Wie schafft mein alter Holzvergaser oder Festbrennstoffkessel die BImSchV Stufe 1 und 2?

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      • 1

      • # 123707

      Wie schafft mein alter Holzvergaser oder Festbrennstoffkessel die BImSchV Stufe 1 und 2?

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      Wie schafft mein alter Holzvergaser oder Festbrennstoffkessel die BImSchV Stufe 1 und 2?
      BImSchV wie schaffen?
      Wie Abgasmessung Schornsteinfeger bestehen?
      Messung Schornsteinfeger durchgefallen.
      Abgaswerte Heizung zu hoch.
      Emissionsmessung Schornsteinfeger.


      Hallo!

      Ich habe die leise Vermutung, dass man so gut wie jeden Festbrennstoffkessel mit ein paar Tricks und einem Schornsteinfeger, der einem die Möglichkeit einräumt die Messung ggf. zu wiederholen, durch die BImSchV Stufe 1 und sogar Stufe 2 bekommt.
      Ohne Lambdaregelung, ohne Lüfter, ohne Abgastemperturregelung, sogar komplett ohne Kesselsteuerung :)
      Frei nach dem Motto: Bimsch für Alle!!! :D

      Da dieses Thema in nächster Zeit wahrscheinlich für viele Heizer interessant werden wird, habe ich mal ein paar Gedanken dazu aufgeschrieben.

      Hier erst einmal ein Link zur BImSchV 2010:
      gesetze-im-internet.de/bimschv_1_2010/BJNR003800010.html

