SIEGER: Holzbrenner zur Pool-Beheizung

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      • # 149073

      SIEGER: Holzbrenner zur Pool-Beheizung

      Ein herzliches Hallo an alle,

      als Frischling in diesem Forum bitte ich mir meine Ahnungslosigkeit zu verzeihen und obendrein mir zu helfen.
      Bestimmt habt Ihr das Wissen, dass mir noch fehlt.

      Also:
      Ich habe günstig einen alten SIEGER Holzbrenner erworben, mit dem ich unseren Garten-Pool in den Übergangsmonaten beheizen möchte.
      Prinzip super einfach: Tauchpumpe, 1 Zoll Gartenschläuchee, Heizkreis, fertig.
      Keine Regelung, kein High tech - einfach nur Feuerstelle mit Warmwasser.







      Zunächst habe ich die zwei Schläuche an den zwei 1/2" Anschlüssen ganz links angeschlossen. Dieses ist definitiv ein geschlossener Kreis.
      Effekt: Kessel heizt auf > 90°C, Wasser bleibt aber nahezu unverändert.

      Dann habe ich mal versuchsweise mit einem Schlauch Wasser in das mittige obere Rohr gegeben - und siehe da:
      a) Es kommt Wasserdampf aus beiden rechten großen Eisenflanschen
      b) Die Temperatur meines Wasserkreises steigt sofort auf gefühlte 60°C

      Ich vermute also das gute Stück hat einen Wärmetauscher drin - oder so ähnlich.

      Könnt Ihr mir bitte weiterhelfen, wie ich das Teil richtig anschließen muss? Leider findet sich im Netz nirgendwo ein altes Handbuch.

      Herzlichen Dank und Gruß,
      Johannes
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      • # 149074
      Hallo,
      Da wir hier in Deutschland sind, sollte der 1. Gang zum Schornsteinfeger sein.
      Dann sollte man schon den genauen Type wissen.
      Dieser steht in der Regel auf dem Typenschild-
      Nur, wenn das Typenschild mit dem CE-Zeichen fehlt, dann hast du einen Eisenhaufen.

      Man kann aber jetzt schon sagen das du mit dem Ofen wegen der einzuhaltenden Grenzwerte keinen guten Kauf gemacht hast.

      Zudem scheint das ein Kessel mit Obenabrand und kein Holzvergaser zu sein.
      Wenn das kein Holzvergaser ist, dann hole, ohne viel rum zu suchen gleich den Schrotthändler.

      Tut mir Leid, aber bessere Nachricht habe ich nicht.

      mfg
      HJH
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      • # 149078
      Zur Vermeidung von Missverständnissen:

      Der Festbrennstoffkessel steht an der frischen Luft und wird vermutlich einmal vor der Sommersaison für vielleicht 6 Stunden betrieben und einige wenige Male nach der Saison (ca. September) zum Zuheizen beim Pool-Wasser.

      Das kann man also vom Verständnis (nicht juristisch, sondern logisch) mit dem klassischen Lagerfeuer oder einer Grillparty vergleichen.

      Für den Zeitraum von ca. Ende Mai bis September schafft es unsere Solaranlage auf dem Dach den Pool bei über 26°C zu halten.
      Lästig ist lediglich die eine Woche Dauer nach dem Befüllen mit eiskaltem Grundwasser.

      Nun zum eigentlichen Thema:

      Nach stundenlangem Googlen fand ich zumindest ein paar Bilder von ähnlichen Geräten, die klar auf der Rückseite Rohranschlüsse an den beiden großen Flanschen zeigen. Ich gehe also fest davon aus, dass über diese Flansche ein Kreislauf betrieben wird, in dem dann der von mir anfänglich genutzte Kreis "eingebettet" ist. Somit Prinzip Wärmetauscher.

      Dennoch würde mir eine Komplettübersicht zu den Anschlüssen sehr helfen.
      Gibt es denn keinen von Euch, der auf einen Blick hin sagen kann, welcher Anschluss wie genutzt wird?

      Einen schönen Sonntag und Gruß,
      Johannes
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      • # 149079
      Hallo,

      jo-loom schrieb:

      Gibt es denn keinen von Euch, der auf einen Blick hin sagen kann, welcher Anschluss wie genutzt wird?
      doch, eigentlich jeder von hier. Aber in der Sommerpause gehts hier auch etwas beschaulicher zu.

