Holzvergaser-Häcksler

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      • # 148838

      Holzvergaser-Häcksler

      Hallo Forum,
      ich habe vor einen Holzhäcksler mit Holzvergaser zu betreiben. Das Ziel ist es kein Benzin oder Diesel mehr zu brauchen um meine Äste zu häckseln.
      Bis jetzt ist die Idee einen Häcksler mit Zapfwellenantrieb (Link) mit einem Holzvergasermotor mit Zapfwelle (gibt es sowas?) zu betreiben. Das ganze auf einen Karren den man zu zweit ziehen kann und fertig ist der Energie-Autarke Häcksler. Wie schätzt ihr das ein? Wie würdet ihr das machen? Wie sieht es mit Schmierstoffen wie Motorenöl aus und Schmierstoff für die Zapfwellen? Gibt es da auch Alternativen sich selbst damit zu versorgen?
      Hier der Links zu der Komponente die ich benutzen will als Häcksler.


      Oder macht es Sinn gleich einen normalen Häcksler mit Motor umzubauen auf Holzvergaser?

      Ich hoffe ihr könnt mir helfen und habt kreative Ideen.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Chester Nuts
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      • # 148839
      Hallo Chester Nuts.

      Chester Nuts wrote:

      Ich hoffe ihr könnt mir helfen und habt kreative Ideen.
      willkommen im Forum, falls du es ehrlich mit uns meinst und dich nicht im Nachhinein als Troll entpuppst.

      Jemand der mit schrägen Ideen und gleich entsprechenden Links um die Ecke kommt, der ist i.d.R. mit Vorsicht zu genießen (Erfahrungswerte).

      Im Großen und Ganzen beschäftigen wir uns hier im Forum mit der Funktionalität und dem Umbau/Neubau von Heizungsanlagen. Wir nutzen die Holzvergasungstechnik für die
      Beheizung unserer Häuser und nicht als Antriebsmaschinen für die Holzbearbeitung.

      Aber bitte, wenn es dir ernst ist und du hier evtl. fündig wirst, was Infos und Gesprächspartner angeht, dann viel Erfolg.

      Gruß, Michael

      Nachtrag: Die beiden Links in deinem Beitrag habe ich erstmal gelöscht. Dadurch wird weder dein Beitrag verfälscht noch geht der Sinn verloren.
      Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
      Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4
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      • # 148840
      Hallo Holzpille,
      danke für die Antwort :) und ich bin kein Troll; auch wenn ich Haare auf den Füßen habe. Ach ne das waren ja die Hobbits ;)
      Ist ok das du die Links gelöscht hast. Ich wollte hier nicht Werbung für die Firma machen oder so.
      Gibt es hier denn Menschen die Holzvergasermotoren nutzen wie zum Beispiel für Autos oder Traktoren? Ich denke solche Menschen könnten mir da bestimmt weiterhelfen.
      Ich hoffe auf gute Ideen,
      Chester
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      • # 148841
      Hallo und willkommen auch von meiner Seite!

      Es klingt so naheliegend mit nem Holzvergasermotor irrgendwas anzutreiben.

      Da es keine erschwinglichen Lösungen in diesem Bereich gibt ,auch bastlertechnisch nicht, hätte ich einen entfernteren Vorschlag der aufs selbe hinausläuft.

      Sofern es in deinen Möglichkeiten liegt eine Solarthermieanlage selbst bei dir zu montieren, hast du dank Förderung die Möglichkeit mehr an Geld zu sparen wie dich das Holzhäckseln mit Benzin kostet.
      Obendrein sparst du so mit hoher Wahrscheinlichkeit generell Benzin und Brennstoffbedarf ein ,da die gute Hälfte des Jahres kein fossiler Brennstoff nötig ist.
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      • # 148845
      In Tschechien CZ sieht man ab und an so ein Ding fahren. Habe den Vergaser auch schon im Pkw Hänger gesehen mit Schlauch in den Kofferraum rein. Im Hänger lagen etliche Netzsäcke mit Kleinholz.
      So ein Antrieb mit Motor für Holz kleinmachen.........
      MfG Jürgen



      DC GSE 30; Wirbulatoren Version 2.0; 2 x 1000 lt. Puffer; WW: Vissmann Vitacell 300
      UVR1611/C.M.I.
      RLA Dreiwegereglung; Kessel Vorheizung;
      Notheizung De Dittrich Gaskessel von der Hydraulik getrennt durch elektr. Dreiwegekugelventil.
      180 m² Wohnfläche; Esse 11 m

      striegistal-wetterstation.de/
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      • # 148846
      Hallo,

      hier mal ein wenig Input:

      wiki.gekgasifier.com/w/page/27…or%20the%20GEK%20v4%20Kit

      Viel Erfolg.

      Gruß, Michael
      Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
      Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4
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      • # 148847
      Moin Moin!