      Die BImSchV trifft folgende, für den Kesselbetreiber günstige, Festlegungen:
      • Die Messung hat mit einem vom Kesselhersteller vorgeschriebenen Brennstoff zu erfolgen.
        Das heißt, ein Holzvergaser muss mit Holz gemessen werden.
        Ein Allesfresser darf mit Holz oder Braunkohle oder Steinkohle oder Grillholzkohle usw. gemessen werden und wir können uns das für die Messung beste aussuchen.
      • Der Wirkungsgrad des Kessels ist für die Messung nicht interessant.
        Das heißt, wir können während der Messung die Abgastemperatur beliebig in die Höhe treiben, um die anderen Abgaswerte zu schaffen.
      • Der Gehalt an Stickoxiden im Abgas ist für die Messung nicht interessant.
        Das heißt, wir können während der Messung die Abgastemperatur beliebig in die Höhe treiben, um die anderen Abgaswerte zu schaffen.
      • Der Lambdawert/Restsauerstoffwert ist für die Messung nicht interessant.
        Das heißt, wir können mit einem sehr hohen Luftüberschuss fahren, um die anderen Abgaswerte zu schaffen.
        Nachtrag:
        Wie in den Antworten weiter unten zu lesen ist, werden die gemessenen Abgaswerte vom gemessenen Restsauerstoffwert auf einen Bezugsrestsauerstoffwert von 13% hochgerechnet.
        Dadurch verschlechtert ein hoher Restsauerstoffwert rechnerisch die Staub- und CO-Werte.
      Leider gibt es nun doch ein paar Werte, die wir einhalten müssen:
      • Den Gehalt an Kohlenmonoxid CO im Abgas
      • Den Staubgehalt im Abgas
      Wie bringen wir den Kohlenmonoxidgehalt nach unten?
      1. Durch eine ausreichend hohe Verbrennungstemperatur.
        Diese erreichen wir durch:
        1. Einen geeigneten Brennstoff.
          Beim Holzvergaser müssen wir Holz nehmen. Ggf. sind aus Holzbriketts zulässig.
          Ob Hart- oder Weichholz besser ist, gilt es noch herauszufinden.
          Beim Allesfresser nehmen wir auch Holz oder Anthrazitkohle.
          Was besser ist, gilt es auch noch herauszufinden, aber grundsätzlich ist es mit beiden Brennstoffen möglich.
          Wir nehmen keine Braunkohle.
        2. Ein ausgeprägtes Glutbett vor dem Befüllen der Brennkammer.
        3. Eine geringe Körnung des Brennstoffes.
          Wir hacken das Holz also etwas kleiner als sonst, aber übertreiben dabei nicht.
        4. Einen möglichst trockenen Brennstoff.
          Wir trocknen den Brennstoff also extra vor.
        5. Eine möglichst hohe Zufuhr an Primärluft.
          Allerdings dürfen wir die die Primärluftöffnung nur soweit öffnen, dass sich eine dazu passende Sekundärluftmenge noch realisieren lässt.
          Wir nehmen den Wert der Grundeinstellung und öffnen noch ein Stück weiter.
        6. Eine dosierte Zufuhr an Sekundärluft.
          Zu wenig Sekundärluft wirkt kühlend, da die Verbrennung unvollständig wird.
          Zu viel Sekundärluft wirkt durch deren Wärmekapazität ebenfalls kühlend, allerdings erst bei starker Überdosierung.
          Wir fahren also mit einem Sekundärluftüberschuss.
          Dazu stellen wir die Sekundärluftöffnungen bei einem Versuch ohne Schlotfeger auf saubere Verbrennung (laut Schauglas oder Beobachtung der Abgase, die aus dem Schornstein austreten) ein und öffnen diese noch ein Stück weiter.
          Man kann auch den Wert der Grundeinstellung nehmen und noch ein Stück öffnen.
        7. Einen hohen Schornsteinzug.
          Wir fahren den Schornstein also warm bevor der Schlotfeger kommt.
          Ist ein Zugbegrenzer verbaut, dann bringt das allerdings ggf. nicht sehr viel.
        8. Die Vermeidung von Hohlbrand.
          Wir nehmen also nur regelmäßige und gerade Holzscheite und schichten diese korrekt ein.
          Außerdem schüren wir kurz vor der Messung nochmal durch.
      2. Durch einen Sauerstoffüberschuss in der Sekundärverbrennung.
        Diesen erreichen wir durch:
        1. Einen Sekundärluftüberschuss wie in Punkt 1.3 beschrieben.
      Wie bringen wir den Feinstaubgehalt nach unten?
      1. Indem wir dafür sorgen, dass sich möglichst wenig Staub im Kessel befindet.
        Wir saugen ihn also vor der Messung aus und reinigen die Wärmetauscher und die Abgasrohre.
      2. Indem wir Brennstoffe verwenden, die möglichst wenig Feinstaub erzeugen.
        Wir nehmen also möglichst Holz ohne Borke bzw. Briketts ohne Rindenanteil.
        Bei Festbrennstoffkesseln können wir wie oben schon erwähnt auch Anthrazitkohle nehmen.
        Wir nehmen auf keine Fall Braunkohle.
      3. Indem wir dafür sorgen, dass der Feinstaub möglichst vollständig verbrennt, was wir durch eine ausreichend hohe Verbrennungstemperatur schaffen.
        Diese haben wir schon hergestellt, um den Kohlenmonoxidgehalt zu reduzieren, siehe oben.
      4. Indem wir dafür sorgen, dass während der Messung entstehender Staub möglichst im Kessel verbleibt.
        Wir dürfen also während und kurz vor der Messung nicht schüren, rütteln oder Klappen abrupt öffnen.
        Hier wäre nun außerdem eine reduzierte Primärluftversorgung günstig, da viel Primärluft auch viel Staub mit dem Abgas an die Messstelle transportiert.
        Leider können wir die Primärluft nicht wesentlich reduzieren, da dies zu Lasten der Verbrennungstemperatur gehen würde, siehe oben.
        Hier kommt es zu einem Zielkonflikt und man muss ggf. etwas probieren.
      Ich weiß nicht, ob Kohlenmonoxid- und Feinstaubgehalt überhaupt gleichzeitig gemessen werden müssen.
      Falls nicht, dann würde sogar der Zielkonflikt bei der Einstellung der Primärluft entfallen.

