Hargassner HV30

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      • # 11293

      Hargassner HV30

      Hallo allerseits,

      auf speziellen Wunsch eines Forumsmitgliedes nutze ich doch gerne das "Sommerloch" um Euch ein bisschen was über meinen stationären "Mercedes" zu erzählen.

      zunächst etwas allgemeines und historisches:

      Mein Haus -BJ 1927- habe ich von meinen Eltern übernommen. Ich bin stolzer Besitzer eines kaum gedämmten "Felsstein-Hauses". In diesem Haus wurde zu keiner Zeit mit Öl, sondern immer nur mit [lexicon]Holz[/lexicon] und/oder Kohle geheizt. Die erste Zentralheizung wurde ca 78/79 installiert. Eine Buderus, 15kw mit eingebautem Boiler. Diese lief trotz schlechter Pflege relativ problemlos bis ca. 2004. Kesselplatzer, und musste schnellstmöglich ersetzt werden.

      Die Nachfolge trat eine Viessmann mit ca. 30kw an. Kein Puffer, keine RLA, keine Regelung, schlechte Pflege... Ihr könnt euch denken, was passiert ist? Anfang 2013: Kesselplatzer.

      Mittlerweile war ein Puffer eh fast schon bestellt, die neue Solaranlage stand schon 3 Jahre in der Scheune, nur die Zeit alles zusammen zu basteln hat bis dahin gefehlt. Also, Anlassbedingt Neuplanung!
      Also: Angebote eingeholt, was kosten die Kessel? Was können sie? Was brauche ich? Ich denke, das kennt Ihr alles zur Genüge...

      Meine Entscheidung fiel auf den HV30 aus folgenden Gesichtspunkten:


      • er passte an den alten Standort ohne weitere Umbaumaßnahmen
        bei vielen anderen hätte ich Wände teilweise oder garnicht einreißen müssen.
      • Er hat eine automatische Zündung
        Da ich im Außendienst unterwegs bin, und das manchmal mehrere Tage am Stück, brauche ich einen Kessel, den ich "alleine" lassen kann. Dazu später mehr.
      • Der Kessel erfordert wenig Wartungsaufwand
        Aufgrund meiner Tätigkeit muß es halt manchmal schnell gehen, um so besser wenn ich nur Asche raus, Brennstoff rein, und fertig!
      • Ja, ich weiß, der Kessel ist mit 30kW leicht bis mittelschwer überdimensioniert bei weniger als 200m², die Ausbauarbeiten stehen aber schon in der Pipline, und die Werkstatt in der offenen Scheune will ja auch irgendwie Frostfrei gehalten werden.
      • Ein Netzwerkanschluß. Nicht unbedingt erforderlich, aber für mich als IT-Fuzzi nice-to-have

      Mit dem Kessel bin ich sehr zufrieden. Er Läuft und Läuft und Läuft. Vorrausgesetzt, man kennt seine kleinen Eigenheiten:


      • sollte man ab der 3. Abbrandphase (Teillast, Ausbrand, Restwärmenutzung, bis zum völligen erlöschen) den Kessel öffnen, um die Menge des restlichen Brennmaterials zu begutachten, geht er sofort wieder auf Vollast! Was den kompletten Ladevorgang durcheinanderbringt, und zur Überhitzung führt.
      • hat man beim Reinigen vor dem Laden ein noch so kleines Stück Glut übersehen, kann dies zur unerkannten Selbstzündung führen, was zum Rauchrückschlag in den Raum führen kann. Und das wollt ihr sicher nicht erleben!

      Die Sache mit der Einstellung ist wirklich so eine Sache... man braucht 1. einen zertifizierten Heizungsbauer (hatte leider zu spät erfahren, daß meiner das nicht ist) und 2. ein Passwort zumindest für die Einstellungen des Installateurs. Im Endeffekt war ich ein wenig auf mich alleine gestellt, und habe den Kessel immer noch nicht optimal eingestellt, aber es wird...

      Der Ladevorgang erfolgt wie folgt: zunächst Kleinholz, dann Papier, Pappe und wieder Kleinholz... an die Glühkerze kommt zusätzlich Papier als Zündfahne. Dann folgt von unten nach oben immer dickeres [lexicon]Holz[/lexicon], bis der Kessel voll ist. Nun kann der Kessel manuel klassisch, Manuel über Touchscreen oder Vollautomatisch gezündet werden, wenn die obere Puffertemperatur unter den Soll-Vorlauf eines der Heizkreise oder den Boiler fällt.

      bei der Zündung versucht der Kessel zunächst eine sichere Brandtemperatur von 140° zu erreichen, dann wechselt er von Anheizen auf Vollast, wobei er eine Abgastemperatur von 180°-200° als Ziel hat. Erst dann regelt er dann wieder je nach Bedarf zurecht. Der Rest-O² bleibt weitgehend stabil bei 5%, Abgastemperatur, Vor- und Rücklauf werden je nach Situation und Holzqualität geregelt.