      Mein Opa hatte in den 1940er und 1950er Jahren ein Traktor, der mit Holzgas betrieben wurde.
      Es war ein Hanomag R40 und ich habe ihn als Kind/Heranwachsender viel über dieses Dingens ausgefragt.
      Den Traktor gab es auch in einer Dieselversion.
      Der Holzvergaser hatte einen vergrößerten Hubraum, um den Leistungsverlust zu kompensieren, und arbeitete nicht mehr nach dem Diesel-, sondern dem Otto-Prinzip.
      Es gab fast nur Nachteile gegenüber einer Dieselmaschine:

      1.)
      Man konnte da nicht einfach Holz rein schmeißen und fahren.
      Das Holz wurde zu homogenen Stücken gesägt und gehakt, ungefähr so groß wie eine Zigarettenschachtel (etwas kleiner),
      sodass der Brennstoff Schüttgutcharakter hat, also gut nachrutscht.
      Des weiteren mussten die Holzstücke sehr gut getrocknet werden.
      Der Gaserzeuger reagiert sehr stark auf Schwankungen in der Holzfeuchte und -Körnung.
      Vor der Fahrt musste der Gaserzeuger bestückt und angeheizt werden.
      Man hatte also im Vorfeld schon eine Menge Arbeit und der Motor hat über den Tag verteilt viele große Säcke voll Holzwürfelchen gefressen.
      Heute könnte man diesen Aufwand wahrscheinlich minimieren, indem man Holzpellets verwendet und den Gaserzeuger entsprechend umrüstet.
      2.)
      Das entstehende Holzgas ist stark verschmutzt mit Teer, Asche, Ruß usw. und muss deshalb gereinigt und gekühlt werden, bevor man es dem Motor zuführen kann.
      Problem hierbei ist, dass die Kühler, Zyklone und Filter ständig gereinigt werden müssen, um nicht zu verstopfen.
      Der Wartungs- und Pflegeaufwand ist also immens.
      3.)
      Der Motor bringt im Holzgasbetrieb nur noch einen Bruchteil seiner ursprünglichen Leistung.
      Bei dem genannten Traktor wurde deshalb der Hubraum vergrößert.
      Dennoch gab es immer Probleme wegen mangelnder Motorleistung.
      4.)
      Der Gaserzeuger hat eine hohe Trägheit.
      Wenn man also bei dem Traktor aufs Gaspedal getreten hat, konnte man nicht sofort eine Beschleunigung erwarten, da der Gaserzeuger relativ lange braucht, um sich an eine höhere zu liefernde Gasmenge anzupassen.
      Ist man eine Weile Vollgas gefahren und ist dann vom Gas gegangen, so hat der Gaserzeuger noch eine Zeit lang die hohe Gasmenge nachgeliefert.
      Diese Probleme wirst Du bei einem Häcksler auch bekommen, denn wenn Du da einen Baumstamm reinsteckst, sinkt die Drehzahl leicht ab und der Fliehkraftregler am Vergaser gibt automatisch Vollgas.
      In dieser kurzen Zeit ist aber noch kein Gas in ausreichender Menge vorhanden und der Motor verschluckt sich/ geht aus.
      Man kann mit einem Holzvergasermotor keine schnellen Lastwechsel realisieren.
      Bei einem Häcksler könnte man dieses Problem mit einer sehr großen Schwungscheibe kompensieren.
      5.)
      Dass ein Motor richtig funktioniert, muss ein definiertes Verhältnis zwischen Brennstoff und Luft herrschen (siehe Lambda-Wert).
      Mit zu viel Brennstoff/Brenngas kommt der Motor relativ gut aus, bis zu einem Punkt wo die Leistung nachlässt und der Motor ausgeht.
      Zu wenig Brenngas (also zu viel Luft) ist problematischer, da der Motor dadurch überhitzt.
      In der Folge kann es zu Kolbenklemmern und durchgebrannten Kolben/Ventilsitzen kommen - alles ernste Motorschäden.
      Man muss also das Verhältnis zwischen Holzgas und Luft ziemlich genau einstellen.
      Und hier liegt das Problem.
      Erstens muss man den Lambda-Wert messen können, was heute mit einer Lambdasonde relativ einfach möglich ist, damals allerdings nicht.
      Und zweitens muss man die Mengen von Luft und Brenngas ständig nachregulieren unter Beachtung der Trägheit des Gaserzeugers.
      6.)
      So ein Gaserzeuger erzeugt einen penetranten unangenehmen Geruch und gibt auch einige gesundheitlich nicht unbedenkliche Substanzen an die Umgebung ab.
      7.)
      Im Gaserzeuger können Hohlbrände entstehen.
      Dann wird kein Gas mehr produziert und man muss erst die Holzstücken mit einem Stab zu Nachrutschen bringen.
      8.)
      Es kommt immer mal zu Verpuffungen --> Gefahr von Verletzungen und Bränden
      9.)
      Der Motor erreicht nicht seine ursprüngliche Lebensdauer, da trotz Filter Verunreinigungen in die Zylinder gelangen und dort für erhöhten Verschleiß sorgen.
      Aus dem gleichen Grund muss auch das Motoröl öfters gewechselt werden.

