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Brikett und Grobhackgut ein kleiner Erfahrungsbericht

  • Hallo Ihr!


    Ich berichte mal wieder von meiner Heizfront!
    Nachdem ich letztes Jahr gut 100 ster gemacht hatte und auch so um die 40 ster pro Jahr brauche, stand mir dieses
    Jahr nicht so der Sinn danach dies zu wiederholen, zumal ich das fast alleine gemacht habe.
    Man unterschätzt schon ein wenig was in so einem 50kw Kessel und gut 400qm beheizter Wohnfläche so durch geht...
    Anfang diesen Jahres habe ich mir einen LKW Zug Briketts anfahren lassen. In meinen Heizungskeller habe ich
    knapp 10 t von diesen Presslingen untergebracht und das ist schon richtig Komfort einfach danach zu greifen, statt
    jedes WE die Scheite in den Keller zu befördern. Gut, ich habe einen Schacht, wo ich das Holz nur reinkippen muss, aber Arbeit ist es trotzdem.
    Bei Temperaturen von um die 0°C brauche ich ca. 50 kg Briketts pro Tag, die dann inklusive Gluterhaltung ca. 12 Stunden brennen. Nach 24 Stunden "wühle" ich ein wenig in der Asche und schiebe die übrig gebliebenen noch glühenden Briketts auf den Düsenschlitz, danach Flammtronik starten und einfach wieder mit Brikett auflegen. Ich musste die letzten 3 Wochen nicht ein einziges Mal neu anzünden.
    In diesen Jahr hatte ich mir für meinen kleinen Traktor (kubota) einen Hackguthäckseler aus Polen für die Zapfwelle angeschafft. Das Teil hackt Weichholz bis zu einem Durchmesser von 10cm auf ca. 8cm Länge. Das Hackgut fliegt dann in sogenannte Raschelsäcke (sehen aus wie Kartoffelsäcke)die sich recht günstig im ww kaufen lassen. Die Säcke haben einen Durchmesser von ca. 40cm und sind 80cm hoch. Ich habe dieses Jahr so ziemlich alles was auf meinen Grundstück an Ästchen anfällt "durchgejagt". Da ging alles durch, inklusive Nadeln und Blätter. Am Ende waren es etwa 120 Säcke...
    Nun habe ich heute mal mit dem Hackgut getestet. Wenn ich einen Sack in meinen GSX50 fülle, ist er zur Hälfte voll.
    Darauf passen dann noch 50kg Briketts. Der GSX startet sofort und ist innerhalb von 20 Minuten auf Betriebstemperatur (254° gemessen am unteren Putztürchen entsprechen etwa 100° AGT). Die Flammtronik und Frequenzumrichter regeln das eigentlich ganz gut aus. Bei erreichen der 254° bin ich unter 50 % Primärluft und 1700 U/min Lüftergeschwindigkeit. Der Rest O2 schwankt zwischen 2,5 % und 3,5% (eingestllt 3%). Eigentlich okay in anbetracht des kleinen Zeugs. Allerdings pulsiert der GSX ziemlich und der Zugbegrenzer klappert heftig.
    Ich denke, ich muss die Geschichte langsamer hochfahren. Momentan läuft beim Start der Lüfter auf 50% für 6 Minuten und fährt dann auf 70% hoch. Das Zeug gast aufgrund der Oberfläche halt elendig.
    Naja, mal sehen was da noch geht, ich habe ja noch 119 Säcke...


    Gruß Horst

  • Wenn du auf Glut auflegst kannst du Primär und Lüfter auch nur mit 30% und sogar schrittweise auf 20% herunterfahren.
    Das hat dann den ähnlichen Effekt wie bei der Naturzugfraktion und funktioniert sofern die Steuerung das so zulässt auch sehr gut. Bei Pallettenholz reagiert meine Steuerung sogar mit noch weniger Primärluft. Geht teilweise auf 6 % herunter. Ob das genau so bei der Pümpelvariante geht muss man sehen. Lüfter habe ich aber fix auf min 20% gelassen. Das ist dann Kaminabhängig. Von anfang an weniger nach auflegen auf Glut zahlt sich aus und es gibt kein Wummern mehr.

  • Hallo Horst,
    ich bin auch so ein hackschnitzel verheizer..... aus meinem Garten fällt aber nicht so viel wie bei dir an.


    Daher bin ich gust für seine kostengünstige prim/sekluftverstellung (luftwaage) sehr dankbar.


