Brennkammer Sanierung Lebensverlängerung

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      • # 143072

      Brennkammer Sanierung Lebensverlängerung

      Da Fröling über einige Jahre ziemlich empfindliche Feuerfest-Elemente verbaut hat, stellten sich bei mir schon nach einem Jahr erste Verschleißerscheinungen ein. Insbesondere der Bereich an der Montagefuge zwischen Ober- und Unterschale wie auch die dünnwandigen Teile unter der Gussplatte sind hoch belastet und bröseln gern weg.
      Im zweiten Jahr war es dann so deutlich, dass ich eine Reklamation schrieb, die positiv beschieden ward.
      Mit einiger Lehm- und Ofenbauerfahrung reizte mich jedoch der Versuch, die Brennkammer mit Lehmputz zu sanieren. Das habe ich dann 15 Jahre lang betrieben:
      Jedes Jahr im Herbst folgte der Grundreinigung die Heilbehandlung mit einer Mischung aus Lehm (Claytec), Sand, Perlitestaub und Strohfaser auf dem genässten Stein. Langsam trocknen lassen und langsam anheizen. (Ich hab auch mal frisch-nass angeheizt - es hielt trotzdem!)

      Fazit:
      1. eine jährliche vorsorgliche Behandlung mit ca. 0,5...1 cm Lehmputz stellt einen zusätzlichen Schutz der Brennkammer dar
      2. Risse und Abplatzungen können gut ausgefüllt/ergänzt werden.
      3. selbst eine heftig geschädigte Brennkammer kann schrittweise zur korrekten Form aufgebaut und für eine Saison fitgemacht werden
      4. Mit günstigeren Bindemitteln (Ton/Lehm) und besseren Zuschlagstoffen (Schamottesand, Perlite...) könnte eine länger haltbare Mischung erreicht werden. Hier sind erfahrenere Ofenbauer gefragt...
      Also: lasst Euch nicht schockieren, wenn Eure Brennkammer bröselt und reißt; schnellstens Lehmputz beschaffen und reparieren!
      Zum Schluss:
      nun habe ich die neue Kammer drin, scheint viel besseres Material zu sein. Dennoch werde ich die auch wieder mit Lehm schützen.
      Dateien
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      • # 143073
      Recht vielen Dank Sven Ove für Deinen Thread.
      Dank Deines Berufes hast Du uns aufgezeigt wie man seinen Kessel gegen Verschleiß ein wenig schützen kann.
      MfG Jürgen

      DC GSE 30; Wirbulatoren Version 2.0; 2 x 1000 lt. Puffer; Lamdacheck;
      WW: Vissmann Vitacell 300
      Abgastemp. Regl.mit KS 40-1; RLA Dreiwegereglung; Kessel Vorheizung;
      180 m² Wohnfläche; Esse 11 m
      Notheizung De Dittrich Gaskessel von der Hydraulik getrennt durch elektr. Dreiwegekugelventil.

      striegistal-wetterstation.de/
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      • # 143092
      L. Ulmenhof !

      Freut mich einen zu finden dessen Kessel beinahe schon so lange läuft wie meiner.
      DEine Schwachstelle der Boden des Füllraumes ist wohl auch starker mechanischer Beanspruchung ausgesetzt.
      Bei meinem Kessel ist über dem Durchgang der Flamme ein Stahlrost. An dessen Rändern sind mit der Zeit die Flammen unter dem Rost durch und haben dort den Schamott abgetragen
      Das Problem habe ich folgend gelöst:

      1) Stahlrahmen wie ein Bilderrahmen um den Rost (5mm stark, 50mm breit , ganz wenig Abstand zum Rost)

      2)In gleicher Breite 50mm analog dem Rahmen eine Auflage aus sg. Asbestersatz (relativ steif, 3mm stark m² kostet 20 Euro, lässt sich im feuchten Zustand formen und passt sich durch Druck unebenen Stellen an )
      Es können 4 Streifen sein, aber nicht breiter als der Rahmen !
      diese auf den gereinigten und sanierten Schamott in feuchtem Zustand auflegen Rahmen drauf beschweren ünd 12 Stunden austrocken lassen
      läuft bei mir schon 3 Jahre so, keine Abtragungen mehr!

      Lg P.
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      • # 143560
      Ergänzung zum Thema Lehmmischung:

      Ich verwende
      a) Lehmpulver von Claytec
      b) Recycling-Lehm aus alten Fachwerken
      c) Ziegelei-Lehm/Ton

      Diese sind alle zu fett und reißen durch erhbelichen Schwund. Also ist Abmagern erforderlich: mit Sand, Perlite-Feinkorn, gemahlener Keramik: Ziegelmehl...
      Ganz grobes Verhältnis: 1 Teil Lehm, 3-6 Teile Sand.
      Das Ergebnis soll immer noch bindig und klebrig sein, aber beim Trocken keine Schwundrisse haben.

      Fertigputzmischungen sind meist etwas zu fett; bei geringer Schichtdicke ist das unproblematisch.

      Strohfasern: für größere Modellierungen bei erheblichem Ausbruch sehr hilfreich. Bei mir ist immer Stroh drin, fein zerrieben bis zur Faser durch langes Mischen im Zwangsmischer.
      Die Hitze brennt die Strohanteile aus, das schadet nicht.

      Gut reinigen und grundieren mit Lehmschlämme, den Lehm kräftig anreiben, anziehen lassen und nachmodellieren. Feucht modellieren: mit der Hand, kräftigem Pinsel, Schwamm, Kaffeelöffel...
      Im trockenen Zustand mit einem Lederhandschuh glätten/absanden.

      Schutzanstricch: abgemagerte Lehmschlämme mit Malerbürste aufstreichen und einmassieren.
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      • # 143858
      Ein Freund von mir hat einen etwa 10 Jahre alten Wolf-Vergaser (25KW). Direkt nach Kauf hat er sich ein Blech (5-8mm) aus Sinterstahl anfertigen lassen, exakt mit den Maßen des Brennraumbodens. Die Düse natürlich in ihrer Größe ausgespart. Er heizt seither mit dem ersten Schamott-Einsatz. Ein Nachbar mit einem baugleichen Kessel (20KW) hingegen wechselt etwa alle vier Jahre das Innenleben aus.
      Die Sinterstahl-Idee finde ich eine sehr gelungene Lösung.

    Webutation