      Grundsätzlich ist Dein Vorhaben machbar, das ist schon oft gezeigt worden (Traktoren, Autos, LKW, Busse, Blockheizkraftwerke).
      Allerdings überwiegen die Nachteile so sehr, dass die Sinnhaftigkeit fraglich ist.

      Es gibt in dieser Richtung eine Menge Alternativen:

      1.)
      Dieselmotor mit Biodiesel betrieben
      2.)
      Dieselmotor umgerüstet auf reines Pflanzenöl
      3.)
      Benzinmotor umgerüstet auf Bioethanol (E85 gibt es an manchen Tankstellen)
      4.)
      Elektromotor betrieben mit Ökostrom
      5.)
      Antrieb durch menschliche oder tierische Muskelkraft (Pferde, Esel, Ochsen)

      MfG Hans
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      • # 161855
      Hallo

      Neulich habe ich das Thema "Strom aus Holzgas" mit meinen Kumpels am Stammtisch diskutiert. Dabei hat sich uns die Frage aufgedrängt, warum (zumindest in Großanlagen) das Holz nicht einfach konvenzionell -holzvergasertechnisch verbrennt wird und mit der Hitze ein Dampfturbine angetrieben wird. Beide Techniken, Holzvergaser als auch Dampfturbinen sind ausgereift und haben einen viel besseren Wirkungsgrad, als ein Verbrenmnungsmotor. Wartungstechnisch stünde man mit einer Dampfturbinenanlage sicher auch besser da. Ich denke da an zugeteerte Filter, welche laufend zu reinigen sind, Ölwechsel am Motor usw.

      Hat jemand von euch eine Ahnung warum diese Technik nicht angewand wird oder gibt es vielleicht irgendwo wider meines Wissens eine derartiges Werk?

      Hintergrund dieser Diskussion ist das Fernheizwerk in einem Nachbardorf. Dort wird eine Holzvergaseranlage mit Verbrennungsmotor mit einigen Problemen betrieben: Die erste Vergasungsanlage funktionierte jahrelang so schlecht, dass schließlich fast alles (außer dem Motor, glaube ich) wieder hinausgeworfen werden musste. Es hat dort in der "Betreibszeit" auch zwei Mal gebrannt und aus dem Kamin sind regelmäßig Flammen geschlagen, wenn man vorbei fuhr. Selbstverständlich war die Firma, welche die Anlage installiert hatte inzwischen in Konkurs gegangen. Der Altmetallhändler hat sich mit den zahlreichen Inoxteilen garantiert die Nase vergoldet.

      Dann durfte eine andere Firma ihre Anlage installieren, welche jetzt scheinbar einigermaßen funktionieren soll. Der finanzielle Verlust, welchen das Fernheizwerk mit der alten Anlage gemacht hat, muss jedoch immens sein.

      Grüsse
      Helmut
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      • # 161856
      Um eine Dampfturbine anzutreiben bedarf es ja keine HV Anlage .
      Es gibt die alte Möglichkeit aller Imbert Technik das Gas direkt in einem Motor umzusetzen oder das ganze mit einem Stirling Konzept zu kombinieren.
      Alles in allem kompliziert und anfällig.
      Etabliert ist Biogas.
      Hier ist ein Vielfaches mehr an Gas zu gewinnen Dank der Bakterien.Leider schwer in diverse Köpfe zu bekommen.
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      • # 161869

      Randy wrote:

      Um eine Dampfturbine anzutreiben bedarf es ja keine HV Anlage .
      Es gibt die alte Möglichkeit aller Imbert Technik das Gas direkt in einem Motor umzusetzen oder das ganze mit einem Stirling Konzept zu kombinieren.
      Alles in allem kompliziert und anfällig.
      Ja, die Imbert - und auch die styrling Techniken sind kompliziert und anfällig. Um genau diesen aufwändigen Techniken aus dem Weg zu gehen, meinte ich doch, ob es nicht vielleicht einfacher sein könnte den Dampf für eine Turbine mit einem (natürlich extra dafür konsrtuierten Holzvergaserofen) zu erzeugen?

      Selbstverständlich ist Biogas eine tolle Sache. Wir haben einige derartige Werke in der Umgebung. Aber wenn es konkret darum geht aus Holz Strom zu produzieren, wird die Biogas Methode wohl nicht funktionieren? Und falls doch, würde die vermehrt anfallende Güllemenge wahrscheinlich problematisch werden?

      Viele Grüsse
      Helmut

    Webutation