ETA SH Abgastemperatur

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  • Hallo,


    wer sich über das Verhalten seines Kessels und vielleicht über die hohe Abgastemperatur wundert dem möchte ich versuchen eine Erklärung zu geben.


    1. Die Abgastemperatur und damit die Leistung des Kessels wird von der Regelung berechnet.


    2. Es ist möglich eine Maximale und eine Minimale Abgastemperatur einzustellen. Die Werkseinstellung beträgt MAX 220°C | MIN 150°C.


    3. Der Kessel versucht immer seine Kesselsolltemperatur zu halten. Werkseinstellung 80°C.


    Da die Pufferpumpe in Abhängigkeit vom Ladezustand der Puffer drehzalgeregelt arbeitet ändert sich auch minimal die Kesseltemperatur. Im Auslieferungszustand wird bis die Puffermitte 60°C (Hysterese Kessel / Puffermitte 20°C) erreicht mit voller Drehzahl gearbeitet. Werden nun die 60°C in der Puffermitte erreicht, reduziert sich die Drehzahl der Pufferpumpe.


    Durch die niedrigere Drehzahl würde sich nun bei weiterhin voller Leistung (Abgastemperatur) die Kesseltemperatur über den Sollwert erhöhen. Deswegen reduziert die Regelung die Gebläsedrehzahl und / oder die Primärluft bis die Abgastemperatur auf ein Niveau gesunken ist um gerade die Kesselsolltemperatur einzuhalten.



    Sollte sich die Abgastemperatur nie verändern obwohl in der Puffermitte bereits über 60°C angezeigt werden muss man die Kesseltemperatur beobachten. Erreicht oder überschreitet der Kessel trotz reduzierter Drehzahl der Pufferpumpe nicht den Soll-Wert von 80°C kann man in kleinen Schritten die Soll-Rücklauftemperatur (Ab Werk 60°C) anpassen. Ein guter Wert für mich ist 65°C - 70°C. Je nach verbauter Pumpe und Durchfluss ist das von Anlage zu Anlage verschieden.


    Ich rate davon ab die Kesseltemperatur zu reduzieren oder die maximale Abgastemperatur auf einen niedrigeren Wert einzustellen. Durch die in der Anheizphase hohe Abgastemperatur wird in kurzer Zeit ein ausreichendes Glutbett erzeugt und es wird sehr schnell eine saubere Verbrennung erreicht.

  • Hallo,


    ich habe die max. Abgastemperatur auf 200 Grad eingestellt.
    Mein SH30 neigte bei Vollast zum wummern und vibrieren.
    Ich vermute es liegt an zu hohem Luftmassenstrom durch den Kessel bei Vollast.


    Ein Bekannter hatte an seinem Fröling beobachtet, daß sein Abgasgebläse kaum zurückregelt und die
    Kesselsolltemperatur nicht erreicht wird. Letztendlich wurden vom Fröling-Kundendienst Wirbulatoren
    mit größerer Fläche verbaut, um so den Luftmassenstrom durch den Kessel zu reduzieren.
    D.h. die Kesseltemperatur sollte durch optimalen Wärmetausch (Luftmenge, Wassermenge) erreicht
    werden und nicht durch die Erhöhung der Mindestrücklauftemperatur.


    Meine Beobachtungen am SH30:
    Sobald der Kessel in Teillast geht, wird die Abgasgebläsedrehzal reduziert und die Abgastempertur sinkt.
    Es verringert sich der Luftmassenstrom im Kessel. Die Kesseltemperatur erhöht sich dabei um 5 Grad C.
    Der Wärmetausch funktioniert im Teillastbetrieb offensichtlich so gut, daß die Pufferpumpe es nicht schafft
    die 80 Grad Kesseltemperatur zu halten.
    Im Vollastbetrieb hingegen erreiche ich nur 76 - 78 Grad C Kesseltemperatur. D.h. für mich, die Pufferpumpe
    schickt im Vollastbetrieb evtl. zu viel Wasser durch den Kessel und/oder ein zu hohe Luftpassagerate
    verhindert einen optimalen Wärmetausch.
    Letzteres ist für mich aufgrund der Beobachtungen im Teillastbetrieb wahrscheinlicher.


    Beobachtungen aufgrund der Berichte im Atmos-Forum.
    Stichwort "Energiesparklappe"


    mfg
    ReiBaum

  • Hallo,


    du kannst im Menü Puffer -> Pufferpumpe die %-Zahl sehen der Pufferpumpe, also die aktuelle Geschwindigkeit. Die verhält sich wie oben beschrieben. Deswegen steigt auch die Kesseltemperatur im Teillastbereich etwas an. Würden die Abgase zu schnell an den Wärmetauschern vorbei so das diese keine Energie übetragen würden, dann sollte schlagartig die gemessene Abgastemperatur steigen. Der Theorie kann ich nicht foglen.


    Wie hoch ist denn die Gebläsedrehzahl im Vollast- / Teillastbereich bei dir?