      Einen Wärmemengenzähler habe ich leider nicht. Ich habe nie damit gerechnet, auf ein so fachlich versiertes Forum zu stoßen, in dem es von Bedeutung sein könnte. Wird aber sicher irgendwann nachgerüstet.
      Dennoch kann ich zu den Leistungsdaten sagen: mit einer 90%igen Kesselfüllung (inkl. Vorbrandmaterial [Papier]) fülle ich meinen Puffer (2400l) von z.Z. ca. 30° bis hoch auf 78°-82° teilweise mehr und 300l meines Bolier (500l) von 50° bis über 80°. Dies sind zur Zeit noch suboptimale Werte, weil mein Scheitholz suboptimal ist. Ich denke hier kann man noch einiges verbessern, ist auch in Arbeit (mehr Puffer z.B.). Mit einer Füllung brennt der Kessel recht genau 6 Stunden, der Zündungzyklus liegt zwischen 36h (bei ca 0° außen) und 4-5 Tagen (z.Z. bei ca. 25° Tageshöchsttemperatur). Ich denke einige von Euch, können so auch einiges an Leistungsdaten rausrechnen.

      Der Kessel ist im Großen und Ganzen sein Geld wert, einzig fehlt mir die Übersicht der Parameter per Website. Sollte bei dieser Ausstattung eigentlich kein Problem sein, aber wenn man das, oder eine Handysteuerung möchte, muß man sich leider eine völlig überteuerte SMS-Steuerung dazu kaufen. Mittlerweile gibt es auch eine Ethernetbridge und eine passende App, aaber viel lieber baue ich mir mit Eurer Hilfe eine passende Überwachung per Browser.

      Ich hoffe, ich konnte Euren hohen Ansprüchen was einen Kesselbericht angeht genügen, beantworte aber natürlich auch gerne noch weitere Fragen oder beseitige Unklarheiten.



      mit den besten Grüssen aus dem Hochwald



      Joe
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      • # 11294
      Recht herzlichen Dank für Deine ausführliche Beschreibung mit allen Feinheiten.

      Du schreibst Dein 30er wäre zu viel für Deine unter 200² m Wonfläche. Hast Du wirklich das Gefühl er wäre zu groß? Ich hatte mal vorlanger Zeit eine Umfrage gestartet: Wenn ihr nochmal Kessel + Puffer Volumen im Verhältnis zu eurer Wohnfläche kaufen müßt würdet ihr dabei bleiben oder größer/kleiner kaufen. Ich dächte es waren über 70 % die sagten größer manche schrieben ogar sie bereuen zu klein gekauft zu haben.

      Mit den beiden Kessel Platzern die Ursache ist erklärbar wenn kein Puffer und kein Ausdehnungs Gefäß in der Anlage waren. Das ist sehr gefährlich wenn aufeinmal eine solche Menge an heißem Wasser frei wird.

      Berfusbedingt bist Du also auf der sicheren Seite wenn es eben auch teurer war. Das sind alles Dinge die man in der Heizungs Planung ein bringen sollte. Deswegen raten wir auch immer wenn sie schreiben wenn ich einen Hv dann fliegt der Öl/Gas Kessel raus. Da raten wir immer ab. Größere Rep am Kessel was dann, oder Krankheit - mal paar tage außer Haus oder schlicht weg mal zu faul [lexicon]Holz[/lexicon] rein und anheizen und nachlegen oder was auch immer......

      Dein Kessel will also alleine gelassen sein wenn er arbeitet, das ist eine feine Sache. Was passiert aber wenn mal [lexicon]Holz[/lexicon] durch Astnocken querliegt und sich verkeilt und nicht nachrutscht der sogenannte Holhbrand?

      Zu Deiner Fernüberwachung werden sich bestimmt noch einige melden die das schon machen.
      MfG Jürgen

      DC GSE 30; Wirbulatoren Version 2.0; 2 x 1000 lt. Puffer; Lamdacheck;
      WW: Vissmann Vitacell 300
      Abgastemp. Regl.mit KS 40-1; RLA Dreiwegereglung; Kessel Vorheizung;
      180 m² Wohnfläche; Esse 11 m
      Notheizung De Dittrich Gaskessel von der Hydraulik getrennt durch elektr. Dreiwegekugelventil.