      Hier wird gezeigt, wie ein Kohlekessel mit seitlichem Abbrand laut BimSchV Stufe 1 und 2 besteht:
      youtube.com/watch?v=BI8HhWrqBiQ
      Der Kessel wird mit Holz betrieben und hat dadurch zwar eine extreme Abgastemperatur von über 390°C und damit verbunden einen bescheidenen Wirkungsgrad von 75%, aber das ist für die Messung ja uninteressant.
      Messen mit Holz – heizen mit Kohle! :)

      Ich bitte um eine rege Diskussion und Erfahrungsberichte!

      MfG Hans

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Hans ()

      • 2

      • # 123711
      Das ist ein sehr heißes Thema!
      Im alten Rentsch Atmos Forum hatten wir diese Diskussion auch schon mal.
      Du schreibst ein alter Kessel....... ob viele von denen sec und primär Einstellungen besitzen?
      Ich habe von Holzheizer gehört daß ihnen der Schorni gesagt hat ihr Kessel ist Bauj. weiß nicht genau aber der muß ersetzt werden obwohl sie noch 2015 die Messung berstanden haben. Bei denen hat der Schorni sich nach dem Baujahr gerichtet. Dies könnte nun vielleicht abhängig sein vom Schorni.
      Wegen Staub Anteil bei der Messung kann man auch anderer Meinung sein. Im obenerwähnten Forum wurde gesagt Kessel vorher reinigen ja. Aber vor der Messung mind. 3-4 Abbrände damit sich ein leichter Aschestaub Ansatz bildet und an diesem sich die Staubteilchen ansetzen. Am blanken Metall würden sie lang gleiten und nicht so schnell anhaften. Was ist nun richtig.........
      Zu der TÜV Prüfung damals für die BAFA Zulassung des GSE 30 hat man kleine Holzstücke genommen ohne Rinde ohne Ast Ansätze und sie fast luftdicht eingeschichtet. Es wurde ja auch hier schon berichtet das man mit Holzbrikett die wenigsten Probleme hat bei der Messung durch den Schorni. Bei meiner Messung habe ich auch vorher 3 Abbrände gehabt und am Messtag nur Holzbrikett geheizt. Es war alles OK. Schorni hat nicht vorher in den Kessel geschaut erst nach der Messung hat er die Tür geöffnet. Es ist ja schon berichtet worden vorher Kessel Tür auf und der Kessel Besitzer sah wie seine Werte sich veränderten und durchgefallen.
      MfG Jürgen
      DC GSE 30; Wirbulatoren Version 2.0; 2 x 1000 lt. Puffer; WW: Vissmann Vitacell 300
      UVR1611/C.M.I.
      RLA Dreiwegereglung; Kessel Vorheizung;
      Notheizung De Dittrich Gaskessel von der Hydraulik getrennt durch elektr. Dreiwegekugelventil.
      180 m² Wohnfläche; Esse 11 m

      striegistal-wetterstation.de/
      • 4

      • # 123715

      Randy schrieb:

      Nun meinte mein Schornsteinfeger neulich aber das es in Zukunft eine Messung mit Normbrennstoff in vorgegebener Zeit geben wird.
      Wie kann man dies auslegen oder verstehen?
      Schreibt der Schorni vor welchen Brennstoff ich heizen soll..........
      und vorgebener Zeit könnte man verstehen das zum anheizen mir eine Zeit vorgegeben ist d.h. er steht dabei und nach einer bestimmten Zeit muß der Kessel eine betsimmte Temp haben und es wird gemessen.
      Wenn dem so ist wird es für uns noch teurer denn der Schorni will ja was verdienen und je länger er vor Ort ist umso teurer wird es.
      MfG Jürgen
      DC GSE 30; Wirbulatoren Version 2.0; 2 x 1000 lt. Puffer; WW: Vissmann Vitacell 300
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      Notheizung De Dittrich Gaskessel von der Hydraulik getrennt durch elektr. Dreiwegekugelventil.
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      • 6

      • # 123726

      Randy schrieb:

      Er meinte es wird ein Abbrand gemessen.
      Genaueres sagte er noch nicht.Wird wohl auch noch nicht unmittelbar anstehen.

