Ausbrandverhalten am ungeregelten Atomos

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  • Hallo,
    Ihr wißt ja, daß ich nicht der große Bastler bin und mich immer noch scheue, eine Regelung einzubauen. Nun ist mir so ein Gedanke gekommen:
    Wenn der Brennstoff im Kessel langsam zur Neige geht und nur noch ein glühendes Glutbett vorhanden ist, kann man da nicht einfach mit dem entsprechenden Regler am Atmos den Lüfter ausschalten (die Pumpe am Laddomat läuft weiter) und so eine längere Wärmeabgabe erreichen? Welche Risiken gäbe es dabei, wenn nur noch Naturzug vorherrscht?

    Mach' den Ofen nur halb voll,
    wenn's Holz lange reichen soll!


    Viele Grüße aus der Oberlausitz
    Jörg


    DC 30 GSE - 2 x 1000 l Pufferspeicher - Laddomat - 13 m Schornstein - Zugbegrenzer - Wolf Gaskessel als Reserve - Warmwasserspeicher - Solarkollektoren

  • moin,


    sobald nur noch glut vorhanden ist, kann (sollte) der lüfter ausgeschalten werden. man muß den punkt am rauchgasthermostat finden , wo dieß automatisch geschieht. ich habe den rgt durch einen digitalen ersetzt, womit sich das genauer realisieren läßt.


    grüße
    dobia

    _________________
    DC 20 GSLe (2002), Lambdasteuerung 4,5 %, Primärluft-Belimo mit PMA KS45, Eigenbau Rauchgasbremse, Anheizklappe verschlossen, Kugelraumumbau, Startautomatik mit Lüfterdrossel, Abgastemperatur 145-160°C, 2600 l Puffer seriell (einzeln abschaltbar), 12m² Solar, 25kW Flüssiggastherme, 14m³ Nadelholz + 1/3 Gastank pro Jahr, Bauernhaus ungedämmt, 210m² beheizt davon 125m² mit 22°C, Abwärmenutzung vom Heizraum, externer Rauchabzug, CO-Messung mit REGXA1, ca. 20000 kWh/a mit Holz

  • Hallo,


    wenn das Rauchgasthermosthat abschaltet (rechter Drehknopf im Atmos-Bedienfeld, ich weiß jetzt nicht ob das RGT 1 oder 2 heißt...) dann geht bei mir auch die Laddomatpumpe aus. Also wird kein Wasser mehr umgewälzt und keine Wärme mehr transportiert. Die Heizkreispumpe läuft selbstverständlich noch.
    Ich meine das manuelle Abschalten des Lüfters mit dem ganz linken Drehknopf auf dem Bedienfeld. Da geht nur der Lüfter aus und die Laddomatpumpe bleibt an.

    Mach' den Ofen nur halb voll,
    wenn's Holz lange reichen soll!


    Viele Grüße aus der Oberlausitz
    Jörg


    DC 30 GSE - 2 x 1000 l Pufferspeicher - Laddomat - 13 m Schornstein - Zugbegrenzer - Wolf Gaskessel als Reserve - Warmwasserspeicher - Solarkollektoren

  • Laut der technischen Beschreibung von ATMOS dient der Saugzugventilator einzig zur Überwindung von Druckverlusten innerhalb des Kessels. Ist die Abgasmasse noch groß genug und kommt nicht per Naturzug fort, sucht sich der Mist seinen Weg: es kommt zum Überdruck im Kesselinnern - im schlimmsten Fall kann dann Holzgas oder Abgas aus dem Kessel in den Heizraum austreten, denn so dicht sind die Dichtschnüre nun auch wieder nicht. Dies ist meine Erfahrung. Also: finde den Punkt am Rauchgasthermostat ;)

  • Hallo Ralf_K


    Das kann ich nicht bestätigen. Wenn bei mir die AGT ( Rechter TH ) abschaltet dann habe ich vielleicht noch ein größeres, zusammen hängendes Stück Holzkohle das werder Holzgas noch Abgas in größerer Menge produziert im Kessel liegen.


