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Hydraulischer Abgleich nach Hannes/ESBG

  • War immer von der einfachen Anleitung von Hannes/ESBG zum hydraulischen Abgleich angetan.


    Habe mir jetzt sein OK eingeholt um diese Anleitung hier einzustellen.


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    Danke für die Lorbeeren, aber ein sogenannter "hydraulischer Abgleich einzelner Heizkreise" ist eigentlich eine relativ einfache Sache nur mit sehr vieeel Zeitaufwand verbunden!


    Grundsätzlich wird eine Heizungsanlage so ausgelegt dass z.B. der jeweilige Verbraucher eine Spreizung von 15 -20°C hat.


    Wenn man nun einen Radiator hernimmt dann geht das warme VL-Wasser oben mit z.B. 50°C hinein und die Wassermenge soll so groß (oder eher klein) sein, dass unten am Rücklauf nur mehr 35°C herauskommen.


    Als Beispiel: ein Radiator mit einer Leistung von 1500 W bei 20° Raumtemperatur benötigt mit den obigen Werten 116 L Wasser pro Stunde um seine leistung zu erreichen.
    Man kann grob überschlägig pro 100 W mit einer Spreizung von 15° mit etwa 7,75 L Wasser /h rechnen.


    Bei einer Gesamtheizleistung von etwa 15 kW für eine durchschnittliche Hütte sind das rund 1200 L/h als Gesamtumlaufmenge um diese Heizleistung zu erreichen.


    Die Standardpumpe für derartige Heizkreise ist eine Grundfos UPS25-40 welche 3-stufig schaltbar ist und auf Stufe 1 genau diese Menge bei etwa 1,3 m Fürderhöhe bietet.
    (Bei Wilo ist es die 25/4)


    Wenn nun die Heizkörper OHNE hydr.Abgleich betrieben werden dann kriegt der erste im Netz z.B. gleich anstelle seiner im zustehenden 116 L das doppelte und der letzte kriegt gar nichts.
    Dann kommt der Heizi und stellt die Pumpe auf Stufe 3 diese bringt dann etwa 2000 L/h bei etwa 2,2 m Förderhöhe.
    Der Endeffekt ist dass nun auch der letzte HK warm wird aber die Spreizung zwischen VL und RL auf die Hälfte schrumpft und es in den Heizkörpern rauscht.


    Mit dieser Maßnahme steigt nun die RL Temperatur an und der Puffer wird wesentlich schlechter genutzt, von einer "thermischen Schichtung" ist keine Rede mehr.


    Um aus diesem Dilemma rauszukommen muß man nun einen Verbraucher nach dem anderen in seiner Durchflußleistung schrittweise reduzieren und auch die Pumpenleistung entsprechend anpassen.


    Als erstes sollte man sich seine Heizkörper auflisten und einmal die Gesamtleistung ermitteln, als nächster Schritt die Wassermenge pro Heizkörper ermitteln (siehe oben ca 7,75 L/h pro 100 W mit 15° Spreizung) damit hat man die Gesamtwassermenge welche pro h umzuwälzen ist.
    Dann gibt man noch etwa 10-20% für die Rohrwiderstände dazu und vergleicht in einem Pumpendiagremm etwa mit welcher Stufe welche Pumpe die erforderliche Mengenleistung erbringt.


    Nachdem man die Pumpe auf diese Drehzahlstufe eingestellt hat und eine gleichmäßige Vorlauftemperatur möglich ist, fängt man an bei den Heizkörpern die RL Verschraubung schrittweise einzudrosseln.
    Die Heizkörperventile (oder auch die Thermostatköpfe) müssen bei diesen Arbeiten auf VOLL AUF bzw. maximale Temperatur gestellt werden!!


    Ein Thermometer mit Kabelfühler (Innen / Aussenthermometer)ist dabei eine große Hilfe, den Aussenfühler klebt man in eine hözerne Wäscheklammer und zwickt diese an das RL-Rohr des Heizkörpers, so sieht man nach relativ kurzer Zeit welche Temperatur der RL hat.
    Die gemeinsame VL-Temperatur ist ja für alle HK gleich und kann meist bei der Pumpengruppe abgelesen werden!