      Es währe halt die Frage. Messung über Stunden oder nur ne Stunde.
      Richtig!
      Hat mir meiner auch schon erzählt. Je nach Füllraum, Abbranddauer und kW werden dann Messzyklen gefahren. Also nix mehr mit 15min im Optimum.
      Es werden wohl schon Geräte emtwickelt ggf sogar schon getestet, welche über längere Zeit beim "Kunden" bleiben und Intervallmäßig messen. Der Mittelwert wird dann gebildet und soll Aufschluss gben über den ordnungsgemäßen Zustand der Feuerstätte.

      Aber auch die Variante mit "Normholz" welches zur Messung genutzt wird, wird noch in der Innung diskutiert. Da kann man dann ja doch relativ viel zu Hause "mauscheln"
      • 7

      • # 123734
      Moin Moin!

      Sicherlich werden die Messverfahren und Vorschriften immer weiter entwickelt.
      Auch werden die Normen immer strenger.
      Und irgendwann wird man bestimmt den ganzen Abbrand mit Normbrennstoff messen.
      Ebenso wird der Mensch irgendwann den Mars betreten.

      ABER:
      Das alles ist Zukunftsmusik.
      Wenn diese Dinge heute in entsprechenden Kreisen diskutiert werden, dann dauert es noch mindestens 10 Jahre bis eine neue BImSchV ratifiziert wird.
      Dann wird es noch weitere Jahre dauern, bis die Messungen praktisch durchgeführt werden.
      Es wird auch wieder Übergangsregelungen geben wie auch bei der jetzigen BImSchV.

      Ich würde deshalb vorschlagen, dass wir unsere Diskussion auf Grundlage der aktuell (und bis auf absehbare Zeit) gültigen Bestimmungen aufbauen.
      Und das ist die BImSchV von 2010.
      Alles andere wird zu spekulativ.

      MfG Hans
      • 9

      • # 123760
      Hallo,

      Dann will ich mal für unterschiedliche Meinung sorgen:


      Hans schrieb:

      Wie bringen wir den Kohlenmonoxidgehalt nach unten?

      Eine möglichst hohe Zufuhr an Primärluft.
      Allerdings dürfen wir die die Primärluftöffnung nur soweit öffnen, dass sich eine dazu passende Sekundärluftmenge noch realisieren lässt.
      Wir nehmen den Wert der Grundeinstellung und öffnen noch ein Stück weiter.
      Das kommt halt darauf an wie die Primär.-uns Sekundärluft aufgebaut ist.
      Ich habe das bei mir getrennt aufgebaut und dann noch mit Klappenregelung.

      Eine möglichst hohe Primärluftzufuhr bringt dir höhere Leistung und damit auch höhere Brenntemperaturen.
      Durch die höhere Leistung hast du kürzere Verweilzeiten. (die 3 T's)
      Kann durchaus kontraproduktiv werden.

      Die Sekundärluft hat erst einmal nichts mit der Primärluft zu tun.
      Der Sekundärluftanteil ist nur eine Sache des Rest-O2 im Abgas.

      Ein zu hoher Luftüberschuss als auch zu wenig Luftüberschuss wird einen erhöhten CO bringen.
      Ist damit, wie gesagt, eine Sache der Sekundärluft.
      Da sich das ständig ändert, sollte die Sekundärluftzuführung nur über eine Lambdaregelung erfolgen.


      Hans schrieb:

      Durch einen Sauerstoffüberschuss in der Sekundärverbrennung.
      Der Restsauerstoff sollte so niedrig wie möglich sein.
      Der gemessene CO wird auf einen Bezugs-O2 umgerechnet.
      Der BezugsO2 liegt in der Regel bei 12%O2.
      Liegt der O2 bei der Messung niedriger wie 12%O2 dann wird der CO runter gerechnet.
      Liegt der O2 über 12%O2 wird der CO nach oben gerechnet.
      Ziel ist es einen guten CU zu fahren mit niedrigstem Luftüberschuss.


