematisch an.

    2,5 kW Heizlast sind ca. 610 Gramm Holz pro Stunde bei NAT. Natürlich weniger wenn die Außentemperatur höher liegt.

    Man wird den Speicherofen sinnvoll nutzen können wenn NAT erreicht wird, aber wie viele Tage hat es denn NAT oder in der Nähe von

    NAT. Und wie wird die Wärme aufs ganze Haus verteilt? Steht der Ofen zentral in der Mitte, dass man Türtemperaturreegelung

    anwenden kann?

    Zum Vergleich ich habe ca. 75m². Nach Heizlastabschätzung (3. Schweizer Formel) 5 kW trotz Baujahr 59/60. 30 cm Bimshohlsteine.

    Allerdings profitiere ich von einer durchgehend beheizten Wohnung unter mir. Schlafimmer unbeheizt.

    Ich verbrauche 5-6 Ster Holz - wenns knackig kalt ist ca. 1,5-2 Eimer Holz/Tag - ich trage das Holz in 20 Liter Eimern herein, deshalb meine Maßeinheit Eimer.

    Und ich habe einen 250 kg Speicherofen mittig in der Wohnung. In der kälteren Zeit alles problemlos - in der wärmeren Zeit schwierig zu feuern.

    Mal erwischt man zuviel Holz mal zuwenig, da es einen Längeren Zeitraum braucht bis der Ofen durchgeheizt ist.

    Und selbst wenn der Ofen das doppelte oder 3-fache wiegen würde erreicht man eine Raumtemperaturspitze die dann

    bis zum nächsten Aufheizen wieder abklingt.

    D.h. die Raumteperatur schwingt immer um einen gewollten Mittelwert der Raumtemperatur. Mit FBH und Wandheizung hat man

    auch ein träges System, aber bei weitem nicht so träge wie ein Speicher- oder Grundofen. Und die Trägheit der Flächenheizungen

    relativiert sich zusätzlich über die größeren wärmeabgebenden Flächen.


    Was ich mir nicht antue, jedesmal das Holz zu wiegen. Aussentemperatur und erzielte Raumtemperatur aufschreiben und anhand der gewonnen

    Daten das notwendige Holz zu berechnen. Mir ist es egal wenns 26°C in der Wohung erreicht.


    Bei WP würde ich empfehlen die Speichermasse massiv zu erhöhen, also erheblich dickeren Estrich zu nehmen oder gleich eine Schwedenplatte, dann bekommt man das takten besser in den Griff, bzw. die Taktzyklen werden länger. Achtung bei Schwedenplatte ist ein kühles Schlafzimmer nicht drin. Holz als Bodenbelag wirkt ähnlich wie eine Dämmschicht und ergibt einen etwas höheren Stromverbrauch da der Estrich höher aufgeheizt werden muss um den Wärmedurchgangswiderstand des Holzes zu überwinden. Halte ich bei der Größenordnung von 2,5 kW bei NAT allerdings für vernachlässigbar.

    Warum Beton als Speichermasser? Ganz einfach Wasser hat eine Speicherkapazität von 1,16 Wh/(Liter*K). Beton hat eine Speicherkapazität von 0,25 Wh/(kg*K). Werte nach KI.

    Im ersten Moment hat Wasser den besseren Wert aber Beton wiegt das 2,2 fache von Wasser. Sieht schon wieder besser für Beton aus und ein Wasserpuffer mit 1000 Liter kostet ca. 700 Euro. Dafür bekommst Du ca. 5-6 Kubikmeter Beton. Nur zur Verdeutlichung bei 7 cm Beton-Estrich hast du bei einer Fläche von 14m² ca. 1 m³ Beton im Haus liegen.


    ciao Peter

  • 2,5 kw Heizlast für 70 m2, im Neubau, sind nicht wirklich gut, ich würde sagen gerade so zufriedenstellend um eine Baugenehmigung zu bekommen.

    Was für eine Außen- und Innentemperatur wurde genommen für die Heizlastberechnung, Wandaufbau ?

    Ich würde auf eine rein elektrische Heizung setzten.

    Infrarot an die Decke und 80l E- Boiler an die Wand. Einfacher und unkomplizierter geht´s nicht.

    Biomasse für so ein kleines Haus, mit niedriger Wärmelast, eher nicht.

    Selber schon erlebt, Ofen aus, Haus kalt, Ofen an, Sauna, daher Grundofen auch nicht.

    Wassergeführte Heizung in Kombination mit Wärmepumpe oder Biomasse zu teuer, zu aufwendig, zu hohe Abhängigkeit an Fachhandwerk, Schornsteinfeger usw.

    In dem Fall würde ich kein Wasser im Kreis pumpen.

    Eher noch Luf-Luft_ WP wegen Kühlung im Sommer.

    Die geschätzten 8000 kwh, rein elektrisch, würde ich eher auf 4200 kwh annehmen.

    60 kWh pro m2 incl.WW. (Und das ist schon viel, 40 kWh pro m2 incl.WW wäre realistisch)

    Dann mindestens 20 % PV Abzug (eher 30-35). Ich denke dann sind die laufenden Kosten nicht das Drama. Auch wenn die WP 2/3 weniger Energie nimmt. Ich würde an Deiner Stelle die Anschaffungskosten einer WP oder Biomasseheizung, samt wassergeführter Wärmeverteilung, mal dieser einfachen E- Variante gegenüber stellen.

    Bei 4200 kwh und 0,35€ / kWh sind das 1470 € im Jahr.

    Die WP (2/3 weniger) sind es 490 € im Jahr.

    Also kostet die E- Variante 980 € mehr pro Jahr.

    Sind 19600 € in 20 Jahren. PV Abzug nicht mitgerechnet. Lieber Gedanken machen über die sinnvolle Ausrichtung und Anbringung der Panels, speziell für das Winterhalbjahr.

    Stellt sich natürlich die Frage was kosten diese Systeme ?

    Reine Spekulation, die E- Variante komplett, unter 8000 € und die WP, komplett nicht unter 40000 €.

    Beim Neubau würde ich auf die E- Variante setzen.

    Bei einem Haus mit vorhandenem Leitungssystem auf die WP.

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