    Gruss monty

  • Hallo Monty,


    so isses bei mir auch. Weil aber die Laddomat-Pumpe so geschaltet ist, daß sie an- oder ausgeht, wenn der Lüfter läuft oder nicht, wollte ich die Gluterhaltung anders erzwingen. Den Abschaltpunkt für Lüfter und Laddomat habe ich am rechten Drehknopf-Regler gut im Griff. Wenn darüber abgeschaltet wird, stehen Lüfter und Ladomat still.
    Ich dachte halt, wenn ich noch ein schönes Glutbett habe, dann am linken Regler den Lüfter auszuschalten (das geht nur ganz manuell, wenn ich zu Hause bin und den Ofen voll unter Kontrolle habe). Dann läuft der Laddomat weiter, der Lüfter ist aber aus. Die Wärme wird also abtransportiert, aber die Glut wegen des fehlenden Luftstromes nich mehr angefacht. Ich glaube auch nicht, daß dann aus dem Glutbett noch viel Rauchgas entsteht. Ist ja schaltungstechnisch der gleiche Zustand, als wenn der Ofen überhitzt ist. Nun war nur meine Frage, ob von dem Glutbett eine Gefahr in der Richtung ausgeht, daß sich Gase bilden, die Schaden anrichten können (Verpuffung o.ä.) Der Rauchabzug ist ja durch den Naturzug zu einem gewissen Grad gewährleistet.

    Mach' den Ofen nur halb voll,
    wenn's Holz lange reichen soll!


    Viele Grüße aus der Oberlausitz
    Jörg


    DC 30 GSE - 2 x 1000 l Pufferspeicher - Laddomat - 13 m Schornstein - Zugbegrenzer - Wolf Gaskessel als Reserve - Warmwasserspeicher - Solarkollektoren

  • Gut, ich hatte einen Denkfehler: hier geht es ja explizit um einen GSE, ich war jedoch gedanklich bei "meinem" GSP. Dort handelt es sich beim Rauchgasthemostat 1 um ein DOPPEL-Thermostat mit ca. 5 K Versatz, welches sowohl Kesselkreispumpe als auch Saugzugventilator regelt (nach Abschalten des Saugzugs läuft die Pumpe also noch einige Zeit weiter, bis die AGT um weitere 5 K abgesunken ist).
    Aber dennoch gilt die gleiche Aussage in der Bedienungsanleitung: "Die optimale Lagemuss erprobt werden". Stellt man also das Thermostat zu hoch ein, schaltet es zeitiger ab - womöglich BEVOR das Holz vollständig abgebrannt ist (bzw. die Menge und Hitze der Rest-Holzkohle noch zu groß ist). In jenem Fall kann es durchaus passieren, dass Abgas austritt (oder gar unverbranntes CO). Mit anderen Worten: Läuft der Saugzug zu lange, glimmt auch der letzte Rest hinfort, geht der Saugzug zu zeitig aus, dann räucherts noch zu viel. Die "Goldene Mitte" davon ist der Wert, von dem ATMOS also spricht (siehe oben).
    Den Kessel beim Ausbrand auf diese Weise herumkokeln zu lassen, um die Glut möglichst lange zu halten, kann mitunter brisant sein, meine ich.
    Deshalb wird bei mir ab einem bestimmten Punkt (Restsauerstoff > 18%) der Saugzug nicht abgeschaltet, sondern die Drehzahl auf ein Minimum abgesenkt (20 Hz am FU, d. h. 40% der Nominaldrehzahl). Erst später schaltet das Thermostat 1 den Saugzug ganz ab. Das Ergebnis dessen: ich habe eine wesentlich längere Zeitspanne, um ggf. nochmals nachzulegen, ohne dass die Glut schon zuvor flöten geht. Und: es verbleibt etwas mehr Restkohle für das nächste Anheizen.


    Beste Grüße
    Ralf


    PS (Edit): ATMOS schreibt aber auch in der Bedienungsanleitung "Wenn der vorgeschriebene Schornsteinzug besteht, der Kessel kann70 % Nennleistung auch ohne Ventilator erreichen." - d. h. wenn es die Zugbedingungen hergeben, sollte es klappen. Bei mir sind es 14m Edelstahlkamin, da klappt es nicht immer (weil ja zudem beim Ausbrand auch die Abgastemperatur sinkt).