      Der Anschluss ganz oben ist für Sicherheitsventil, Kesselentlüftung und Manometer vorgesehen. Es gibt fertige Kesselsicherheitsgruppen.
      Die beiden Anschlüsse mit den Flanschen sind Kesselvorlauf (oben) und Kesselrücklauf (unten) Also oben kommt das heiße Wasser raus und unten geht das kühlere Wasser wieder rein.
      Die beiden dicht beieinander liegenden Anschlüsse sind einee Kühlschleife der den Kessel vor Überhitzung im Heizvorgang schützt. Im Anschluss schräg über den Anschlüssen der Kühlschleife befindet sich eine Tauchhülse für die Thermische Ablaufsicherung (TAS). Diese löst bei Überhitzung (100°C) aus und es fließt kaltes Leitungswasser durch die Kühlschleife und verhindert Schäden am Kessel.
      In den Anschluss ganz unten wird in der Regel das Ausdehnungsgefäß und ein KFE Hahn montiert. Der KFE Hahn dient zum Füllen und Entleeren der Anlage. Bei einer "normalen" Anlage sololte dort aber nicht befüllt werden. Aber in deinem Fall ist es egal.

      Ich weiß jetzt nicht genau wie du den Pool erwärmen willst, aber das Wasser vom Pool direkt durch den Holzkessel schicken solltest du aus hygienischen Gründen tunlichst lassen.
      Wenn, dann nur über einen Wärmetauscher. RLA wirst du eher nicht brauchen, dafür aber eine Pumpe. Einbau dann in den kühleren Rücklauf.

      Gruß, Michael
      Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
      Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4
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      • # 149080
      Hallo Michael,

      hab herzlichen Dank - das waren super hilfreiche, fundierte Aussagen!

      Gestern habe ich bereits zwei Flacheisenplatten 120 mm x 120 mm x 6 mm bestellt, so dass ich kommendes Wochenende zwei Gegenplatten zu den Flanschen schweißen kann (Drehbank und Schweißgerät habe ich).
      Dazu dann aus dem Dieselmotorenbau ein Blatt 1,5 mm Dichtungspapier (Tesnit, Hochdruck-Aramid bis 200°C), aus dem ich die Dichtungen schneiden werde.

      Nun sehe ich zwei Möglichkeiten:

      A) Ich pumpe das Poolwasser durch den großen Kreis (vermutlich stark rostig) und schleife einen Garten-Wasserfilter ein oder gar einen Sandfilter wie bei Pool-Technikanalagen.

      B) Ich nutze die "große Kammer" für ein geschlossenes System mit Umwälzpumpe und Ausdehnungsgefäß plus Kesselsicherheitsbaugruppe und schicke mein Poolwasser durch die Kühlschleife (so wie ich es gestern bereits provisorisch installiert hatte). Dann "sieht" das Poolwasser nur die Innenseite der 1/2" Verrohrung, die deutlich sauberer sein müsste.

      Frage 1:
      Welchen Ansatz fändest Du sinnvoller?

      Frage 2:
      Wie wurden diese Kessel ursprünglich eingesetzt im Verständnis von Heizungskreis (geschlossen) und heisses Brrauchwasser?

      Frage 3:
      Könntest Du mir bitte noch das TAS etwas genauer erklären? Bislang konnte ich ungehindert Wasser durch die Kühlschleife schicken. So wie ich Dich verstehe, würde diese dann bei > 100°C mit dem mittigen oberen Anschluss verbunden, so dass es dann dort herausplätschert - richtig?

      Frage 4:
      Was ist RLA? (Rücklauf...A???)
      An Pumpen nutze ich eine hochwertige Tauchpumpe, die auf dem Poolboden steht und 3600 Liter pro Stunde umwälzt. Anschluss für 1" Schlauch.
      Im Falle der Lösung B würde ich zusätzlich eine klassische Heizungsbau-Umwälzpumpe an der Kesselrückseite anbringen, die den geschlossenen Kreis umwälzt.

      Frage 5:
      Auf welchen Druck würde man den geschlossenen Kreis einstellen bzw. absichern? Bei meiner Gas-Hausheizung sind es etwa 3 bis 4 Bar nach Erinnerung.

      Es wäre irre nett, wenn Du mir nochmals weiterhelfen könntest.

      Einen schönen Sonntag und Gruß,
      Johannes
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      • # 149081
      Hallo,

      jo-loom schrieb:

      A) Ich pumpe das Poolwasser durch den großen Kreis (vermutlich stark rostig) und schleife einen Garten-Wasserfilter ein oder gar einen Sandfilter wie bei Pool-Technikanalagen.

      jo-loom schrieb:

      B) Ich nutze die "große Kammer" für ein geschlossenes System mit Umwälzpumpe und Ausdehnungsgefäß plus Kesselsicherheitsbaugruppe und schicke mein Poolwasser durch die Kühlschleife (so wie ich es gestern bereits provisorisch installiert hatte). Dann "sieht" das Poolwasser nur die Innenseite der 1/2" Verrohrung, die deutlich sauberer sein müsste.

      jo-loom schrieb:

      Frage 1:
      Welchen Ansatz fändest Du sinnvoller?
      Wenn du den Kessel als WT benutzen willst dann eher Plan "B". Allerding ist auch die Kühlschleife aus Eisenrohr. Man weis bei so einem betagten Kessel immer nicht genau, wie stark die Kühlschlange genutzt wurde. Es kann also durchaus sein, dass die ziemlich marode ist. Je nachdem, wie die Anbindung ans Kaltwassernetzt vorgenommen wurde. Entweder nass oder trocken angebunden war und wie oft die TAS ausgelöst hat.