      striegistal-wetterstation.de/
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      • # 11295
      Hallo Jürgen,

      ja, klar, mit allen Feinheiten, und dennoch tauchen schon wieder Fragen auf! *lach*

      na, ich denke, 20kW hätten es auch getan, aber wie schon beschrieben, wird die Last in nächster Zeit wachsen, und so gesehen, wird es dann schon wieder passen. :)
      Auch ich reihe mich bei größer ein, doch war es zum gegebenen Zeitpunkt schwer bis garnicht möglich, noch weitere 3x 800l in den Keller zu schaffen. Aber wir arbeiten daran :)

      Na, der erste Kesselplatzer hatte verschiedene Ursachen: 1. Schlechte Pflege (Glanzruß), 2. Hing der direkt an der Wasserleitung bei 8bar und mehr und 3. war das Überdruckgefäß zu klein, und längst kaputt! Also doch wieder schlechte Pflege... jedenfalls nach knapp 30 Jahren, darf auch ein Buderus Gußgliederkessel mal den Geist aufgeben, oder? Schade, daß es sowas nicht mehr gibt... :(
      Der 2. Kesselplatzer entbehrt jeglicher Diskussion: Schlecht gepflegt, schlecht installiert und garnicht gewartet. Das macht auch der beste nicht lange mit.

      Ich würde auch einen Öl/Gaskessel nicht rauswerfen, aber es verleitet doch schon wieder sehr zur Faulheit und braucht entsprechend Disziplin, dennoch [lexicon]Holz[/lexicon] nachzulegen. Bei mir soll der Kessel irgenwann durch einen Kamin und eventuell eine Wärmepumpe unterstützt werden. Den Strom werde ich dann vom Scheunendach nehmen.

      Den berühmten Hohlbrand hatte ich auch schon... (wer nicht?) Die Abgastemperatur geht in den Keller, der Vorlauf sinkt stark, er versucht nachzusteuern, bis alles in sich zusammenfällt, und die Leistung wieder rapide ansteigt. Auch hier wird dann wieder nachgesteuert.

      Was die Fernüberwachung angeht, würde ich mich sehr freuen, wenn ich mal ein paar Grundlagen bekommen könnte. So als Starthilfe zum Beispiel :)
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      • # 11296
      Hallo Jürgen,
      mit zu kleinem HV kann ich ja auch ein Lied singen von,
      naja bis ich da letztes Jahr denn Entschluß faste jetzt mache ich es richtig
      und da war es geschehen DC 30 RS mit 3200 Pufferspeicher könnte noch ein wenig
      größer sein aber leider kein Platz mehr seit dem bin ich auch selten an irgendwelchen Diskussionen beteiligt da ich zu frieden bin. Bei mir kommen auch nochein paar verbesserungen Steuerung weiß nur noch nicht welche ich nehm da ich jetzt auch alles richtig
      machen wil da mit ich Ruhe habe.

      MfG
      Heiko

      MfG
      holzwurm99



      DC-30-RS besitzer seit 2013 und wirt ab 29.08.2013 eingebaut mit 3200 Liter Pufferspeicher, bin schon
      jetzt gespannt wie das Teil ab geht nach so einen kleinen HV denn ich hatte.
      Ab 21.09.2014 Steuerung mit Logic Therm.
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      • # 11301
      Ich war vor 3 Wochen bei einem guten Installateur in der nähe auf seiner Hausmesse. Dort wahren ETA , SHT und Hargassner ausgestellt. Alle Hersteller hatten ihre Produkte auf Anhängern zum Probeheizen. Würde ich mich für einen Premium HV entscheiden, so währe es auch der Hargassner. Ich find ihn persönlich besser wie die anderen.

      Als ich jedoch mit dem Hargassner Verteter sprach und ihm von meiner Steuerung inkl. meiner RWN erzählte, mußte er feststellen das mein Baukastensytem besser durchdacht ist als bei seinem "Mercedes" 8)
      Gruß fjko

      Atmos DC30RS, 2000 Liter Pufferspeicher, 275 Liter Mag, 200 Liter Warmwasserspeicher, Zugbegränzer, Abgasthermometer und Microblasenabscheider verbaut. Buderus Ölkessel Hydraulisch Eingebunden. Geregelt wird die ganze Anlage mit der Logic-Therm Steuerung.
      Vorstellung
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      • # 11302
      @ Heiko,

      wenn ich Deinen Namen lese, kommen mir alle Deine Hilfe Rufe wieder in Erinnerung wie Du angefangen hast. Das war einmalig mit Dir als Du angefragt hast. Ich möchte mir ja meinen Heizung selber bauen aber ich kann nicht löten wie macht man das. Und wir haben beiträge hin und her dazu die vielen Telefonate noch dazu. Wir hatten Dir immer geraten einen größeren Kessel zu nehmen als den 18rs. Du schriebts ich wohne im einem Denkmal geschützten Haus und durch die Tür bekomme ich keinen anderne rein usw usw. Dann auf einmal hast Du selber Solar Anlage gelötet. Das alles von Beruf Holzwurm
      MfG Jürgen