  • Hallo,


    wenn das Rauchgasthermosthat abschaltet (rechter Drehknopf im Atmos-Bedienfeld...)dann geht bei mir auch die Laddomatpumpe aus. Also wird kein Wasser mehr umgewälzt und keine Wärme mehr transportiert.

    puritas,


    der zweite Satz stimmt nicht!
    Wenn Du den Atmos vorschriftsmäßig installiert hast und auch den Laddomat verwendest, dann öffnet der Laddomat nach dem Abschalten, der Kessel wird dank Schwerkraftzirkulation weiterhin durchströmt (vorausgesetzt Du hast noch etwas Luft im Puffer (das ist auch gleichzeitig die Notkühlfunktion bei Stromausfall). Reicht die Schwerkraftzirkulation nicht aus, dann läuft ab ca. 90 Grad die Laddomatpumpe an (ohne Gebläse) und fördert die Wärme in den Puffer, bis der Kessel auf eine unkritische Temperatur runter gekühlt ist.
    Ich lasse den Kessel lieber etwas früher abschalten, weil das Gebläse in der Glutphase unnötigerweise viel Wärme durch den Kamin bläst. Wie gesagt, die Restwärme des Kessels gelangt auch mit Serienaufbau noch größtenteils in den Puffer.
    Den linken Drehknopf für die Kesseltemperatur solltest Du immer auf Vollgas (also ganz nach rechts) gestellt haben.


    Hahneko

  • Hallo puritas,


    Ja, genau beim KT liegt das Problem. Nach einigen Versuchen, wo auch mein Kessel gesabert hat, habe ich jetzt ein Zeitrelais eingebaut mit Externer ansteuerung.
    Das heist der KT steht auf ca.90° und schaltet mir den Lüfter aus. Dadurch fällt die AGT und die FLK wird über das Relais offengehalten.
    ( Ich lasse sie FLK über die AGT nach Ausbrand zufahren ) Die Zeit habe ich auf 15 min. gestellt.
    Nochmal im Klartext:
    Zeitrelais wird an 230V angeschlossen. Der KT schaltet mir das Zeitrelais extern. Das Zeitrelais hat als Funktion rückfallverzögert eingestellt. Das Zeitrelais überbrückt mir den Rauchgasthermostat.
    Das hat zur Folge das der KT takten kann.
    Allerdings ist das nur zu empfehlen wenn der Kessel praktisch nur noch Glut hat.
    Die Kunst besteht darin den Kessel so zu füllen das beim takten des KT quasi nur noch Holzkohle im Kessel liegt.
    Ich habe kein Ladomat und bei mir geht auch kein Schwerkraftbetrieb.


    Gruss monty

  • @Ralf _k


    bei dir geht der lüfter erst bei 18% o2 auf minimum. das ist meiner erfahrung nach sehr spät. wenn mein lüfter ganz ausgeht (gesteuert nach rauchgastemperatur unter dem wärmetauscher) habe ich noch 10 - 12 % o2 . dann reicht der naturzug. bei 18 % hätte ich kaum noch restglut bzw holzkohle.


    grüße
    dobia

    _________________
    DC 20 GSLe (2002), Lambdasteuerung 4,5 %, Primärluft-Belimo mit PMA KS45, Eigenbau Rauchgasbremse, Anheizklappe verschlossen, Kugelraumumbau, Startautomatik mit Lüfterdrossel, Abgastemperatur 145-160°C, 2600 l Puffer seriell (einzeln abschaltbar), 12m² Solar, 25kW Flüssiggastherme, 14m³ Nadelholz + 1/3 Gastank pro Jahr, Bauernhaus ungedämmt, 210m² beheizt davon 125m² mit 22°C, Abwärmenutzung vom Heizraum, externer Rauchabzug, CO-Messung mit REGXA1, ca. 20000 kWh/a mit Holz

  • @ dobia: Das reicht bei mir nicht aus, leider. Der Naturzug liegt leicht unterhalb der von ATMOS geforderten 18 Pa (bei ca. 15 Pa und manchmal auch mehr, je nach Witterung). Anfangs hatte ich den Saugzug bei 15% herunterfahren lassen, jedoch hat das die obere Türdichtung nicht verkraftet: Überdruck im Vergaserraum trotz Unterduck in der Esse. Öffne ich dann die Füllraumtür, dann ist bei 15% Restsauerstoff der Vergaserraum nicht gerade leer: es glüht noch allerhand da drin. Ab ca. 18% befindet sich gerade mal so viel glühende Holzkohle darin, dass man das Ding erneut (ggf. komplett) befüllen kann und sofort die Holzvergasung sehr rasch einsetzt.


    Restkohle am Tag danach: ca. 1 Liter - genug fürs neue Anfachen (mittels el. Grillanzünder, völlig rauchfrei, fix einsetzende Holzvergasung).


    Für alle, die keinen LambdaCheck nutzen: ggf. eine Temperaturdifferenz-Regelung nutzen: solange der Kessel heißer als der Puffer unten ist, läuft auch die Pumpe der Rücklaufanhebung bzw. der Laddomat.