    Also die Eintrittstemperatur oben am Heizkörper ist z.B. 50°C und unten kommt der RL mit z.B. 45° raus dann heisst das die Menge durch diesen Heizkörper ist wesentlich zu hoch.


    Nachdem man den ersten HK so eingestellt hat zum nächsten und so weiter bis zum letzten, bitte besonders zu beachten die Reihenfolge sollte von der Pumpe weg gehen, also der nächste zur Pumpe als erster der entfernteste als letzter!


    Nachdem man diese Runde einmal gemacht hat fängt man wieder von vorne an, meist muß man das Ganze 3x machen dann hat man für diesen Kreis eine halbwegs passende Abstimmung.


    Ganz wichtig ist dass man nachdemman alle HK so eingestellt hat sich auf dem Einstellblatt (wo man vorher die Wassermenge ermittelt hat) aufnotiert wieviele Umdrehungen das RL-Ventil entweder AUF oder Zugedreht wurde (vom Anschlag)


    Das ist ja nun ein richtiger Aufsatz geworden, bei Unklarheiten bitte mehrmals lesen und Nachdenken!!


    MfG Hannes / esbg


    (Gruß Torsten)

  • Danke Torsten für den Beitrag von ESBG.


    Den sollten wir auf jeden Fall festhalten. Einfach geschrieben, dass auch ein Laie ihn versteht - sogar ich. :);)


    Grüße


    Franz

    „Nicht alles, was zählt, ist zählbar!“ „Nicht alles, was zählbar ist, zählt!“ Albert Einstein

  • Hallo,
    gleich vorweg: um einen wirklich funktionierenden hydraulischen Abgleich an einem Zweirohrsystem hinzubekommen gibt es im Prinzip nur einen Weg. Der über neue Ventile die sich einstellen lassen.
    Alles andere ist unerträgliche Fummelei und führt nur wieder zu anderen Problemen.
    Gonzotp schrieb: für 1500 W Leistung bei 15° Spreizung sind 116 ltr. Wassermenge notwendig! 2.) Für 100 W Leistung ist mit 7,75 ltr./kg Masse zu rechnen. Beides ist falsch.
    Für 1500 W WL bei 15K Spreizung benötige ich ca. 86 kg/h, bei 20K sind das 64,6 kg/h. Bei 100 W und 15K sind das 5,75 kg/h, bei 20K sind das 4,30 kg/h.
    Bei einstellbaren Ventilen kann ich die errechneten Wassermengen dann auch genau einstellen. Was die Pumpenleistung angegeht, so reicht in den allermeisten Fällen 100 mbar (1m) völlig aus.
    Ich habe schon einige Anlagen hydraulisch abgeglichen, alle Anlagen funktionieren problemlos. Falls in der Anlage noch eine 3 - 4 stufige Pumpe ihren Dienst tut, muß nach der Pumpe ein Differenzdruckregelventil eingebaut
    werden, dass dann auf den entsprechenden Anlagenwiderstand eingestellt wird. Dann erst läuft eine Anlage ordentlich und vor allem problemlos.