      jo-loom schrieb:

      Frage 2:
      Wie wurden diese Kessel ursprünglich eingesetzt im Verständnis von Heizungskreis (geschlossen) und heisses Brrauchwasser?
      Mit diesem Kessel wurde nur Heizungswasser direkt erhitzt. Trinkwarmwasser nur indirekt über externen WT (Warmwasserspeicher mit innenliegenden Rohrwendel)

      jo-loom schrieb:

      Frage 3:
      Könntest Du mir bitte noch das TAS etwas genauer erklären? Bislang konnte ich ungehindert Wasser durch die Kühlschleife schicken. So wie ich Dich verstehe, würde diese dann bei > 100°C mit dem mittigen oberen Anschluss verbunden, so dass es dann dort herausplätschert - richtig?
      Die TAS ist ein Ventil das mit der Kühlschleife und der Kaltwasserleitung verbunden ist. Der Fühler der TAS wird in die vercr. Tauchhülse gesteckt. Der Fühler ist mit einem Hohlröhrchen an die TAS verbunden. In diesem Hohlröhrchen befindet sich Benzol. Das dehnt sich aus und öffnet bei ca. 100°C das Ventil. Erst langsam und mit steigender Temperatur immer weiter. Die Kühlschleife ist nichts anderes als ein Rohrwendel, ähnlich der Feder einer Wäscheklammer. Einmal rein, durch das Wendel und am zweiten Rohr wieder raus in einen Abfluss. Nach Absinken der Temperatur unter den Öffnungswert schließt das Ventil.

      jo-loom schrieb:

      Frage 4:
      Was ist RLA? (Rücklauf...A???)
      An Pumpen nutze ich eine hochwertige Tauchpumpe, die auf dem Poolboden steht und 3600 Liter pro Stunde umwälzt. Anschluss für 1" Schlauch.
      Im Falle der Lösung B würde ich zusätzlich eine klassische Heizungsbau-Umwälzpumpe an der Kesselrückseite anbringen, die den geschlossenen Kreis umwälzt.
      RLA = Rücklaufanhebung. In deinem spez. Fall kann die entfallen. In den primär Kreislauf ein Ausdehnungsgefäß (18 ltr.) nicht vergessen. In den sekundären Kreislauf wurde ich einen Kugelhahn zur Wassermengenregulierung einbauen. Das Wasser muss sich ja auch erwärmen können.

      jo-loom schrieb:

      Frage 5:
      Auf welchen Druck würde man den geschlossenen Kreis einstellen bzw. absichern? Bei meiner Gas-Hausheizung sind es etwa 3 bis 4 Bar nach Erinnerung.
      1- 1,5 bar max. Wenn in deiner Hausanlage 3-4 bar anliegen stimmt da was nicht. Heizungsanlagen werden zum überwiegenden Teil mit 2,5 bar Sicherheitsventil betrieben.
      Manchmal auch mit 3 bar. der Fülldruck einer Anlage liegt i.d.R. bei 1,3 - 1,5 bar max.


      Gruß, Michael
      Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
      Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4
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      • # 149083
      Nochmals ein ganz dickes Dankeschön, Michael!
      Deine fachkundigen Erläuterungen helfen mir enorm.

      Die nächsten Schritte werden dann sein:

      1) Warten auf die Eisenplatten - dann Herstellung von zwei Platten als dichter Abschluss und zweien mit 1" Gewindeanschluss. Damit kann ich dann alle nur denkbaren Varianten ausprobieren.

      2) Spülen des großen Heizkreises mit Frischwasser und schauen, was für eine dreckige Brühe rauskommt. Klärung der Fragestellung, ob dieser Betrieb mit einem nachgeschalteten Wasserfilter funktionieren kann.

      3) Ausprobieren zweier Varianten:
      a) Pool-Wasserkreis mit externer Tauchpumpe durch die zwei dicken Flansche am Brenner
      b) Pool-Wasserkreis mit externer Tauchpumpe durch die 1" Anschlüsse unten (Ablauf) und oben (Kesselarmatur) mit verschlossenen Flanschen

      4) Tüfteln mit einem geschlossenen Heizkreis (1,5 Bar, Ausdehnungsgefäß, Umwälzpumpe, Manometer, Überdruckventil) und Nutzung des Kühlwasserkreises zur Poolwasser-Erwärmung

      Ich werde dann ein paar Bilder einstellen und von den Erfahrungen berichten.
      Zwischenzeitlich konnte ich schon mal günstig eine Sammlung gebrauchter Ofenrohre auftreiben, so dass die Kosten überschaubar bleiben.

      Und jetzt geht's erst mal bei 27°C in den Pool, auch ohne Brenner - noch habe ich ca. 4 Wochen Zeit bis die Zusatzheizung laufen muss...

    Webutation