Neue Heizungsanlage geplant....viele Unbekannte :(

  • Hallo,


    ich bin neu hier im Forum und von den ganzen Infos etwas überfordert...


    Wir (2 Erw.+ (bald) 3 Kinder kaufen gerade ein Haus. Hier wollen/müssen wir einiges umbauen. In diesem Rahmen möchte ich auch die Heizung ändern. Ich favorisiere einen HV im Keller + Solar auf dem Dach + alten Öler + Kaminofen im Wohnzimmer (für die Gemütlichkeit).


    Problem:Schornstein muss neu


    Nun habe ich hier im Forum so viel gelesen, dass ich das Gefühl bekomme um einen HV vernünftig zu betreiben muss man mindestens HB-Meister sein...man liest ja auch nur die Problem-Posts...


    Ich beantworte erstmal den Katalog und im Anschluss kommen noch ein paar Erläuterungen.


    1.Wie wird Dein Haus jetzt beheizt?:
    alter Öler von 1987, Viessmann Vitola-Biferral mit 18-21kw, Radiatoren
    2. entfällt


    3.Wie groß ist die zu beheizende Wohnfläche m²?:
    nach Ausbau ca. 190m² [120 EG (alt)/DG 70 (neu)]


    4.Steht das Haus in kalter hochgelegenen Gegend,oder Flachland?:
    Flachland


    5.Einschätzung der Wärmedämmung des Hauses (sehr gut/gut/mittel/schlecht/ oder
    wird demnächst)(Fenster/Türen/Keller/Boden):
    Zweischeibenisolierverglasung (u-Wert nicht bekannt, Mauer: Porenbeton ca. 20cm/Hohlschicht ca. 10cm/Klinker, Dachgeschoss wird neu gedämmt


    6.Hast Du schon eigene Vorstellungen über welchen Kessel Typ (Stückholz/Holzbrikett,
    Pellet etc.) wie viel Kw?:
    Atmos/Stückholz/um die 30kw....oder brauche ich mehr?


    7.Wie hoch war dein bisherige Energieverbrauch lt/m³ (Öl oder Gas) im Jahr ?
    Haus wird gerade gekauft. Aktuelle Besitzer verheizen 2400Euro an Öl pro Jahr - also ca 3300-3500 Liter.
    ->Die haben aber auch ein sehr intensives Heizverhalten


    8.Hast Du schon bei einem HB (Heizungsbauer) Angebot machen lassen?:
    nein


    9.Gedanken gemacht über das Fassungsvermögen (lt.) der dazu benötigten Puffer? Der ideale Wert liegt zwischen 50 u. 100 lt/Kw :
    2000Liter?


    9 a. Wie soll Die WarmWasser Bereitstellung er folgen, Wärmetauscher im Puffer;
    Externen WW Puffer;Externer Wärmetauscher oder anders?
    Da bin ich völlig offen...habe bislang an Wärmetauscher im Puffer gedacht


    10.Man rechnet für das Puffer Volumen ab 55 lt/Kw. Die BAFA verlangt für die GSE
    Kessel 55 lt/Kw. Der ideale Wert liegt bei 100 lt/Kw.


    11.Hast Du schon mit Deinem zuständigen Schornsteinfegermeister darüber
    gesprochen?:
    Ja, kurz nachgefragt...komischer Kauz.
    "Lohnt sich alles nicht - nimm lieber eine ordentlich Gastherme..."
    "Laufen nicht ordentlich die Dinger..."
    "Ölheizung muss sowieso bald raus, da ab 2017 dreißig Jahre alt" (ist aber ein Niedrigtemperaturkessel, müsste daher doch vom Austauschzwang ausgenommen sein, oder?)


    ->sinnvolle Info aus dem Gespräch: Schornstein geht dafür nicht :(


    12.Ist die nötige Stellfläche dafür vorhanden einschließlich der
    Puffer/Ausdehnungsgefäß/Pumpen etc.?:
    Ja, haben Platz im Keller


    13. Hast Du schon "genügend" (abhängig von der Kessel Kw) Holz getrocknet
    auf dem Grundstück zu liegen? Hast Du genügend Fläche im Grundstück zur Lagerung des Holzes?
    Bedenke Holz muß zwischen 2 und 3 Jahre an der Luft (oben abgedeckt) trocknen können. Jede Holzlieferung getrennt lagern (Verwechslungsgefahr)
    Da ich das Haus noch nicht habe, natürlich nicht. Werde mein Holz zwar mitnehmen, aber mein bisheriger Verbrauch war geringer, da nur normaler Kamin.
    Ich werde alson die ersten Jahre mit Öl zuheizen.
    Platz ist vorhanden.