    Mit der luftwaage kann ich mittlerweile richtig gut hackschnitzel verheizen. Die gaserzeugung bei hackschnitzel ist schon enorm, so dass oftmals die Primluft ganz zu und sekluft ganz offen ist.


    Liebe grüße Klaus

  • Hallo Klaus!


    Wenn beim GSX die Gaserzeugung voll in Fahrt ist bin ich sekundär bei ca 60%.
    Primär wird wohl bei rund 25% liegen. Genau kann ich es nicht sagen, da ich momentan keinen Rechner an der Flamtronik angestöpselt habe. Ganz zu ist Primär auf jeden Fall nicht, würde auch nicht gehen, da der Lüfter dann aus wäre. Ich muss einfach noch ein wenig rumprobieren.
    Denke aber der Schlüssel liegt am langsamen hochfahren. Wenn die Flamtronik soweit runtergeregelt hat dass die AGT auf den 254° bleibt, läuft der GSX auch wieder ruhig.
    Das dauert etwa eine 1/2 Stunde.
    Die heutige Ladung war aber auch mit extrem kleinem Astwerk. Richtig lohnen tut sich das sicherlich nicht, aber es ist eben einfacher ganze Äste durch den Hacker zu lassen. Da landet eben zwangsläufig so kleiner Mist und auch eine Menge Nadeln im Sack.


    gruß Horst

  • Habe heuer ca. 2500 KWh (entspricht ca. dem Heizwert von 2 Ster Weichholz) mit Solar- Getrockneten Hackschnitzeln erzeugt; ich habe die fast „pur“ eingefüllt und nur über die Düse ein paar alte Zaunlatten gelegt, damit die Hackschnitzel nicht sofort durch die Düse fallen.
    Der Nadel- und Blätteranteil war sehr hoch, dadurch war auch der Ascheanfall relativ hoch. (waren irgendwelche Zierbäume mit gefühlt mehr Grünanteil als Holz...)
    Angezündet wurde von unten. Dann ca. alle 1,5 Std. nachschütten.
    Ist zwar etwas mühsam, aber wenn ich bedenke, dass ich das Zeug früher zum Wertstoffhof gefahren habe und auch noch für die Entsorgung bezahlt habe...

    Hallo Horst,
    ich denke auch, dass ein langsameres Hochfahren positiv wäre.


    Da ich bisher nur einen Gartenhäxler habe, würde mich dein polnischer Hackguthäxler interessieren, denke schon länger über so eine Anschaffung nach.
    Bisher hatte ich den im Auge:
    http://www.ebay.de/itm/Hacksle…t%3D3%26sd%3D360792406147


    Hallo Klaus,
    das freut mich, dass es auch bei dir so gut funktioniert.

    Im Forum bist du meines Wissens außer mir der einzige, der so eine Schubstangensteuerung (Luftwaage) betreibt und auch darüber schreibt.
    Dafür nochmals Danke.


    Hatte seit der Vorstellung des „Prototypen“ (Ende 2011) viele Anfragen diesbezüglich bekommen, viele PN´s geschrieben, jedoch von den Fragestellern nie eine Rückmeldung erhalten...


    Gruß Gust

  • Hallo und ein gesundes neues Jahr!


    Ich habe jetzt wieder ein wenig Erfahrung sammeln dürfen.
    Also:
    Meine Primrluft ist in der Anheizphase auf 50% und der Lüfter läuft auf ca. 1700U/min.
    Nachdem das Hackgut angebrannt ist, geht mein O2 Wert auf 0% und die Flammtronik regelt das innerhalb ca. 2 min recht gut auf die eingestellten 3% aus.
    Ein wummern habe ich jetzt nicht mehr, eher ein schnüffeln, also immer noch eine leicht pusierende Flamme. Denke das ist vertretbar und noch weiter runter möchte ich die Primärluft nicht einstellen.
    Der absolute Tod ist aber auf minimal zuviel Restglut aufzulegen. So schnell lässt sich der Ofen nicht beschicken.


    Letztens hatte ich die Asche aus dem Füllraum entsorgt und der Düsenschlitz war etwas mit Asche verstopft. Restglut war fast keine mehr vorhanden. Dann hatte ich den Ofen mit Hackgut gefüllt und es brannte keine Flamme. War doch ein wenig gutgläubig, dass es die Asche nach unten durchzieht und die Miniglut langt.
    Also unteres Türchen geöffnet, horizontale Schamotteplatte entfernt und durch den Düsenschlitz gestochert. Das war das einzige Mal wo ich die Anheizklappe hätte brauchen können. Mein ganzer Keller stand unter Rauch und es brannte immer noch keine Flamme.
    So, was tun!
    Also oberes Türchen geöffnet um da zu stochern. Und wie blöd muss man eigentlich sein?
    Natürlich hat es eine Verpuffung gegeben und mir meinen Schopf angesengt!
    Das einzige positive daran war, dass nun meine Brennraumtemperatur hoch ging und das Teil lief.


    gruß Horst

  • Hallo!