    Gruß Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4

  • Hallo,
    ich möchte noch ein paar Gedanken zum Thema loswerden.
    Wie ich in meinem vorangegangenen Beitrag schrieb, es sollten "neue einstellbare Ventile" sein, möchte ich mich berichtigen. Es müssen keine neuen Ventile sein, sondern nur einstellbar müssen sie sein.
    Warum überhaupt hydraulischer Abgleich? In den meisten Heizungsanlagen herrschen zu hohe Strömungsgeschwindigkeiten. Das in den einzelnen Teilstrecken unterschiedlich große Widerstände auftreten ist auch hinreichend bekannt.
    Wenn irgentwo ein oder mehrere Heizkörper nicht (ausreichend) warm werden, wird solange an der Pumpe gedreht bis es passt. Durch die hohen Strömungsgeschwindigkeiten und Drücke können die Thermostatventile nicht mehr
    regeln. Sie kennen dann nur noch den Zustand "auf" oder "zu". Zudem gibt es bei manchen Situationen Geräusche in der Anlage. Beispiel: Wenn ich an der Pumpe auf der Stufe X 250 mbar Druck erzeuge, dann wirkt dieser Druck auf die
    Ventile. Diese können aber unter diesem Druck nicht regeln. Es wird weiter bei geöffnetem Ventil Wasser durch den Heizkörper gepumpt. Die Umgebungstemperatur steigt so weit an, dass das Ventil mit einem Mal schließt. Und zwar so lange
    bis die Umgebungstemp. wieder so weit abgesunken ist das es mit einem Ruck öffnet. Über diese Prozedur ist aber der Heizkörper soweit abgekühlt so das er kalt geworden ist. Dies empfindet der Nutzer als unangenehm. Außerdem gibt
    es unangenehme Temperatursprünge im Raum. Ein mit einem Druck von 30 - 70 mbar beaufschlagtes Ventil aber "regelt", will heißen es gibt ein angenehmes Raumklima. Ein so eingestelltes Thermostatventil kann Fremdwärmeeinflüsse
    mit einbeziehen und dann entsprechend regeln. Das trägt zum optimalen Einsatz der Energie bei. Wenn ich also versuche, über die Rücklaufverschraubung die Einregulierung vorzunehmen, bleibt der (zu hohe) Druck auf meinem Ventil bestehen.
    Außerdem ist diese Einstellung nicht reproduzierbar. Mit dieser Maßnahme drossle ich den Heizkörper auf eine vorbestimmte Wassermenge die zum Zeitpunkt der Einstellung passte,ein. Da sich aber in einer Heizungsanlage laufend der
    Betriebspunkt (Schießen der Ventile, Nutzerverhalten,Wassermengen etc.) verändert, ist eine gewisse Regelungsbreite erforderlich. Das ist aber nur über die einstellbaren Thermostatventile gegeben.
    Im Ergebnis wird man für einen erfolgreich durchgeführten hydr. Abgleich belohnt mit einer top funktionierenden und sparsamen Heizungsanlage die in allen erdenklichen Last,- und Temperaturzuständen ihren Dienst tut.


    Es ist also nicht damit getan dreimal durchs ganze Haus zu rennen, an irgentwelchen Stellschrauben zu drehen um dann zu glauben, man hätte seine Anlage abgeglichen um das dann mit falschen Werten noch zu untermauern.
    Ganz schlimm aber ist, dieses "Wissen" für andere User noch an entsprechender Stelle einzustellen, als Gebrauchsanweisung sozusagen.


    Richtiger Hydraulischer Abgleich funktioniert so: erst die Heizlast für jeden einzelnen zu beheizenden Raum ermitteln (muss nicht bis aufs letzte Watt stimmen), einstellbare Ventile einbauen bzw. vorhandene, falls möglich, umrüsten, ermittelte Wassermengen an den Ventilen einstellen, beim einstellen der Pumpenleistung kann diese Rechnung aufgemacht werden ( 50 mbar = Ventil + Leitungslänge ungünstigster HK hin und zurück in mtr. Rechengröße Verlust 1-1,5 mbar /mtr. + Widerstände durch Armaturen, Formstücke etc.) macht in der regel ca. 100 mbar im Ein-Zweifamilienhaus. Die Pumpe aber nicht auf variable sondern auf konstande Leistung einstelln. Bei nicht selbstregelnden Pumpen ein
    automatisches Differenzdruckregelventil, kein Strangregulierventil, also mit Impulsleitung zwischen Vor,- u. Rücklauf, einbauen und auf die entsprechende Leistung am Membranregler einstellen.
    Alles andere ist "im Trüben fischen".


    Außerdem, wie heißt es so schön: "Kaum macht man`s richtig, schon funktionierts".


    Gruß Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4

  • Hallo,


    Michael


    Danke für Deinen Beitrag!


    Wenn Du die Zeit und Lust hast, stelle doch bitte mal ein kleines Beispielhaus (3-4 Heizkörper) und deren Berechnung als Beispiel ein. Das wird für die meisten von uns eine große Hilfe darstellen. Beispiele kann man gut nachvollziehen.


    Hast Du auch Erfahrung für den Abgleich bei reinen FBHs ohne Heizkörper mit Tacosetter-Ventilen oder normalen Ventilen am FBH Verteiler und mehreren Verteilern im Haus. Das ist bei mir so/wird so sein.