    Soweit mir bekannt unterscheiden sich der SH 30 und der SH 20 nur durch 5 / 3 Düsenlöcher und einem anderem Gebläse.


    Gruß Hans


    Nachtrag: Habe mir das mal mit der Energiesparklappe angeschaut, also eine Drosselklappe im Abgas? Sorry aber das halt ich bei einem drehzahgeregelten Gebläse für überflüssig und eher noch gefährlich. Durch eine Anhebung der Rücklauftemperatur verringert man die bentötigte Leistung die der Kessel aufbringen muss um seine Solltemperatur zu erreichen (bei gleichem Volumenstrom des Wassers durch den Kessel). Dadurch reduziert sich schon die Gebläsedrehzahl und der Massenstrom des Abgases etc.


    Ein Beispiel:


    60°C Rücklauf; 80°C Kessel; Massenstrom 1000kg Wasser/h
    (TKessel - TRücklauf) * 1000kg/h * 1,16 (Wärmkapazität Wasser in Wh)
    = 23,2 KW


    65°C Rücklauf; 80°C Kessel; Massenstrom 1000kg Wasser/h
    = 17,4 KW


    Beispiel 2:


    Pumpe 100% und befördert 2500l/h durch die Rücklaufanhebegruppe / Kessel


    60°C Rücklauf; 76°C Kessel, ca. 2500kg Wasser pro Stunde
    = 46,4KW


    also liegt der Wert weit über den 30KW die dein Kessel bringen kann/soll. Sobald ich einen Wämemengenzähler eingebaut habe werde ich das genauer untersuchen können, also Zusammenhang Temperaturspreizung Kesselrücklauf / Vorlauf und die sich daraus ergebende Leistung. Kein Wunder das der Abgasmassenstrom sehr hoch sein muss um die Leistung an die Wärmetauscher abzugeben. Im Prinzip gibt es nur die Möglichkeit die Pufferpumpe in der Leistung zu reduzieren oder wie von mir geschrieben die Rücklauftemperatur in der Anhebegruppe zu erhöhen.


    Beispiel 3:


    Welchen Massenstrom darf ich durch den Kessel schicken um 30KW Leistung bei 20°C Temperaturspreizung zu erhalten?


    m = deltaQ / (c * deltaT)


    30.000Wh / (1,16Wh/(kg*1°C) * 20°C) = 1293Kg also rund 1300L/h


    Wenn die Pumpe das doppelte durch den Kessel befördert erreicht er auch nie die 80°C. Da die Pumpe aber vom Kessel geregelt wird, bin ich der Meinung das eine kleinere Spreizung, sprich Anhebung der Rücklauftemperatur, am besten zu einem befriedigenden Ergebnis führt.

  • Hallo,


    nochmal zum Thema Energiesparklappe / Drosselklappe im Abgasrohr. Für mich ehrlich gesagt Schwachsinn. Ich sehe da keinen Bedarf bei einem ETA Kessel.


    Zur Erläuterung:


    Der Luftmassenstrom wird durch den Zug im Kessel und der prozentualen Öffnung von Primär-/Sekundärluft geregelt. Der Zug im Kessel wird durch die Gebläsedrehzahl bestimmt. Also kein Bedarf den Zug im Abgas zu drosseln.


    Wenn aber nun kein Zugbegrenzer im Schornstein / Abgasrohr verbaut ist, der Zug vom Schornstein sehr groß ist (über 35Pa), die Gebläsedrehzahl schon das eingestellte Minimum erreicht hat und die Primärluftöffnung auf Minimum steht dann würde trotz Regelung sich die Abgastemperatur über den eingestellten maximalen Wert erhöhen.


    Außerdem glaube ich nicht das der Schornsteinfeger mit einer Drosselklappe im Abgasrohr eine Abnahme macht.


    Bei einem Naturzugkessel oder Kaminofen der durch zu hohen Zug zu stark brennt kann man wenn ein Zugbegrenzer auch nicht hilft evtl. eine solche Drosselung verbauen.


    Gruß Hans

  • Hallo Hans,


    Teillast: 800 bis 1300 U/min
    Vollast: 2300 bis 2600 U/min
    Die Abgasklappe würde ich so auch nicht einbauen.


    Bei 100% fördert die Pumpe 2500 l/h durch den Kessel, aber nicht aus dem Kesselkreislauf heraus.
    Teilmenge geht wiederholt durch den Kessel (Rücklaufanhebung).
    Entscheidend ist doch die Menge die den Kesselkreis verläßt bzw. zufließt.
    Ist das bei der Rechnung berücksichtigt?


    mfg
    ReiBaum



    PS: ich bin an Debian dran, aber es geht langsam

  • Hallo,


    man kann mit den Temperaturen / Massenstrom nach der Rücklaufanhebung rechnen oder mit den Temperaturen / Massenstrom in der Rücklaufanhebung. Macht erstmal keinen Unterschied zur abgebenen Leistung des Kessels


    Beispiel:


    Rechnung mit Temperatur nach der Anhebung:


    Rücklauf Puffer vor Rücklaufanhebung 30°C
    Vorlauf aus der Rücklaufanhebung 80°C
    Massenstrom 500l/h ca. 500Kg Wasser


    (80°C - 30°C) * 1,16Wh/Kg * 500Kg = 29.000Wh


    Also kann der Kessel bei einer Leistung von 29KW 500L Wasser in der Stunde von 30°C auf 80°C erhitzen.