  • Für alle, die keinen LambdaCheck nutzen: ggf. eine Temperaturdifferenz-Regelung nutzen: solange der Kessel heißer als der Puffer unten ist, läuft auch die Pumpe der Rücklaufanhebung bzw. der Laddomat.

    Ralf_K,


    das macht nicht viel Sinn. Wenn nach Ausbrand die Laddomatpumpe läuft, dann sorgt die Rücklaufanhebung dafür, dass das Kesselwasser je nach Patrone wieder mit 65-70 Grad in den Rücklauf gepumpt wird. Somit wird dann das Wasser nur im (Kessel)Kreis herumgepumpt. In den Puffer geht so praktisch nichts.


    Die Restwärme läuft bei entsprechender Hydraulik per Schwerkraftzirkulation allein in den Puffer. Ist das so nicht möglich (wie z.B. bei mir), dann hilft nur eine separate Pumpe im Pufferrücklauf, die dann per Temperatur-Differenzsteuerung die Restwärme aus dem Kessel holt.


    Hahneko

  • Anonymic,


    ich habe eine ganz "normale" Pumpe dran (muss nachsehen, welche genau), die fördert lt. WMZ rd. 800 l/h, also ca. 13 l/min. Ist aber auch ein recht weiter Weg bei mir, durch drei Puffer in Reihe. Sonst würde sie wahrscheinlich mehr schaffen.
    Aber die Förderleistung ist ja auch nicht so wichtig. Le nachdem kann sie ja etwas länger oder kürzer arbeiten. Ich steuere sie meistens per mechanischer Zeitschaltuhr, und da entspricht eine Raste 15 Min. In dieser Zeit schafft sie dann ca. 200 l. Bei ca. 120 l Kesselwasser wird der Kessel fast zwei mal durchspült, und dabei wird er von gut 80 Grad auf ca. 50 Grad runter gekühlt. Weiter bekomme ich ihn nicht runter, weil der Pufferrücklauf ca. 40 Grad hat. Wäre vielleicht auch nicht so ganz gesund für den Kessel, ihn mit noch kälterem Wasser zu durchspülen.
    So rette ich nach jedem Abbrand 3-4 kwh Wärme in den Puffer.


    Hahneko

  • @ Hahneco: Sorry für mein spätes Antworten, die Zeit ist immer so knapp :(
    Gut, das mit der Temperaturdifferenzreglung allein wäre natürlich hanebüchen. Sobald der Kessel beheizt wird, sollte die Kesselkreispumpe (oder Laddomat) wegen des erforderlichen Korrosionsschutzes ohnehin laufen. Also bleibt eigentlich nur die Abgastemperatur oder der Restsauerstoffgehalt als Möglichkeit übrig. Dennoch wäre es ja unzweckmäßig, wenn die Pumpe weiter läuft, während der Puffer am unteren Ende bereits so heiß ist wie der Kessel selbst. Aber vielleicht war mein "Einwurf" auch Quatsch (ich nutze ja eine Diff.-Regelung auch nicht und kann demnach auch keine praktischen Erfahrungen dazu abgeben). Also vergesst das mit der Diff--Regelung ;)
    Und da es in diesem Thread ja um einen "ungeregelten" ATMOS geht, muss ich mich ja ohnehin zurückhalten.


    PS: Per Schwerkraft in den Speicher klappt bei mir dank parallelem Anschluss der Speicher.


  • PS: Per Schwerkraft in den Speicher klappt bei mir dank parallelem Anschluss der Speicher.


    Hallo Ralf,


    dann ist bei Dir doch alles paletti. Genau so ist es von Atmos vorgesehen. Diese Lösung besticht durch ihre Einfachheit und gefällt mir persönlich am Allerbesten.
    Klappt natürlich nur, wenn noch ausreichend kaltes Wasser in Puffer ist. Aber bei vollen Puffer ist auch mit anderen Regelungen kaum etwas zu machen. Dann könnte man höchstens vorübergehend den Puffer wegsperren und direkt aus dem Kessel heizen.


    Hahneko

  • llerdings kommt mir der Sauerstoffgehalt mit 11 % doch etwas sehr hoch vor. Was meint Ihr? Sollte man da was unternehmen? Und wenn ja, was?

    wie weit ist Sec. Scheibe reingedreht ? Mit 11% wird die FLamme gekühlt Bei mir ist Sec. 3,5% eingestellt.

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