  • Hallo Walter,
    ich freue mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat.
    Der Einfachheithalber möchte ich dich und alle anderen die es interessiert, auf diesen Link aufmerksam machen, falls nicht schon bekannt!


    Hydraulischer Abgleich - Denken im System



    Gruß Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4

  • Hallo Michael,


    den Link kenne ich. Dennoch wäre es schön, wenn wir ein paar Beispiele hätten. Den könnten wir dann auch in die WIKI mit aufnehmen.


    Viele Grüße


    Franz

    „Nicht alles, was zählt, ist zählbar!“ „Nicht alles, was zählbar ist, zählt!“ Albert Einstein

  • Hallo Michael / Holzpille!


    Danke für die Berichtigung meines Uralt Beitrages über den "einfachen" hydraulischen Abgleich eines einfachen Heizungssystems, der Fehler von mir war damals dass ich zwar 15 K geschrieben hab aber am Rechenschieber die 10 K abgelesen habe!


    Man sollte eben alles nochmals überprüfen!


    Aber eines kann ich mir nicht verkneifen, mit Deinem zwar fachlich richtigen Beitrag kann ein normaler Heizungsnutzer ohne Vorkenntnisse seine Anlage nicht abstimmen, da Er mit den Begriffen und darin genannten Bauteilen nichts verbinden kann!


    Aber mit dieser einfachen Anleitung wird auch eine mistige Heizung halbwegs funktionierend (was der örtliche Heizi mit 3 Besuchen und Pumpe höher stellen nicht geschafft hat), von einem akademischen Abgleich war hier nie die Rede!


    Und voreinstellbare Heizkörperventile, Differenzdrucküberströmventil etc sind in den meisten kleinen EFH Heizungen (mit Holzkessel oder Holzvergaserkessel und Pufferspeicher) sowieso fast nicht zu finden, da mußt Du schon froh sein wenn es absperrbare RL-Verschraubungen gibt


    Es genügt nicht nur schön zu sein, man muß es auch umsetzen können!


    Nette Grüße,


    Hannes / ESBG :)

  • Hallo Hannes/ESBG,
    bitte entschuldige wenn meine Ausführungen über die Durchführung des hydraulischen Abgleichs im allgemeinen, und deine Methode "einfache" Heizungsanlagen abgleichen zu wollen im besonderen, bei dir etwas in den "falschen Hals" gekommen sind.
    Mir lag es dabei fern deine Überlegungen zu kritisieren. Im Prinzip kann jeder Laie mit seiner Heizung machen was er will. Und wenn jemand meint das sei der "Königsweg" dann soll er danach vorgehen.
    Aus meiner fachlichen Sicht heraus konnte ich leider deinem System nicht zustimmen.
    Auch das Ausrechnen von Massen die strömen müssen, ist aus meiner Sicht bei deiner Methode völlig unerheblich. Wie soll jemand, der nach dieser Methode vorgeht, wissen, wann welche Menge durch den Heizkörper strömt ? Mit den ablesen der Vor,- und
    Rücklauftemperaturen ist es nicht getan. Auch wenn dir das was ich geschrieben habe zu akademisch klang, es ist leider der einzig richtige Weg.
    Deine Überlegungen "mistige" Heizungsanlagen so in den Griff zu bekommen spricht für dich und deine Cleverness, aber in dem Zusammenhang von hydraulischem Abgleich zu sprechen ist nicht korrekt.
    Auch deine Einwände das viele Holzheizer nichts mit den Begriffen "einstellbare Ventile, Differenzdruckregelventile etc." nicht anzufangen wissen, das glaube ich nicht. Wer in der Lage ist im Heizungskeller einen Holzkessel nebst PS plus Rohrleitungen zu
    installieren, der wird auch in der Lage sein an den Heizkörpern die Ventile zu wechseln, falls nötig. Natürlich ist das alles aufwändiger als deine Vorgehensweise, aber da muss man halt durch.
    Außerdem ist nicht Heizung gleich Heizung. Es gibt Heizungen die werden besser nie entleert, warum: es dauert danach noch Tage und Wochen bis da völlig die Luft raus ist - aufgrund wüstester Verlegungweise. Man sieht allein schon die Unterschiede wenn
    ein Sanitärinstallateur oder ein gelernter Heizungsbauer eine Anlage installiert. Von Laien die selbst ihre Anlage installiert haben will ich an dieser Stelle gar nicht erst reden. Wie du siehst, es gibt keine einfachen Heizungen. Will sagen: jede Anlage hat ihre
    speziellen Eigenheiten.
    Und nochwas: Stell dir vor, jemand liest deinen Beitrag hat aber gar keine eigene Heizung und wohnt im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses! Dieser Jemand denkt "Oh, gute Idee, das werde ich mal probieren. Und wie sieht das Ergebnis aus: Seine Heizung wird nicht mehr warm!
    Nun möchte ich noch hoffen, dass mein Beitrag bei dir nicht allzu oberlehrerhaft ankommt, dass möchte ich auf keinen Fall.
    Einen Vorschlag hätte ich noch: Man kann sich als cleverer Holzheizer doch durchaus mit der Materie befassen und dann mit dem Hintergrundwissen mit dem HB seines Vertrauens zum Festpreis gemeinsame Sache machen. Da wär`s doch, oder ?