      Hans schrieb:

      Wie bringen wir den Feinstaubgehalt nach unten?
      Dazu benötigt man eigentlich freien Raum mit niedrigen Gasgeschwindigkeiten.
      Der Raum ist aber Fix.
      Baut man zusätzliche Steine rein, dann wird der Raum kleiner und die Geschwindigkeit größer, damit die Verweilzeit kleiner.
      Will man höhere Brenntemperaturen muss man die Leistung erhöhen.
      Leistung erhöhen gibt wieder höhere Geschwindigkeiten ..... wie vorher.
      Wenn die Brenntemperaturen zu niedrig sind, hilft oft eine Füllraumauskleidung.
      Haben aber viele Hersteller schon gemacht.

      Grundsätzlich sollte man für eine gleichmäßige Verbrennung sorgen, es sollte nichts ständig hin und her regeln.

      mfg
      HJH
      • 10

      • # 123799
      Hallo HJH,

      alles was Du geschrieben hast, bezieht sich auf die Verbrennungstheorie und -Praxis und das teile ich.
      Ich erkenne hier keinen wesentlichen Unterschied in unseren Meinungen.

      Allerdings sollte man beachten, weshalb ich dieses Thema eröffnet habe.
      Es geht wahrscheinlich aus dem ersten Beitrag nicht richtig hervor.
      Deshalb möchte ich es nochmal formulieren.

      Worum soll es vordergründig nicht gehen:
      • Sämtliche Abgaswerte auf Null zu bringen und den Wirkungsgrad zu maximieren.
      • Aufwändige Umbauten am Heizkessel (Auskleidungen, Lambdaregelungen usw.) anzupreisen, denn darüber gibt es schon unzählige Themen hier im Forum.
      • Spekulationen über zukünftige BImSchV.
      • Die BImSchV besser als erforderlich zu bestehen.
      Worum soll es gehen:
      • Wie bekommt man einen alten Festbrennstoffkessel/Holzvergaser durch eine bevorstehende Messung laut BImSchV 2010?
      • Und zwar mit minimalem Aufwand technisch und finanziell (Umbauten am Kessel nur, wenn zum Bestehen der Messung unbedingt erforderlich).
      • Praktische Tipps zur Vorbereitung und Durchführung der Messung.
      • Erfahrungsberichte von bestandenen und nicht bestandenen BImSchV-Messungen.


      MfG Hans
      • 11

      • # 123800
      Hallo,

      Ich hatte mir 1978 einen gebrauchten Kokskessel mit Obenabrand aus Gusseisen gekauft.
      den habe ich ausgemauert und Züge verändert..

      War ein Naturzugkessel mit Sekundärluftzugabe. (ohne Gebläse)

      Primärluftregulierung durch Vorlauf-Feuerungsregler mit Kette.

      Die Primärluftklappe habe ich durch Verlängerung der Bedienhebel andere (schnellere/langsamere) Öffnung zugeordnet.
      Luftklappe mit Mindestöffnung.

      Hilft alles nichts.

      Richtig funktioniert hat das nie. Sollte halt möglichst billig sein und möglichst ohne viel Elektrik.

      Erst ein Holzvergaser (Vigas von SB mit 14,9kW) mit selbst programmierter Regelung hat das gewünschte Ergebnis gebracht.

      Mit einer Luftklappe, betätigt durch die Vorlauftemperatur kannst du keinen Holzkessel fahren.

      Ein Obenabbrandkessel kann die Holzvergasung, so wie ein HV das macht, nicht regulieren.

      Evtl schaffst du es bei der Messung im richtigen Augenblick zu messen, ist aber Glücksache.

      mfg
      HJH
      • 12

      • # 123804
      Ich denke, dass in der Praxis kaum noch Kessel mit oberem Abbrand anzutreffen sind.
      Davon abgesehen halte ich es für möglich, auch einen Kohlekessel mit oberem Abbrand durch die BImSchV zu bringen.
      Man sollte bei einem solchen Kessel dann natürlich kein Holz sondern Anthrazitkohle nutzen.