    Ich bin in der Planungsphase und habe mit der Anlage keinen großen Druck, da der Öler ja auch noch da steht. Aber da wir im Haus einiges umbauen (DG Ausbau+ein paar Wände im EG verändern), will ich nun schon den Schornstein dementsprechend setzen lassen...


    Ein Kamin soll ins Wohnzimmer, der HV in den Keller darunter. Man könnte also einen Zwei-Zugigen-Schornstein neu dort einsetzen lassen und den alten für den Öler belassen.
    Ich habe auf dem alten Schornstein kein "Typenschild" gefunden.


    Nun komme ich langsam ins Grübeln (meine Frau ist sowieso erklärter Gegner)


    Lohnt sich das ganze überhaupt? Neuer Schornstein (gemauert) mit Durchbrüchen usw. kostet ja auch ordentlich...
    Der Schornsteinfeger meinte, dass ein HV an den alten Schornstein nicht geht, ein Kamin würde aber gehen, da dieser nicht so oft betrieben werden würde. Komischer Grund...
    Ich werde noch einmal mit dem Schorni reden mussen :(


    Ans Holz komme ich günstig ran...


    Aktuell nutzen wir unseren Kamin so intensiv wie es geht (neueres Haus/Aufstellraum ist relativ schnell zu warm). Im neuen (alten) Haus will ich die Wärme vom Holz besser nutzen, daher dachte ich zunächst über einen wasserführenden Kamin nach und kam dann anschließend zum HV...


    Was erhoffe ich mir von euch? Jede Menge Tipps und Anregungen...

  • 5.Einschätzung der Wärmedämmung des Hauses (sehr gut/gut/mittel/schlecht/ oder
    wird demnächst)(Fenster/Türen/Keller/Boden):
    Zweifach-Verglasung, Mauer: Porenbeton/Hohlschicht/Klinker, Dachgeschoss wird neu gedämmt


    Was ist Zweifachverglasung? Die zwei Scheiben Glas mit Luft dazwischen aus dem vorletzten Jahrhundert oder Zweischeibenisolierverglasung, und wenn letzteres, von wann, oder Ug-Wert bekannt?
    Wenn Du 3 Schichten hast, entscheidet natürlich die Dicke dieser Schichten über die Dämmgüte.
    Mit was wird denn aktuell geheizt, Radiatoren, Fußbodenheizung...?
    Hat das Haus denn Gasanschluß, wenn der Schornie Gas empfiehlt?
    Du schreibst gute 3000 l Gas als aktueller Verbrauch, aber Ölheizung.
    In Sachen Solarthermie, wie hoch ist denn der Warmwasserverbrauch bei Euch, am besten aufgeteilt auf die Jahreszeiten?
    Kannst Du Solarthermie, HVK, Kamin etc. selbst einbauen, oder Dein Vater etc.? Oder sind das an Firmen zu vergebende Aufträge?


    Grüße
    Pflaume

  • Nun habe ich hier im Forum so viel gelesen, dass ich das Gefühl bekomme um einen HV vernünftig zu betreiben muss man mindestens HB-Meister sein...man liest ja auch nur die Problem-Posts...


    Hallo,


    Ist das nicht immer und überall so?
    Denk doch einmal an das Auto fahren, da macht man den Führerschein, dann muss man sich um die Finanzen kümmern, dann das richtige Auto kaufen.
    Dann geht es in die Werkstatt, auch hier solltest du ein wenig Wissen mitbringen.


    Hier etwas zum lesen:


    Einstieg 2.17; Hydraulik SO_13.19; Hydraulik HW 13.17; Bericht 1 Solare Wärmeerzeugung hydr.Abgl._11_ 1-12
    Das Elende Thema mit dem Hydraulikplan... Neue Anlage


    Bericht Teil 2 Solare Wärmeerzeugung hydr.Abgl._11_ 13-21
    Das Elende Thema mit dem Hydraulikplan... Neue Anlage


    Excelblatt HV-Speichergröße_04.9
    Das Elende Thema mit dem Hydraulikplan... Neue Anlage


    Im Anhang noch mein Einstieg in die HV Welt


    3500 Ltr. Heizöl pro Jahr lässt auf eine Heizlast so um die 11 kW schließen.
    Da würde ich schon ein wenig an das Dämmen denken. Aber willst du ja auch machen.
    Setze dann gleich die Fenster IN die Dämmung, dazu gibt es extra Bauteile. Sonst ist die Laibung eine recht große Wärmebrücke.