    Grüße und schöne Woche
    Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4

  • @ 420
    Hallo,
    was für Beispiele schweben dir vor ? Meiner Meinung nach kann man für einen hydraulischen Abgleich keine Beispiele einstellen.
    Am Anfang steht die überschlägige Heizlastermittlung und zwar für jeden Raum der beheizt wird. Dafür kannst du dir auf der Website ein Programm laden (DANbasic) Damit kommt man auch als Laie gut zurecht.
    Über die voreinstellbaren Ventile dann die Wassermengen einstellen (geht mit den Programmen der Hersteller der Ventile). Dann, falls nicht schon vorhanden, die Pumpe (Wilo pico, Grundfos Alpha2 etc.) bzw. Differenzdruckregelventil (z.B. Ov. Hydrocon)
    einstellen. Was man evtl. noch machen sollte, bei älteren Anlagen, wäre eine Spülung vornehmen. Falls noch spezielle Fragen sind, ich helfe dir gern.


    Gruß Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
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  • OK Michael,


    dann formuliere ich einmal so:


    Mit einem hydraulischem Abgleich können in einem Heizungssystem die Heizkörper der entsprechenden Räume genau mit der Menge an warmen Wasser versorgt werden, um bei einer gegebenen Vorlauftemperatur den Raum mit der benötigten Menge an Wärme zu versorgen, damit eine bestimmte Temperatur erreicht wird. Mit so einem Verfahren können Unter- und Überversorgungen von Räumen vermieden werden.
    Vorgehensweise:


    1. Zuerst muss die Heizlast pro Raum ermittelt werden. Dies kann z.B. per Programm (DANbasic) erfolgen.
    2. Danach wird pro Heizkörper und Raum die ermittelte Wassermenge an den einstellbaren Ventilen vorgenommen. Programme der verschiedenen Hersteller solcher einstellbarer Ventile helfen die Richtige Einstellung vor zu nehmen.
    3. Am Ende des Abgleiches muss die Heizkreispumpe auf die zu bewältigende Menge an Wasserdurchfluss eingestellt werden.


    Bei den Einstellungen und Berechnungen kann folgende Internetseite helfen: Hydraulischer Abgleich


    OK so?


    Grüße Franz

    „Nicht alles, was zählt, ist zählbar!“ „Nicht alles, was zählbar ist, zählt!“ Albert Einstein

  • @ 420


    Guten Morgen Franz,
    ich hätte es nicht besser wiedergeben können!


    Gruß Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
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  • 420


    Hallo Franz,
    hier noch zusätzliche nützliche Info`s.



    TA Heimeier


    TA Heimeier



    Gruß Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4


  • Hallo Walter,
    für dich habe ich noch das gefunden, falls es dich interessiert.


    Dynacon



    Gruß Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4

  • Da ich ja mit EFH nicht so bewandert bin hätt ich mal eine Frage.