    Nachdem ich gut 30 Säcke von den groben Hackgut verheizt habe, ist bei mir irgendwie der Wurm drinn.
    Gestern habe ich auf die Restglut wieder einen kompletten Sack mit dem Zeug eingefüllt und 50kg Holzbriketts nachgelegt.
    Bisher war meine Annahme, dass die 50kg Briketts das Hackgut ein wenig nach unten drücken und so ein Hohlbrand verhindert wird.
    Nachdem ich die Briketts eingebracht hatte ging die Brennraumtemperatur auch gleich auf 750°, aber nach ein paar Minuten waren
    es nur noch 400°, also brannte keine Flamme. Komischer Weise war der Rest O2 bei relativ konstanten 3%.
    Ich habe dann meinen Lüfter auf 4500 U/min hochgefahren und gaaaanz vorsichtig die obere Tür einen Minispalt geöffnet.
    Was passiert wenn man es zu foscht macht hatte ich im vorherigen post geschrieben...
    Nach etwa 20 sek. hat die Flamme dann plötzlich wieder gezündet und es ging mächtig vorwärts!
    Als nächstes werde ich mal versuchen ob es mit einer Lage Briketts oder Scheite unter dem Hackgut besser geht.


    gruß Horst

  • Hallo Horst,


    Ich wäre auch vorsichtig mit den Kesseltüren öffnen die Haare wachsen nicht so schnell nach wie sie abgeflammt werden.


    Kann es nicht auch sein das sich durch dieses viele Kleinzeug irgendwo was verstopft oder zugesetzt hat was dann diese Probleme verursachen?



    Mfg. P25

  • Hallo!


    Nachdem die Haare langsam wieder nachgewachsen sind will ich mal über die neusten Testungen berichten.
    Seit meinem letzten post sind wieder ca. 30 Sack von dem Grobhackgut in meinem GSX versenkt worden.
    Grundsätzlich produziert das kleine Zeug schlagartig viel Holzgas, welches dann zu einer pulsierenden Flamme führt.
    Die besten Ergebnisse hab ich wie folgt erzielt.
    Die Restglut von den Briketts auf den Düsenschlitz geschubst, Flamtronik starten und ein Paket Briketts direkt auf die
    glühenden Kohlen schlichten. Dann zügig Grobhackgut bis zur Türunterkante mit der Kehrichtschaufel einfüllen, zwischendurch
    immer mal mit der Hand gleichmäßig im Kessel verteilen. Auf das Hackgut kommt dann je nach Wärmebedarf noch 3 bis 5 Pakete Briketts.
    Meist geht das ohne Rauchentwicklung, wenn nicht lasse ich den Lüftermotor auf 4.500 U/min laufen und es saugt mir den Rauch durch
    den Düsenschlitz ab. In diesem Fall muss es aber wirklich fix gehen, sonst schießt mir die AGT durch die Decke.
    Durch die Briketts die ganz unten als erstes vergast werden, steigt die Brennraumtemperatur nicht ganz so schnell. Die gut 600°C die
    zur Verbrennung des Co nötig sind, sind aber schnell erreicht. Bei erreichen der eingestellten 254° AGT (gemessen vor dem Wärmetauscher
    regelt die Flammtronik Primär auf ca. 20% runter. Ein pulsieren habe ich jetzt nicht mehr, allenfalls ein leichtes "schnüffeln".
    Denke so lässt sich die Sache auch auf Dauer betreiben.