    Bei meinem Umbau habe ich meinen alten Ölkessel raus geschmissen (war ein Edelstahlkessel und lief noch, auch nach über 30 Jahren Betriebszeit)
    und mir einen neuen Brennwertkessel eingebaut waren Kosten von ca. 3600 € inkl Kunststoffkamin im alten Belüftungsschacht.
    Einbau habe ich selbst gemacht.
    War für mich eine gute Entscheidung.


    Vergiss das mit den Speicherangaben der BAFA. Ich habe dir dazu einen Link zu einem Excelblatt angegeben.


    Alles was den Schornstein betrifft gilt nur ein Wort, das ist das des Schornsteinfegers.
    2 Öfen mit Gebläse an 1 Schornstein wird in der Regel nicht zugelassen. Es sei denn du kannst sicher trennen.
    Deshalb auch meine Lösung mit dem Brennwertkessel mit Abgasrohr im alten Luftschacht.


    Ein wasserführender Ofen im Wohnzimmer ? Das Überlege dir einmal. Da wird nachher die Wärme durch das Öffnen der Fenster geregelt.
    Dann der zusätzliche hydraulische und elektrische Aufwand...
    Nimm einen Ofen ohne Wassertasche, dann hast du auch deine emotionale Wärme.
    Du wirst eine Holzverbrennung nur in einem HV mit einem annähernd guten Wirkungsgrad durchführen können.




    mfg
    HJH

  • Hallo Bruegge,
    Du hast Dich vorgestellt und auch den Fragekatolog so gut wie möglich abgearbeitet und schon Antworten bekommen, A B E R


    zuerst einmal herzlich willkommen in unserem Forum :hello: und wir wünschen Dir für Dein Vorhaben alles gute. Wir werden mit Dir mit unseren Erfahrungen/Ratschlägen/Tipps helfen. Deine werdende Groß Familie muß zum Winter warm sein.


    Ein Wermutstropfen hast Du schon erwähnt, Deinen Schorni. Leider ist er aber der wichtigste Mann denn ein Schornstein gehört zum Haus. Versuche nocheinmal ein ruhiges Gespräch mit ihm zu führen. Darauf hinweisen es werden soviel Holzkessel verkauft die auch vom Staat durch die BAFA gefördert werden. Da muß also diese Heizart (Holz) doch gut sein.

    Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist. Dalai Lama

    https://zitatezumnachdenken.com/dalai-lama


    Mit freundlichem Gruß Jürgen


    Ekomet mini Plus

    2 x 1000 lt Puffer

    Propangas GK De Dietrich

    WW Boiler 300 lt

    UVR 1611

  • Mit dem Ölkessel ist das so eine Grauzone. Ist ein ein echter NT Kessel darf dieser Bleiben solange die Abgaswerte stimmen. Der Biferal an sich ist Haltbar, aber nach 30 Jahren kann der schon recht angegammelt sein an seinen Problemstellen. Denn es ist ein Stahlkessel - diese sind anfällig für Kondensat, was auch in der Startphase entsteht.


    Daher der kann - muss aber nicht - bald die Grätsche machen. Mindestens die Elektronik wird dir in Kürze den Dienst mit steigendem Risiko ausfallen.



    Dann zum Ölverbauch -> Hier erst einmal mit der vorhandenen Anlage das System optimieren. In der Zeit Brennholz beschaffen und trocknen lassen.


    Denn ich kenne viele die die Heizung falsch betreiben und so 10-30% unnützen Mehrverbrauch haben.
    Hier mal eine Webseit - aufbau ist etwas Gewöhnungsbedürftig - aber die Informationen sind hervorragend!
    http://martin-havenith.de/optimierung/optimierung.html


    Denn wenn du an einer Unoptimierten Anlage einfach einen HV anbaust, Sparst du zwar Vermeintlich Ordentlich Geld - aber verschleuderst immer noch einiges an unnützer Energie. Und bedenke - jeden Holzscheit den du bei gleichbleibendem Komfort nicht schleppen musst vermeidet Arbeit ;)


    Ich habe von 2008 an meinen alten Ölkessel optimiert. 2011 im Winter in einer Hauruck Aktion einen Ölbrennwerter eingebaut, da der alte Ölkessel ohne Vorwarnung ein Totalschaden war - und habe dann 2011 im Sommer meinen Atmos + Solarthermie ergänzt. Das ganze dann 3 Jahre optimiert und bin rumum Zufrieden.
    .