    Warum verwendet man eigendlich keinen Differenzdruckregler wie in "großen" Anlagen? Der hydraulische Abgleich ist doch sowieso untauglich die Thermostatventie mit einem brauchbaren Differenzdruck zu versorgen.


    Edit: Ich seh grade das MIchael dies oben eigendlich schon geschrieben hat. Es ist also durchaus üblich einen Differenzdruckregler einzusetzen, der Hydraulische Abgleich dient also nurnoch dazu das nach einer Absenkung alle Räume gleichschnell warm werden?


    Und dafür nimmt man in Kauf das wenn der Abgleich nicht mehr gültig bzw. falsch ist ein Zimmer unterversorgt ist?

  • Da ich ja mit EFH nicht so bewandert bin hätt ich mal eine Frage.


    Warum verwendet man eigendlich keinen Differenzdruckregler wie in "großen" Anlagen? Der hydraulische Abgleich ist doch sowieso untauglich dei Thermostatventie mit einem brauchbaren Differenzdruck anzufahren.

    Hallo,
    zu Frage 1: Man braucht zum Abgleich von kleinen Heizungsanlagen wie sie in Ein,- oder Zweifamilienhäuser vorkommen eigentlich keinen Differenzdruckregler. Da reicht die einstellbare Heizkreispumpe völlig aus. Wenn aber, aus
    welchen Gründen auch immer, eine "normale" 3,- oder 4stufige Pumpe verbaut ist, dann muß, um Strömungsgeräusche zu vermeiden, ein solcher Regler nach der Pumpe eingebaut werden. Das gleiche gilt übrigens auch für z.B.
    Brennwertgeräte oder Heizthermen wo eine nichtregelbare Pumpe eingebaut ist. Da ist der Restförderdruck zu hoch.


    Die zweite Frage verstehe ich eigentlich nicht ganz. Beim hydraulischen Abgleich kommt es nicht darauf an einen "brauchbaren Differenzdruck" zu erzeugen, sondern darauf dass das Wasser in der Anlage gemäß des Wärmebedarfs und
    der Regelbarkeit durch die Thermostatventile auf alle Heizkörper verteilt wird. Die ideale Differenzdruck über den Ventilen (Ventilautorität) liegt zwischen 30 und 70 mbar.
    In größeren Heizungsanlagen müssen genauso alle Heizkörper mit diesen voreinstellbaren Ventilen ausgestattet sein. Da ist dann aber noch zusätzlich notwendig die einzelnen Stränge mit diesen aut. Differenzdruckregelventilen
    auszustatten. Es sollten keine Strangregulierventile sein. Diese regeln nur statisch einen Bereich, nämlich den bei der ungünstigsten Situation. Die automatischen, die also auch "wissen" was im anderen Strang los ist, zahlen sich durch
    genaues regeln auf jeden Fall aus. Der automatische Regler hält also in allen erdenklichen Situationen den für diese Anlage oder den Anlagenteil den Differenzdruck auf dem eingestellten und benötigten Level.


    Beispiel:
    Stellen wir uns ein Anlagenteil in einem Mehrfamilienhaus vor. Ein Steigestrang, 4 Ebenen, in jeder der Ebenen 2 HK links, 2 Heizkörper rechts am Strang. Links am Strang je 2 kleinere, rechts am Strang je 2 etwas größe Heizkörper.
    Das Differenzdruckregelventil wird am unteren Ende, also im Keller zwischen Vor,- u. Rücklauf montiert. Die gesamte Länge der Rohrleitungen (ungünstigste Situation) = ca. 30,00 mtr. x 1,5 = 45 mbar. Hinzu kommen 50 mbar für die Ventile
    sind bis jetzt 45 + 50 = 95 mbar. Für Formstücke etc. (situationsabhängig) ca. 20 mbar. Der Regler wird für diesen Bereich auf 115 mbar eingestellt. Dann kann in diesem Systemteil regellungstechnisch passieren was will, jeder Heizkörper
    wird ohne Strömugsgeräusche warm. Natürlich muß die Rohrleitung die für diesen Systemteil notwendige Wassermenge transportieren können. Auch muß dann bein Einstellen der Haupttransportpumpe noch der Druckverlust im Regelventil
    mit dazu gerechnet werden. Für den Abgleich eines Mehrfamilienhauses bzw. größere Objekte ist naturgemäß mehr Rechenarbeit und div. Feinheiten, auf die ich hier gar nicht näher eingehen möchte, notwendig und erforderlich.
    Aber dieses Beispiel ließe sich auch auf ein EFH anwenden.