      Die meisten Heizer, die in Kürze das Problem der Messung bekommen werden, haben Festbrennstoffkessel bzw. Holzkessel aus den 90er oder 2000er Jahren mit seitlichem oder unterem Abbrand.
      Selbst der Forster Etagenkessel aus DDR-Produktion (ich glaube 70er Jahre) hat schon einen seitlichen Abbrand.

      MfG Hans
      • 13

      • # 129089
      hatte in der vorigen Woche Wiederhohlungsprüfung, DDR-kessel K30. Mit Hängen und Würgen bestanden! Die CO- und Feinstaubwerte sehen prima aus. Aber das dicke Ende lauert bei den O2-Werten....18,4%. Damit ging es mit CO=0,85g/m3 gerade noch gut. Mit BHT-Koksresten aus der Friedenszeit weil der Schwarze Kohle sehen wollte! Die hat er dann auch noch haben wollen...120 Euronen bis zum nächsten mal in 2 Jahren. Eigentlich ist die Messung mit dem Testo ungültig. Ein Fehler der Messung des O2-gehaltes wird hier nicht berücksichtigt. Was da an berechnetem Ergebnis rauskommt, ist erschreckend. Wie kann man den O2-gehalt im Abgas bei diesem alten Gußschwein auf Werte unter 17% verringern? Weiß da wer was? Dann hätten wir gar keine Probleme mehr!


      MfG Holzgeist
      • 15

      • # 129092
      Hallo!

      Schön, dass der Kessel bestanden hat, wenn auch nur gerade so.
      Kannst Du das Protokoll hier (anonymisiert) einstellen?
      Das wäre mal interessant.

      Problem ist beim K30 und GK21 der obere Abbrand und die Führung der Verbrennungsluft.
      Da geht viel zu viel Luft an der Kohle vorbei, ohne in die Verbrennung involviert zu sein.

      Die Luft einfach über die Luftklappen drosseln geht eigentlich nicht,
      weil dann werden die Staub- und CO-Werte wieder schlecht.
      Oder vielleicht geht's doch.
      Vielleicht bringt eine geringfügige Drosselung nur geringfügig schlechtere Staub- u. CO-Werte,
      die dann durch den geringeren Restsauerstoffwert viel weniger hochgerechnet werden.
      Wie war bei Euch die Luft eingestellt?

      Eine große Rolle wird auch die Einschichtung der Kohle während der Messung spielen.
      Der Rost muss auf jeden Fall vollflächig bedeckt sein, dass die ganze von unten kommende Luft genutzt wird.
      Das nächste ist die Höhe der Kohleschicht.
      Ist nicht genug Kohle eingeschichtet, wird der Restsauerstoffwert auch groß.
      Wie viel Kohle hattet Ihr denn bei der Messung drin bzw. wie hoch geschichtet?

      Was ist eigentlich BHT-Koks? :)

      Beim GK21 gibt's dann noch die Luftklappe in der oberen Tür.
      Das ist (so glaube ich) die Sekundärluft.
      Von dieser Luft wird wahrscheinlich fast alles ungenutzt im Abgas landen.

      Man müsste mal ein paar Versuche fahren mit den alten Kesseln und einem entsprechenden Messgerät.
      Dann könnte man sicher eine einfache Anleitung zum sicheren Bestehen der BImSchV Stufe 1 erstellen.

      MfG Hans
      • 16

      • # 129093
      Hier mal informativ noch die Umrechnungsformel der Abgaswerte auf einen Bezugssauerstoffgehalt:

      Umrechnung auf Bezugssauerstoffgehalt.jpg

      Beispiel:
      Messwerte:
      Staub = 0,03 g/m³
      CO = 0,02 g/m³
      O2 = 18 %

      Umrechnung auf 13% Bezugssauerstoffgehalt:
      Staub = (21-13) / (21-18) x 0,03 = 0,08 g/m³
      CO = (21-13) / (21-18) x 0,02 = 0,05 g/m³

      Fazit:
      Bei 18 % gemessenem Restsauerstoffgehalt werden die Werte von Staub und CO um den Faktor 2,7 "hochgerechnet".