  • Kenne Deine finanziellen Verhältnisse und Deine Überlegungen in dieser Hinsicht nicht:


    Nehmen wir mal an, spielt keine Rolle, dann würde ich an Deiner Stelle zuerst einmal die Wohnung so fertigstellen, wie Du es vorhast, die Dämmung auf Vordermann bringen und dann testen, wie hoch der Verbrauch an Heizung im Jahr, der Verbrauch von Warmwasser auf die Monate des Jahres verteilt, ist.
    Aufgrund dieser Daten kannst Du dann, vor allem wenn Du Dich bis dahin weiter im Hintergrund in Sachen Heizung und Solarthermie schlau machst, viel besser entscheiden, was für Dich sinnvoll ist.
    Beim aktuellen Ölpreis gibt es jedenfalls aus finanziellen Gründen kein Argument, jetzt vorschnell in HVK und ST zu investieren. Man kann sich auch nicht vierteilen, außer beim Zauberlehrling.
    Du hast auch ohne die Heizung sofort anzugehen genügend Arbeit vor Dir, genügend Punkte, die im Familienrat für Zank sorgen werden. Sich zu sehr zu zersplittern bringt nur Ärger.
    Eines kann ich aus eigener Erfahrung in jedem Fall sagen, ST und HVK, in abgeschwächtem Umfang gilt das selbst für Erneuerung von Fenstern und eines WDVS, wirklich rechnen tut sich das nur dann, wenn man alles selbst machen kann, wenn nicht - ist die Amortisationszeit wirklich lang. Das macht dann nur Sinn aufgrund des danach deutlich erhöhten Wohnkomforts, wenn es richtig gemacht wurde.


    Wenn Du allerdings wegen Fördermitteln alles aus einem Guß beantragen willst, sieht die Sache etwas anders aus. Aber selbst in diesem Fall würde ich zuerst einziehen, die Wohnung ausbauen, die Verbräuche ermitteln, regelmäßig jeden Monate mindestens an einem sonnigen Tag Fotos machen, zum Termin wenn erstmals die Sonne auf das Dach scheint, zur Mittagszeit und wenn die Sonne sich vom Dach verabschiedet.
    Denn nur so erhältst Du eine vernünftige Grundlage für eine evtl. spätere Investition in ST.


    Beobachten, wo geht besonders viel Wärme verloren etc., und dann aufgrund dieser Erfahrungen ein Konzept aus einem Guß erstellen, um eine möglichst große Förderung zu erreichen.
    Aufgrund eigener und der Erfahrungen von anderen Leuten, rate ich aber gerade bei staatlichen Förderungen dazu, im Zweifel eher darauf verzichten, bin damit immer gut gefahren.


    Meist wird man mit staatlichen Förderungen dazu verleitet, Dinge zu tun, die nicht wirtschaftlich sind, klar, wozu sollte der Staat auch sonst dies fördern?
    Dank der staatlichen Förderung und damit verbundener Auflagen wird das, was zu tun ist, oft hinterher wesentlich teurer, als wenn man es ohne Förderung, dafür aber frei in der Wahl der Mittel und der ausführenden Personen, macht.
    Hinzu kommt die staatliche Gängelung, nunja, für den Einen sind zu erfüllende Auflagen, der Papierkram etc. ein zumutbares Übel um an die Staatsknete zu kommen, für den Anderen ist schlicht und ergreifend das die evtl. unter dem Strich zusätzlichen paar Euros nicht Wert - das ist individuell unterschiedlich und das kann nur jeder für sich allein entscheiden.
    In jedem Fall ist es immer gut, wenn man sehr viel Zeit hat, sich das vorher gründlich zu überlegen, was natürlich nicht der Fall ist, wenn Du alle Baustellen gleichzeitig und sofort angehen willst.


    Grüße
    Pflaume

  • Ich kann nur Danke sagen obwohl Du es nicht für mich geschrieben hast. Ich kenne Dich ja nun schon viele Jahre und weiß was Du alles versucht und probiert hast.
    Man merkt eben ältere Menschen haben da ihre Erfahrungswerte im Laufe der Jahre gesammelt.
    Es gibt viele die sagen ich habe Fehler gemacht warum soll ich meine Erfahrungen weitergeben, sollen sie sich doch selber sehen wie weit sie kommen.

    Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist. Dalai Lama

    https://zitatezumnachdenken.com/dalai-lama


    Mit freundlichem Gruß Jürgen


    Ekomet mini Plus

    2 x 1000 lt Puffer

    Propangas GK De Dietrich

    WW Boiler 300 lt

    UVR 1611

  • Vielen Dank für eure Mühen, das Forum ist echt super.


    Im Moment bin ich etwas unentschlossen. Es wird vermutlich nicht, bzw. nicht sofort, auf einen HVK hinauslaufen.
    ...aber ganz abgeschlossen ist das Thema noch nicht ;)


    In ein/zwei Wochen weiß ich mehr und werde hier dann mal meine (neuen) Gedanken posten.

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