      DC GSE 30; Wirbulatoren Version 2.0; 2 x 1000 lt. Puffer; Lamdacheck;
      WW: Vissmann Vitacell 300
      Abgastemp. Regl.mit KS 40-1; RLA Dreiwegereglung; Kessel Vorheizung;
      180 m² Wohnfläche; Esse 11 m
      Notheizung De Dittrich Gaskessel von der Hydraulik getrennt durch elektr. Dreiwegekugelventil.

      striegistal-wetterstation.de/
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      • # 11303
      Hallo,
      so ist er halt der Holzwurm99 ich werde mal schauen wie ich das mit der Regelung mache möchte ja gern denn HV da mit steuern und meinen Heizkreis der sich nach mein Wohnzimmer richten sol wenn jemand sein Heizkörper halt nicht an hatte und das WZ ist warm hat er halt pech gehabt. So ist meine persönliche Vorstellung von der Sache her mal schauen ob da noch Verbesserungen von anderen kommen oder ich mach ein eigenes auf.

      MfG
      Heiko

      MfG
      holzwurm99



      DC-30-RS besitzer seit 2013 und wirt ab 29.08.2013 eingebaut mit 3200 Liter Pufferspeicher, bin schon
      jetzt gespannt wie das Teil ab geht nach so einen kleinen HV denn ich hatte.
      Ab 21.09.2014 Steuerung mit Logic Therm.
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      • # 11304
      na, die Steuerungsabläufe des Hargassner sind nicht optimal, aber schon sehr nah drann. Ist halt nur, daß noch ein klein wenig Komfort fehlt.

      Und Ihr könnt mir löten beibringen? das wäre ja genial! Wobei ich schon an eine Presszange gedacht habe...

      Aber zuerst vielleicht noch die Auswertung des Kessels.
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      • # 11310
      Hallo Jowa


      Wer füttert denn den Kessel wenn Du nicht da bist.????
      Automatische Zündung schön und gut,aber wenn kein Brennstoff da ist ???

      Kupferlöten: gugst Du hier

      Schönen Abend noch
      mit freundlichem Gruß aus der Niederlausitz

      Erik


      DC30GSE/2000 l Puffer/160 l WWB/ACD01/8m DW Schornstein 180 mm/Laddomat/Zugbegenzer/Belimo/120 m² Wohnfläche/2 Personen
      DC25GSE(long Version)/2400 l Puffer/ACD01/Viessmann 24kw Öler mit 160l WWB/Laddomat 21/Zugbegrenzer/Belimo/120m² Wohnfläche/3 Personen
      DC25GSE(long Version)2000 l Puffer/keine ACD01/Viessmann Vitola 18kw/Regelung Dekamatik/ 120m² Wohnfläche/4 Personen
      Attack DPX 25 Profi
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      • # 11311
      Hallo,

      eine bessere und genauer mit Hintergrundinfos erstellte Anleitung für Laien ist m.M.n. diese hier Weichlöten für Dummis ;-)

      Es gibt noch eine gute 15 min. Anleitung vom Martin mit einigen nützlichen Tricks, aber der Bursche streicht die Fittinge innen ein was ja nicht sein soll.
      Grüsse

      Volker

      -altes Bauernhaus 280m² etwas gedämmt, DC40GS
      -2x2750l ex Gastanks als Puffer, mit Stroh gedämmt im Holzverschlag, Anlage in 5/4" Schwarzrohr geschweißt
      - Centramischer als RLA, WMZ, gemauerter 25x25cm Schornstein, ca.6,5m hoch, alles in der Garage, 20m Fernwärmeleitung
      -Solar seit Sep.2013, Direktwasseranlage, 20m² "Wuxi-Wankang" Heatpiperöhren, 60°, fast Süden, Resolregler "Deltasol BX", WMZ über "Grundfoss Dirkt Sensors"
      -Brauchwasserwärmepumpe seit Sep.2014, Dimplex BWP30HS
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      • # 11312
      Hallo Rohrverbieger,

      wenn ich nicht da bin? na ganz einfach: wenn ich heute Zünde, reicht mein Puffer im Winter bis zu 3 Tage. Wenn ich jetzt nach dem Abbrand die Kiste nochmal fülle, hab ich nach 3 Tagen nochmal 3 Tage, in Summe 6 Tage. Abzüglich 1-2 Tage vorbereitung, bleiben 4 Tage.
      Reicht das?

      Gruß

      Joe

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