    Rechnung mit Temperatur in der Anhebung


    Rücklauf Kessel 60°C
    Vorlauf Kessel 80°C
    Massenstrom 1250l/h


    (80°C - 60°C) * 1,16Wh/Kg * 1250Kg = 29.000Wh


    Also kann der Kessel bei einer Leistung von 29KW 1250L Wasser in der Stunde von 60°C auf 80°C erhitzen.



    Da aber immer der volle Volumen-/Massenstrom der Pumpe durch den Kessel geht, unabhängig davon wie weit der Rücklaufmischer geöffnet ist, und du von 2500l/h ausgehst ergibt sich folgendes:


    Bei eingestellten 60°C Rücklauf / 80°C soll der Kessel im Vorlauf erreichen


    (80°C - 60°C) * 1,16Wh/Kg * 2500Kg = 58.000 Wh


    Das heisst der Kessel müsste 58KW Leistung bringen um die 2500L Wasser pro Stunde auf 80°C zu erhitzen.



    Reduziert man nun die Spreizung auf 10°C, sprich Rücklaufanhebung auf 70°C eingestellt:


    (80°C - 70°C) * 1,16Wh/Kg * 2500Kg = 29.000 Wh


    Also kann der Kessel nun mit 29KW auch eine Vorlauftemperatur von 80°C erreichen!


    Gruß Hans

  • Hallo,


    ich kann zwars schlecht beurteilen wie die Gebläsedrehzahl bei einem SH 30 sein muss aber bei mir sind es bei Volllast 1200 - 1400 1/min und Teillast 700 - 900 1/min.


    Hast du mal testweise die Rücklauftemperatur etwas angehoben?


    Gruß Hans

  • Hallo Hans,
    ich habe Deine interessanten Beiträge gelesen. Ich hab den ETA SH30 Touch. Bei meinem geht die Gebläsedrehzahl auch im Teillastbetrieb nie unter 1400/min. Kann man die Gebläsedrehzahl im Servicemenü ändern?


    Schonmal danke.


    Grüße


    Bernd

    Eta SH30 Touch, 2x1000l Puffer,400L Warmwasserboiler,
    Thermische Solaranlage zur Warmwasserbereitung mit Heizungsunterstützung, gekoppelt mit Ölbrenner und Wärmepumpe für Notfälle.

  • Hallo @winni1,


    du erweckst hier einen gut 6 Jahre alten Thread wieder zum Leben. :whistling:


    Der User Südwind hat seine Regelung damals mit Unterstützung von ETA so umkonfiguriert, dass der Kessel mit max. 1400 U/Min läuft. Dies bedingt weitere Anpassungen in den Einstellungen zur Primär/Sekundärluft, sowie des versteckten Parameters "Primärluftwende".


    Siehst du die hohe Drehzahl bei dir als ein Problem an? Das kann man alles einstellen, bzw. beeinflussen, wenn man will. Bei dir könnte "es" an verschiedenen Dingen liegen:

    • die Mindestdrehzahl des Saugzuglüfters ist auf diese Drehzahl begrenzt (Standard 50%).
    • die Min/Max-AGT ist "ziemlich" hoch eingestellt (Standard 150°C/220°C)
    • dein Kessel geht nicht in den Teillastmodus, weil sehr großer Puffer (der nie ganz voll wird)
    • oder/und der Parameter Kes-Puff-Mitte-Diff ist auf einen sehr niedrigen Wert eingestellt (Standard 15K)
    • Hohe Leistungsanforderung: Die Rücklauftemperatur ist (zu) niedrig eingestellt (Standard 60°C). Dadurch muss der Kessel eine hohe Spreizung von 20° anstreben, um die Kesselsoll-Temperatur von 80°C zu halten.

    Deine Bilder vom Display während eines Abbrands sind eine Momentaufnahme und unauffällig (bis auf die Standard-Einstellung der Rücklauf-Solltemperatur).


    Viele Grüße von Karlheinz :)

    Seit Juni 2011:

    ETA Twin: SH30/P25 "noTouch" (Füllraum 150 Liter)

    Hopf Pelletaustragung: 6x UniWok-Saugsonden (Lager für 6 to)

    Paradigma Pufferspeicher: 2x Aqua Expresso (1090 + 958 Liter; seriell verbunden)

    Paradigma FrischWasserStation

    Paradigma VR-Solarpanel: 2x CPC21 Star Azzurro (10m²; Aqua-System ohne Glykol)

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