      MfG Hans

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hans ()

      • 17

      • # 129426
      Hallo, ich muss mich jetzt mal zucken, wie man hier in Sachsen sacht.
      Der Gusskessel ist mein Eigener, steht im selbstprojektierten Eigenheim, welches vor dem Winter89 nach 4 Jahren "Eigenleistung" bezugsfertig wurde. Auch die Schwerkraftheizung habe ich mit ellenlangen Tabellen und Rechenstab ohne Batterien projektiert. Gebaut mit Gussheizkörpern und einem Schweißkünstler aus den 30ern Jahren. Der sagte: Ich machs so, wie du willst. Und es ging, wie ich wollte!
      Heizmaterial- alles was brennt- Holz aus dem Wald 30m hinter dem Haus- Braunkohlebrikett aus Regis, Salzgehalt so hoch, dass nach einem Winter das Ofenrohr alle wurde- Steinkohle aus der Volksrepublik Polen, da ging die Drosselklappe und die Rosttüre flöten- Steinkohlenkoks, auch von dort mit 10% Schwefelpower- und Braunkohlenhochtemperaturkoks, bis auf den Staub, ein rauchloser lange brennender begehrter Brennstoff auf Antrag an und Zuteilung durch den Rat des Kreises, weil unser Kessel durch Salzablagerungen total verstopfte.
      !998 kam dann eine Junkers-Brennwerttherme ins Haus und der Gasmeister sagte: Du wirst schon wissen, warum der K30 stehen bleibt und weiter mitmachen muß. Der Kessel bekam einen kleinen Pufferspeicher gleich daneben im Schwerkraftkreislauf , die Therme kann diesen auch speisen über den Doppelmantel, das macht sie früh 3h und abends wenn der Kessel faul ist oder ich. Gemütlich ist das auch bei tieferen Außentemperaturen wie vor Kurzem gehabt und funktioniert wie in alten Zeiten zu 100% auch ohne Strom, gab es kürzlich wieder durch Schneebruch.
      Nun nochmal zum Messen. Den K30 habe ich für Kohle innerhalb der letzten 3Jahre frisiert. der Schwarze war erst nicht begeistert, das wäre nicht zulässig!
      Kleinerer Brennraum, kleinere Rostfläche, Schamotteeinbauten, die eine veränderte Sekundärluftzufuhr ermöglichen, verlängerte Keramikeinlagen im Wärmetauscher, Abgasthermometer, Zugbegrenzer, der Kessel wird sonst verrückt bei Holzfeuer, bis hier Kosten von ca.100 Euronen, und eine Abschaltmimik,die bei 150°C nach dem Ausbrennen die Primär und Sekundär dicht macht, die läuft allerdings mit einer Lithiumbatterie ausgerechnet ca.10 Jahre, dann werde ich sie auf grund meines Alters hoffentlich noch wechseln können, hat mich Wochen meines Lebens gekostet, sonst nur wenige cents. :saint: Ausfälle oder Störungen gab es im System 2X an der Therme an der Steuerung, war für mich als ehemaligen Entwicklungsing. das gefundene Fressen.
      Holzverbrauch 5-7Rm, Gasverbrauch 5-7000kwh, Wohnraum 100m2, Warmwasser über Therme, Kochen mit Gas
      bisher keine Sanierungen, Holzbetonaußenwände, Verbundfenster .....und Energiepass von Sachsen
      • 18

      • # 129428
      Für die Briketts aus Regis hat sich mein Vater den Rücken krumm gemacht.
      Mir fällt es ehrlich gesagt schwer, Braunkohle zu verheizen. Ich find diese ganze Tagebau(folge)Landschaft nicht besonders erbaulich. Profen wird sich nun nicht weiter an unser Dorf heranfressen, bin ich sehr froh drüber. Ein wichtiger Grund für mich, mit Holz zu heizen.
      Toleranz fängt bei Laktose an!
      • 20

      • # 130283
      Hallo zusammen,

      in der Bedienungsanleitung meines ATMOS-Kessels heißt es:

      "Um bei der Emissionsmessung und beim Wirkungsgrad der ATMOS-Kessel möglichst gute Ergebnisse zu erreichen, sind folgende Grundbedingungen zu erfüllen:
      Brennstoff: Holz
      Holzart: 1. Buche (ist der beste und garantierte Brennstoff)
      2. Kiefer, Fichte (Ersatzbrennstoff)

      ..."