    Gruß Horst

  • Hallo Horstl,


    hast Du schon mal darüber nachgedacht, evtl. das Haus besser zu isolieren etc., derzeit bekommt man das Geld wesentlich günstiger (bezogen auf den Zins), als die Preissteigerungen bei Fenstern, Isolierung etc., gilt ebenfalls für Solarthermie usw.
    Ob sich das aktuell wirklich rechnet, muß man durchrechnen. Aber erfahrungsgemäß steigen die Preise für Holz irgendwann wieder. Und zumindest mir fällt die Arbeit mit dem Holz nicht jährlich leichter.
    Und meine Begeisterung für diese Arbeit stagniert bestenfalls.
    Allerdings gibt es auch so etwas wie Komfort, damit meine ich nicht, dass es in meinen Wohnungen nun bei bestimmten Mietern (Mieter sind m.E. nach zwar generell nicht in der Lage richtig zu lüften, es gibt da allerdings auch noch richtige Spezialisten) nun keine schimmelnden Ecken an den Außenwänden mehr gibt, dass man nun weniger Temperatur im Zimmer benötigt, einfach weil die Außenwände warm sind, und damit keine schwarzen Löcher für Strahlungswärme mehr darstellen, sondern einfach die doch beachtliche Arbeit, sowie den Zeitaufwand, die das Heizen mit Holz mit sich bringt.
    Gestern war hier mal wieder ein Tag an dem die Sonne schien, und wo ich deshalb dank ST nicht heizen mußte - ein wirklich schönes Gefühl, auch wenn das WW gestern nur knapp auf 50° kam, bei schönem Wetter ist es eben am Morgen und am Abend um diese Jahreszeit entsprechend eisig, so dass die Puffer nur mit ST nicht auf hohe Temperaturen kommen. Vor der Isolierung wäre ich mit Vorlauftemperaturen von 50° mit meinen Radiatoren nicht hingekommen, wer da über Fußbodenheizung verfügt, kann ST natürlich viel besser ausnutzen.


    Mein Kessel hat nur etwas über 100 l, benötigt allerdings auch nur halb so viel Ster an Weichholz (wird ausschließlich mit Fichte, Kiefer, Pappel, Weide und gelegentlich Birke, sowie Obstbaumschnitt im Gartenhäcksler geschreddert, geheizt), da ich auch nur gut 300 m² Wohnfläche heizen muß.
    Die besten Erfahrungen habe ich mit geschreddertem Obstbaumschnitt gemacht, wenn ich beim Anheizen auf etwas Holzkohleglut eine Schicht Holzscheite mit 15-25 cm Dicke gebe, darüber dann 6-7 Kehrschaufeln von dem Geschrdderten verteile, und dann den Rest mit Holzscheiten auffülle.


    Erfahrungen mit Briketts habe ich keine, der Heizwert ist ja je kg gut 30 % höher als bei Holz - aber Braunkohle hat ja doch einiges an Schwefel, gibt es da keine Probleme mit dem Kamin durch das entstehende Schwefeldioxid, bzw. evtl. auch mit den Nachbarn wegen der Abgase?


    Grüße
    Pflaume

  • @Pflaume


    Ich hätte wohl im Titel Holzbriketts statt Brikett schreiben sollen.
    Die Braunkohledinger kommen mir nicht in den Ofen. Der Gestank erinnert mich immer an einen düsteren Januartag in Dresden kurz
    nach der Wende.


    gruß Horst

  • Ja, ich erinnere mich noch an 10 Tage Prag im Winter ca. 1981 oder 82.
    Die Asche wurde dann über den Schnee auf den Gehwegen verteilt, Rutschgefahr gebannt, aber eine schöne Schweinerei wenn man mit den Schuhen in ein Haus lief.
    Oder, als ich nach der Wende im Großraum Dresden war, an die bräunliche Schicht jeden Morgen auf dem Auto, oder dass man auf schnurgerader Strecke bei blauem Himmel nicht überholen konnte, einfach weil ein bläulicher Nebel die nötige Sicht nicht erlaubte, wobei da vielleicht auch die Zweitaktmotoren nicht unbeteiligt waren.
    Beim Gestank hätte es ja sein können, dass der von unverbrannten Anteilen stammt, und beim HVK bei Flammtemperaturen von > 900 ° nicht auftritt, aber selbst dann bliebe der Schwefel.
    Holzbrikett sind natürlich eine andere Sache, wobei auch die keinen Rosenduft verströmen, wenn sie in einem Kaminofen verbrannt werden, wie meine Nachbarin mir immer beweist, wenn der Wind entsprechend weht, bzw. wenn kein Wind weht.
    Ich selbst verwende HB eigentlich vor allem zur Messung auf CO und Feinstaub, die diesen Herbst wieder ansteht, da man da ein einheitliches Brenngut hat, und so dann, wenn man sowieso schon die Geräte im Haus hat und auch bezahlt, einige Tests machen kann, wie verschiedene Einstellungen sich auf die CO-Emission auswirken, auch hier hatte ich schon völlig unerwartete, und erst auf den zweiten Blick erklärbare, Zusammenhänge.


    Grüße
    Pflaume

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