    Gruß Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4


  • Lieber rcscomp,
    leider muß ich an dieser Stelle feststellen, dass du es noch nicht verstanden hast! :cursing:
    Es gibt weder einen "gültigen" noch einen "falschen" bzw. "ungültigen" Abgleich.
    In einem in sich geschlossenen hydraulischen System (z.B. Heizung) kann es durch Veränderungen an den Ventilen (öffnen und/oder schließen) Widerstände der Anlagenkomponenten, unterschiedliche Widerstände der Anlagenteile untereinander etc. zu den vielfältigsten Systemsituationen kommen. Wasser fließt immer den Weg des geringsten Widerstandes, es sei denn, man tut etwas dagegen: mit dem hydraulischen Abgleich eben.
    Eine richtig hydr. abgeglichene Anlage funktioniert u n t e r a l l e n S y s t e m b e d i n g u n g e n !!!!! und nicht nur beim Aufheizen. Das was du beschrieben hast, das mit dem unterversorgten Zimmer, das passiert oder kann bei einer
    nicht abgeglichenen Anlage passieren!


    Guß Michael

    Pelletskessel Ecolyzer Nennleistung 16 KW (vorm. Atmos D15 + Brötje Ölkessel), 800 ltr. Pufferspeicher mit SLS-System von Solarbayer, 140 ltr. WW Speicher, 80 ltr. E-Speicher von Stiebel Eltron,
    Heizungsregelung KMS von OEG, LC zwecks visueller Verbrennungsüberwachung. Hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage. Pumpe: Wilo stratos pico 25/1-4





  • Ein ungültiger Abgleich ist einer der Aufgrund eines Umbaues keine Gültigkeit mehr besitzt.
    Ein falscher ist einer der nicht, und dieses Wort verwendest du selbst, nicht richtig gemacht wurde.


    Eine Anlage welche einen korrekten Differenzdruck mittels Differenzdruckreglers hat wird auch ohne hydr. Abgleich richtig regeln, einzig kann es passieren das zeitweilig ein Zimmer unterversorgt ist. Und das ist genau das was du oben mit viel Worten schreibst.
    Mit den "Abgleich" kann bestenfalls ein Heizkörper in seinem Maximum gedrosselt werden.


    Das ist doch richtig so. Was soll ich da nicht kapiert haben? Ich wollte eigendlich wissen ob da noch irgend ein Vorteil vorhanden ist den ich nicht sehe....
    Ich kann nämlich um vieles mehr Nachteile finden als Vorteile desshalb meine Frage.


    Edit: Ja ich weiß was ein Differenzdruckregler ist und auch was ein Strangregulierventil ist.


    Ach ja, hydraulischer Abgleich in Großanlagen? naja wers gerne macht...... vor allem ein "richtiger" da mein ich jetzt keine MFHs sondern Großanlagen.


    Was ich jetzt beim lesen deines Textes meine herauszulesen ist das du vieleicht das einstellen eines Differenzdruckreglers als hydr. Abgleich meinst? Oder doch das Begenzen der Heizkörper.....

  • Noch was,


    Da gibts Drosseln in den Rückläufen, voreinstellbare Ventile im Vorlauf und was sonst noch alles für Geld zu kaufen ist und dann macht einer einen "hydr. Abgleich" Ich stell jetzt in den Raum das 99% der Häuser keinen Differenzdruckregler haben und die Pumpe bestenfalls "raten" kann welche Druckverhältnisse sie baut.


    Dieser "Abgleich" wird also mit Drosseln vorgenommen welche im Betrieb vollkommen unterschiedliche Druck und Mengenbedingungen vorfinden und somit nichtmal in die Nähe der Wunschmenge gelangen. Wozu also?


    Wie geschrieben: Ein Differenzdruckregler ist was anderes der macht Sinn auch wenn eine Moderne Pumpe im System arbeitet, denn die kann der Kunde auch verdrehen.

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