      Das heißt wohl, dass ich selbst Schuld bin, wenn ich die Grenzwerte nicht einhalte, denn ich hätte ja Buche nehmen müssen ("garantierter Brennstoff"). Na toll: lieber in Osteuropa die Wälder für billig Geld roden lassen und hier das importierte Zeug voller Umweltbewusstsein und BAFA-gefördert verheizen! Ich kenne jemanden, der das aus eben jenem Grund genau so macht, um die Abgaswerte bei der Messung einhalten zu können...

      Weichholz wächst schneller und weist eine geringere Dichte auf, als die langsam wachsenden Harthölzer. Hinzu kommt, dass ich kaum grüne Kiefern schlage (aller höchstens wenn mal eine im Sturm umgefallen ist, das Holz ist somit meist schon ziemlich trocken, also mit relativ geringem Harzgehalt. Fazit: manches Stück Holz verbrennt wie Papier und die leichten Bestandteile plumsen nicht einfach als Asche in den Brennraum, sondern nehmen als Flugasche die Reise auf - manchmal bis in den Schornstein (die 14m schaffen die dann aber wohl doch nicht). Etwa 50% meines Ascheaufkommens finden sich unten im Sammelkasten unterhalb des Abgaswärmetauschers wieder und statt mit einer Drahtbürste nutze ich zumeist nur Pinsel und Aschesauger.

      Von der Warte betrachtet, habe ich fast schon ein bisschen Schiss vor der nächsten Messung wegen des Feinstaubes.
      Lässt sich das eigentlich auch - wie früher mal üblich - mit Vakuumpumpe, Filterblättchen und Rußzahlschablone abschätzen? Dann wüsste ich wenigstens, wo ich mich eben wiederfinde, bevor die nächste richtige Messung kommt.

      Beste Grüße
      Ralf
      • 23

      • # 140354
      Macht euch keine Sorgen- oder" Fürchtet euch nicht!"
      Wenn es mit dem Erreichen der Klimaziele so weitergeht, wird der Vater Staat bald ganz andere Sorgen haben
      als uns Holzheizern das Geld aus der Nase zu ziehen ,froh wird man sein, dass wir die Bilanz verbessern.
      Wenn durch alle mögliche Vorschriften eine Holzheizung zur geldvernichtenden Maschine wird kann man gleich
      mit Öl heizen! Kommt billiger und macht keine Arbeit!

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      • 24

      • # 141559
      Bei mir läuft ein Fröling FHG 3000 Turbo 30 kW seit 15 Jahren.
      Bisherige Messungen haben die BImschV St. 1 erfüllt. Einmal war es knapp - die Lambdasonde saß locker, hat Nebenluft gezogen und daher falsche Daten in die Steuerung gegeben.
      Für Stufe 2 reichts beim Feinstaub nicht und ich habe bisher mehrere Protokolle von 30 und 40 kW-Kesseln mit ähnlichem Ergebnis gesehen. Nur ein 20 kW -Kessel von 2005 hat den Feinstaub auch geschafft.
      Nun der Pferdefuß:
      Ich will im anderen Gebäude den gleichen Kessel (gebraucht) als Provisorium für 5-10 Jahre installieren.
      Der Schornsteinfeger fordert - weil Neuanlage:
      • Herstellererklärung bzgl. BImschV
      • Messung nach 2. Stufe der BImschV
      Hier geht's zum entsprechenden Thread:
      Wie schafft ein Fröling FHG 3000 BJ 2009 die 2. Stufe der BImSchV

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Etaminator () aus folgendem Grund: Doppelpost auf neues Thema verlinkt

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