Planung einer neuen Heizungsanlage - Neue Heizung Kachelofen heizt ca. 75% des Hauses - HolderAG3

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      • # 145914
      Moin Moin!

      Der Rechentrick der Wärmepumpenverkäufer ist meist eine zu hoch angesetzte Jahresarbeitszahl.
      Ob man mit 3 oder 4 rechnet macht bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einen deutlichen Unterschied.

      Meiner Meinung nach sollte man bei Deinen Gegebenheiten (alte Fußbodenheizung und teilweise Radiatoren, Wärmegewinnung aus Luft) eine Jahresarbeitszahl von lediglich 3 ansetzen.
      Gehen wir einfach mal von den genannten 23.000 kWh aus.
      Dann hättest Du, wenn Du 100% über die WP heizt, einen Stromverbrauch von 7.700 kWh.
      Mit einem speziellen Stromtarif kommst Du auf Kosten von ca. 0,22 €/kWh, also auf 1.694 € pro Jahr.
      Heizt Du nur 25 % mit der WP zu, dann wären es noch 424 €.
      Wobei dann sicherlich der kWh-Preis auf Grund der geringen Abnahme wieder höher ist, so dass Du auf ca. 460 € kommst.
      Machst Du das ganze über Pellets, hättest Du einen Verbrauch von ca. 5,5 t pro Jahr, wenn Du 100% über den Pelleter heizt.
      Das wären bei einem Preis von 215 €/t (incl. Lieferung) dann insgesamt ca. 1180 € pro Jahr.
      Heizt Du nur 25% mit dem Pelleter zu, wären es 296 €.
      Man sieht, dass in diesem Fall der Unterschied in den Energiekosten bei der Variante "25% Zuheizung" nicht so wahnsinnig groß ist.
      Zu den generellen Vor- und Nachteilen von WP wurde schon einiges gesagt.
      Ich will es noch mal zusammenfassen.
      Vorteile:
      + Weniger Raumverbrauch im Gebäude
      (interessant bei Neubau, wo jeder m² ca. 2000 € kostet)
      + Absolut Vollautomatischer Betrieb
      + Kein Dreck, keine Asche
      + BAFA-Förderung möglich
      + Installationskosten etwas geringer als Festbrennstoffanlage
      Nachteile:
      + Geräuschentwicklung (Rauschen des Ventilators außen)
      + Wartung durch Firma erforderlich
      + Niedrige Vorlauftemperaturen erforderlich für gute Jahresarbeitszahl
      + Betrieb nur bis zu einer gewissen Mindestaußentemp. mgl.
      (dann Vereisung des Wärmetauschers und Heizung über 100% Strom)
      + Ggf. Zweitarifstromzähler erforderlich für günstigen Tarif
      + Ggf. trotzdem Pufferspeicher zur Überbrückung erforderlich,
      wenn Preisunterschied Hauptzeit/Nebenzeit im Stromtarif
      (im Moment nicht mehr üblich)
      oder wenn aus Effizienzgründen hauptsächlich Nachmittags
      (höchste Außentemp.) geheizt werden soll

      Ich habe erst jetzt gesehen, dass Deine FBH auf 60°C Vorlauf ausgelegt ist.
      Unter diesen Umständen halte ich selbst die Jahresarbeitszahl von 3 für nicht realistisch.
      Die ganze Kostenberechnung oben ist also schon mehr als optimistisch.
      Und nein, wenn die Anlage auf diese Vorlauftemp. ausgelegt ist, dann geht die Erwärmung nicht nur langsamer, sondern es wird einfach nicht die gewünschte Raumtemp. erreicht bei z.B. nur 30°C Vorlauf.

      Mit den 80L-Warmwasserspeicher hätte ich bei der WP ebenfalls Bauchschmerzen.
      Da man bei einer WP das Warmwasser aus Effizienzgründen nur auf ein möglichst geringes Temperaturniveau bringen möchte, benötigt man mehr Volumen um die gleiche Energiemenge zu speichern.
      Wenn Du also z.B. eine Badewanne füllst, so werden dazu bei einer WP nahezu 100% Warmwasser benötigt.
      Bei einer Festbrennstoffheizung ist die Warmwassertemp. entsprechend höher und man mischt an der Armatur z.B. 70% Warmwasser mit 30% Kaltwasser.
      Richtwert für Warmwasserspeicher sind 50 L pro Person bei hoher Warmwassertemperatur.

      Alles in allem bleibe ich bei meiner Meinung, dass hier der Warmluftofen plus eine einfache Anlage aus Pelletkessel und Hygienepufferspeicher die ökonomisch beste Lösung ist, wenn die relativ hohe BAFA-Förderung berücksichtigt wird.

      MfG Hans
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      • # 145919

      HolderAG3 schrieb:

      Danke dir Hans. Wie gesagt ich bin kein Fan von Wärmepumpen. Ausser es ist ein super isolierter Neubau dann kann man drüber nachdenken.
      Ich warte jetzt mal sein Angebot ab und hoffe das sich auch die anderen Heizungsbauer mal melden. Aber die sind wohl alle mit Arbeit überhäuft so wie es aussieht.
      so ist es, daher musst man Eigeninitative zeigen.
      Ich habe mir Kessel rausgesucht, welche für mich von Interesse sind. Dann bin ich auf die Herstellerseiten gegangen und habe mir dort Unternehmen anzeigen lassen, die diese Kessel an deinem Standort verbauen und wenn dieser Service nicht angeboten wird, fragt man telefonisch oder per Mail beim Hersteller direkt an.
      Wie du schon festgestellt hast, arbeiten die Betriebe oft nur mit einem mehr oder weniger festen Hersteller zusammen.

    Webutation